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NewYork

Bimax 23.03.14 Berlin (Havelklinik)

Hallo :)

 

Auch ich habe mich entschieden hier meine Erfahrungen mit euch zu teilen.

Ich habe schon mehrere OP's hinter mir und nun schreibe ich 6 Wochen nach meiner Bimax OP.

Alle kieferchirugischen Eingriffe wurde in der Havelklinik in Berlin vorgenommen. Ich kann diese weiterempfehlen

(nur das "Essen" ist nicht so prickelnd :biggrin: )

 

Meine 1. stationäre OP war im August 2013. Dort hatte ich eine GNE und etwas (ich weiß leider nicht den Fachbegriff),

was meine unteren Zähne wieder aufstellt, da diese durch eine lange aber leider erfolglosen kieferorthopädischen

Behandlung nach hinten gekippt sind. Ich hatte nun im Oberkiefer dieses Metallding für die Erweiterung und im

Unterkiefer ein Gestell mit Schrauben. In der 2. Woche nach der OP wurde jeden Tag von dem Chirurgen daran gedreht, so dass

sich die Zähne aufgestellt haben und die Zahnwurzeln wieder mit Zahnfleisch bedeckt wurden.

 

Ich muss sagen, dass diese Methode sehr gut ist und, dass man sehr schnell Fortschritte erkennen kann.

Das Drehen der Schrauben ist schon schmerzvoll aber die Schmerzen vergehen und man sieht halt die Fortschritte enorm.

Ich musste 2 Wochen nur Suppe essen und konnte dann mit Brei beginnen.

 

Ich wartete denn nun bis alles verheilt ist und hatte vor 6 Wochen meine Bimax OP gehabt.

 

UK wurde nach hinten verschoben

OK nach vorne

Kinn wurde etwas verkürzt

Knochenaufbau für die kommenden Implantate eingesetzt

Entnahme des Gerätes von der 1. OP (für das Aufstellen der Zähne)

und zu guter Letzt wurde die Oberlippe korrigiert

 

Ich muss jetzt gleich schon zu Beginn sagen, dass ich das ganze etwas unterschätzt habe. Ich habe mich aus Angst nicht getraut vor der OP in einem Forum wie diesem hier mich zu informieren. Ich dachte (naiverweise), dass ich in 2 Wochen wieder top fit aber leider ist es nicht so. Ich habe dann jetzt dieses Forum endeckt und muss sagen, dass es mir jetzt hilft, weil ich sehe, dass ich nicht die Einzige bin, die so etwas hat, was man ja schnell denkt, da im Umfeld kaum einer ist, der so eine OP hinter sich hat.

Nun denn. :)

 

Meine Bimax OP war am 24. 03, morgens, in der Havelklinik Berlin. Ich war ziemlich ruhig und bin nicht in Panik geraten, was bei meiner ersten OP noch ganz anders war. Der Ablauf war sehr gut. Ich habe meine Beruhigungstablette bekommen und bin laut meiner Mutter eingedöst. Ich kann es nur empfehlen diese Tablette zu nehmen, da es viel leichter macht. Dann wurde ich in den OP Raum geschoben und kann mich nur noch daran erinnern, wie ich meine Mutter gewingt habe, wie ich von meinem Bett auf etwas geklettert bin und daran, wie ich die Vollnarkose bekommen habe.

 

kurz nach der OP

 

Auf der Aufwachstation war es schrecklich. Ich wachte erst abends auf und konnte kaum schlafen, da die Geräte der anderen Patienten immer gepiept haben und naja. Wenn ich mich aufgestützt habe,

tropfte Blut aus der Nase. Ich fragte eine Schwester, ob es normal wäre. Ja, natürlich war es normal, kam die Antwort. Tja, man macht sich ja schon etwas Sorgen. Erst nach einer Weile strich ich mir übers Gesicht. Es fühlte sich merkwürdig an. Ich hatte nicht das Bedürfnis in einen Spiegel zu sehen. Ich hatte um den ganzen Kopf so eine Stabilisierung. Ich hatte keine Schmerzen und war dann froh mal schlafen zu können.

 

1. Tag nach der OP - Dienstag

 

Ich wurde in mein Zimmer verlegt. Juhu. Der Katheter wurde mir entfernt und ich muss sagen, dass man sich davor nicht fürchten muss. Es tat nicht weh und man muss wirklich keine Angst vor einem Katheter  haben. Ich wurde dann von diesem Kopfverband befreit und komischerweise habe ich noch nicht wirklich daran gedacht in den Spiegel zu schauen. Aber dann musste ich. Einen kleinen Schock bekam ich, obwohl der Chirurg meinte, dass ich im Vergleich zu Anderen noch echt gut aussehe, was vielleicht stimmt aber für ein selber ist das ja immer anders. Mein Gesicht war angeschwollen und die Lippen waren auch ungleichmäßig. Also eig das gesamte Gesicht. Den ersten Tag durfte ich nur Brühe aus der Schnabeltasse trinken. Komischerweise habe ich das einfach akzeptiert. Man will eig auch nicht was anderes essen, da sich ja alles komisch anfühlt.

 

2. Tag nach der OP – Mittwoch

 

Ab diesem Tag durfte ich Suppen essen. Morgens so eine Milchsuppe und dann zum Mittag bekam ich so eine „Suppe“, die eig wie die Senfsauce von Senfeiern geschmeckt hat. Ich konnte es kaum trinken, da es wirklich eklig ist. Abends dachte ich schon ich bekomme nichts, da nur meine Nachbarin etwas bekam. Es stellte sich heraus, dass die Küche keine Brühe mehr hatte. Ich bekam dann Fresobin, was auch ging. Ich frage mich trotzdem, warum die Küche keine Brühe mehr hatte. Brühe ist ja sehr einfach zu machen.

An diesem Tag besuchte mich meine Mutter und ich muss sagen, sie hatte es nicht leicht. Ich war so schweigsam. Es ist unglaublich wichtig, jemanden zu haben, mit dem man reden kann und der für einen da ist.

 

3. Tag nach der OP – Donnerstag

 

Ich habe beschlossen auf jeden Fall diesen Tag nach Hause zu gehen. Ich hielt es nicht mehr im Krankenhaus aus. (Das lag nicht an das Krankenhaus selber. Mir war nur ständig langweilig und naja.) Natürlich untersuchte mich der Chirurg und meinte, ich dürfte gehen. Es war unglaublich schön wieder zu Hause zu sein. Man sollte viele Taschentücher haben, da mir die Nase lief und ich nicht die Nase putzen durfte. Nicht nur das war eine Folge. Ich hatte unglaubliche Rückenschmerzen von dem ganzen Liegen und lustigerweise tat mir mein Po weh. :biggrin:

Dagegen half dann nur eins. Bewegung. Spaziergänge machen aber langsam. Auch hier muss man einfach auf seinen Körper hören. Nach einer solchen OP heißt es erstmal: Langsam. Und Kühlen bloß nicht vergessen.

 

10. Tag nach der OP

 

Jeden Tag ging die Schwellung etwas zurück. Das tat einem gut. Vor allem, wenn es Anderen auffiel. Der Chirurg meinte, dass ich die ersten 2 Wochen nur Brühe zu mir nehmen darf. An diesem Tag aß ich Kartoffelbrei, weil ich von den Suppen die Nase voll hatte. Was für ein Fehler! Bitte hört auf alles, was euer Chirurg sagt. Am nächsten Tag meinte er, dass sich eine Naht irgendwie nicht mehr richtig ist und das mit dem Knochenaufbau alles umsonst sein könnte. Ich bekam dann einen Streifen hinein. Ich hatte schwere Gewissensbisse. Also, immer schön Suppe essen. Egal, wie schwierig es ist. Ich musste dadurch fast jeden 2. oder 3. Tag zu der Praxis und den Streifen wechseln lassen. Außerdem musste ich eine weitere Woche Suppe essen. Tja, daran war ich wohl selbstschuld.

 

2 Wochen nach der OP

 

Ich bin dann wieder arbeiten bzw. zur Berufsschule gegangen. Rein physisch gesehen hätte ich noch eine Woche gebrauchen können aber es tat mir unglaublich gut, wieder ins Leben zurück zu kommen. Meine Klassenkameraden zu sehen. Ich habe nicht sofort Rückmeldungen bekommen aber dann in einer ruhigen Minute meinten viele, dass sich mein Gesicht wirklich verändert hat und ich ganz schmal aussehe. Naja hab auch etwas abgenommen. Zu dem ganz Anders-Aussehen tja ich identifizierte mich nicht wirklich mit mir, da ich noch die Schwellungen sah und ich wusste nicht, wie ich ohne sie aussehen würde.

 

Man sollte sich zusätzlich wirklich klar machen, dass viele nicht wissen, was eine Bimax OP bedeutet oder, dass sie es mit einer Weisheitszahn OP vergleichen. Oder, dass manche sagen, ach ist das nicht eine Schönheitesop? Bei mir war es keine und würde es auch nicht freiwillig machen, obwohl ich (nach 6 Wochen) ja schon sehen kann, dass ich besser aussehe.

 

3 Wochen nach der OP

 

Ich darf Brei essen. Die eine Stelle, wo ich die Naht "versaut" habe, ist gut verheilt. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie erleichtert ich war. :)

Jetzt war Kartoffelpüree mit Kräuterquark oder Soße angesagt. Grießbrei, den ich in den ersten 3 Wochen immer mit Wasser verdünnt habe (50% Milch – 50% Wasser) aß ich dann mit 100 % Milch. (Durch die offnen Wunden sollte man nicht zu viel etwas mit Milch essen) Dazu gab es dann Zimtzucker oder Obstbrei von Hipp oder Alete. Diese Obstbrei kann ich nur weiterempfehlen, weil man endlich einen anderen Geschmack bekam. Es gibt viele Varianten. Für jeden etwas dabei. Die eine Hälfte des Grießbreis habe ich zum Frühstück gegessen. Die Andere zum Mittag. Zu Abend habe ich dann Babybrei gegessen oder halt Kartoffelpüree. Pudding ist natürlich was Schönes :biggrin:

 

Man schätzt dann wirklich die kleinen Dinge :)

 

Zu dem Essen kann ich noch sagen, dass man vllt etwas vorsichtig mit Obst sein sollte. Ich habe eine Allergie gegen Amoxicilin aber leider ist das in jedem Antibiotika einwenig drin. Ich habe extra ein anderes Antibiotika bekommen aber als ich dann Mango und Banane dann mit Wasser pürierte, wurde ich ganz rot, habe rote Flecken am Hals bekommen und mir wurde enorm heiß. Das habe ich dann auch lieber gelassen.

 

4 Wochen nach der OP

 

Ich habe über die ganze Zeit keine Schmerzen gehabt aber dafür war auch vieles betäubt. Die Schwellungen gehen Woche um Woche zurück. Es kam der Ostermontag. Ich aß Kartoffelpüree und eine eher fettige Soße. Ein Fehler. Der Magen machte da nicht mit. Der Magen ist einfach nach 4 Wochen nicht mehr an so etwas gewohnt. Am nächsten Tag ging es mir dann sehr schlecht und ich übergab mich morgens. Ich ließ mich für 2 Tagen krankschreiben und tankte da wieder Kraft.

 

5 Wochen nach der OP

 

Ich begann am Ende der 5. Woche weiche Dinge wie Nudeln und Rührei zu essen. Es ist ein ganz unglaubliches Gefühl das erste Mal wieder eine Nudel zu zerkauen. Man ist selber so vorsichtig und traut sich gar nicht den Kiefer so richtig zu bewegen. Man muss ja auch erstmal wieder Vertrauen aufbauen. Ich bekam dann wieder etwas Angst, weil es dann am Oberkiefer total spannte, sobald ich wenige Nudeln in Zeitlupentempo zerkaut habe. Der Chirurg meinte dann, dass es einerseits daran liegen könnte, dass die Kaumuskeln wirklich lange nicht mehr bewegt wurden und, dass die Kiefer sich auch erstmal an alles gewöhnen müssen, da sie ja noch nie so gestanden haben, wie sie denn nun stehen. Außerdem habe ich so Gummis bekommen, die ich tagsüber und in der Nacht tragen soll, so dass sich die Zähne nicht zu sehr verschieben. Durch diesen Druck der Gummis könnte eben auch der Schmerz kommen. Der Chirurg hat mir daraufhin eine Physiotherapie verschrieben.

 

6 Wochen  nach der OP - Aktuell

 

Ich muss unbedingt ein Termin für die Physio machen. Meine Kieferorthopädin meinte auch, dass das eine gute Idee wäre.

Ich finde es wirklich wichtig, dass der Kieferchirurg und die Kieferothopädin immer gut in Kontakt stehen, da dann das beste Ergebnis erzielen werden kann.

 

Nun ja, jetzt ist es 6 Wochen her. Ich habe 5-6 kg abgenommen. Die Schwellungen sind noch vorhanden (nur noch Geringe) und bin gespannt wie ich am Ende aussehe. Wenn ich in den Spiegel schaue, weiß ich nicht wie mich finde. Irgendwie wirkt es fremd aber ich denke das ist gewöhnungssache. Ich habe mich in den letzten Wochen enorm verändert. Rein vom Verhalten.. Ich wurde schweigsamer und ich hatte arge Probleme mit einem Teil der Familie und mit Freunden. Ich weiß nicht warum. Vielleicht können sie es auch nicht so wirklich nachvollziehen, wie es ist, wenn man ein anderes Gesicht hat. Ich denke sowieso, dass keiner das so richtig versteht außer, wer selber so etwas hinter sich hat.

 

Ich hoffe einfach, dass ich mein Gesicht irgendwann lieben kann. Ich kann mittlerweile Nudeln, Waffeln oder das Innere eines Brötchens essen. Auch das gibt einem wieder Kraft, nicht Aufgeben. Immer diese kleinen positiven Dinge zählen in den ersten Wochen. Wenn man wieder etwas länger kaufen kann oder wenn wieder etwas die Schwellung zurück geht. Zurzeit ist noch meine Unterlippe und mein Kinn komplett taub. Das finde ich etwas gruselig… Ich hoffe das ändert sich noch.

 

Ich wünsche euch allen viel Glück und viel Kraft für kommenden OP’s. Ich hoffe, ihr macht nicht dieselben Fehler wie ich und ihr könnt durch diesen Eintrag etwas mitnehmen.

 

Ich wünsche mir, dass wir, wenn wir gesund sind, richtig zufrieden sind und wie die Sonne strahlen können :)

 

Liebe Grüße :)

 

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