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Lingualzahnspange OK & UK; 25 März 2014 bis ???

Hi ihr Lieben.

 

Ich habe mich entschlossen auch meine Geschichte von Anfang bis zum Ende zu dokumentieren. Einerseits, um den Leuten die vor dieser Entscheidung stehen zu helfen (oder auch nicht, man wird sehen :) ) und andererseits, um ein Art Tagebuch auch für mich selbst zu führen. Ich fand jeden Bericht den ich davor gelesen habe hilfreich.

 

Mal zu meiner Person: Ich bin weiblich, 28 Jahre alt und Juristin. Ich hatte schon mit 15 eine Zahnspange im OK. Das Ergebnis war damals sehr schön, jedoch hatte ich noch immer einen Vorbiss. Ich habe danach eine Zahnspange über Nacht getragen. Leider habe ich trotzdem grosse Probleme mit meinen Zähnen. Durch meinen Vorbiss kann ich zB nicht normal von einem Apfel abbeissen und zusätzlich "verwende" ich beim kauen nicht alle meine Zähne. Dh ich beanspruche manche Zähne mehr als andere, was leider schon zu einigen Problemen geführt hat. Weiters haben sich im UK meine Zähne verschoben, was mich doch sehr stört. Ich muss dazu sagen, dass meine Zähne für andere Personen nicht so wirken, als würde ich eine Zahnspange benötigen. Ihr könnt euch aber selbst ein Bild machen, sobald ich ein paar Bilder poste.

 

Durch meinen Beruf und auch für mich selbst, wollte ich keine normale Zahnspange mehr haben. Deswegen habe ich nach einem Weg gesucht, der meine Zähne korrigiert ohne dass meine Umgebung dies mitbekommt. Ich ging zu einer Kieferorthopädin und lies mich beraten. Das Ergebnis war, dass ich mich für eine Lingualzahnspange im OK und UK entschieden habe. Die Zahnärztin meinte, es wird ca 18 - 24 Monate dauern. Wobei ich auch "Gummis" tragen werde müssen.

 

Nun zur eigentlichen Geschichten:

 

1. Tag: Am Dienstag den 25 März 2014 habe ich eine Lingualzahnspange im UK eingesetzt bekommen. Meine Spange im OK bekomme ich am 25 April. Vor dem Einsetzen wurde mein Mund mit Sandstrahl gereinigt. Danach mit einer "Tinktur" bestrichen und dann wurde mit einer Art transparenten Schiene die Brackets daraufgeklebt. Es wird also nicht jedes Bracket einzlen darauf geklebt, sondern alle auf einmal. Bis dahin war alles absolut harmlos. Als meine Zahnärztin jedoch die transparente Schiene wieder abnahm, waren einige "Klebstoffreste" auf meinen Zähnen. Die mussten natürlich entfernt werden. Hier kam das erste Mal der Moment wo ich mir dachte, "OMG was tu ich mir hier an". Ich dachte wirklich meine Zähne brechen ab. Nun gut, das war nach 5 Minuten erledigt. Dann konnte ich zum ersten Mal meinen Mund schliessen und habe sofort gemerkt, dass ich nicht wirklich meine Zähne zusammenbeissen konnte. Grund dafür ist, dass einige Brackets sozusagen auf den Zähnen fixiert sind, also auf der "Kaufläche". Es hat sich angefüllt, wie nach einer Zahnfüllung, die einfach nicht gut abgeschliffen wurde. Ich dachte mir, dass man sich schon daran gewöhnen wird.

 

Als ich dann im Auto war, war alles nicht mehr so schlimm. Meine Zunge war ok. Es war zwar ein Fremdkörper, aber akzeptabel. Dann begann ich mit mir selbst zu sprechen. Deutsch zu sprechen, war einfach nur fürchterlich. Ich klang wie ein kleines Mädchen mit einem schweren Sprachfehler. Englisch ging etwas besser, aber man konnte es doch stark hören. Bei Französisch hört man es garnicht. Ich persönlich fand das sehr witzig.

 

Mein Mann fand das mal alles sehr süss und konnte es auch sofort wahrnehmen. Auch meine Kolleginnen in der Arbeit (wobei ich hier nur Englisch spreche) haben es bemerkt (sie wussten jedoch auch, dass ich eine Zahnspange bekommen habe). Die übermässige Speichelproduktion ist jedoch sehr nervig. Ich bin ganz gut durch den Vormittag gekommen und dann habe ich einen grossen Fehler gemacht. Ich habe mir Essen gekauft, das man kauen muss... Es war zwar nur Sushi, aber das hat ausgereicht. Da ich, wie schon oben gesagt, Metall auf meiner Kaufläche habe, habe ich die ganze Zeit daraufgebissen. Mit meiner Zunge bin ich ständig in der Zahnspange hängen geblieben und es hat fürchterlich geschmerzt. Zu dem Zeitpunkt dachte ich mir, dass ich nun 2 Jahre damit leben muss. Ich habe mein Sushi nicht fertig gegessen. Für den Rest des Tages habe ich mich flüssig ernährt.

 

Und dann habe ich das Wachs für mich entdeckt. Ich habe vom Zahnarzt ein kleines Täschchen bekommen mit zB Zahnbürste, Zahnpaste, und unter anderem auch Wachs. Ich habe mir meine ganze Zahnspange mit Wachs zugeklebt und konnte mich ab da wieder entspannen. Ich hatte eine ruhige Nacht und soweit keine Schmerzen.

 

2. Tag ( 26 März 2014): Ich bin aufgewacht und konnte eine leichte Spannung auf meinen Zähnen wahrnehmen. Es war aber alles in einem akzeptablen Mass. Ich habe das Wachs entfernt, meine Zähne gereinigt und sofort wieder neues Wachs daraufgeklebt. Damit konnte ich auch Pasta zu Mittag essen. Gegen Nachmittag hin, wurde die Spannung auf den Zähnen immer schlimmer. Ich kann nicht sagen, dass es schmerzhaft war jedoch hat sich für mich wie ein "juckendes Gefühl" angefühlt. Dieses hat sich auch bis zum Abend hin gesteigert. Ich wurde teilweise sogar etwas aggressiv und wollte mir am liebsten dieses Ding hinausreissen. Meine Aussprache war während des Vormittag leicht besser, jedoch je später es wurde desto schlimmer wurde es. Ich habe in der Arbeit kaum gesprochen, weil es einfach nur fürchterlich war. Am Abend habe ich meine Aussprache trainiert. Ich habe mir selbst Zeitungsartikel laut vorgelesen. Ich war am Verzweifeln.

 

3. Tag (27 März 2014): Aufgewacht mit lockeren Zähnen. Haha. Ich konnte fühlen, dass sich meine Zähne ganz minimal bewegen lassen. Ich hatte jedoch keine Schmerzen (natürlich war alles "zugewachst" :) ). Ich fing an zu sprechen, und siehe da, es hat sich wirklich gebessert!!!! Ich habe mich auch schon etwas an das Metall auf den Zähnen gewöhnt. Nach dem Mittagessen, habe ich zum ersten Mal das Wachs reduziert und es nur mehr ganz hinten verwendet. Das habe ich bis zum Abend durchgehalten. Jedoch war danach meine Zungenspitze wirklich wund. Ernährt habe ich mich nur von ganz weichen Sachen und von Smoothies. Am Abend konnte ich eine halbe Hühnerbrust essen. Jedoch zerkleinert wie für ein Baby.... Die Nacht habe ich wieder mit Wachs verbracht.

 

4. Tag (28 März 2014): Heute kann ich eine deutliche Besserung fühlen. Mein Mund produziert viel weniger Speichel (noch nicht wie normal), er hat den Fremdkörper schon mehr akzeptiert. Ich konnte sie teilweise schon vergessen. Meine Aussprache ist fast wieder normal und ich denke, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass mein ganzer Mund entspannter ist. Meine Zahnspange ist wieder mit Wachs verklebt, da meine Zungenspitze noch immer Wund ist. Fühlt sich an wie eine Verbrennung. Ich bin auf den Rest des Tages sehr gespannt.

 

 

FAZIT: Am Anfang dachte ich, dass ich das nicht für zwei Jahre aushalten kann, dass ich für zwei Jahre nicht mehr normal sprechen werden könne, geschweige denn essen. Nach nur 4 Tagen, sieht alles schon ganz anders aus und ich denke es wird noch besser werden. Ich möchte jetzt noch nicht daran denken, wie es sein wird sobald ich sie auch im OK habe und ich die Gummis nehmen muss.

Wachs wurde zu meinem besten Freund. Restaurants werde ich wohl noch ein bisschen meiden.

 

Ich hoffe euch damit ein bisschen geholfen zu haben und werde in regelmässigen Abständen Updates posten. Fragen beantworte ich sehr gerne.

 

Ganz liebe Grüsse

 

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Danke für deinen so ausführlichen,fast minutiösen Bericht :-)

Mir steht das ganze Procedere in genau 2 Wochen bevor,jedoch habe ich anschl.noch genau eine Woche frei,um mich an alles gewöhnen zu können!obwohl ich mich eigentlich täglich frage,ob ich mir das alles wirklich gut überlegt habe und was ich mir im Endeffekt antue!?!?Zweifel hoch zehn!!!!!,

Freue mich schon auf deinen nächsten Bericht....

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Die erste Woche ist mit Abstand am Schlimmsten aber du scheinst schon auf einem richtig guten Weg zu sein!

 

Ich hatte irgendwie das Gefühl, das die Aussprache in Französisch viel mehr gelitten hat, während's z.Bsp. in Spanisch eigentlich eher besser wurde. Aber das legt sich alles in den nächsten Wochen.

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