Pusteblümchen

Wie perfekt müssen Zähne vor OP stehen?

Hallo zusammen,

nach 1,5 Jahren Zahnspange tragen hoffe ich nun bald auf meine OP. Der KFO meinte auch, dass es ja gut passen würde, aber ich finde, die Zahnstellung sowohl im OK als auch im UK alles andere als gut. Hab nun Sorge, dass die OP doch noch nicht sein kann.

 

Deshalb wollte ich mal in die Runde fragen, wie perfekt die Zähne vor OP stehen müssen bzw wieviel nachher noch erreicht werden kann. Vor allem auch was dir Neigung angeht?

 

Danke schonmal

 

Pusteblümchen

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Was für Vorstellungen hast du bezüglich deiner Zähne?

 

An sich müssen Zähne so stehen, dass sie gut ineinander greifen und aufeinander passen.

Die Zahnbögen sollten ausgeformt sein und die (gröbsten) Lücken geschlossen sein.

 

Findest du deine Zähne sind zu steil oder zu schräg, was meinst du mit Neigung?

 

Grüße

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ich finde meine Backenzähne im UK noch zu sehr nach innen verkippt und die im OK zu sehr nach außen. Irgendwas trifft sich schon, nur dann eher die oberen Zähne auf die Kante der unteren, so dass sich eigentlich die Bissfunktion an diesen Zähnen nicht verbessert. Ich dachte immer, die Zähne stehen alle perfekt bis zur OP, also ganz gerade.

Aber vielleicht kann man auch nach der OP noch vieles regulieren. Ich wunder mich nur und hoffe, dass die OP nicht noch weiter hinausgeschoben werden muss.

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Das würde mich auch interessieren. Klar ist ja, die Zähne können vorher nicht perfekt stehen, dann bräuchte man ja die OP nicht. ;) Aber bei mir ist es so, dass die Zähne des OK und UK auf der rechten Seite direkt übereinander stehen, also nicht versetzt ineinandergreifen. Entsprechend ergibt sich ein seitlich offener Biss, wenn ich den Kiefer nach vorn schiebe. Zwar versucht mein KFO, mithilfe eines vorgeformten Bogens, die Backenzähne höher zu ziehen, aber - ich denke, auch durch die normale weitere Nutzung in falscher Position - wird das bis Ende August nicht fertig sein. 

Das heißt, nach der OP werden sich die Backenzähne rechts vermutlich nicht treffen. Aber so ist das wohl einfach erstmal, oder muss ich mir Gedanken machen, dass die OP zu früh angesetzt ist? Dass vielleicht doch noch nicht die beste Kieferstellung ersichtlich ist?  :461:

Danke euch für eure Antworten! :)

 

Tande

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Von einigen Ausnahmen abgesehen will man die Zähne bei der Vorbehandlung korrekt zum jeweiligen Kiefer, aber nicht zueinander ausrichten.

Das heißt: Die Unterkieferzähne stehen gerade auf dem Unterkiefer, und die Oberkieferzähne stehen gerade auf dem Oberkiefer. Wie der Zubiss ist und wie die oberen zu den unteren Zähnen stehen ist in dieser Phase zweitrangig.

 

Wenn nun bei der OP die skelettale Fehlstellung korrigiert wird, stehen danach sowohl Zähne als auch Kiefer richtig.

 

Wichtig ist die Vorbehandlung deshalb, weil sich die Zahnstellung einer Kieferfehlstellung anpasst und diese teilweise Kompensiert. Das ist an sich etwas Gutes, denn so kann man auch mit einer Kieferfehlstellung abbeißen und kauen. Wenn aber operiert werden soll, ist diese Kompensation hinderlich.

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Ja, vielen Dank für die Antwort. So hab ich mir das auch gedacht.

Aber leider ist die Zahnstellung dann bei mir weit davon entfernt................Und ich hatte gehofft, dass es bald so weit sein kann bzw wurde mir auch so gesagt :(

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Dysgnathiechirurgie MH-Hannover 

    

"Der Text passt zu der Fragestellung und ist etwas differenzierter als die Aussage von Mush und macht diese sehr fragwürdig."

 

Heute ist das Verständnis der Notwendigkeit des Kieferorthopäden eine ganz andere. Nicht das präoperative Ausschöpfen der kieferorthopädischen Möglichkeiten ist gefragt oder auch nur erwünscht, sondern das im Wachstumsalter schwierige und verantwortungsvolle rechtzeitige Erkennen der kieferorthopädischen Grenzen mit Erstellung der Operationsindikation, mit dann einer Behandlungsumkehr in eine perioperative orthodontische "Dekompensationsbehandlung".

Jede skelettale Dysgnathie beinhaltet dentoalveoläre Anpassungen oder Kompensationen, die im Wachstumsalter bei nicht rechtzeitigem Erkennen der Operationsindikation durch kieferorthopädische Maßnahmen weiter verstärkt werden können. Genannt seien hier z.B. bei der skelettalen Klasse II - Dysgnathie die frontale Supraokklusion mit einer Verstärkung der Spee'schen Kurve im Unterkiefer, oder bei der Klasse III - Dysgnathie der Kreuzbiss, die Protrusion der Oberkieferfront und die Retrusion der Unterkieferfront. Weitere kieferorthopädische Adaptationen sind bei ausschließlich kieferorthopädischer Behandlung einer nur mäßig ausgeprägten skelettalen Komponente durchaus legitim, einer operativen Umstellungsosteotomie laufen sie aber zuwider.

Lange Zeit wurde vom Kieferorthopäden die Erstellung einer präoperative „Kongruenz“ der Zahnbögen erwartet. Eine Kongruenz der Zahnbögen ist allerdings ggf. auch durch Adaptationen zu erreichen. Heute vermeiden wir den Begriff der Kongruenz bei dem präoperativen orthodontischen Wunsch und sprechen nur gezielte orthodontische Dekompensationswünsche an, die unausgesprochen natürlich letztlich auch zu einer „Kongruenz“ führen, nur ohne Kompensationen.

Unter der Verwendung von interokklusalen Splinten ist prinzipiell auch ohne kieferorthopädische präoperative Dekompensationsbehandlung möglich, die Umstellungsosteotomie vorzunehmen. Frühkontakte werden durch den Splint ausgeglichen, wobei nur allzu starke vertikale Desorientierungen durch Artikulatorfehler hier Ungenauigkeiten entstehen lassen. Dennoch hat sich die frühzeitige Operation vor vollständiger orthodontischer Dekompensationsbehandlung in unserem Hause bewährt. Nach skelettaler Korrektur entspricht die präoperative Dekompensationsbehandlung postoperativ einer Klasse I - Orthodontie, die Zahnbögen müssen nicht abstrakt ausgeformt werden und die kieferorthopädische Behandlung kann sich an der Okklusion orientieren. Zudem sind postoperativ die natürlichen Kompensationsmechanismen ausgeschaltet und es bestehen noch orthodontische Möglichkeiten, eventuelle leichte skelettale Rezidive oder Fehleinstellungen zu kompensieren.

Diese enge Verwebung der Einzelmaßnahmen muss nach Art, Ausmaß und Zeitplan abgestimmt sein. Früher war mitunter die Anwesenheit des Kieferorthopäden im Operationssaal erwünscht, heute lassen sich alle Einstellungen durch Splintvorgaben im Vorfeld an Hand der Modelloperationen diskutieren. Der mittlere Zeitbedarf für die Operation ist durch Standardisierungen des operativen Ablaufs in den Jahren deutlich gesunken. Der Zeitbedarf für die diversen Planungsschritte hingegen hat enorm zugenommen und übertrifft auch aus chirurgischer Sicht den eigentlichen operativen Zeitbedarf.

Für die Zukunft wünschenswert ist ein weiteres gegenseitiges Verständnis jeweils der Möglichkeiten, Grenzen und Instabilitäten zwischen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen und Kieferorthopäden, um auch die Behandlungsplanungen zu standardisieren, Fehlplanungen zu vermeiden, und um letztlich noch zuverlässiger überzeugende Endergebnisse möglichst ausnahmslos in jedem Einzelfall zu realisieren.

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Danke auch dir, Norbert, für die Hilfe! Ich möchte allerdings einschränken, dass ich mich nicht mehr im Wachstum befinde und daher der gesamte erste Teil zumindest für mich in diesem Fall nicht relevant ist. 

 

Nicht das präoperative Ausschöpfen der kieferorthopädischen Möglichkeiten ist gefragt oder auch nur erwünscht, sondern das im Wachstumsalter schwierige und verantwortungsvolle rechtzeitige Erkennen der kieferorthopädischen Grenzen mit Erstellung der Operationsindikation, mit dann einer Behandlungsumkehr in eine perioperative orthodontische "Dekompensationsbehandlung".

 

Wäre schön gewesen, hätte mein damaliger Kieferorthopäde ein bisschen mehr erkannt, hat er aber eben nicht. ^^

 

Lange Zeit wurde vom Kieferorthopäden die Erstellung einer präoperative „Kongruenz“ der Zahnbögen erwartet. Eine Kongruenz der Zahnbögen ist allerdings ggf. auch durch Adaptationen zu erreichen. Heute vermeiden wir den Begriff der Kongruenz bei dem präoperativen orthodontischen Wunsch und sprechen nur gezielte orthodontische Dekompensationswünsche an, die unausgesprochen natürlich letztlich auch zu einer „Kongruenz“ führen, nur ohne Kompensationen.

 

Zudem glaube ich eigentlich, dass gerade der fettgedruckte Absatz doch etwas ähnliches sagt wie auch Mush: Es soll nicht kompensiert werden, damit irgendwas aufeinanderpasst, sondern viel mehr die absolute "Kongruenz" erst postoperativ erreicht wird. Dafür ist aber doch nicht ausgeschlossen und vielleicht sogar impliziert, dass vorweg schon dekompensierende Arbeit geleistet werden kann, weil mein Ausgangsbiss doch ein Kompensationsbiss war..? Wenn ich das falsch verstehe, dann tut es mir leid, aber viel mehr kann ich aus dem Text nicht ableiten, da er nicht direkt an Patienten mit geringer Vorbildung gerichtet ist. Tatsächlich wäre das aber das, was ich sowohl aus Mushs Aussage als auch aus deinem Text herauslese.

 

Unter der Verwendung von interokklusalen Splinten ist prinzipiell auch ohne kieferorthopädische präoperative Dekompensationsbehandlung möglich, die Umstellungsosteotomie vorzunehmen. Frühkontakte werden durch den Splint ausgeglichen, wobei nur allzu starke vertikale Desorientierungen durch Artikulatorfehler hier Ungenauigkeiten entstehen lassen.

 

Und der zweite Teil mit den Splinten ist ja in meinem Fall auch hinfällig, zum einen trage ich seit einem Jahr eine Spange, zum anderen bezweifle ich, dass in meinem Fall ein solches Handeln zielführend gewesen wäre. Dazu war die Ausgangslage zu "verrückt" und eben der Kompensationsbiss zu stark ausgeprägt mit gekippter Front usw.

 

Ich glaube, was ich jetzt daraus ziehe, ist, dass du Mushs Aussage einschränken willst: Auch die einzelnen Zähnbögen für sich müssen noch nicht perfekt stehen, sondern einer Klasse I entsprechen, das reicht? Die "Fragwürdigkeit" kann ich dabei irgendwie nicht erkennen. Ich bin etwas verwirrt. :D

 

Für die Zukunft wünschenswert ist ein weiteres gegenseitiges Verständnis jeweils der Möglichkeiten, Grenzen und Instabilitäten zwischen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen und Kieferorthopäden, um auch die Behandlungsplanungen zu standardisieren, Fehlplanungen zu vermeiden, und um letztlich noch zuverlässiger überzeugende Endergebnisse möglichst ausnahmslos in jedem Einzelfall zu realisieren.

 

Ich würde sagen, dem ist nichts weiter zuzufügen. ;)

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Die in Hannover Angebotene Methode hat hauptsächlich den Vorteil, dass keine kieferorthopädische Vorbehandlung notwendig ist. Das erspart dem Patienten aber keineswegs die Zahnspange, denn die wird nach der OP gebraucht. Es ändert sich nur die Reihenfolge.

In manchen Fällen ist das sinnvoll, nämlich dort wo die präoperative Okklusion eine effektive Dekompensation erschwert. Je stärker aber die dentale Kompensation ausgeprägt und je schwieriger die kieferorthopädisch machbare Zahnbewegung vorhersagbar ist, umso weniger kommt diese Methode in Frage.

Abgesehen davon ist dieser Ansatz eine Ausnahme. Die meisten Kliniken und MKG-Chirurgen operieren nach erfolgter Vorbehandlung.

 

Herrn Vogel muss ich - wie leider so oft - darauf hinweisen, dass Zitate in diesem Forum als solche gekennzeichnet und auf ein notwendiges Ausmaß beschränkt werden sollten.

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Tande:

 

Dann interpretieren wir den Text wohl unterschiedlich. Ich lese da eine Kritik der Chirurgen an der gängigen Praxis der kieferorthopädischen Vorbehandlung. Man kann Kritik auch durch Wünsche der Chirurgen an die Kieferorthopädie ersetzen dann klingt es weniger hart. Ich verstehe das so, dass Vorbehandlung sich ausschließlich an den Wünschen des Chirurgen orrientieren soll. Ganz auf Vorbehandlung zu verzichten ist den Gedanken auf die Spitze getrieben. Erst postoperativ beginnt die eigentliche Kunst der KFO eine Klasse I Verzahnung herzustellen.

 

Was habe ich da falsch gemacht, es ist doch ersichtlich wo der Text herkommt? Die Ausführlichkeit liegt an der komplexität der Thematik. Ich finde es auch spannend, dass Kieferorthopäden und Chirurgen nicht immer gleicher Meinung sind. Und eine OP gut geplant sein sollte vor Behandlungsbeginn gemeinsam von beiden Disziplinen.

 

Man liest hier von sehr langen Vorbehandlungszeiten (bis zu zwei Jahren) und nach der OP geht es nochmal so lange. Da liegt die Vermutung doch nahe, dass die Abstimmung nicht optimal war. Und es sinnvoll ist das Thema zu diskutieren.

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Mush:

"Sehr Fragwürdig" ist wohl etwas unglücklich formuliert. Ich wollte damit sagen, dass es offene Fragen zu ihrer Position gibt. Und der Prozess verbessert werden kann.

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