Hallo,

 

ich habe ein kleines Problem oder eher Dilemma und brauche eure Ratschläge. 

Ich bin seit fast 10 Jahren, sagen wir mal 9 Jahren in Behandlung bei einer Universitätsklinik (ja meine Eltern haben mich zu einem Versuchskaninchen gemacht). 

 

Jedenfalls haben mich meine Eltern als ich klein war dahin gebracht. Die meinten ich bräuchte eine Zahnspange aufgrund meines hervorstehenden Unterkiefer bzw. Überbiss (oder Unterbiss ich weiß es nicht das wobei der Unterkiefer hervorsteht). Also bekam ich die lockere, dann eine andere mit zwei Haken + Delaire-Maske und dann also nach insgesamt 2 Jahren bekam ich die feste (2006) mit der sie versucht haben meine Vorderzähne im Oberkiefer nach körne zu ziehen und schieben. 

 

Jetzt hat man mir gesagt ich habe Wurzelresorption, womöglich weil meine beiden Schneidezähne zu weit nach vorne zeigen, schief sind, also nicht gerade nach unten zeigen und extrem belastet sind. 

 

Meine Optionen für die weitere Behandlung: 

1. Schluss 

2. OP

3. Zähne ziehen um Platz oben zu schaffen. 

 

Das Problem ist einfach, das ich davon im Grunde genommen keine Ahnung habe. Jetzt wo man mir das heute alles gesagt hat, beginne ich mich natürlich zu informieren. Kann man den Arzt zur Verantwortung ziehen bzw. die Ärzte (ich war bei insgesamt 4 Ärzten und heute begann der 5.) wegen der Dauer der Behandlung die keine Veränderung gebracht hat und Wurzelresorption. 

 

Zu meiner Frage was schlagt ihr mir vor. Ich weiß, dass es meine Entscheidung ist, aber alleine schaffe ich das einfach nicht mehr. Meine Eltern meinen nur ich bin selbst Schuld an allem und sagen auch nicht ob ich jetzt aufhören soll oder weiter machen soll. 

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Wie alt bist du und wie wirst du im Moment behandelt? Hört sich nach einem dummen Verlauf an, selbst wenn wahrscheinlich alle die besten Intentionen hatten und dir eine OP ersparen wollten. Wie groß ist dein Unterbiss? Und willst du den weg haben? Denn Behandlungsoption 3 wird an der Kieferfehlstellung natürlich nichts ändern.

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Meine Meinung:
- Keine Zähne ziehen lassen in der Uni-Klinik.

- Entweder abbrechen oder zu einem fest niedergelassenen KFO wechseln.

Wenn du wechselst, frag mal deine Freunde nach einem guten KFO (also wo sie selbst behandelt worden sind). So hast du eine Referenz und ein vernünftiger KFO wird dich schon annehmen.

 

Bzgl. Abbrechen: Entscheidest du dich hierfür und möchtest später doch weiterbehandelt werden, wird sich deine KK vermutlich querstellen. Besser ist also direkt zu wechseln.

 

Vorwürfe an deinen Eltern sind falsch - ihnen fehlt schließlich die Erfahrung und normalerweise denkt man von Uni-Kliniken nichts schlechtes.

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Wie alt warst du, als du die Delaire Maske hattest? Ich hatte im Alter von 8 Jahren (bin jetzt 19) auch eine Delairemaske mit zusätzlicher GNE im Oberkiefer. Durch die Behandlung konnte kurzfristig der Biss verbessert werden (oberkiefer-Frontzähne standen auf den unterkieferfrontzähnen). Der "erfolg" konnte aber nicht gehalten werden , da ein extremer wachstumsschub im unterkiefer einsetzte und der Oberkiefer nicht mehr weiter wuchs. der Unterkiefer stand also wieder vor dem Oberkiefer (11mm) und ich musste doch operiert werden.

Ich kann dir nur raten, dich genau über deine Kieferfehlstellung beraten zu lassen. Wenn dir ein KFO oder Zahnarzt versichert, dass du früher oder später gesundheitliche Probleme bekommen wirst und du zusätzlich aus ästhetischer Sicht nicht zufrieden bist, kann ich dir nur zu einer Op raten. Ich bin jedenfalls froh, mich für die Operation entschieden zu haben. Allerdings solltest du eine Operation nur machen lassen, wenn du sie wirklich willst und dir sicher bist, da sie wirklich kein "Spaziergang" ist. Informier dich über Alternativen und über die Risiken dieser Operation und überleg es dir gut.

Wie weit steht der Unterkiefer denn vor dem Oberkiefer?

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Zweitmeinung! Durchaus auch von einer anderen Uniklinik.

Warum meinst Du, dort wie ein "Versuchskaninchen" behandelt worden zu sein?

"Keine Zähne ziehen in der Uniklinik" halte ich für ein seeehr verallgemeinerndes Statement. Vielleicht nicht in der bisherigen Uniklinik, denn da scheint das Vertrauensverhältnis kaum noch gegeben zu sein. Ich selbst bin seit zweieinhalb Jahren in einer Uni-KFO in Behandlung, und habe dort zu Behandlungsbeginn alle 4er gezogen bekommen - eine alternativlose Entscheidung mit super Ergebnis.

LG, Filomena

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Ich habe keine Ahnung, was genau in dem vorliegenden Fall gelaufen ist, aber eines sollte man wissen: Gerade bei Klasse-III-Dysgnathien (OK zu weit hinten / UK zu weit vorn) gibt es eine starke genetische Komponente. Eine Garantie dafür, dass man einen 7-jährigen so behandeln kann, dass er keine OP braucht, wenn er 20 ist, kann man nicht geben. Man kann nur alles dafür tun, das Wachstum des Unterkiefers zu hemmen und das des Oberkiefers zu fördern.

Auch lange Behandlungszeiten (ggf. mit Pausen) sind bei solchen Fehlstellungen nicht selten, da eine "erfolgreiche" Frühbehandlung ebenfalls keine Garantie dafür ist, dass ein ungünstiges Wachstumsmuster später nicht noch einmal zuschlägt.

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Warum er sich als "Versuchskaninchen" vorkommt, da er an einer Uni-Klinik ist, kann ich schon verstehen... gesetzlich Versicherte kommen in den Genuss von angehenden Kieferorthopäden behandelt zu werden. Also von gerade aus dem Studium gekommenen Zahnärzten, die mit den Behandlungsmethoden kaum Erfahrung haben. Die "Oberärzte" begleiten die Behandlung kaum und gerade wenn man dann ein komplizierterer Fall ist und nicht nur ein paar Zähne rotiert werden müssen, ist der Begriff "Versuchskaninchen" schon angebracht...

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Nun ja, ich kenne nicht jede Uniklinik, aber an "meiner" gibt es eine Dienstanweisung, die genau das verhindert. Praktisch wird man als OA sogar wesentlich häufiger von den Assistenten gelöchert als vorgeschrieben. Außerdem wandert jeder Behandlungsplan durch eine gemeinsame Besprechung um gerade bei komplizierten Fällen von Anfang an ein erfolgversprechendes Vorgehen festzulegen.

Beispiele für Kollegen, die auf Kosten ihrer Patienten "mal was probieren" findet man an Universitätskliniken bestimmt nicht öfter als anderswo.

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Naja, alle Uni-Kliniken kann man natürlich nicht über den gleichen Kamm scheren, ich spreche auch nur aus persönlichen Erfahrungen. Es reicht auch nicht, wenn ein korrekter und erfolgsversprechender Behandlungsplan aufgestellt wird, sondern die Maßnahmen müssen dann auch richtig umgesetzt werden. Und deshalb sollten die Oberärzte sich auch regelmäßig die Patienten selbst ansehen, denn den Assistenten fallen mögliche Probleme eben nicht auf und manchmal fehlt eben auch eklatant nötiges Wissen. Das ist jetzt nur meine Persönliche Erfahrung...

 

Bei mir wurde von einer Assistentin eine GNE durchgeführt und bei Drehende ein OA hinzugezogen, um die Breite kontrollieren zu lassen (das war auch das einzige mal, dass ein OA mir in den Mund schaute). Die Assistentin meinte schließlich, ob bei einer chir. GNE auch dentoalveoläre Bewegungen stattfinden (über so etwas sollte man sich informieren bevor man das macht...), diese Äußerung lässt mich darauf schließen, dass sie das bei mir zum ersten mal gemacht hat....tja und nun ist das im weiteren Verlauf grandios schief gegangen. Da ist es doch nicht verwunderlich, dass man sich als Versuchskaninchen fühlt.

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An der MHH wird meines Wissens nach auch schon bei der ersten Beratung immer der Oberarzt hinzugezogen. Was nicht heißen muss, dass der auch immer besser ist als ein Assi...Scheint also in nicht jeder Uni Klinik so zu sein, dass man allein gelassen wird.

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Da können viele Ärzte auch Professoren um dich rumstehen, wenn keiner der Beteiligten auf die Idee kommt, dass ein umstellen der Zungenlage (in den Oberkiefer) sehr viel wichtiger ist als diese mechanische rumdoktorrei, wird kein stabiles Ergebnis erreicht werden.

 

Die Wirkung der Funktionsregler ist indirekt über verbesserte tonische Muster.

 

"Nur wer diesen abstrakten Denkschritt vollzogen hat, soll mit Funktionsreglern arbeiten." Prof. R. Fränkel

 

Leider wird das in der Medizin viel zu wenig beachtet, dass nur mit verbesserten tonischen Mustern stabile beschwerdefreie Ergebnisse erreicht werden. Der Glaube sie werden sich, wenn man regelgerechte räumliche Verhältnisse schaft, schon einstellen ist ein Trugschluss.

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Ja, ich stimme Flo zu. Wichtig ist es, dass sich die Oberärzte auch die Patienten in regelmäßigen Abständen mal ansehen und das Ganze nicht nur in der Theorie mit den Assistenzärzten besprechen.

 

Bei mir in der Uniklinik Bonn habe ich einen Oberarzt nur ein einziges Mal zu Gesicht bekommen, bis ich dann zum Ende selber zu ihm gegangen bin.  Und das war nur, damit er sich das "Gerüst zur Model OP" (keine Ahnung, wie die richtige Bezeichnung ist) direkt vor der Op ansieht, wobei ich mir da auch nicht mehr 100% sicher bin, ob das nicht der Chefarzt war. Vom ersten Gespräch, bis zum Einsetzten der Bänder, noch direkt nach der OP, noch vor der Entbänderung, noch sonst hatte der Oberarzt sich meine Zähne mal angeschaut. Lediglich vor der geplanten Entbänderung hatte der Chefarzt mal einen Blick auf meine Zähne geworden und der Entbänderung zugestimmt. Aber dabei hatte er auch nicht mit mir gesprochen, sondern nur mal kurz reingeschaut. Hätte der Chefarzt mit mir gesprochen, wäre ihm vielleicht meine falsche Lage der Zunge aufgefallen. Es wurden auch keine Abdrücke gemacht vor der Entbänderung um sich an Hand der Abdrücke anzuschauen, ob auch wirklich alles so ist, wie es sein sollte.

 

Auch als ich zum Oberarzt gegangen bin, weil ich meine Biss ohne Gummis immer wieder auseinander gegangen ist, wollte er sich meine Zähne nicht anschauen. Er meinte nur, ich müsste da meinem behandelnden Assistenzarzt blind vertrauen.

 

Und vor dem Zähne ziehen, würde ich immer abklären, ob das wirklich sein muß. Da sollte man sich mind. 2 weitere Meinung von anderen Kieferorthopäden einholen. Und man hat auch oft die Möglichkeit sich von den beratenden KFO's von den Krankenkassen beraten zu lassen, das geht zwar nur telefonisch, man kann denen aber auch Unterlagen und Bilder via Mail zukommen lassen. Die sind halt ganz unabhängig und haben keine finanziellen Interessen oder müssen sich nicht vor ihren Vorgesetzten rechtfertigen. Klar, die können sich natürlich auch nur theoretisch das Ganze anschauen, aber mir hatte es sehr gut geholfen, über weitere Schritte zu entscheiden.

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