Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
EngelchenNRW

Septumplastik + Nasenmuschelverkleinerung in der Raphaelsklinik Münster

Hallo ihr Lieben,

 

ich dachte ich schreibe euch mal einen kleinen Erfahrungsbericht zu meiner Septumplastik und der Nasenmuschelverkleinerung. Es betrifft ja den ein oder anderen vielleicht auch, entweder nach der Bimax, UKVV was auch immer und möchte sich vielleicht darüber informieren.

 

Operiert wurde ich am 06.Februar 2014 in der Raphaelsklinik Münster von Herrn Dr. Wolfgang Hermann, der seine Belegabteilung dort hat und eine Praxis in der Innenstadt von Münster. Ich war eine Nacht stationär dort.

 

Kleine Vorgeschichte am Rande:

 

Ich hatte ja letztes Jahr im Juni meine GNE. Meine Hoffnung war das sich durch die Verbreiterung des Gaumen auch der Nasenboden verändert und sich meine schlechte Nasenatmung verbessert. Nach 7 monatiger Wartezeit und der Erkenntniss das dies nicht der Fall war bin ich doch mal zu einem HNO um meine Nase kontrollieren zu lassen. Dieser schickte mich zu einem Kollegen nach Münster, der nichts anderes macht als Nasen zu operieren, also ein Spezialist auf dem Gebiet ist. Mir war er symphatisch, also habe ich mich trotz 1 1/2 Stunden Entfernung entschieden, mich von ihm operieren zu lassen.

 

Achtung! Lang!!

 

Vor der OP:

 

Meine Aufklärung und das Narkosegespräch habe ich eine Woche vorher schon abgehakt, weil die Klinik nicht einen Tag vor der OP stationär aufnimmt sondern erst am Tag der OP. Lief alles gut, nun musste ich noch eine Woche rumbringen, bisschen Muffensausen hatte ich in der Woche langsam nun schon.

 

OP- Tag

 

Ich sollte um 9:30 Uhr da sein um dann gegen 10:30 Uhr operiert zu werden. Allerdings lief alles etwas anders wie gedacht und wir standen, trotz rechtzeitigen Losfahrens, in einer Vollsperrung, nur ca. 15 km vor Münster auf der Autobahn fest. Es ging einfach nichts vorwärts und so mussten wir gegen 8:30 Uhr einsehen das es nichts wird mit pünktlich ankommen und riefen dann auf der Station an und haben dort Bescheid gesagt. Letzendlich wurden es nervenaufreibende 3 1/2 Stunden die wir im Stau standen ( Autobahn+ Ausleitung + Stau von Hiltrup bis in die Stadt) und wir kamen dann gegen kurz nach 12 Uhr auf der Station an. Ich bezog dann mein Zimmer (mit einer älteren Dame die mich noch einige Nerven kosten sollte) und bekam mein OP-Outfit (Kittel + Thrombosestrümpfe), 2 Tabletten Antibiotika + Dormicum. Ich warf mich in selbiges, schmiss die Tabletten ein und wartete im Bett.

Meinem Freund erzählte ich wohl Dinge, dass er mir ja während ich im OP bin ein paar Oberteile aus dem H&M besorgen kann. Das war irgendwie nur kurzzeitig, denn als es in Richtung OP ging war ich hellwach und völlig klar im Kopf. Bei der Übergabe an OP fragte mich die Schwester ob ich alles Metall raus hätte und erwähnte das es so wäre, aber Zahnspange ginge ja nicht. Letzendlich diskutierten wir dann ob eine sichtbare oder eine linguale besser wäre, da sie eine linguale hatte.

 

In der OP-Vorbereitung wurde ich verkabelt, Zugang gelegt, bisschen geplaudert mit der OP-Schwester, dem Anästhestisten, der Doc schaute auch kurz rein und dann gings schon los. Narkose gespritzt, bisschen Sauerstoff - bis später!

 

 

Nach dem Aufwachen befand ich mich im Aufwachraum, ziemlich beduselt habe ich dann festgestellt das ich ein Pflaster (?) auf der Nasenwurzel hatte. Ganz zuordnen konnte ich es nicht, aber das waren die Tamponaden, deren Rückholfaden über der Nasenwurzel angeklebt wurden damit sie nicht rumbaumelten. Luft durch die Nase gabs daher logischerweise nicht, ich habe sogar schon einen kleinen Schluck zu trinken bekommen und dann ging es schon wieder auf die Station zurück. Schmerzen hatte ich keine, ich hatte im Augenwinkel das mir beim Aufwachen eine Infusion über dem Kopf hing, ich vermute Antibiotika, der HNO hatte davon was erwähnt.

 

Es war ungefähr 15:30 Uhr, also gehe ich davon aus das die OP ungefähr 1 Stunde - 1 1/2 Std (?) in etwa gedauert hat. Mit der Einleitung war es ca 13:10 Uhr.

 

Mein Freund erwartete mich schon, ich wollte aus diesem blöden OP-Hemd raus und habe ich mich gleich umgezogen und musste feststellen, dass ein T-Shirt besser gewesen wäre als ein langärmeliges Oberteil wegen dem Zugang an der Hand.

 

Nachdem mein Freund gegangen ist lag ich dann in meinem Bett, etwas erschöpft und stellte dann fest das meine Augen fürchterlich tränten, Aus dem linken Auge kam dann blutige Tränen, die durch die Umleitung des Sekretes entstanden. Normalerweise wird ja alles über die Nase abgeleitet, da aber die Nase abgedrückt war durch die Tamponade floß das Blut eben aus dem linken Tränenkanal. Sehr strange, darauf war ich nicht wirklich vorbereitet, aber gut. Ist halt so nich? ;)

 

Essen durfte ich dann auch gleich schon, wer schon mal einen Schnupfen hatte bei dem die Nase komplett zu war, weiß, wie es sich anfühlt wenn man versucht zu essen und zu atmen, nicht so gut. Der Geruchssinn war auch komplett eingestellt/ nicht vorhanden.

 

Gegen 20 Uhr versuchte ich etwas zu schlafen, aber das ging völlig in die Hose weil a.) unter der Tamponade etwas litt und b.) durch die Mundatmung innerhalb von 10 Minuten ein völlig ausgetrockneten Mund hatte und diesen wieder mit Wasser benetzen musste.

 

Gegen 22 Uhr gab ich völlig entnervt und mit blanken Nerven auf und spazierte über den Flur in die Eingangshalle wo man sich W-Lan freischalten konnte und surfte dann etwas im Netz und hatte doch einen ziemlichen Durchhänger.

Keine Luft, alleine, die ältere Dame im Zimmer machte mich irre weil sie alle 20 Minuten zur Toilette musste und nur einen Rolli hatte und dabei immer gegen mein Bett fuhr, Licht anknipste, rumlärmte, die Schwester rief die ihr helfen sollte usw. Ich weiß, ein Krankenhaus ist kein Hotel, aber trotzdem kann sich respektvoller gegenüber den Mit-Patienten verhalten.

 

Die Nacht ging dann im 30 Minuten Takt weiter, ich schlief vielleicht eine Stunde am Stück und erwartete daher voller Sehnsucht am nächsten Morgen den HNO- Arzt, der mir die Tamponade ziehen wollte und es auch tat. Es war so befreiend und tat nicht weh, er zog einmal fest und langsam daran, schon war sie draußen.

 

In der Nase selbst waren 2 Splints eingenäht, sogen. Doylesplints die rechts und links die Nasenscheidewand stützten und quasi eine Art Druckverband darstellten. Diese haben Atemrohre integriert, so dass man trotzdem ein gewisses Maß an Luft durch die Nase bekommt. Diese verbleiben 1 Woche in der Nase.

 

Entlassen wurde ich mit Nasenöl. Bepanthensalbe und einer Tücherbox :)

 

Zuhause habe ich dann erstmal 3 Stunden geschlafen und dann gings schon wieder besser.

 

1. Tag Post-OP:

 

Die Nacht/Nächte war nicht besonders gut da alles völlig verschleimt und verstopft war. Heute war ich völlig neben der Spur und hatte mich gegen das Duschverbot entschieden und relativ kühl dann geduscht und Haare gewaschen, dabei meinen Freund beauftragt mich im Auge zu behalten falls ich doch umfalle. Vielleicht unklug, sollte nicht jeder machen, aber ich habs halt gemacht.

 

2.- 7. Tag Post OP:

 

Am 3. Tag nach der OP bin ich zu meinem überweisenden HNO gefahren der mir einmal die Nase ausgesaugt hatte, war recht unspektakulär und gebracht hat es auch nichts. Aber der gute Wille zählt nich? ;)

 

Die Zeit bis zur Entfernung der Splints war relativ ähnlich, ich konnte nicht gut schlafen, hing völlig in den Seilen, mir gings absolut nicht gut, was ich so von der GNE nicht kannte. Antibiotika musste ich natürlich auch nehmen, aber davon ging es mir nicht so schlecht. Ich dachte echt das wird nie und nimmer was das ich bald wieder arbeiten sollte. Ätzend war auch das ich durch den zirkulierenden Schleim ( der in Atemrohren immer hoch und runter ging) häufig niesen musste (mit offenem Mund zwecks Druckausgleich).

 

 

 

7.Tag Post OP:

 

Nachdem die Nacht davor wirklich Hölle war, da ich fürchterlich Schmerzen im Gesichtsbereich hatte war es nun der wichtigste Tag:  Heute war der Tag der Tage: die Entfernung der Splints aus der Nase. Ich freute mich wie Bolle darauf, diesmal ging es sogar reibungslos auf dem Weg nach Münster. Nach dem Ziehen, was doch etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft war ging es endlich viel besser mit der Luft. Herrlich. Der HNO saugte nochmal alles ab, begutachtete alles und war zufrieden mit dem Ergebniss, in einer Woche musste ich nochmal zur Kontrolle kommen.

 

Schneuzen durfte ich immer noch nicht und muss sehr vorsichtig sein mit der Nase. Nicht dranstoßen von unten und nicht viel daran bewegen.

 

 

7.Tag- 17.Post OP:

 

Die 10 Tage nach dem Ziehen der Splints waren doch noch wichtig um mich richtig zu erholen. Eigentlich gings mir erst Mittwochs wieder so, dass ich sagen konnte, es wird. Davor war ich immer noch sehr schlapp und unerholt.

 

Ich war noch einmal zur Kontrolle da, bekam ab dem darauffolgenden Tag die Erlaubnis vorsichtig zu schneuzen und habe dann ab da auch begonnen mit der Nasendusche 2xmal täglich zu spülen.

 

 

Heute:

 

Seit 4 Tage arbeite ich wieder, muss noch mindestens eine Woche vorsichtig sein, darf nicht schwer heben und mich extrem anstrengen, insgesamt 4 Wochen Sportverbot und muss immer noch mit der Nase aufpassen das ich nirgends dranstoße oder eine drauf bekomme. Heute sind es genau 3 Wochen nach der OP

 

Ich spüle immer noch 2x täglich mit der Nasendusche und verwende im Wechsel Bepanthen und Nasenöl ( je nachdem), abgeschlossen ist die Wundheilung aber noch lange nicht. Höre mich teilweise immer noch etwas verschnupft an, spüle immer noch Krusten und Borken aus der Nase. Dennoch bekomme ich schon besser Luft wie vorher, trotz das die Wundheilung noch nicht durch ist.

 

Bin gespannt, wie es so wird wenn alles heile ist.

 

Danke fürs Lesen und vielleicht konnte ich dem ein oder anderen dadurch helfen.

 

Alles in allem war es kein Spaziergang, die Septumplastik ist rein technisch gesehen wohl doch recht anspruchsvoll für den Operateur und es lohnt sich hinzuschauen wo man sich operieren lässt. Ich persönlich denke es ist doch sinnig sich für jemanden zu entscheiden der das schon öfters macht und auch auf diesem Gebiet viel Erfahrung hat.

 

Nervig war das ganze drumherum, verstopfte Nebenhöhle, Druck im Gesicht, Schmerzen in der Nase usw. Aber nachdem alles doch langsam besser wurde bin ich der Überzeugung das es sich doch gelohnt hat :473:

 

 

 

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Danke für den Bericht! :-)

Ich bin auch gerade am überlegen, ob ich nicht auch meine Nase noch etwas ändern lasse, aber (soweit ich denke) aus rein ästhetischen Gründen.

Hat deine gne auch optisch deine Nase verändert?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo ihr Lieben,

 

über 7 Monate ist ja nun die Septumplastik her und ich dachte ich schreiben mal einen Bericht als Nachtrag wie es sich denn nun mittlerweile damit verhält.

 

Fakt ist, dass sich die Nasenatmung verbessert hat und ich auch kaum noch durch den Mund atme, dass ist schon mal ein riesen Plus.

 

Blöd ist, dass die Nase sich oft noch "verstopft" anfühlt, woher das rührt kann ich nicht genau abschätzen. Es fühlt sich an wie bei einem Ohr das zufällt und dann wieder aufploppt, viele kennen das ja. Und so ist das bei meiner Nase. Ich merke dann wie eine Seite aufgeht und dann wieder Luft durchströmt.

Ich hatte mir schon einmal einen Termin bei dem HNO zur Nachkontrolle geben lassen, allerdings passte es nicht so ganz das ich hingehen konnte. Das steht auf jeden Fall auf meiner To-Do- Liste, da nochmal nachzuhaken. Ob das daran liegen könnte das sich die Nasenmuscheln wieder vergrößtert haben? Das kann ja manchmal der Fall sein das das wieder passiert, nur nach so einem kurzen Zeitraum wäre das natürlich ärgerlich.

 

Alles in allem hat sich das aber gelohnt :) Auch wenn ich beim Nachlesen des OP-Berichtes doch schmunzeln musste und manche Dinge auch gar nicht mehr in Erinnerung habe ;) Ich kann ja berichten falls ich es geschafft habe beim HNO vorbeizuschauen und dann dessen Einschätzung nachreichen!

Viele Grüße von mir :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0