Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Hans21

Gaumennaht-Erweiterung: Knochengestützte Distraktoren vs. Zahngestützte Distraktoren

Hi,

wie im Titel schon angesprochen, soll es hier um Knochengestützte und Zahngestützte Distraktoren gehen, insbesondere um die Vorteile und Nachteile dieser verschiedenen Varianten.

 

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hi,

dann antworte ich dir mal auch hier, da dieses Thema sicherlich einige interessiert.

Das ist nur meine Sicht der Dinge.

Vorteile des knochengetragenen:

- Relativ klein, daher stört der Distraktor kaum beim sprechen und essen

- drehen ist sehr einfach und geht schnell

- das entfernen ist alles andere als unangenehm und ist schnell erfolgt

- Zähne putzen und Spülen, somit die Reinigung ist einfach und problemlos da nichts im Weg und die Zähne frei liegen

- korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber die Spange kann früher eingesetzt werden da die Backenzähne frei sind

Nachteil des knochengetragenen:

- Wunde blutet immer wieder mal auf einer Seite, gerade bei etwas Anstrengung, ist aber schätze ich die Ausnahme

- Entzündungsgefahr durch offene Wunde

- Op zwingend erforderlich (bin mir aber nicht sicher)

Mir wollten sie am Donnerstag die zahngetragene einsetzen, und ich muss sagen das ich froh das ich dich wieder die knochengetragene eingesetzt bekommen habe, denn die Hyrax ist schon ein anderes Kaliber. Und auch das einsetzen ist nicht unbedingt angenehm (mein Empfinden mit gebrochenem Ok ;))

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hab nix weiter hinzuzufügen, hast du gut erklärt Toni :-) War auch froh, die knochengetragene Variante bekommen zu haben.

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

danke für die Informationen,

gibt es zeitliche Unterschiede wann bei zahngestützen oder knochengesützten Distraktoren die Multibracketapparatur eingesetzt wird?

 

Eine Frage hab ich noch, es ist ja bekannt, dass zahngetragene Apparaturen die Zähne auf dem Knochen verschieben können, und unter dieser Annahme könnte es doch passieren, dass der Knochenwiederstand beim Weiten stärker ist, als die Kräfte für die Verschiebung der Zähne, wodurch das Endergebnis sich nicht optimal planen lässt, und der Heilungprozess auch etwas beeinträchtigt wird.

  

Was meint ihr ?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich denke dieses Risiko ist bei einer GNE mit Operation nicht gegeben. Der Knochen gibt dann deutlich eher nach als die Zähne. Schon eher ist wohl das Risiko dass der Knochen nicht gleichmäßig geschwächt wird und sich der Kiefer daher nur einseitig erweitert. Das war zumindest bei mir der Fall, leider...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

So, jetzt kann ich auch von meiner Erfahrung berichten.

 

Zahngestützer Distraktior

 

Vorteile: 

 

1.  Ich hab das Gefühl, dass er ziemlich fest sitzt und den Kiefer effizent dehnt.

2.  Meinem Gefühl nach, bleiben die Zähne in ihrer Achse und die seitlichen Oberkieferwände in ihrer Neigung relativ stabil.

 

Nachteile:

 

1. Die Apparatur ist auf jeden Fall größer als ein knochengetragener Distraktor, und das Schlucken ist am Anfang schon etwas eigenartig, aber man gewöhnt sich im Laufe der Zeit daran.

2. Die Artikulation ist definitiv etwas eingeschränkt. Es wird besser, aber man hört, dass etwas im Mund ist, und manche Buchstaben sind schwer auszusprechen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ein Nachteil einer zahngetragenen GNE ist aber vor allem auch, dass es zu Zahnbewegungen kommt (die Zähne werden nach außen, weiter an den Rand des Alveolarknochens gedrängt). Deshalb sollte bei einer zahngetragenen GNE auch immer ein Breitenüberschuss (ca. 2-3mm) erreicht werden, damit man im Anschluss die Zähne mit der Zahnspange wieder in die Mitte des Alveolarknochens bewegen kann. Wenn die Zähne bereits vor Behandlungsbeginn sehr weit außen im Alveolarknochen stehen, dann kann es passieren, dass die Zähne aus dem Knochen teilweise heraus bewegt werden, das Zahnfleisch geht dann meist auch entsprechend zurück.

Meiner Erfahrung nach beachten Kieferorthopäden diesen Umstand nicht/zu wenig, deswegen sollte man unbedingt mit dem KFO über die Entscheidung zahn- oder knochengetragener Distraktor sprechen.

 

Nachteil eines knochengetragenen Distraktors ist, dass man eine Wunde am Gaumen hat, die sich entzünden kann oder sonstige Probleme machen kann. Dadurch kann es passieren, dass man ihn frühzeitig wieder entnehmen muss und durch eventuell einen Gaumenbogen/Quadhelix ersetzen muss.

Nach meinen Erfahrungen befürworte ich einen knochengetragenen Distraktor.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ein Nachteil einer zahngetragenen GNE ist aber vor allem auch, dass es zu Zahnbewegungen kommt (die Zähne werden nach außen, weiter an den Rand des Alveolarknochens gedrängt). Deshalb sollte bei einer zahngetragenen GNE auch immer ein Breitenüberschuss (ca. 2-3mm) erreicht werden, damit man im Anschluss die Zähne mit der Zahnspange wieder in die Mitte des Alveolarknochens bewegen kann. Wenn die Zähne bereits vor Behandlungsbeginn sehr weit außen im Alveolarknochen stehen, dann kann es passieren, dass die Zähne aus dem Knochen teilweise heraus bewegt werden, das Zahnfleisch geht dann meist auch entsprechend zurück.

Meiner Erfahrung nach beachten Kieferorthopäden diesen Umstand nicht/zu wenig, deswegen sollte man unbedingt mit dem KFO über die Entscheidung zahn- oder knochengetragener Distraktor sprechen.

 

Nachteil eines knochengetragenen Distraktors ist, dass man eine Wunde am Gaumen hat, die sich entzünden kann oder sonstige Probleme machen kann. Dadurch kann es passieren, dass man ihn frühzeitig wieder entnehmen muss und durch eventuell einen Gaumenbogen/Quadhelix ersetzen muss.

Nach meinen Erfahrungen befürworte ich einen knochengetragenen Distraktor.

 

Geht es hier um eine kieferchirurgisch untersützten GNE oder einer konservativen GNE ohne Schwächung des Knochens?

Kommt es bei einer kieferchirurgischen GNE auch zu solchen Zahnbewegungen, dass ein Breitenüberschuss erreicht werden muss?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich bin kein KFO/KFC, aber meines Wissens nach hat man auch bei einer kieferchirurgisch unterstützten GNE diese Zahnbewegungen. Heutzutage trennt man den Oberkiefer komplett entlang der Le-Fort I -Ebene hindurch bei einer GNE-Op, es gibt also wenig Widerstand vom Kieferknochen, jedoch bieten die Weichteile und Fasern im Gaumen einen nicht unerheblichen Widerstand. Bei einem Forums-Mitglied ist mal nach dem Drehende die GNE-Apparatur herausgesprungen, die Folge war, dass sich der Oberkiefer innerhalb kürzester Zeit wieder verschmälert hat. Die zahngetragene GNE muss also auch bei einer chir. GNE gegen Widerstand arbeiten und dadurch gibt es eben auch dentoalveoläre Bewegungen.

 

Wichtig wäre halt, dass der KFO beachtet wie die Zähne im Alveolarknochen vor der GNE stehen, damit man sie nicht aus Versehen zu weit nach außen bewegt.

Vom Komfortfaktor wäre mir eine knochengetragene GNE auch lieber. Falls dein KFO nicht mit einer knochengetragenen arbeiten möchte, dann such dir jemand anderen...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ja, das ist logisch, dass sich der Oberkiefer in kürzester Zeit wieder verschmälert, wenn die Apparatur während der Behandlung weggfällt, aber das sagt nichts über den Widerstand aus der herrscht und ob der Zahnwiderstand geringer ist, sodass sich die Zähne verschieben.

 

Kennst du jemand bei dem sich die Zähne verschoben haben, obwohl es chirugisch geschwächt wurde oder hast du das von einem Arzt gehört?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Meine KFO hat das auch bestätigt, daß das Risiko hoch ist, daß sich die Zähne verschieben können. Sie meinte, es ist so ein Segen, daß es die knochengetragene Variante gibt. 

 

Bei mir wäre wohl auch gar nicht die zahngetragene zum Einsatz gekommen, da meine Backenzähne eh schon durch die Fehlstellung sehr weit außen standen/stehen. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ja, ich habe eine KFO sagen hören, dass man bei einer GNE immer dentoalveoläre Bewegungen dabei hat, egal ob chirurgisch unterstützt oder nicht. Auch in einer Publikation von Lindorf findet man folgende Aussagen (S.4, http://www.professor-lindorf.de/de/prof-lindorf/eigene-aktuelle-publikationen/dysgnathiechirurgie.html):

 

"Die Dehnung erfolgt, bis eine Überkorrektur von ca. drei Millimetern beidseits erzielt ist. Bei zahngetragenen Apparaturen ist nach unserer Erfahrung diese Überkorrektur sinnvoll, um den dentalen Anteil an der Erweiterung nacheinem Rezidiv wieder kompensieren zu können."

 

Und weiter:

 

"Wird statt der dental fixierten Biederman-Hyrax-Apparatur ein palatinal knochenfixierter oder implantatfixierter Distraktor verwendet, z. B. wenn keine ausreichende dentale Verankerung möglich ist, kann man auf die Überkorrektur verzichten. Der dentale Anteil des eingeplanten Rezidivs fällt dann weg."

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Liebe Progenica Community,

mir wurde am 21.07.2014 ein Knochengetragener Distraktor in den Unterkiefer platziert und ein weiterer Distraktor im Oberkiefer. Insgesamt habe ich 2 Wochen gedehnt. Jeweils 1 Mal täglich. Oben ging das ganze Schneller und anstatt 2 Wochen habe ich nur 4 Tags gebraucht und dann entstand eine Lücke von 7mm . Unten waren die Lücken kaum sichtbar.

Vor der Op habe ich 9 Monate lang den "Klassischen" Distraktor getragen der an den Backenzähnen befestigt ist. Dazu musste ich auch ein Headgear tragen.

Also kann ich mich direkt zu beiden Möglichkeiten äußern.

Knochengetragener Distraktor (Ok&Uk)

- viel kleiner als der "klassische"

- keine Nahrung bleibt hängen

- keine Sprachfehler

- kann tlw. Schneller entfernt werden (in meinem Fall schon nach 2 1/2 Monaten, 20.10)

NACHTEILE

- OP (fast kein Zahnfleisch nach dem aufwachen)

- Krankenhausaufenthalt (5Tage)

》im UK die Unterlippe steht stark ab

- Evtl Schwellungen nach der OP (hatte selbst keine)

_____________________________________________________

"KLASSISCHER DISTRAKTOR"

-keine Op nötig

-dadurch keine Schwellungen

Nachteile

-Sprechen

-Größe

-Essen

-dauert länger

-tlw. schmerzhafter

-2 Mal am Tag gedreht

-Lücke war kleiner (0,5 cm)

-Zahnhygiene schwieriger

-Das abnehmen tat weh

Für Fragen stehe ich euch gerne zu Verfügung

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Also ich denke so generell kann man das nicht sagen. Das war dann wohl ein sehr spezieller Fall bei dir. Dass man sowohl Hyrax-Schraube wie den Distraktor 4-6 Monate drin behält hat damit zu tun dass man verhindern möchte dass sich der Knochen wieder zurückbildet. Es wäre mir neu dass man einen Distraktor 2 Monate Post-OP wieder entnehmen kann ohne ihn durch einen TPA zu ersetzen. Falls doch dann besteht die Gefahr eines Rezidivs genauso wie bei der Hyraxschraube. 

 

Auch ist bei letzterem sehr wohl eine OP angezeigt, sofern der Patient ein gewisses Alter überschritten hat und die Verknöcherung bereits abgeschlossen ist. Das traf auf dich vermutlich nicht zu weil du noch etwas jünger bist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich glaube sie/er ist noch recht jung und es wurden daher weder Le-Fort-I noch die Gaumennaht durchtrennt. Vermutlich wurde nur der Distraktor verschraubt. Andernfalls ergibt das alles keinen Sinn......

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0