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jam

Bimax am 3.4.14 in der Havelklinik

So, nun melde ich mich auch mal zu Wort. Konnte mich vorab sehr gut durchs Stöbern hier im Forum informieren und möchte meine Erfahrungen nun auch gerne weitergeben.

 

Was gemacht wurde:

 

OK 2mm nach rechts, 4mm hoch und 5mm nach vorne

UK 4mm nach links

 

Zur OP-Vorbereitung habe ich 14 Monate die feste Spange getragen, davor 6 Monate lang eine Quad-Helix. Die Gaumennahterweiterung wurde mir erspart.

 

Am Tag vor der OP musste ich zum Vorgespräch beim Anästhesisten. Er hat mich gefragt, ob ich vor der OP etwas zur Beruhigung bekommen möchte. Dies habe ich bejaht. Als ich dann die Schwester auf der Station gefragt habe, ob ich denn meine Beruhigungspille mit nach Hause nehmen darf hat sie mich ausgelacht und gefragt, ob ich denn am nächsten Tag ins Krankenhaus schweben wollte. Ich hatte keine Ahnung, dass die wohl so stark wirken und wollte sie morgens nach dem Aufstehen nehmen ;)

Am OP-Tag musste ich um 12 Uhr da sein. Die Op war für 14 Uhr angesetzt. Auf dem Zimmer lag eine junge Frau, die eine Nasen-OP hatte und offenbar sehr litt, was mir dann doch ein wenig Angst machte. Bis dahin war ich überraschenderweise sehr gefasst (hatte mich 10 Jahre lang vor der OP gedrückt) Gegen 13 Uhr musste ich die schicken Strümpfe und das OP Hemd und die Haube anziehen, durfte anschließend "endlich" ;) meine LMAA-Pille nehmen. Meine Schwester und meine Freundin warteten gespannt auf den Eintritt der Wirkung und wir lachten gemeinsam die Aufregung weg. Schließlich kamen 2 Schwestern um mich zur OP abzuholen. Ich wollte laufen und merkte noch gar nicht viel von der Wirkung der Tablette, woraufhin ich wieder ausgelacht wurde. Wurde dann zum Fahrstuhl gerollt mit meinem Bett, wo ich mich von meiner Begleitung verabschieden musste. Als ich den Chirurgen sah wurde mir der Ernst der Lage bewusst und ich sagte nur zu ihm, dass ich nun doch etwas aufgeregt bin. Ich musste auf die OP Liege und dann wurde mir auch schon der Zugang gelegt. Das Gefühl, als die Narkose einsetzte empfand ich als sehr schön.

Ich bin gegen 21 Uhr auf der Intensivüberwachung der Station aufgewacht und fragte, ob ich nun schon operiert worden sei. Dies wurde von einer Schwester bejaht. Ich hatte keinerlei Schmerzen und fühlte mich recht gut. An Schlaf war jedoch in der Nacht nicht zu denken, was ich allerdings auch nicht als schlimm empfand. Regelmäßig wurde der Blutdruck gemessen und meine Kühlpacks wurden erneuert. Ich hatte 2 Drainagenschläuche und einen Katheter. Über den Katheter war ich überrascht, denn meine Info war, dass dieser gezogen wird, wenn ich noch narkotisiert bin. War aber auch nicht weiter schlimm. Ich merkte jedoch wie meine Unterlippe immer mehr zu hängen anfing und das Gesicht weiter anschwoll. Schlucken konnte ich fast gar nicht. Jedes mal wenn ich versuchte etwas zu trinken verschluckte ich mich und mein Mund trocknete sehr aus, weshalb ich dann zum Spülen und Ausspucken überging. Flüssigkeit erhielt ich über den Zugang.

1. Tag Post OP:

Am nächsten Morgen wurde ich, nachdem mir der Katheter gezogen wurde (war gar nicht schimm) aufs Zimmer gerollt. Ich freute mich auf den Spiegel, der dort lag um mich endlich anschauen zu können. Ich erkannte direkt, dass mein Gesicht nun gerade ist aber sonst sah ich nur Schwellung. Ich verbrachte die Zeit mit Dösen, kurz einschlafen, kühlen, versuchen zu schlucken und warten... Gegen Mittag bin ich dann zum ersten mal aufgestanden, habe mich umgezogen und auf meinen Besuch gewartet. Meine Schwester und eine andere Freundin kamen gegen 14 Uhr und erschreckten sich doch ein wenig als sie mich sahen. Meine Schwester wies mich darauf hin, dass ich nun eine Stupsnase habe. Das war mir nicht aufgefallen. Ich begutachtete sie nochmal im Spiegel, dann fiel mir auch auf, dass sie sich verändert hat. Wir sind sogar nach draußen gegangen, um etwas zu spazieren. Sprechen klappte besser als ich vorher gedacht hatte. Konnte mich jedenfalls gut verständigen. Einen Splint hatte ich übrigens nicht, nur 2 Gummis. Gegen 16 Uhr kam mein Chirurg um die Drainagenschläuche zu ziehen. Das war etwas unangenehm, aber ich war heilfroh, als ich sie los war. Jetzt klappte das Schlucken auch etwas besser, aber durch die Schwellung und die andere Lage des OK war das wirklich nicht so einfach. Die OP war gut verlaufen, jedoch sei das Hochsetzen des OK sehr schwierig gewesen. Meine Knochen seien sehr dünn und der Nerv im UK lag sehr ungünstig und musste daher arg gedenht werden. Daher war mein UK auch komplett taub. Mein Biss stimmte annähernd perfekt, was mich wahnsinnig gefreut hat, jedoch machte mir die Info des Chirurgen mit der Lage des Nerv im UK etwas Angst, da er mir vorab sagte, dass gerade bei der ungünstigen Lage des Nerven häufig Gefühlsstörungen zurückbleiben. Die Vorstellung beim Küssen nicht alles zu spüren finde ich schrecklich!!!

Die nächste Nacht konnte ich wieder kaum schlafen und bin viel auf Station rumgegeistert. Die Schwellung war nun wirklich enorm, daher bekam ich Zäpfchen gegen die Schwellung. Ich merkte jedoch keine Besserung dadurch. Schmerzen hatte ich noch immer keine, jedoch merkte ich einen Druck im Kopf der unangenehm war. Dieser ging jedoch durch die Schmerztropfen weg.

2. Tag Post OP:

Der zweite Tag nach der OP war auch mein Entlassungstag. Am Vormittag war mir etwas schlecht, da ich seit dem Tag vor der OP noch gar nichts gegessen hatte. Die Schwester gab mir Frisobin. Ich füllte dies in meinen Schnabelbecher und schaffte ca die Hälfte. Danach ging es mir besser. Am Nachmittag kamen meine Schwester und wieder eine andere Freundin um mich abzuholen. Der Chirurg kam pünktlich um 16 Uhr und gab sein OK, dass ich nach Hause darf. Er kommentierte meine heftige Schwellung und gab mir den Tipp zu Hause mit Waschlappen zu kühlen. Ich freute mich sehr auf zu Hause. Da ich alleine wohne war meine Schwester zu Besuch um mich zu pflegen. Am Abend stand ich vor der großen Herausforderung die Antibiotika-Tablette zu schlucken. Der Chirurg meinte ich solle diese nicht klein machen, sondern mit Apfelmus schlucken. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen wie das klappen soll und hab sie entgegen seiner Empfehlung doch klein gemacht. Der Geschmack war so furchtbar grauenhaft und durch den verschleimten Hals blieb der Geschmack förmlich im Hals stecken, woraufhin ich mich übergeben musste. :( Das war sehr unangehen aber danach ging es mir wieder gut.

3. Tag Post OP:

Am Morgen stand ich wieder vor der Herausforderung Antibiotika. Ich hatte Angst sie wieder nicht schlucken zu können und wieder zurück ins KH zu müssen. Ich folgte nun der Empfehlung des Chirurgen und schluckte die mit Apfel-Mango-Mus. Dazu habe ich sie in 2 Hälften geteilt und weit nach hinten geschoben. Das klappte super und ich war überglücklich :) Den Tag verbrachte ich mit Chillen, Suppe essen, Spazieren gehen...

Die Nächte in den Tagen nach der OP konnte ich nicht durchschlafen.

4. Tag Post OP:

Nun war Montag und ich ging zur Kieferorthopädin, um den Biss begutachten zu lassen und mein Rezept für Lymphdrainage abzuholen. Termine hatte ich bereits vor der OP schon vereinbart und durfte Mittags somit schon meine erste Lymphdrainage genießen. Meine Kieferorthopädin guckte ganz mitleidig als sie mich sah, da ich ja so arg geschwollen war. Meine Unterlippe hing noch immer runter und ich konnte nicht durch die Nase atmen, da ich mich nun auch noch erkältet hatte (kein Wunder bei dem ganzen Kühlen) Sie schrieb mich direkt bis zum 28.4. krank, den Tag an dem ich den nächtsten Termin bei ihr habe. Sie bewunderte die gute Arbeit des Chirurgen und versicherte mir, dass mein Gesicht hinter der Schwellung ganz toll aussieht. :) Sie könne das sehen. Ich glaubte ihr und hoffte, dass ich das bald mal "zu Gesicht bekomme". Ich traute mich nur mit Schal bis unter die Augen gezogen nach draußen. Die Lymphdrainage war sehr angenehm und direkt danach konnte man besonders auf der rechten Seite sehen, dass die Schwellung schon etwas weniger war.

5. Tag Post OP:

Heute hatte ich einen Termin in der Praxis meines Chirurgen. Weil ich so schlimm aussah musste ich nicht im Wartezimmer warten :biggrin:. Er begutachtete den Biss, spülte den Mund und hängte neue Gummis ein. Wir vereinbarten einen neuen Termin, in einer Woche, zum Fäden ziehen.

 

Den Rest der Woche ging es immer mehr bergauf. Schlucken klappte von Tag zu Tag besser und die Schwellung klang immer mehr ab. Am Freitag ging es mir dann so gut, dass ich meine Schwester wieder nach Hause geschickt habe. Ich war dann auch froh alleine zu sein und habe am Wochenende sehr viel geschlafen. Ich bin jedoch jeden Tag mindestens einmal kurz nach draußen gegangen um spazieren zu gehen. Am Sonntag machte ich meinen ersten längeren Spaziergang (insgesamt 3 Stunden) und traute mich ohne Schal vorm Gesicht in die Öffentlichkeit.

 

12. Tag Post OP:

Nun wurden die Fäden gezogen. Davor hatte ich etwas Angst, da meine Nähte links unten etwas weh taten. Zu meiner Überraschung war dies aber gar nicht schlimm! Das Gefühl die Fäden endlich los zu sein war super! Eine weitere Überraschung war, dass ich die Gummis nun auch nicht mehr spannen musste. Damit hatte ich gar nicht gerechnet und war total glücklich! Ich ließ mir (auf Nachfrage) Vitamin B verschreiben, damit die Regeneration der Nerven etwas schneller voran geht.

Ohne die Fäden klappt das Zähne putzen nun auch viel besser! Ich bekam außerdem das OK wieder vorsichtig kauen zu dürfen. Zu Hause angekommen machte ich mir leicht getoasteten Vollkorn-Toast mit Avocado. Genuss pur!!! :)

 

Heute (2 Wochen und 5 Tage Post OP):

Mir geht es wirklich sehr gut! Ich kann alles essen, was nicht zu hart ist und sogar etwas abbeißen. Meinen Mund bekomme ich schon über 3cm weit auf. Die Nächte schlafe ich schon länger durch und meine Schwellung fällt nur Menschen auf, die mich kennen. Die Reaktionen meiner Freunde und Bekannten sind durchweg positiv. Ich freue mich über mein neues Spiegelbild und bin gespannt auf das Endergebnis. Die Rest-Schwellung schwindet nun langsam. Ich freue mich auf die Lymphdrainage morgen. Danach merkt man immer am deutlichsten den Unterschied.

Lediglich das Empfinden direkt nach dem Aufwachen am Morgen ist unangenehm. In dem Moment merke ich immer deutlich die Taubheit, woran ich mich jeden Tag aufs neue gewöhnen muss. Es fühlt sich dann einfach nicht richtig an, als wäre etwas verkehrt.

Das Gefühl in meinem UK ist noch immer komplett weg (Kinn, Unterlippe, Zahnfleisch), jedoch kribbelt es manchmal. Einmal hatte ich auch ein Jucken, was komisch war, da man es nicht wegkratzen konnte ;) Mein Physiotherapeut hat mir etwas die Angst vor bleibenden Gefühlsstörungen genommen. Er habe es bei so jungen und gesunden Menschen wie mir noch nie erlebt, dass die Taubheit bleibt. Im OK habe ich auch noch Gefühlsstörungen, jedoch ist außen nichts komplett taub. Das Zahnfleisch im OK und der Gaumen sind jedoch auch komplett taub.

 

Oje, der Bericht is ja ganz schön lang geworden. ;) Wenn ihr jedoch noch was wissen wollt, könnt ihr gerne fragen!

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Du bist nach 2 Tagen nach Hause entlassen worden und durftest nach 2 Wochen wieder anfangen zu kauen?  :506: Wow, ich musste 6 Tage im Krankenhaus bleiben und darf erst ab diese Woche mit dem Kauen anfangen (bin 8 Wochen postop)

 

Freut mich sehr für dich, dass alles so glatt gelaufen ist. Und ja, Fäden ziehen ist zwar nicht soooo schön aber danach ist die Welt gleich umso toller  :345:

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Ja, das ist laut Chirurg wohl der Standard-Entlassungstag. Manche bleiben noch 1-2 Tage länger, wenn sie das selbst wünschen. Dass ich so schnell wieder kauen durfte hat mich selbst überrascht. :) Aber richtiges Kauen ist das noch nicht... ich würde es mehr vorsichtig kleindrücken nennen. Klappt aber auch jeden Tag besser.

Nach 8 Wochen erst kauen? Oje, aber nun darfst du ja auch üben :)

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Wurde die Op von Dr. Z. durchgeführt oder von einem anderen Chirurgen von der Havelklinik in Berlin?

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Bei Dr. Z. hatte ich mich vorgestellt, war aber mit seiner Beratung total unzufrieden und hatte kein gutes Gefühl. Die OP wurde von Dr. Marks durchgeführt.

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Hey Jam, 

ich werde auch im März von Dr. Marks operiert. Schön, dass ich deinen positiven Bericht vorher lesen konnte, dass hat mir meine Angst vor der OP ein bisschen genommen. Warst du zufrieden mit ihm als Arzt und auch mit dem Endergebnis? Liebe Grüße

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