want-and-will-laugh

Bimax-OP am 01.07.2014 bei Prof. Watzke im Donauspital Wien (SMZ-Ost)

Hier also auch mein OP-Bericht.   :smile:  

Er ist leider sehr lang geworden, aber ich wollte einfach diverse Fragen/Überlegungen miteinbeziehen, die ich mir im Vorfeld gestellt hatte. Wenn man selbst noch überhaupt keine Operation bzw. Krankenhausaufenthalt hatte, stellt man sich halt noch ein paar Fragen mehr ...

 

Diagnose (lt. KFO) März 2013:

Maxilla: orthognath; Mandibula: prognath

Klasse III bds (Eckz.+Mol.)

skelettale Kl. III

OK/UK Engstand, Lücken Regio 36 + 46

zirkulärer Kreuzbiss

neg. sagittale Stufe  -6,5mm

 

23.06.2014:

Termin in Kieferchirurgie für die OP-Vorbereitung und Modell-Erstellung: diverse Vermessungen, Röntgen, Fotos, Gespräch mit Chirurgin. Dieser Termin war unglaublich positiv für mich. Ich bin mit einem Lächeln und einem guten Gefühl von dort weg gegangen und dachte mir „Wenn die mich morgen operieren wollen, ist es auch okay“.

 

30.06.2014 (Aufnahme):

Zuerst Termin in Kieferchirurgie: Chirurgin hat selbst noch etwas im Gesicht nachgemessen und erst dann wurde Splint hergestellt. Ausfüllen diverser Fragebögen, Besprechung mit Chirurgen-Team. Ich bekam ein kl. Säckchen (mit Gummiringerl, Holzspatel, kl. Plastikhäkchen fürs Ein-/Aushängen der Gummis) sowie Memozettel worauf ich nach der OP achten muss (va viel Trinken!!!) und dass ich während meines Aufenthaltes um 07:30 Uhr in der Kieferchirurgie zur Kontrolle sein muss.

Dann wurde ich zum generellen Aufnahmebüro des KH geschickt und von dort auf die Station, in meinem Fall Dermatologie, geschickt. Einweisung über Stationsablauf, ausführliches Anamnesegespräch inkl. Blutabnahme und EKG von der diensthabenden Ärztin.

Dann zur Kieferambulanz den Splint probieren und dort nochmals mit einer Kieferchirurgin ein wenig geplaudert.

Wieder retour auf die Station und auf das Gespräch mit der Anästhesistin warten, was dann gegen 15 Uhr statt fand.

Meine Eltern waren ca. von 17-19 Uhr bei mir. Es ging mir gut – ich war voller Vorfreude und Neugierde. Habe dann noch mit Freunden telefoniert und bin gegen 23 Uhr eingeschlafen.

 

01.07.2014 (Tag der OP):

Um 06:00 Uhr aufgestanden, geduscht, Haare gewaschen und das fesche Outfit angezogen. Ich war erstaunlich gut gelaunt, einfach froh, dass es soweit ist und neugierig wie es werden wird. Habe dann auch brav die LMAA-Tabletten genommen, die für mich keinen großen Unterschied zu meiner Vorfreude gemacht haben. Aber wer weiß, vielleicht wäre ich ohne nachher doch furchtbar nervös geworden.

Anästhesistin hatte mir am Vortag gesagt, dass ich gegen 10:30 drankomme. Was ich natürlich nicht bedacht hatte war, dass es einiges an OP-Vorbereitung benötigt und man daher früher geholt wird. War daher ziemlich erstaunt wie ein Pfleger um 09:00 Uhr vor meinem Bett stand & sagte, dass wir jetzt zur OP fahren.

 

OP-Schleuse: Tja, da lag ich nun in meinem Bettchen und hab das Zimmer („OP-Schleuse“) betrachtet und neugierigst irgendwelchen Gesprächen von Ärzten/Pflegern/etc. gelauscht. Dann wurde noch ein Bett hinter meines geparkt – hey, der Typ hat geschnarcht wie ein Sägewerk, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte; war froh wie er wieder weggerollt wurde. Irgendwann kamen 2 meiner Chirurgen und quatschten kurz. Dann hat sich die OP-Schwester vorgestellt, meine Haare zu einem Zopf gebunden und mir geholfen mein Nachthemdchen loszuwerden und dann ging’s in den OP. Ich fand den Raum total spannend und hätte gerne mehr davon mitgekriegt ... Bin auf den OP-Tisch rübergekraxelt, linker Arm ausgestreckt und hab ein paar Zugänge bekommen; mehr oder weniger gleichzeitig wurde mir eine Maske ca. 10 cm vom Kopf entfernt hingehalten; ca. 2 Atemzüge und weg war ich ...

 

Wach wurde ich, wie es sich gehört, im Aufwachraum (AWR), wo ich seit ca. 13:05 Uhr betreut wurde. Ich fand das wach werden angenehm (keine Schmerzen, nichts Unangenehmes) und da eine Pflegeschülerin gerade eingelernt wurde, wurde alles was im Raum passierte kommentiert, was ich als beruhigend und interessant empfand; und da mein Kopfende vom Bett hochgelagert war, konnte ich einiges sehen. Irgendwann bat ich um etwas für meine Lippen, da diese sehr trocken waren. Daraufhin wurden sie mit Bepanthen (Nasen- & Augensalbe) eingeschmiert und die kl. Tube in meine Patientenakte gegeben. Dann wurde mir der Katheter entfernt (dauert ca. 0,5 Sekunden und tut nicht weh) und um 15:10 Uhr wurde ich aus dem AWR entlassen und auf die Station gebracht.

 

Verlagerungsstrecken:

OK-VV: 5 mm

UK-RV: 1,5 mm

 

Material:

2 x 4Loch Platte ohne Steg – LowProFile

1 x 4Loch Platte mit kurzem Steg – LowProFile

2 x 4Loch Platte mit kurzem Steg – Standard

20 x 5er Schrauben

 

Auf der Station konnte ich es kaum erwarten, dass meine Eltern auftauchten. Ich war wirklich gut gelaunt und letztendlich überrascht und stolz, dass ich mich zu diesem Schritt durchgerungen und nun hinter mir hatte.

 

Zwei der Chirurgen schauten bei mir vorbei und sagten, dass alles gut verlaufen ist. Ich solle den Splint heute zum Zähneputzen drinnen lassen und sie zeigen mir morgen früh wie das ein- & aushängen funktioniert.

 

Schlucken war für mich sehr schwierig; Sprechen hatte auch so seine Herausforderung (aber nicht so, dass ich jemals einen Block zur Hilfe genommen hätte ;) ). Das Gefühl im Mund ist schwer zu beschreiben – es war für mich einfach alles total fremd und neu.

 

Ich trinke Wasser und ein pseudo Isostar (habe mir so ein Pulver miteingepackt).

 

02.07.2014 (1. Tag post-OP):

Ich stehe gegen 6:20 Uhr auf und mache mich fertig für den Kontrolltermin um 07:30 Uhr. Die Schwester fragt mich ob ich wirklich alleine gehen möchte, was ich bejahe. Kontrolle (inkl. Röntgen) verläuft recht unspektakulär, es sind alle zufrieden mit mir. Ich habe eine kleine Gefühlsstörung über der Oberlippe rechts, aber nichts Besonderes.

Dann war ich bei der Lymphmassage und den restlichen Tag vergammle ich mit TV-schauen, schlafen, trinken (das dauert nämlich seine Zeit!), spielen, Besuch empfangen.

Ich trinke wieder viel Wasser und „Isostar“ und bekomme etw. Fresubin-ähnliches als „Essen“.

 

03.07.2014 (2. Tag post-OP):

Bei der Kontrolle sagt man mir, dass ich heute heimgehen könnte – ich bin voll geschockt und meine, dass ich lieber noch einen Tag bleiben will. Außerdem sage ich, dass mich die zwei Gummiringerl, die OK & UK miteinander verbinden, sehr stressen. Klingt doof, aber ich hab da plötzlich „Platzangst“; bin einen geschlossenen Mund nicht gewöhnt. Daraufhin darf ich diese weglassen und soll sie nur nachts einhängen, denn ich finde sowieso sehr gut in den neuen Biss.

Statt der Lymphmassage bekomme ich heute ein Kinesio-Tape ins Gesicht geklebt; ich find das lustig.

 

Den Rest des Tages verbringe ich großteils schlafend. Heute bin ich richtig kaputt und k.o. und hoffe, dass dies einfach der berühmte 2. Post-OP-Tag ist und morgen alles besser wird.

 

04.07.2014 (3. Tag post-OP):

Kontrolle wieder okay und ich bekomme Rezepte für ein Antibiotikum (4 Tage) und Schmerzmittel (Seractil); Termin fürs Fäden ziehen ist am 14.7.

Gegen 13 Uhr sind alle offiziellen Briefe fertig und ich kann mich heimwärts bewegen.

Und ja, mein Wiedersehen mit MEINER Couch war wunderschön!

Nachdem das Schlucken noch sehr mühsam ist, werden AB und Schmerzmittel gemörsert und mit Fruchtmus geschlürft.

 

05.-08.07.2014 (4.-7. Tag post-OP):

Es geht mir recht gut, aber ich brauche schon einige Nickerchens pro Tag.

Schlucken geht von Tag zu Tag besser. Ich ernähre mich von Kartoffel-/Gemüsebrei, Suppen, Pudding, Joghurt, Eis, und geilen Frucht-Smoothies; aber auch klein geschnittenes gekochtes Obst.

Die Schwellung über der Oberlippe und um die Nase nervt mich manchmal gewaltig. Ich weiß es ist normal und es gehört dazu, aber ... bbääähhhh.

 

8.-12. Tag post-OP:

Schwellung wird weniger, dafür spürt man aber auch umso mehr, wenn sie denn wieder zunimmt. Schlucken funktioniert ohne Probleme; Sprechen auch viel besser (jedoch wird meine Logopädin nun "s" und "sch" mit mir neu lernen müssen).

Erweiterungen im Essensplan: weiche, kl. geschnittene Pasta mit Sauce; weichgekochte Cocktailtomaten, Paprika, Zucchini; in Milch ertränkte Frühstückscerealien (Topas, Shreddies) mit dünngeschnittener Banane. Und heute sogar schön weiches Hühnchen! 

 

14.07.2014 (13.Tag post-OP):

Fäden ziehen (toll fand ich diese Erfahrung nicht, aber bes. spannend/unangenehm war's auch nicht) und Mundöffnung (nun 2,5 cm) messen. Außerdem wurde gemessen wie weit in meinen UK nach links & nach rechts verschieben kann. Davon war ich überrascht, dachte das ich das noch nicht machen dürfte. Außerdem ist ab jetzt meine KFO verantwortlich was Splint angeht. Der ganze Termin hat keine 15 Minuten gedauert. Nächste Kontrolle ist 6 Wochen post-OP.

 

 

Großes DANKE an alle, die an mich gedacht und mir geschrieben haben – das hat mich wirklich gefreut!

Und wenn jemand Fragen zu meinem Bericht hat ... nur zu! 

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Sehr schöner Bericht, super daß du keine großartigen Schmerzen hattest! Dein Bericht wird vielen die Angst nehmen :-)

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Glückwunsch zur überstandenen OP :)

 

Ich wurde auch ziemlich früh entlassen, wäre auch gerne lieber länger dageblieben, mir hat es da ziemlich gut gefallen ;)

man wurde umsorgt und es wurde immer nach einem geschaut :D

 

Wünsche dir eine schnelle Genesungszeit :)

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Danke für deinen ausführlichen Bericht - ich gehöre zu denen, denen mit solchen Berichten die Angst ein Stück weit genommen wird! ;)

 

und - Super das du die OP so gut überstanden hast! :)

Wünsche dir ganz baldige Besserung!

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Danke für den Bericht! Find ich klasse, dass hier auch die Leute berichten, bei denen es keine Probleme gab! :-) Das macht Mut! Ich muss sagen dass ich mich auch eher auf die OP freue und darauf, dass alles irgendwann vorbei ist, als dass ich Angst davor habe... auch wenn ich deshalb schon gefragt wurde, ob ich shcon in psychologischer Behandlung deswegen bin ;-)

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Vielen Dank für euer Lob! :)

 

Es geht mir nachwievor gut … außer die üblichen "Wehwehchen". ;)

Soll heissen, dass mich die Schwellung nervt - vor allem wenn man es bei der Hitze richtig spürt wie die Schwellung zunimmt bzw. besonders wie sich der Oberlippenheber "aufbläst".

Und langsam würde ich gerne richtig kauen können. Ich darf & soll schon langsam weiches "kauen" (zB weiches Sandwich-/Toast-Brot), aber das ist einfach unlustig. Das ist mehr vorsichtig kontrolliertes Training für den neuen Kauapparat als essen oder gar essen genießen.

Aber das ist schon Jammern auf hohen Niveau. ;)

 

Liebe Grüße!!!

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Wow, dein OP-Bericht klingt klasse, hast du schön geschrieben. Ich muss mich auch endlich mal an den Bericht machen.

 

Ich freu mich, dass es dir soweit gut geht und alles schön verheilt. Schon irre, wie unterschiedlich die Handhabung ist. Ich darf auf keinen Fall innerhalb der ersten 6 Wochen kauen o.ä. Soll mich auch ausschließlich von Brei bzw. max. ganz ganz weichen Nudeln ernähren. Logopädie bekomme ich gar nicht, habe heute leider auch vergessen, zu erfragen, ob das geplant ist :-(.

 

Ich wünsch dir weiterhin eine gute Heilungsphase und dass auch die kleinen Wehwechen bald hinter uns liegen.

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6-Wochen-post-OP-Kontrolle (Aug. 2014):

alles gut außer Mundöffnung. grmpf. Obwohl ich brav Mundöffnungsübungen gemacht habe und es von meinem Empfinden her wirklich viel besser geworden ist, bin ich auf genau dem gleichen Stand wie einen Tag post OP - bei 2,5 cm. 

 

Bei diesem Termin habe ich auch nochmals wegen Essen nachgefragt und die Antwort war wie zuvor, nach eigenem Ermessen immer mehr festes Kauen. Es darf halt nicht weh tun.

 

 

 

6-MonatsKontrolle (Jan. 2015):

diverse Vermessungen und Röntgen

Mundöffnung ist nun bei 4,1 cm - jippieyeah! :)

Fazit: alles bestens! :)

 

(Nächster Kontrolltermin in 6 Monaten.)

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