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kiza

Prof. John Mew und Orthotropics - Meinung?

Kennt hier jemand John Mew und seine wissenschaftlichen Ansätze und Thesen?

Prof John Mew MD ist ein Kieferorthopäde der nichts von der traditionellen Orthodontie hält (v.a. feste Spangen, Zahnextraktionen), da diese seiner Meinung nach sehr negative Effekte auf das Gesichtswachstum haben können. Gerade feste Spangen verursachen seinen Thesen nach begünstigt eine maxilläre Retrusion.

Er ist der Ansicht dass tendenzielle, ungünstige Wachstumsrichtungen des Gesichts - nach unten statt nach vorne - früh erkannt werden sollten und behoben werden müssen. Eine Verbesserung der Gesichtsentwicklung ist der Verbesserung der Zahnstellung ist aus einem ästhetischen Standpunkt vorzuziehen. 

 

http://jawsurgeryforums.com/index.php?action=dlattach;topic=3802.0;attach=1175;image

a) ein normales, nach vorne gewachsenes, tendenziell attraktives Gesicht und B) ein nach unten gewachsenes, tendenziell unattraktives Gesicht

 

http://lsfo.co.uk/eshop/images/The%20Cause%20Of%20Malocclusion%20-%20Reading%20The%20Face.pdf

Hier kann man ein .pdf von ihm Lesen

 

http://orthotropics.com/

 

So der gute Herr hat wohl einen ziemlich (negativen) Ruf weg unter seinen KFO-Kollegen wegen seiner kritischen Ansichten. Was ist dran an seinen Ansätzen? Ich persönlich habe den Eindruck dass dort viel Wahres drin steckt. Da er auch viele Zwillingsstudien gemacht hat, wo einmal traditionelle Orthodontie (Extraktionen) und bei der anderen Behebung der oralen Habits durch Orthotropics und GNE statt Extraktion  (das wird norbert vogel freuen ... :tongue:) angewandt wurde. Die Resultate sind ziemlich krass und für sich sprechend.

 

Liebe Grüße!

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Viele Dinge, die von normalen KFOs mit "das ist halt so" abgetan werden, werden hier plausibel auf Ursachen zurückgeführt.

 

Auf Youtube gibt es einige Vorträge von ihm, z.B.:

 

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kiza:

Wenn du diesen Autoren folgst bekommen tonische Muster das Gewicht das sie verdienen und es wird deutlich wie wichtig Logopädie sein sollte.

 

In Deutschland hat Prof. Fränkel so gearbeitet. (der ganze Artikel "funktionelle Störungen" findet sich auf meiner HP). Leider hat sich dieses Konzept nicht durchgesetzt.

 

Auszüge vom Nachruf zum Todestag  von Prof. Fränkel  am  9. September 2001 

von A. Demisch, Bern ( Monatsschrift, Zahnmed, Vol 111: 11/2001

Dass sich das kieferorthopädische Konzept von Prof. Rolf Fränkel trotz seiner überzeugenden Qualitäten, weder in Deutschland noch in den USA wirklich durchzusetzen vermochte, hat wohl verschiedene Gründe. Den Funktionsregler korrekt herzustellen scheint die Zahntechniker zu überfordern. Auch das Eingehen auf den Patienten, seine sorgfältige und motivierende Führung- vermochten in einer Zeit, welche Resultate immer „subito“ fordert, bei weiten nicht alle nachvollziehen, auch wenn sie eigentlich vom Sinn und dem herausragenden intellektuellen Gehalt des Konzepts voll überzeugt waren.

 

Die funktionelle Matrix von Melvin L. Moss (1) versucht systemisch die Wachstumsprozesse zu erklären. Dabei ist es nicht notwendig alle Zusammenhänge im Einzelnen erklären zu können. Wesentlich ist die Erkenntnis, dass Wechselwirkungen bestehen die voneinander abhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Wissenschaft streitet lediglich um den Stellenwert  der sich bedingenden Faktoren.

Fränkel hat die funktionelle Matrix für die KFO nutzbar gemacht und wesentlich beeinflusst. Dass heute die epigenetischen Einflüsse und nicht das Genom, als überwiegend das Wachstum bestimmend betrachtet werden, war sein Beitrag. Moss hat dem Rechnung getragen und 1997 die funktionelle Matrix im Sinne von Fränkel evaluiert.

 

Die Muskulatur, als dynamischer Gestaltungsfaktor, machte sich Fränkel nutzbar um mit Funktionsreglern steuernd einzugreifen. Nicht durch direkte mechanische Wirkung sondern indirekt durch den Funktionsregler beeinflusste tonische Funktionsmuster. Orthopädische physische Maßnahmen alleine sind dafür nicht ausreichend, Psyche und Eltern wurden eingebunden um das Kind bei diesen Lernprozessen zu unterstützen. Behandlungsziel war nicht eine perfekte Verzahnung, sondern ein kompetenter entspannter Lippenschluss.

 

Fränkel richtig verstanden leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem er als Orthopäde muskuläre Störungen behebt oder abmildert, um einer natürlichen harmonischen Entwicklung den Weg zu ebnen. Was ein völlig anderer Therapieansatz ist, als die Mechanotherapie der Orthodonten.

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Bei vielem, was als neu und revolutionär angepriesen wird, sich dann aber nicht durchsetzt, kommt schnell der Vorwurf, es würde etwas "abgetan".

Das Problem an diesen schönen und vermeintlich plausiblen Theorien ist, dass sie eher denen nutzen, die sie anwenden und sich damit profilieren als den Patienten.

 

Wenn man mit Menschen arbeitet, sollte man sich schon verdammt sicher sein, dass das, was man tut, wirklich funktioniert. Ansonsten muss man sich den Vergleich mit einem Schlangenölverkäufer gefallen lassen.

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Bringen diese Erkenntnisse auch Erwachsenen etwas? Leider nicht, oder? Bei uns gibt es dann nur die Möglichkeiten UKVV bzw. Bimax, oder?

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Naja wenn der Wachstum vorbei ist ist halt vorbei. Vielleicht noch insignifikante Verbesserungen möglich bis 25.

 

Ich find's aber unglaublich dass auch heutzutage noch mit Headgear und Geräten gearbeitet wird die BEWUSST den sagittalen Maxillawachstum unterdrücken um einen Overbite zu beseitigen. Das halte ich schon eher für Schlangenölverkäufer ... Noch schlimmer ist das in den US im Vergleich zu hier.

 

Der Kerl hat einige Zwillingsstudien gemacht und ich behaupte mal da kann man die Verbesserungen deutlich sehen.

 

Ist es nicht eher leicht verdienteres Geld für den Orthodontisten, wenn er einfach Zähne zieht und die Zähne begradigt nach Cookiecutter-Approach, so wie das vielerlei in der USA Usus ist? Hierzulande könnte es durch die KIG-Bestimmungen auch kaum Geld für den KFO geben. Wenn dann wären das alles Privatleistungen und wer kann sich das schon leisten?

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Bringen diese Erkenntnisse auch Erwachsenen etwas? Leider nicht, oder? Bei uns gibt es dann nur die Möglichkeiten UKVV bzw. Bimax, oder?

 

Auf den Erwachsenen übertragen, kann man sich die Ursachen der Dysgnathie erklären und sollte sie bei Korrekturen nicht ignorieren.

 

Diagnostisch ist es notwendig das Zustandekommen der Dysgnathie zu verstehen und diese Leute (Prof. John Mew / Prof. Fränkel / Melvin L. Moss) liefern Antworten darauf. Das fehlende Verständnis der Wachstumszusammenhänge ist der Grund warum in der Erwachsenbehandlung zu selten die gewünschte funktionelle Verbesserung erreicht wird.

 

Die enorme Wichtigkeit der Muskulatur wird jedenfalls nicht erkannt wenn man diese Leute als Kapitel der Medizingeschichte sieht und die aktualität bestreitet.

 

Gruß Norbert

bearbeitet von norbert vogel

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@kiza:

Einen Headgear habe ich schon lange nicht mehr eingesetzt. Das liegt allerdings daran, dass ich so etwas auch für mich oder mein Kind nicht gerne haben würde. An sich ist er kein schlechtes Gerät. Der Vergleich mit Schlangenöl trifft nicht zu, da der Headgear nachweislich wirkt. Meistens wurde er nicht eingesetzt um das Oberkieferwachstum zu hemmen, sondern um die Molaren zu distalisieren und so einen Engstand ohne Extraktionen aufzulösen. Vor allem in den USA wird er tatsächlich auch verwendet um durch Distalisierung eine Klasse II zu korrigieren. Eine Behandlung mit dem Ziel der Wachstumshemmung der Maxilla ist selten, aber grundsätzlich möglich. Warum sollte es schlecht sein, das sagittale Wachstum eines Oberkiefers zu hemmen, der zu stark wächst?

 

Was Mews Zwillingsstudien angeht, sollte man nicht ignorieren, dass es ebenfalls Studien gibt, die funktionskieferorthopädischen Ansätzen nur eine sehr geringe Wirksamkeit zubilligen. Ich glaube nicht, dass man sich hier auf eine Seite stellen und diese dann mit Zähnen und Klauen verteidigen sollte. Vielmehr ist die Studienlage nun einmal so, dass es zwar Belege für die Wirksamkeit solcher wachstumsfördernden Maßnahmen gibt, aber eben auch welche dagegen. Insgesamt vertritt man gerade in Europa die Auffassung, dass die positiven Effekte den Aufwand rechtfertigen. Nur Wunder oder schnelle, einfache Erfolge sollte man eben nicht ankündigen. Die Versprechen, die Mew hinsichtlich der spontanen Zahnstellungskorrektur und der Möglichkeit eines Verzichts auf Retentionsmaßnahmen macht, kann er nicht halten (siehe oben).

 

Für das Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes gibt es übrigens - bei Privatpatienten - 14,23 €, die auch nicht der Kieferorthopäde abrechnet, sondern der Zahnarzt oder Chirurg. Ein herausnehmbares Gerät schlägt mit wesentlich mehr zu Buche.

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Für das Entfernen eines mehrwurzeligen Zahnes gibt es übrigens - bei Privatpatienten - 14,23 €, die auch nicht der Kieferorthopäde abrechnet, sondern der Zahnarzt oder Chirurg. Ein herausnehmbares Gerät schlägt mit wesentlich mehr zu Buche.

 

Bei einem Funktionsregler stimmt das leider nicht, da legt der Kieferorthopäde drauf. Dieses Gerät ist zu Kassensätzen nicht wirtschaftlich herstellbar im Praxislabor. Vom gewerblichen Labor ist es ein Nullsummenspiel für den Kieferorthopäden und hat zudem den Nachteil, dass sie überwiegend schlecht gemacht sind und nicht halten was man sich von diesen Geräten verspricht. Das ist auch verständlich die dürfen auch keinen höheren Preis nehmen und da wird es halt hingepfuscht damit noch was verdient ist. Das ist einer der Gründe warum nur noch wenige Idealisten mit diesem Gerät arbeiten.

 

Gruß Norbert

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Bei einem Funktionsregler stimmt das leider nicht, da legt der Kieferorthopäde drauf.

 

 

Nein, so schlimm ist es nicht. Zwar haben die meisten anderen Geräte ein besseres Verhältnis zwischen Aufwand und Honorar, doch man kann es sich durchaus leisten, mit Funktionsreglern zu arbeiten. Je nach Struktur des Eigenlabors ist das ganze in fast jedem Fall lohnender als - um das Beispiel aufzugreifen - das Einsetzen eines Headgears oder einer Delaire-Maske. Gerade der FR3 ist meiner Erfahrung nach ein recht beliebtes Gerät. Bei Fremdlaboren gibt es gute und schlechte, doch finanziell ist es dort egal, welches Gerät angefertigt wird, da man als Kieferorthopäde die Kosten nur weiterreicht.

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Wir reden von unterschiedlichen Geräten ich meine Funktionsregler die funktionieren und die werden nur von wenigen beherrscht, unter sechs Stunden ist so ein Gerät nicht herstellbar. Alleine die Vorbereitungen Bilder / messen der Umschlagfalte / aufwendige Abdrücke / Modellbearbeitung also abbilden der Umschlagfalte und das Aufwendigste ein korrektes Wachsfutter mit dem Disproportionen ausgeglichen werden, alles nicht abrechenbare Leistungen die bereits die Vergütung auffressen da ist noch kein Draht gebogen geschweige denn ein Gerät ausgearbeitet. Sie sollten sich so ein Gerät an dem sie nicht drauflegen mal in den Mund stecken, dann wissen sie wovon ich rede. Von dem Aufwand das Kind zu einem sinnvollen Umgang mit diesem Gerät anzuhalten mal abgesehen.

 

In der DDR gab es eine Ausbildung für KFO-Techniker nur erfahrene Techniker die drei Monate am Institut von Herrn Fränkel mit den Feinheiten vertraut gemacht wurden durften diese Geräte herstellen.

Leider gibt es in der BRD keine Ausbildung für KFO-Techniker. Die Geräte werden überwiegend von angelernten Zahnarzthelferinnen hergestellt wo sollen denn in dieser Situation brauchbare Funktionsregler herkommen?

 

Leider werden Fehler bei der Herstellung und Handhabung gemacht.

 

Schaut man sich die im Internet verfügbaren Bilder an, findet man überwiegend stark limitierende Geräte, die man keinem Kind zumuten sollte.
Das fokussieren auf orthodontische Steuerungsfunktionen und Knochenwachstum macht sie als orthopädisches Gymnastikgerät weitgehend unbrauchbar.

 

„Nur wer Funktionsregler als orthopädisch wirkendes Gymnastikgerät  handhabt und versteht, wird damit Erfolg haben.“ (Prof. Rolf Fränkel)

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Der Gedanke mag sie schockieren, aber da draußen gibt es Leute, die hochwertige Funktionsregler herstellen, korrekt abrechnen und keinen Verlust machen.

Sie erlauben sich ein Generalurteil über Menschen, die Sie nicht kennen und Arbeiten, die Sie niemals gesehen haben.

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wahnsinn ich höre heute das erste mal von diesem john chew und bin wirklich fasziniert von ihm

 

Ohne Prof. Fränkel gäbe es "Prof. John Mew" nicht, die Grundlagenforschung hat er gemacht. Das hat dazu geführt, dass Melvin L. Moss seine "funktionelle Matrix" (Denkmodell das Wachstum erklärt) korrigiert hat. Er hat die Gewichtung umgekehrt zugunsten  tonische Muster als bestimmend für Wachstum und Entwicklung. Er hat also die alte Lehrmeinung die das Genom als überwiegenden Kontrollfaktor für Wachstum und Entwicklung sieht  im Sinne von Prof. Fränkel über Bord geworfen.

 

 

Die enorme Wichtigkeit der Muskulatur wird jedenfalls nicht erkannt wenn man diese Leute als Kapitel der Medizingeschichte sieht und die aktualität bestreitet.

 

 

Gruß Norbert

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