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Futterbacke

Incognito Spange mit 34

Auf geht's.

Ich bin 34 Jahre alter Mann, verheiratet und habe 2 Kinder.

Mit den Jahren wurden meine Zahnstände immer enger und mittlerweile "überlappen" einige sogar schon.

Mir ging das schon eine Weile gegen den Strich und so hab ich irgendwann den Mut gefunden beim Kieferorthopäden einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Resultat:

Meine Fehlstellungen können mit einer festen Spange behoben werden. Habe zwar ein schiefes Kinn aber wohl nicht so ausgeprägt. Eine OP ist nicht unbedingt erforderlich.

Da ich berufstätig bin und jeden Tag mit Kunden spreche, war klar das es eine Lingualspange sein muss.

Zwar kostet diese 2500€ mehr, allerdings dachte ich bei der Behandlungsdauer von 3-4 Jahren ist das ja gar nicht so viel unterschied. Am Ende werden wahrscheinlich 8000€ auflaufen.

Vor 2 Wochen wurde um Mehr Platz zu schaffen, 2 Zähne gezogen. Einer im Unterkiefer einer im Oberkiefer. Zusammen mit den schon vorhandenen Lücken ist auf jeder Seite einer frei.

Vor 3 Tagen wurde dann die Spange eingesetzt. Im Forum wurde ja schon beschrieben wie das gemacht wird. Allerdings war das echt anstrengend, da es bei mir 3 Stunden gedauert hat. Als ich dann das erste mal den Mund mit den Brackets geschlossen habe, dachte ich "Shit" das kann doch nicht war sein. Mein ganzer Mund voller Metall, viel zu wenig Platz für die Zunge. Der erste gesprochene Satz hörte sich an als wenn ich volltrunken Quatsche. Sehr starkes Lispeln und Nuscheln, Probleme mit zuviel Speichel da die Zähne auch noch mit Fluorid betupft wurden. Geschockt und fragend wie das noch werden soll hab ich mich den Rest des Tages ins Bett gelegt. Schmerzen fingen nach 2 Stunden an, da wollte die Zunge schon Urlaub machen.

Am nächsten Tag bin ich nochmal zur KFO gefahren weil 2 Drähte pieksten. Die wurden gekürzt und umgebogen. Zunge wurde weiter gereizt, also wieder ab ins Bett. Mit keinem sprechen und möglichst Schlafen um nicht weiter die Brackets zu erforschen oder drüber nachzudenken. Gegen Abend fingen die Frontzähne an zu schmerzen. Richtig Essen ist erstmal nicht. Sobald sich OK und UK berühren zieht es in den Zähnen als bohre jemand mit ner Stecknadel darin rum. Als Mahlzeit gibt es Babybrei gemopst von meiner 6 monatigen Tochter. Denn Schlucken geht einigermassen.

Heute morgen fühlte sich die Zunge besser an und ich habe das Bett verlassen. Zähne schreien jetzt alle rum. Sprechen ist nicht besser geworden, allerdings habe ich ja auch nicht gebübt. Mein Sohn (3Jahre) fragt bei jedem Satz, Hä, Was? Papa was? Gegen Mittag war die Zunge vom Spechen total wund, hab dann den halben Kiefer mit Wachs ausgekleidet und wieder ab ins Bett. Zum Essen gibt es immer noch Brei. Das jedoch nur einmal am Tag denn auch das Zähneputzen ist echt ne Qual geworden. Meine Schallzahnbürste kann ich nicht benutzen, die Schmerzt so doll das es selbst mit Schmerzmitteln nicht geht. Das bisher einzig Positive ist die Gewichtsabnahme von 3 Kilo.

Zur Zeit frage ich mich ob Lingualspange wirklich die bessere Wahl war. Sie ist nicht zu sehen, aber deutlich zu hören. Ziel war ja das es möglichst keiner mitbekommt. Wenn ich mich aber jedesmal für meine Aussprache entschuldigen muss und dann doch erzähle das ich ne Spange habe ist das ja doppelt blöd.

Morgen ist Tag 4 hoffe auf Besserung.

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Na dann herzlich Willkommen hier :-)

Wenn du hier schon durchgestöbert hast wird dir aufgefallen sein, dass es allen so geht, die sich diese Art von Spange ausgesucht haben!

Also wird es bald auch besser (das zumindest zeigen hier die "Tagebücher") ich selbst hab keine Lingualspange deswegen kann ich in der Hinsicht auch nicht mitreden aber die schmerzen in den zähnen dürften von Spange zu Spange ähnlich sein und klimmen in der Regel nach 3 Tagen (nach einem Bogenwechsel o. ä) ab!

Mach dir nix draus, bist nicht der einzige der sich mit Brei rumschlägt ;) bei mir ist es aber aufgrund einer OP - aber auch das geht rum!

Also Kopf nicht hängen lassen und stolz auf dich sein, den Schritt gegangen zu sein! Alles andere wird von selbst besser - Tag für Tag ;-)

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Dass die Lingualspange die Aussprache erst einmal stärker beeinflusst als die "normale" war zu erwarten. Das wird mit der Zeit besser.

 

Ob man sich so dran gewöhnt, dass man wieder so sprechen kann wie ohne...das weiß ich nicht.

 

Ich habe mit den normal Brackets absolut keine Probleme. Beeinflussung der Aussprache: Null. Klar sieht man sie, aber das interessiert auch auf der Arbeit absolut niemanden.

Sind ja alles erwachsene Leute ;)

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Huhu,

 

willkommen im Club, ich bin zwar ohne Lingual, aber schon fast 4 Wochen mit Spange. Stell dich mal auf eine etwas längere Eingewöhnung ein. ich kann nun sagen, es ist wirklich besser geworden. Das Gefühl an den Frontzähnen ist zwar immer noch seltsam, aber ich kann wieder einigermaßen abbeißen und kauen. Dafür habe in seit gestern eine offene Wangeninnenseite *aua*

 

Wünsche Dir, dass es etwas schneller geht mit der Eingewöhnung.

 

Liebe Grüße,

 

Lana
 

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Hallo Futterbacke, 

 

keine Angst, das wird. Ich glaube diese Phase haben hier alle Lingualträger hinter sich. Du wirst sehen, wie schnelle Du Fortschritte machst. Klar dauert es bei dem Einen länger als bei dem Anderen, aber bei allen geht die Eingewöhnung vorbei und Du wirst sehen, wie schön es ist, wenn Du "freien Blick" auf Deine Zähne hast und jede klein Veränderung sehen kannst. Ich denke nicht, dass Deine Entscheidung falsch war. Gib Dir noch etwas Zeit. Lies mal die Tagebücher der Lingualspangenträger hier, dann wirst Du sehen, dass das was Du gerade durch machst ganz normal ist. 

 

Liebe Grüsse und viel Erfolg, auf das es Dir schnell besser geht. 

Geka 

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Danke für die Aufmunterungsversuche.

Tag 4

Essen Geht nicht.

Schmerzmittel konnte ich aber vorerst absetzen. Das Sprechen ist noch nicht besser geworden.

Morgen gehts wieder Arbeiten, mal sehen wie lange die Zunge hält und bei wievielen Leuten ich mich deswegen entschuldigen muß.

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Als ich wieder arbeiten ging, dachte ich auch, ich müsste mich immer rechtfertigen, dass meine Aussprache nicht so wie bisher ist. Aber das brauchst Du nicht, glaub mir, wir Betroffene empfinden das viel schlimmer. Du wirst sehen, gerade im Berufsleben, wie viele einfach darüber weg gehen. Bei mir hat es vielleicht eine Woche gedauert, dann hat es keinen mehr interessiert. Gefragt wurde auch nicht großartig. Man selber ist halt in der ersten Zeit absolut fixiert auf die Aussprache und registriert jede Abweichung. Gib Dir noch etwas Zeit - und Deiner Zunge auch  :485:

 

Geka

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Mann wie die Zeit vergeht........ :-)

Jetzt sitzt die Spange schon 2 Wochen drin.

Die Zähne schmerzen nicht mehr aber die Zunge kämpft noch mit der Spange. Tagsüber gibt es Joghurt und Pudding zum Essen.

Abends Eigentlich alles genau wie vor der Spange, nur halt püriert oder kleingeschnippelt, so das ich nicht groß kauen muss. Denn gerade Abends schmerzt die Zunge so sehr, das das Essen keinen Spaß macht und ich mir meine Mahlzeit reinzwingen muss. Bisher hab ich 5,5 Kilo abgenommen.

Bei all den Problemen mit der Incognito wie Sprechen, Schmerzen, Essen, Reinigen u.s.w bin ich mittlerweile aber doch froh das ich mich für die Lingualtechnik entschieden habe. Beim (Milchreis) Essen auf der Arbeit brauche ich mir keine Sorgen über Sichtbare Essensreste in der Spange machen und wenn ich Lache (es gibt tatsächlich noch fröhliche Momente im Leben) brauche ich mir keine Sorgen über Sichtbare Brackets oder Gummis machen.

Mit dem Sprechen ist es auch schon viel besser geworden. Allerdings bin ich immer noch stark am lispeln, Probleme mit dem s und z wie bei den anderen Lingualgefährten hier im Forum. Auch Zahlen sind schwer auszusprechen, gerade beim Telefonieren.

Die Positivste Überraschung ist jedoch das sich meine Ursprüngliche Sorge wegen der Sprache mit der Zahnspange bei jedem entschuldigen zu müssen, überhaupt nicht zutrifft.

Die Kunden/Arbeitskollegen die mich kennen, Fragen warum ich so komisch spreche, denen erzähle ich dann von der "Unsichtbaren" Spange. Danach fängt jeder zweite von sich aus an, zu erzählen das er selbst ja auch eine bräuchte, oder einmal eine hatte, oder er jemanden kennt der auch eine trägt. Und neue Kunden sind zu höflich bzw. haben mich noch nicht auf meinen "Sprachfehler" angesprochen.

Jedenfalls gab es bisher nur Positive Resonanz auf die Entscheidung zur Zahnspange in meinem Alter, und das lässt wiederum nur eine Frage offen.

Warum hab ich das nicht schon eher gemacht?

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Das klingt doch schonmal super!!

Und die Frage warum man es nicht eher gemacht hat, stellen sich hier sicher 80% ;-) ich bin auch dadrunter!!

Deswegen auch mein Tagebuch hier mit dem Namen "Besser spät als nie"

Dann weiterhin gutes eingewöhnen, bin gespannt wann du wieder normal essen kannst!

LG

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Hallo Futterbacke,

 

so war es bei mir auch. Das wird bald alles besser, Du merkst ja bereits jetzt wie schnell die Zeit vorbei geht. Bald wirst Du Deine Spange nicht mehr merken.

 

Ich habe mich beruflich auch sehr gewundert, mir ist es wie Dir ergangen. Sobald ich etwas von "ich hab da so eine Zahngeschichte" erwähne können alle mitreden, gucken mitleidig und erwähnen, was sie eigentlich schon immer mal machen lassen wollten / sollten / müssten. Ein großartiger Einstieg in ein berufliches Gespräch, man ist sofort eng miteinander. Das hat mich sehr verwundert :biggrin:

Gegen die Schmerzen im Mundraum kann ich sehr Salbeitee empfehlen, der hat bei mir entgegen aller Erwartungen besser geholfen als alles aus der Apotheke.

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Auch von mir noch ein Aufmünterchen! Halt durch!! Es WIRD besser, wenn auch nie wirklich gut ;-) (ausser es ist zu Ende!) Sorry das musste sein..... Es verändert sich halt auch immer wieder etwas im Mund! Gummis werden zu Drahtligaturen, Bögen werden gewechselt, plötzlich ist hinten der Draht wieder länger und es pieckst! Dann kommen die SICHTBAREN Gummis, die die Lücken schliessen sollen, (nur bei manchen) etc. etc.....Ewig muss man sich an andere Umstände im Mund gewöhnen! ABER, es ist auszuhalten und wenn ich wehleidiges ü40 Huhn das sage, dann kannst du es glauben! Es ist bisweilen erstaunlich, wie die Schleimhäute im Mund DOCH ne Art Hornhaut entwickeln!

 

Ich find's übrigens stark, wie du als Mann hier zu deinen Schmerzen stehst. Die waren ja bei mir nie so doll, dass ich Schmerz-Medis brauchte, aber ich bin eben auch so schlank (manche wüden wohl sagen "Dünn", mein Bruder zum Bsp. *räusper*), dass ich mir kein Kilo weniger leisten kann!! Der KFO: "das machen wir schön langsam!" Ja, manchmal gar zu langsam ;-)

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