Schokolädchen

Rhinoplastik am 19.03.2014 bei Dr. von Gregory im Marienhospital Stuttgart

Wie heißt es so schön, was lang währt, wird endlich gut, hier also endlich mein unendlich langer Erfahrungsbericht zur Rhinoplastik. Anmerkungen zur Vorgeschichte kommen noch, ich wollte aber endlich den Erfahrungsbericht fertigstellen.

 

18.3.14 (Dienstag) Tag vor OP

Die Vorbereitung auf die Anreise war mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Ursprünglich wollte mich mein Vermieter fahren, es hätte auch mit Geschäftsterminen verbunden werden können und hatte dies auch schon monatelang im Kalender eingetragen. Leider hat dann seine Firma beschlossen, dass er auf eine Konferenz muss, so dass er mich nicht mehr fahren konnte. Also sollte mich seine Frau fahren, leider hat sie sich am Freitag davor die Hand gebrochen. Also Plan B (eigentlich ja C), die Bahn zu nehmen. Also morgen um halb acht meine Tasche zum Bahnhof gerollt, trotz kleinem Dorf haben wir einen Bahnanschluss! Ursprünglich stand auf der OP-Terminbestätigung, dass ich um 8:30 da sein sollte, aber auf Anraten meines Vermieters hatte ich nachgefragt, ob ich auch später kommen kann, da wir sonst unweigerlich im Stau gestanden wären. Beim Nachfragen wurde mich gesagt, dass ich auch später kommen kann, aber spätestens um 12:00 Uhr da sein sollte.

 

Die Bahnfahrt verlief unspektakulär, am Bahnhof in Stuttgart mir wie gewohnt eine heiße Schokolade geholt sowie noch einen Muffin. Ich kenne ja inzwischen das MH und die Kombination aus frühem Aufstehen und späten Mittagessen ist verherrend für meine Laune, wenn ich nichts zu essen bekomme.

 

Im MH habe ich mich zuerst zur zentrale Patientenaufnahme begeben und eine Nummer gezogen. Es waren zwar einige Patienten vor mir, es ging doch relativ schnell. Bei der Anmeldung hatte ich den Eindruck, dass reine Selbstzahler relativ selten sind, die Dame hatte auch eine Liste mit den Aufnahmen in der Plastischen Gesichtschirurgie und ich war die einzige Selbstzahlerin.

 

Nachdem ich mein schönes Patientenarmband bekomme hatte, ging es dann hoch auf die Station zu den Damen für die OP-Planung. Dort habe ich erst einmal das Arzthonorar und die Kosten für zwei Nächte KH bezahlt. Diese beiden konnten mit EC-Karte (als Lastschrift) bezahlt werden.

Inzwischen war es kurz nach 12. Dann ging es erst einmal zum Schwesternzimmer und ich konnte dann mein Zimmer beziehen. Dann sollte ich mich zum Arztzimmer begeben und dann wartete und wartete und wartete ich, es dauerte jeweils relativ lange, bis die Vorgänger fertig waren. Ich bekam mehr und mehr Hunger, habe auch zwischendurch von meinem Muffin genascht, aber meine Laune ging mehr und mehr in den Keller, vor allem weil irgendwann das Essen durch die Gänge gerollt wurde und ich Angst hatte, dass es irgendwann auch wieder verschwindet, während ich wartet (und das Ganze, obwohl es nach Blumenkohl roch, den ich nicht ausstehen kann, sobald er heißes Wasser auch nur gesehen hat). Irgendwann war meine Laune so schlecht, dass ich dann erst einmal mit den Schwestern ausgemacht habe, dass ich zu Mittag esse (war Fisch mit Gemüse, Blumenkohlsuppe und irgendein Nachtisch) und dann weiter warte. Während der Wartezeit habe ich auch noch den Besuch bei der Sekretärin für die Anästhesie eingeschoben, als Selbstzahler musste ich ja auch noch den Anästhesist bezahlen, der das Geld in bar bekam.

 

Irgendwann kam ich dann ins Arztzimmer, dort erfolgte eine sehr ausführliche allgemeine Anamnese und Aufklärung durch einen der Assistenzärzte. Interessanterweise wurde dabei auch nach MRSA gefragt und ich habe gemeint, dass ich mir nicht sicher war, aber ich meinte, dass mein Vater einen MRSA-Keim hatte und ich über Weihnachten relativ lange bei meinen Eltern war. Der Arzt wollte ursprünglich einen Abstrich machen, hatte es aber irgendwie dann vergessen. Bei der allgemeinen Aufklärung wurde aber unter anderem erwähnt, dass es keine Garantie auf Erfolg gibt und es gegebenenfalls auch zu einer Verschlechterung von Form/Funktion kommen kann. Der letzte Satz auf dem Bogen ist, dass eine Korrekturoperation frühstens nach einem Jahr möglich ist. Zusätzlich wurde noch Blut abgenommen, wobei er sich ziemlich geschickt angestellt hat, da meine Venen nicht unbedingt jeden reinlassen.

 

Danach ging es zum Anästhesiegespräch (wieder Warten…, währendessen die Reste meines Muffins gemümmelt): Relativ unspektakulär, war ja auch leider nicht mein erstes. Ich habe wie üblich erwähnt, dass man wirklich ganz besonders auf meine Stimmbänder aufpassen soll, dass mir schon einmal schlecht nach einer OP war (à Prophylaxe), habe die Anästhesistin mit meiner Mundöffnung erfreut, die trotz Bimax riesig ist.

Bis alles vorbei war und ich wieder im Zimmer war, war es 17:00 Uhr und bald kam auch das Abendessen. Irgendwann habe ich auch nochmals mit meinen Chirurgen, Hrn. Dr. von Gregory , gesprochen, wo es auch nochmals um mögliche Risiken, etc ging. Ganz wichtig war aber auch die Besprechung, wie ich mir meine neue Nase vorstelle und dass seine und meine Vorstellungen übereinstimmen. Das wurde anhand von Bilder besprochen, die an dem Nachmittag auch noch gemacht worden waren, vor allem weil die letzten Bilder 10 Monate alt waren. Die „Nasenabteilung“ am MH hat im Gegensatz zur MKG ein Fotostudio, das auch mit Fotografen besetzt ist, auch wenn die Bilder von einem der Assistensärzte gemacht wurden.

 

Ich hatte in gewissen Sinne nicht die Vorstellung einer perfekten Nase, sondern mir war/ist vor allem wichtig, dass die Nase zu meinem Gesicht passt, was die alte nicht getan hat. Mir war aber z.B. klar, dass sie kleiner werden soll, aber definitiv kein Näschen und auch keinen! Schwung. Ganz schlimm wäre so etwas gewesen wie mein Vermieter, der mal jemanden sagen konnte, dass a) ihre Nase operiert ist und B) wer sie operiert ist.

Später am Abend konnte ich noch Wünsche bezüglich des Essens am OP-Tag und am Tag danach äußern und es gab schon die erste Ladung Antibiotikum und ich hatte auch noch ein Beruhigungsmittel für die Nacht (nicht mehr sicher, ob ich es tatsächlich genommen habe). Interessanterweise waren diese Antibiotikumtabletten deutlich kleiner als die Antibiotikumtabletten nach der Bimax, irgendwie scheinen Antibiotikumtabletten umso größer zu sein, je schlechter man sie nehmen kann (ich habe mir aber nie angeschaut, ob es irgendetwas mit der Wirkstoffmenge zu tun hat). Ich habe parallel und in Absprache mit Hautarzt und Chirurgen noch ein Antibiotikum für meine Rosazea genommen und die Tabletten waren wirklich winzig.

 

Abends dann noch geduscht und vor allem sehr intensiv die Haare gewaschen. Die Schwester hatte nämlich erwähnt gehabt, dass ich wegen eines Kopfverbandes zwei Wochen lang nicht die Haare waschen kann, eine Tatsache, die bisher noch nicht erwähnt worden war.

Nacht war ereignislos.

 

19.3.14 (Mittwoch) OP-Tag

 

Bin morgens von alleine aufgewacht. Irgendwann gab es noch die morgendliche KH-Routine mit Fieber- und Blutdruckmessen. Dann sollte ich nochmals kurz in die Ambulanz, wo Prof. Gubisch sich auch nochmals kurz das geplant OP-Programm sich anschaute und ihm zustimmte, vor allem das die Nase kleiner, aber auf keinen Fall zu klein werden sollte.

 

Danach umziehen in die OP-Kleidung, also Flügelhemd, diesmal kein Netzhöschen, sondern ein „Papier“-Höschen in Oma-Größe und natürlich die Thrombosestrümpfe. Nochmal Antibiotikum genommen sowie die Beruhigungstablette, wobei ich bei dieser den Eindruck habe, dass die gar nicht so tiefgreifend wirkt wie bei vielen anderen.

 

Ursprünglich hieß es, dass die OP um 8:00 sein sollte, dann wurde kurzfristig 9:00 Uhr draus, aber irgendwann ging es dann Richtung OP. Diesmal der allgemeine OP-Trakt, die MKG hat ihre eigenen Säle. In der Schleuse erst Umstieg auf ein Platte, die dann über den OP-Tisch geschoben wird und dann unter einem herausgezogen wird. Dann in den Vorbereitungsraum geschoben. Dort verkabelt worden. Zum Abbinden für das Zuganglegen hat der Anästhesist eine Blutdruckmanschette genommen. Ich weiß nicht, wie es bei anderen ist, aber mir tun diese Blutdruckmanschen, wenn sie aufgepumpt sind, immer ziemlich weh, so dass ich mich auch immer wieder frage, ob das nicht das Ergebnis verfälscht, wenn man im Moment der Messung Schmerzen hat und am liebsten eigentlich nur weg sein will. Als ich meinte, dass es ziemlich weh tut und er sich beeilen soll, meinte er nur, der Arm wird schon nicht abfallen, hat in aller Ruhe noch etwas vergessenes geholt und dann den Zugang gelegt. Da war er aber erstaunlich schnell, da hatte ich schon ganz anderes erlebt.

 

Mein Chirurg kam dann vorbei und fing an, noch etwas am OP-Tisch einzustellen, ich habe aber wegen der vollen OP-Bekleidung auch relativ lange gebraucht, bis ich gemerkt habe, dass es mein Chirurg ist. Danach setzt Erinnenung erst auf dem Weg in den Aufwachraum ein. Das Aufwachen war dann relativ unangenehm, weil in den Nasenlöchern Tamponaden waren, so dass ich keine Luft durch die Nase bekam, sondern nur durch den Mund atmen konnte, der mit der Zeit doch relativ trocken wird.

 

Danach wurde es im Aufwachraum etwas surreal. Ich habe auf meiner Krankenkassenkarte sehr bewusst meinen Doktortitel. Die Schwester im Aufwachraum hat dann gefragt, ob ich Ärztin sei: Nein, Physikerin. Dann hat sie mich gefragt, ob ich „Big Bang Theory“ im Fernsehen kenne. Nein, kenne ich nicht. Dann wurde ich noch gefragt, worüber ich promoviert habe: Hochtemperatursupraleiter, die ich dann auch noch kurz erklären durfte. Später durfte ich dann noch ganz schnell schwarze Löcher erklären. (Also alles ganz normale Themen für den Aufwachraum :-).) Ich würde sagen, ich war zu diesem Zeitpunkt definitiv wach und konnte mich artikulieren.

 

Am späten Nachmittag ging es dann auch das Zimmer. Ich wurde gefragt, ob ich Schmerzen habe, hatte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, bekam im Laufe des Nachmittags eine Cortisoninfusion wegen der Schwellung und später auch eine Kühlmaske. Da mein Chirurg selber noch zum Arzt musste, kam später noch die Assistenzärztin, die bei dem Eingriff assistiert hatte, vorbei, um mir vom Verlauf zu berichten. Immer wieder wurde auch die Nasenschleuder (Kompresse mit Pflaster am Gips befestigt) gewechselt, weil es doch noch einige Zeit nachblutet. Ich musste auch immer wieder niesen, was ich auch brav mit offenen Mund gemacht habe, wie auf dem Infobogen gesagt.

 

Als sonstige Verhaltensregeln gab es noch: wenig reden, damit die Nasenscheidewand sauber einheilen kann und die erste Zeit nach der Op nur mit Begleitung aufstehen. Der erste Blick in den Spiegel war dann auch sehr interessant: angeschwollen, mit zwei blauen Augen (dies wie erwartet), und einem großen weißen Gips mit Blutspuren, der mit einem riesigen Verband um den Kopf befestigt war. Zusätzlich sollte ich mir auch den Mund mit Chlorhexidin spülen.

 

Zum Abendessen gab es weiches und püriertes, vor allem damit man nicht den Oberlippenbereich und damit die Nasenscheidewand anstrengt. Die abendliche Trombosespritze war interessant. Ich kannte es bisher so, dass man die Wahl hat zwischen Oberschenkel und Bauch. Diesmal hatte ich nur die Wahl zwischen linkem und rechtem Oberschenkel. Auf meine Nachfrage wurde mir gesagt, dass es bei ihnen schon mehrfach vorgekommen sei, dass Patienten beim Bauch so große Hämatome bekommen hatten, dass diese operiert werden mussten und seitdem wird nur noch in Bauch gespritzt. Interessant, ich habe bisher in den letzten Jahren insgesamt für ca. 25 Wochen selber Trombosespritzen gesetzt und ich hatte zwar teilweise schon größere Hämatome, aber nie ein wirkliches Problem.

 

In der Nacht fingen irgendwann Schmerzen in der Nase an, aber da habe ich sofort ein Schmerzmittel bekommen, und vorher ist immer wieder nachgefragt worden, ob ich Schmerzen habe.

 

Mit zuner Nase und offenem Mund und fast sitzend zu schlafen ist natürlich nicht besonders prickelnd. Mir ist aber schon am Nachmittag eine Thermoskanne mit einem undefinierbaren, aber genießbaren Tee und eine Schnabeltasse sowie Wasser hingestellt worden, von dem ich immer wieder getrunken habe, was auch gegen die trockene Zunge geholfen hat.

 

Donnerstag 20.3.14, erster Tag nach OP

 

Nicht mehr sicher, wann in welcher Reihenfolge, aber am Morgen war unter anderem:

Eine weitere Cortisoninfusion, mein Chirurg kam vorbei, um mir noch persönlich von der OP zu berichten. Er meinte, es sei alles so gemacht worden wie besprochen, aber meine Haut an der Nase war etwas problematisch. Ich habe eine leichte Rosacea und dadurch ist die Haut an der Nase etwas verdickt und hat auch relativ große Poren. Deshalb war es während der OP so, dass das Grundgerüst drunter irgendwann wunderbar aussieht, aber sobald die Haut wieder drübergemacht wurde, sah es nicht wirklich gut aus. Man muss deshalb sehen, wie sich die Haut mit der Zeit an das Untergerüst anpasst. Aber von meinen Erfahrungen mit der Bimax bin ich es ja gewohnt, dass Strukturen im Gesicht erstaunlich lange brauchen können, bis sich alles angepasst hat. Er meinte auch noch, dass ich ja schon einen ziemlich fitten Eindruck mache (war ich zu dem Zeitpunkt eigentlich schon), aber falls es nicht geht, sollte ich auf alle Fälle Bescheid geben und noch eine weitere Nacht bleiben. Irgendwann wurdne auch noch die Tamponaden befeuchtet.

 

Frühstück gab es auch irgendwann (im MH immer erstaunlich spät, nichts mit dem klischeehaften 6 Uhr Frühstück), wieder relativ weich und breiig. Zusätzlich gab es noch 3 Stück Rosinenbrot, das ich mir dann aber für später mitgenommen habe. Ich hatte eigentlich gedacht gehabt, dass ich vielleicht bis nach dem Mittagessen im Zimmer bleiben kann, vor allem weil ich in mein Hotelzimmer erst um 15:00 Uhr konnte, aber im Laufe des Vormittags wurde immer klarer, dass sowohl ich als auch meine Zimmernachbarin „rausgeworfen“ werden, da das Zimmer bzw. die Station ziemlich voll wurden, auch wegen Notfällen und vor allem in unser Zimmer jetzt zwei Männer sollten. Meiner Zimmernachbarin war das sehr recht, ich habe dann zumindestens sichergestellt, dass ich noch mein Mittagessen bekomme, das ja bestellt war und um das ich mir keine Gedanken machen musste und mich noch auf der Station aufhalten darf, bis ich dann ins Hotelzimmer darf.

 

Mit dem Mittagessen hat dann soweit auch alles geklappt. Ich finde auch das pürierte Essen im MH gar nicht so schlecht. Es ist tatsächlich gewürzt, wobei ich aber auch nicht viel Würze brauche und teilweise auch schon etwa liebevoller angerichtet, der Kartoffelbrei war also nicht nur einfach ein Klecks, sondern in Zopfform angerichtet.

 

Gegen 15:00 Uhr habe ich mich dann mit dem Taxi, obwohl es nur wenige hundert Meter waren, ins Hotel begeben. Das Hotel hatte ich auf Anraten meines Chirurgen gebucht, vor allem weil ich die nächsten zwei Tage ich noch Kontrolltermine hatte und doch eine relativ lange Anfahrt. Man merkte dann im Hotel doch sehr deutlich, dass ich nicht die erste bin, die sich dort nach einer Nasen-Op einmietet, so dass mein verquollenes und blaues Gesicht doch als relativ normal angesehen wurde. Mir wurde aber auch angeboten, dass ich meine Coolpack im Bartiefkühlfach abkühlen lassen kann, vor allem weil die Zimmer im Ibishotel keine Minibar/Kühlschränke haben.

 

Der Rest des Tages war dann ziemlich ereignislos, zum Abendessen habe ich mir an der Bar eine Tomatensuppe geholt und mit aufs Zimmer genommen und als Nachtisch eine Scheibe vom Rosinenbrot in Wasser eingeweicht, da für die erste Zeit nach der Nasen-OP weiche Kost angesagt ist. Am Marienplatz gibt es aber unter anderem eine Burgerking und eine Rewe, es wären also auch noch andere Essensmöglichkeiten vorhanden gewesen. Abends dann noch vorsichtig mit der Handbrause geduscht, da ja der Gips nicht nass werden soll. Dann noch den Wecker gestellt, da ich am nächsten Morgen um 7:30 einen Kontrolltermin hatte und mir mit Kissen eine Möglichkeit gebaut, so dass ich mit erhöhtem Oberkörper schlafen konnte, was erstaunlich gut ging.

 

Freitag 21.3.14 Zweiter Tag nach OP

 

Da ich ohne Frühstück ziemlich ungnädig bin, viel zu früh aufgestanden. Wegen der Vorgabe: Weiche Kost ging vom Frühstücksbüffet eigentlich nur das Rührei (mit der Gabel zu zerdrücken) und das Birchermüsli. Nach der ersten Runde Frühstück ging es zu Fuß ins MH, was auch konditionsmäßig sehr gut ging, selbst der kleine Hügel ganz zum Schluss. Bei der Kontrolle (durch meinen Chirurgen) wurden die Tamponaden befeuchtet, die Nasenschleuder gewechselt und nach dem allgemeinen Wohlbefinden gefragt. Außerdem hatte ich noch nach dem Antibiotikum gefragt, ich hatte den Eindruck, dass ging am Tag vorher beim „Rauswurf“ unter, was auch der Fall war, so dass mir noch ein paar Tabletten gegeben wurde. Dann ging es wieder zurück ins Hotel, wo ich mir noch eine zweite Runde Frühstück geleistet habe. Zum „Mittagessen“ war ich nicht besonders kreativ, irgendwie stand mir der Sinn nach einem großen Milkshake. Dann noch beim Rewe mich mal kurz bei den Babygläschen rumgetrieben. Den Tag mit Faulenzen, Fernseh schauen, Internetsurfen, Stricken und Kühlen verbracht, zum Abendessen gab es dann nochmals Tomatensuppe und eingeweichtes Rosinenbrot (man ist ja guter Schwabe :-)).

 

Samstag 22.3.14

 

Da Wochenende war, war der Kontrolltermin diesmal nicht um 7:30, sondern zwischen 10:00 und 11:00, deshalb gab es erst ein ausgiebiges, weiches Frühstück im Hotel, sowie das Auschecken. Auch wenn der Fußweg zum Marienhospital am Vortag sehr gut ging, habe ich mir mit Koffer ein Taxi geleistet, da ich später im MH abgeholt werden sollte. Beim Kontrolltermin wurden von dem leitenden Oberarzt, Hrn. Dr. Fischer, die Tamponaden gezogen, so dass die Luftzufuhr schlagartig deutlich besser wurde. Interessant fand ich, dass er sie so gezogen und entsorgt hat, dass ich gar nicht die Gelegenheit hatte, diese in ihrer vollen Länge zu bewundern. Bei der Beantwortung einiger Fragen war mir persönlich am wichtigsten, dass er meinte, wenn ich die Oberlippe so wenig bewege wie in diesem Moment beim Reden, ist es überhaupt kein Problem (wenig Bewegung der Oberlippe ist in der ersten Zeit wichtig für eine saubere Einheilung der Nasenscheidenwand. Zusätzlich soll ich jetzt Otrivengel zum Abschwellen und Bepanthensalbe zur (sehr vorsichtigen) Pflege der Nähte in der Nase verwenden. Nach einer längeren Wartezeit auf meinen Abholer in der Cafeteria, in der ich mir die weichsten Sachen auf der Karte zum Essen rausgesucht habe, nämlich Spaghetti Bolognese und einen Eisbecher, Rückfahrt nach Hause. Mein Abholer meinte unter anderen, dass er nicht momentan mit mir und seiner Frau durchs Dorf spazieren sollte, ich mit meinem Nasengips mit großem Verband, seine Frau mit Hand im Gips, dann könnte man wer weiß was denken. Am Samstag habe ich noch die Nasenschleuder gebraucht, danach hörte es aber auch mit den „Blutungen“ aus der Nase auf.

 

Donnerstag 27.3.14 (1 Woche nach OP)

 

Diesmal stand der Gipswechsel an, wobei anscheinend im MH je nach Paßform des Gips nicht mehr standardmäßig nach einer Woche gewechselt wird, im Fahrstuhl war später jemand, die etwas enttäuscht war, da sie nach einer Woche noch keinen Blick auf die Nase werden konnte. Bei mir wurde jedoch der Gips gewechselt. Da der Gips doch sehr viele Blutflecken hatte und sich an einer Stelle die oberste Schicht ablöste, war ich doch sehr froh, dass ich dann mit einem strahlendweißen Gips das KH verlassen hatte. Ich habe zwar gemerkt, dass mein Chirurg sich bemühte, den Gips und den Pflasterverband drunter vorsichtig zu lösen, aber die Nase ist noch ziemlich empfindlich. Natürlich durfte ich auch einen ersten Blick auf die Nase werfen, wobei mein erster Gedanke war „Huch, ist die spitz“. War sie nicht tatsächlich, aber es ist doch einfach eine ziemliche Veränderung zu vorher. Es war eine offene Rhinoplastik, d.h. es findet sich ein Schnitt am Nasensteg und die Fäden wurden ganz zum Schluss noch von einer Schwester entfernt.

 

Samstag 29.3.14 Chorkonzert

 

Wie heißt es so schön, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Ich hatte den OP-Termin eigentlich so angesetzt, dass er unmittelbar nach einem Chorkonzert war. Leider musste das Konzert dann noch um 2 Wochen verschoben werden, aber ich wollte den OP-Termin nicht mehr verschieben. Da ich in dem Chor unter anderem für die Blumen zuständig bin, war ich nicht nur für das Konzert da, sondern auch schon vorher, habe aber natürlich nicht mitgesungen. Da gab es schon einiges an Anmerkungen und Fragen. Was es denn diesmal ist (ich war dort schon mehrfach mit Krücken und auch Splint) und auch der Anmerkung, dass ich mit dem Gips ja einen der Geister spielen kann, von dem in dem Stück gesungen wird. Für die Blumenübergabe habe ich mir natürlich andere gesucht, es hätte doch mit dem Nasengips etwas komisch ausgesehen.

 

Mittwoch 2.4.14 (2 Wochen nach OP)

 

Diesmal stand die endgültige Gipsentfernung an, was bedeutet, dass normales Haarewaschen, nicht nur mit Trockenshampoo wieder möglich ist, wenn auch noch eine Woche lang mit Verrenkung, da ich noch eine Kunststoffschiene für eine Woche bekam sowie einen Pflasterverband drunter, der nicht nass werden soll. Zudem wurden endlich die Silikonschienen aus der Nase entfernt, die die Nasenscheidewand noch von innen stabilisiert haben. Zwischen Gipsentfernung und Kunststoffschiene wurden noch Bilder zur Dokumentation gemacht. Mit der Kunststoffschiene ist es auch möglich, meine Brille zu benutzen, die ich eigentlich nur zum Autofahren brauche.

 

Montag 7.4.14

 

Ab diesem Datum war ich wieder beim Arbeiten. Da ich die OP vollständig selbst bezahlt habe, gab es keine Krankschreibung. Bei mir war es möglich, dies über Zeitausgleich zu machen. Man sollte sich aber auch alle Fälle die Zeit gönnen, auch wenn ich mir mit der Nasen-OP weniger schwer getan habe als mit der ME, die mich erstaunlicherweise sehr stark mitgenommen hat.

Erstaunlich fand ich, dass es bei der Arbeit eigentlich keine Kommentare gab, nicht einmal zu der Kunststoffschiene auf der Nase. Mein direkter Chef meinte nur, dass ich ja gar nicht blau sei. (Zu dem Zeitpunkt waren die Hämatome bis auf einen leichten Hauch schon weg, aber die Kollegen hatten mich letztes Jahr 10 Tage nach der ME gesehen und da war ich noch ziemlich farbenfroh).

 

Donnerstag 10.4.14

 

Ein letztes Mal so aufstehen, dass ich um 7:30 im MH sein kann. Heute wurde die Kunststoffschiene entfernt und mir mitgegeben. Das Ergebnis wurde nochmals begutachtet und wir sind beide sehr zufrieden damit, die Nase passt jetzt zum Gesicht. Mir wurde noch eine Anleitung zum nächtlichen Tapen der Nase mitgegeben und der Hinweis, wo ich das dazu geeignete Pflaster bekommen kann. Das hat zwar nur bedingt funktioniert, da der Apotheker, den ich hatte, normalerweise nicht in dieser Apotheke arbeitet und erst auf meine dezenten und weniger dezenten Hinweise, dass ich vom KH speziell in diese Apotheke geschickt wurde, auf die Idee kam, die PTA zu fragen, die das gewünschte Pflaster natürlich mit einem Griff aus dem Handverkaufstisch hervorholte. Der nächste Termin wird dann zur Kontrolle 6 Monate nach OP sein.

 

Zusammenfassung: Für mich persönlich hat es auf alle Fälle gelohnt, ich habe jetzt gefühlt das Gesicht, mit dem ich geboren hätte werde sollen. Aber wie alle Operationen, gerade bei denen im Gesichtsbereich, geht es einem in der allerersten Zeit nicht besonders gut, hier nochmals zusätzlich, weil die Nase die erste Zeit durch die Tamponaden zu ist. Auch kostet jede OP Kraft, ich war gute 4 Wochen nach OP auf einer zweiwöchigen Kreuzfahrt und hatte gerade die erste Woche den Eindruck, dass die Ausflüge anstrengender sind, als sie normalerweise sein sollten (und das auf einem Schiff, dass eigentlich ein schwimmendes Altersheim ist). Auch gibt es noch weitergehende Verhaltensregeln, z.B. soll die Nase die ersten Monate keine Sonne abbekommen, was bei der Kreuzfahrt immer Sonnenhut bedeutete und ich ganz froh war, dass das Wetter im Mittelmeer etwas schlechter war als zum gleichen Zeitpunkt in Deutschland. Wichtig ist auch die Vermeidung von Druck, was bei mir bedeutet, dass ich mich an Kontaktlinsen gewöhnen muss, und ich bin mir nicht sicher, ob meine Augen und die Kontaktlinsen jemals Freunde werden. Und leider kann ich momentan nicht Schwimmen gehen, da die Schwimmbrille definitiv auch Druck auf die Nase ausübt.

 

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Toller und interessanter Bericht! ich hatte vor einigen Jahren auch eine Nasen-OP im MH und wurde morgens auch ziemlich schnell "rausgeworfen".Scheint dort anscheinend so üblich zu sein.

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Hallo melc,

 

der "Rauswurf" lag aber auch daran, dass ich komplett selbst gezahlt habe und war von Anfang an so besprochen, mit der Erwähnung eines Hotels in der Nähe. Wenn die KK einen Teil gezahlt hätte, wäre ich wahrscheinlich zwei Tage länger geblieben, aber bei € 275 pro Nacht zieht mein Geldbeutel dann doch das Hotel vor :-).

 

Irene

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Da ist ja dein Bericht, habe ihn irgendwie völlig übersehen.

 

An das Aufwachen kann ich mich auch noch erinnern und vor allem an den trockenen Mund. Ich habe allerdings schon ganz normale Kost bekommen (Brot, Wurst etc) und musste nicht auf besonders weiches Essen achten, trotz Nasenscheidewand-OP.

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