Myon

Zahnspange + OP

Ersteinmal möchte ich alle Mitglieder im Forum begrüßen.

Eine Freundin von mir möchte jetzt ebenfalls eine Zahnspange um sich die Zähne richten zu lassen. Sie war auch schon bei einem KFO. Leider hat sich nun herrausgestellt, dass eine Zahnspange alleine nicht viel bringen würde. Sie hat einen Unterbiss sowie diverse andere Fehlstellungen, da sie bereits 33 ist, könnte nur eine OP mit anschließender Kieferorthopädischer Behandlung helfen.
Sie hat allerdings große Angst vor einer OP, jemand hat ihr gesagt, dass über einem Alter von 30 die Knochen langsamer heilen und Narben am Hals/Gesicht bleiben würden. Sie möchte daher die Behandlung aufgeben, wenn sie dies allerdings tut wird sie nach ca. 10 Jahren die meisten ihrer Zähne verlieren. Einer ihrer Zahnärzte möchte bereits jetzt einige ihrer Zähne durch Implantate bzw. Protesen ersetzen.
Meiner Meinung nach möchte dieser Zahnarzt viel Kasse machen und hat ihr deshalb wirres Zeug erzählt. Zum Beispiel, dass eine solche OP schwere Komplikationen verursachen könnte, die Knochen nur schwer zusammenwachsen, dass sie einige Zeit nichts essen und sprechen könnte und somit durch eine Magensonde ernährt werden müsste.
Habt ihr Erfahrungen mit kieferchirurgischen (OP) Behandlungen gemacht? Bleiben wirklich Narben zurück und können schwere Probleme bei den Kieferknochen auftreten? Muss man wirklich eine Zeitlang durch eine Magensonde ernährt werden, weil man nach der OP nichts essen kann?

MfG

 

Myon

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Also der Arzt verbreitet wirklich nur Panik. Narben bleiben nur im Mund zurück aber keine sichtbaren Narben. Durch eine Magensonde wurde ich auch nicht ernährt! Man konnte nur Suppe am Anfang essen aber das war mit einer Spritze die die Suppe in den Mund spritzt gut möglich.

Komplikationen sind natürlich bei jeder OP möglich. Es ist ein großer Eingriff aber die Ärzte machen solche OPs sehr oft also sollte das bei einem Arzt eures Vertrauens keine Probleme geben wenn alles glatt läuft.

Essen ist schwierig das ist klar aber verhungern wird man nicht man muss nur weiche bzw. flüssige Speisen am Anfang essen (Man kann auch viel pürieren ;-) ). Ob man sprechen kann oder nicht kommt auf die Person drauf an. Meine Zimmernachbarin konnte viel reden und war kaum geschwollen wohingegen ich einfach flach lag und fast nichts sagen konnte und mega angeschwollen war aber die Zeit geht vorbei und man merkt schnell eine Verbesserung :-)

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  • Narben bleiben, aber nur am Zahnfleisch im Mundraum.
  • Probleme mit der Knochenheilung gibt es auch im fortgeschrittenen Alter sehr selten.
  • Häufigste Komplikation sind bleibende Nervenschädigungen im UK, was zu tauben Stellen an Kinn oder seltener Lippe führt.
  • Das Essen ist für mindestens 4 Wochen extrem eingeschränkt, manche KFCs benutzen eine Magensonde für die ersten Tage nach der OP, muss aber nicht sein.

Interessant wäre, wie die Fehlbelastung der Zähne konkret aussieht. Letztendlich ist es eine Risiko-Nutzen-Abwägung mit vielen Unbekannten, die deine Freundin selbst durchführen muss. Sich ordentlich zu informieren ist der erste Schritt.

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Hallo

Ich bin 38 Jahre und

hatte vor 3 Jahren eine GNE&Unterkiefer Distraktion. Es sind keine äußern Narben zurück geblieben, da nur im Mundraum operiert wurde. Seitdem trage ich auch eine feste Spange. Es ist alles gut verheilt, keine Probleme. Essen und sprechen war bei mir für einige Monate schwer. Nun, ich weiß nicht was Deine Freundin für Fehlstellungen hat...bei sehr extremen Kieferfehlstellung(wenn Bsp. kein Kinn etc vorhanden ist)werden evtl. auch Hautop's gemacht. Da könnte ich mir vorstellen das evtl.Narben zurück bleiben könnten

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Also SO schlimm wie du es beschreibst, ist es nicht. Ich hatte in der Tat eine Magensonde - für ein paar Stunden nach der OP. Ein Weltuntergang ist das nicht, wenn auch in meinem Fall etwas unangenehm. Natürlich kann deine Freundin nicht sofort wieder beherzt in ein Burger beißen, aber in der Regel kann man trotzdem alles essen. Muss man halt Sachen mit viiiiiiiiiel Soße zum quetschen essen oder es durch den Mixer jagen. Ich habe nicht mal 2 Wochen nach der OP zB Frikadellen, Kartoffeln mit Erbsen & Möhren gegessen. Nicht gekaut, alles fein runtergeschluckt mit viel Soße und es war köstlich. 

 

Narben bleiben, wie erwähnt, aber nur im Mund. Von außen werden keine Narben zu sehen sein.

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Was für eine op soll das denn sein?

Ich kann ein kostenloses Zweitmeinungsgespräch bei der Landeszahnärztekammer empfehlen. Zumindest in BW ist das möglich. Ein Kieferorthopäde, der einen danach zwei Jahre nicht behandeln darf, stellt eine Diagnose. Habe das vor einem Jahr gemacht... war sehr hilfreich!

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Ersteinmal möchte ich alle Mitglieder im Forum begrüßen.

Eine Freundin von mir möchte jetzt ebenfalls eine Zahnspange um sich die Zähne richten zu lassen. Sie war auch schon bei einem KFO. Leider hat sich nun herrausgestellt, dass eine Zahnspange alleine nicht viel bringen würde. Sie hat einen Unterbiss sowie diverse andere Fehlstellungen, da sie bereits 33 ist, könnte nur eine OP mit anschließender Kieferorthopädischer Behandlung helfen.

Sie hat allerdings große Angst vor einer OP, jemand hat ihr gesagt, dass über einem Alter von 30 die Knochen langsamer heilen und Narben am Hals/Gesicht bleiben würden. Sie möchte daher die Behandlung aufgeben, wenn sie dies allerdings tut wird sie nach ca. 10 Jahren die meisten ihrer Zähne verlieren. Einer ihrer Zahnärzte möchte bereits jetzt einige ihrer Zähne durch Implantate bzw. Protesen ersetzen.

Meiner Meinung nach möchte dieser Zahnarzt viel Kasse machen und hat ihr deshalb wirres Zeug erzählt. Zum Beispiel, dass eine solche OP schwere Komplikationen verursachen könnte, die Knochen nur schwer zusammenwachsen, dass sie einige Zeit nichts essen und sprechen könnte und somit durch eine Magensonde ernährt werden müsste.

Habt ihr Erfahrungen mit kieferchirurgischen (OP) Behandlungen gemacht? Bleiben wirklich Narben zurück und können schwere Probleme bei den Kieferknochen auftreten? Muss man wirklich eine Zeitlang durch eine Magensonde ernährt werden, weil man nach der OP nichts essen kann?

MfG

 

Myon

 

Hallo Myon,

 

also mit 33 ist Deine Freundin gerade mal ein Baby-Fossil, ein Fossil ist man hier im Forum als Ü40 und Du kannst einige Berichte von den Fossilien finden, z.B. von Mauto, die_Sanne und mir und es gibt noch einige andere.

 

Und warum sollen ausgerechnet die Knochen im Gesicht deutlich langsamer heilen als andere? Man sagt ja auch nicht, oh, sie sind jetzt über 30, leider wird ihr Armbruch, Beinbruch, etc nicht wieder zusammenheilen. Und Prothesen, inklusive Implantate müssen ja auch im Knochen einheilen und ich würde sagen, dass Ü30-Klientel ist da deutlich größer als der Anteil der Patienten unter 30. Berichte von Knochenheilungsstörungen habe ich schon gelesen und gehöre auch dazu, aber: Die Störungen scheinen sich über das gesamte Altersspektrum zu verteilen und bei mir persönlich gab es Probleme bei der ersten OK-Vorverlagerung mit 17, die die zweite OK-VV mit 42 deutlich erschwert haben, bei der aber die Knochen ohne Probleme und nach Aussage meines Kieferchirurgen bombenfest zusammengewachsen sein.

 

Zu den Narben im Gesicht: Ich hatte inzwischen mehrere Kiefern-OP (Unter- und Oberkiefer) und davon keine äußerlich sichtbaren Narben, diese sind alle im Mundraum und selbst da nicht sofort sichtbar. Bei anderen habe ich gelegentlich gesehen, dass für Schrauben im UK Mini-Schnitte in den Wangen gesetzt werden, die aber normalerweise auch ziemlich unauffällig sind.

 

Zu Komplikationen kann es wie bei jeder anderen OP kommen, bei den Kiefer-OP kommt meiner Meinung nach noch dazu, dass es eine manchmal auch langandauernde Taubheit kommen kann, was vor allem sehr belastend sein kann, wenn man darauf nicht vorbereitet ist.

 

Ich teile den Eindruck, dass der Zahnarzt wahrscheinlich auch Kasse mache will, und vor allem an das Wohl seines Geldbeutels und nicht unbedingt an das Wohl des Patienten denkt. Wenn ihr jetzt angedroht wird, dass sie in 10 Jahren ihre Zähne verlieren wird und die durch Implantate ersetzt werden sollen, ohne die Kieferfehlstellung zu behandeln, warum sollen dann Implantate länger überleben? Diese werden doch genauso falsch wie die Zähne belastet.

 

Mit dem Essen und Sprechen ist das so eine Sache, das ist bei jedem unterschiedlich. Ich konnte mit 17 mit einem verdrahteten Mund reden und auch jetzt war reden und singen und Vortrag halten (und verstanden werden) trotz Splint von Anfang an kein Problem, aber es gibt auch Leute, die sich nicht verständlich machen können. Ich hatte nach der Bimax für 3,5 Tage eine Magensonde und fand es relativ angenehm, dass sich so auf einfach Art und Weise genug Kalorien bekam. In vielen Erfahrungsberichten wird deutlich, dass es am Anfang ziemlich schwierig war, genug zu Essen und das ging mit der Magensonde gut. Aber ich war trotzdem froh, als das Teil gezogen war, da ich davon ziemlich Halsschmerzen bekam. Es gibt hier im Forum auch einen langen Rezeptefaden, bei dem man sich genug Anregungen holen kann. Aber wie Mianx sagte, mit einem Mixer und Soße oder Brühe oder Saft (für Obst) bekommt man ziemlich viel klein. Und länger als für einige Tage habe ich noch bei niemanden gelesen, dass eine Magensonde lag. Insgesamt ist das Essen für Wochen eingeschränkt, aber mit etwas Nachdenken kommt man normalerweise gut zurecht, vor allem wenn man den Mund soweit aufbekommt, dass ein Löffel geht. Ich war z.B. selbst mit Splint essen und habe auf Speisekarten immer etwas gefunden.

 

Viele Grüße!

 

Irene

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Möchte mich für all eure Antworten herzlich bedanken. Dieses Thema hat sich allerdings erledigt, konnte meine Freundin von einer OP nicht überzeugen. Sie möchte definitiv keine OP. Trotdem Herzlichen Dank für eure Mühe und konstruktiven Antworten.

 

MfG

Myon

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