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jojos

Bimax-OP am 08.10.2014 bei Dr. Frey in der SeegartenKlinik Heidelberg

Liebe Gemeinde,

 

im Schnelldurchlauf nochmal mein Weg bis zur Bimax-OP: M 39 Jahre alt. Als Jugendlicher schon jahrelang in kieferorthopädischer Behandlung, Erfolg mehr oder weniger null. Mein Antrieb, das Thema nochmal aufzugreifen lag irgendwo zwischen Ästhetik und Funktionalität. Dabei ging es um profane Dinge, wie den Wunsch endlich richtig abbeißen zu können. Ein anderer wichtiger Punkt kam dabei im Laufe der Behandlung noch hinzu: Schlafapnoe. Goriwyn hat es mal sehr passend beschrieben: „Ganz ehrlich, selbst wenn die Ästhetik manchmal erste Motivation ist, geht doch mit der Behandlung bei einigen auch eine erhebliche Verbesserung der Funktionalität einher.“ Durch meine Kieferfehlstellung wurden meine Atemwege so sehr verengt, dass ich Atemaussetzer, niedrige Sauerstoffsättigung etc. hatte.

 

Im Sommer 2011 der erste Termin in der Dysgnathie-Sprechstunde der Uniklinik Frankfurt. Nach ein paar Monaten bekam ich dann den Bericht, dort wurde eine GNE + UKVV empfohlen, mit dem ich dann zu meinem KFO gegangen bin. Der Behandlungsplan wurde bei der KK eingereicht und auch ohne Probleme genehmigt. KIG 5. Am 5.9.2012 war dann die GNE-OP in der Uniklinik Frankfurt, an der ich doch ein paar Wochen zu knabbern hatte. Das war auch ein Grund, mich für die Bimax-OP nochmal woanders umzusehen. Die Zahnspange kam im April 2013 rein, über die wunderbare Zahnlücke, durfte ich mich fast ein Jahr erfreuen.

 

Als mein KFO das Go für die OP gab, habe ich mich im Frühjahr 2014 wieder in der Uni vorgestellt. Nach 2,5 Stunden Wartezeit, rein ins Behandlungszimmer, mein Anliegen vorgetragen: Kann operiert werden? Ohne mir in den Mund zu schauen wurde gleich ein Termin ausgemacht, Röntgenbilder und ein Abdruck gefertigt, sonntags noch zum MRT angereist…um dann ein paar Tage später zu erfahren, nö, geht jetzt doch noch nicht, der Oberarzt meint es müsste erst noch kieferorthopädisch weitergearbeitet werden. Was mein KFO nicht ganz verstanden hat und auch durch Dr. Frey bestätigt wurde. Also habe ich angefangen ernsthaft nach alternativen Ausschau zu halten. Dabei bin ich vor allem über die Berichte im Forum über Dr. Frey von der SeegartenKlink Heidelberg von Is. 1 und Tobey gestolpert, an dieser Stelle nochmal vielen Dank! Daraufhin einen Termin vereinbart und der war absolut positiv. So wie man sich es wünscht. Jetzt musste „nur noch“ die Kostenübernahme von meiner Krankenkasse her. Die SeegartenKlinik ist eine Privatklinik, die aber über DRG-Fallpauschalen abrechnet. Der Basisfallwert ist der gleich wie der Baden-Württembergische Landesfallwert. D.h., bei der Krankenkasse fallen nicht mehr Kosten an, als in anderen Vertragskliniken. In meinem jugendlichen Leichtsinn dachte ich: Na, das dürfte dann doch kein Problem sein. Falsch gedacht. Meine KK hat die Kostenübernahme verweigert. Also meine Mitgliedschaft gekündigt und zur TK gewechselt, die die Behandlung dort immer übernommen hat. Und wieder: falsch gedacht. Also auf die Suche nach einer neuen KK gemacht und Gott sei gelobt und gedankt auch gefunden >> Heimat Krankenkasse (gut, der Name kommt ein wenig sonderbar daher, aber das interessiert ja nicht). Sehr netter Kontakt, alles lief reibungslos und unkompliziert. Mitgliedschaft in der TK widerrufen, seit 1.10. in der Heimat.

 

So, jetzt geht’s aber wirklich los:

 

Eingerückt in die SeegartenKlink bin ich am Montagabend, 6.10. zunächst ins Schlaflabor für zwei Nächte. Wie oben beschrieben, wurden hier die Schlafbeschwerden bestätigt. Was einerseits natürlich gut war, andererseits hatte ich das Gefühl, durch die vielen Kabel am Körper nicht so gut geschlafen zu haben. Und das zwei Nächte vor einer OP, die ich gerne ausgeruht angegangen wäre. Aber gut, wenn‘s der Wahrheitsfindung dient.

 

Der 7.10. verlief dann unspektakulär mit warten auf den Abend, Verkabelung und versuchen zu schlafen. Die Klink hat nur Einzelzimmer, was natürlich total super war. Keiner der einem auf den Sender geht, TV und WLAN. Das war absolut von Vorteil.

 

8.10. Tag der OP

Um 6 Uhr nochmal in die Dusche, frisch rasiert und gewartet. Um kurz nach 8 wurde ich abgeholt, keine Tablette zur Beruhigung o. ä. bekommen und ab ging’s ins Untergeschoss. Die Anästhesistin kam vorbei, ebenfalls total nett und lustig. Aber eine gewisse Anspannung kann ich nicht leugnen, mein lieber Schwan. Es ist halt was komplett anderes als zum Beispiel eine Meniskus-OP. Keine Ahnung wann ich genau aufgewacht bin, aber an eines werde ich mich wohl mein Leben lang erinnern: Das Gefühl, im liegen soviel Luft einatmen zu können. Wahnsinn, jemand der diese Einschränkung nicht kennt, kann es wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen. Dr. Frey war auch gleich da, alles super gelaufen. Der Oberkiefer wurde um 4mm nach vorne geholt und der Unterkiefer 15mm. Auf der rechten Seite passt der Biss bereits perfekt, links muss noch vom KFO der seitliche Biss geschlossen werden. Splint hatte ich keinen, keine Drainagen, keine Magensonde und auch keinen Katheder. Kühlmaske am Start und gut gefühlt habe ich mich auch. Im Mund selbst waren Gummis gespannt. Gegen 16 Uhr war ich wieder auf meinem Zimmer. Keine Übelkeit.

 

9.10.

Die Schwellung nahm zu. Essensaufnahme nur mit Schnabelbecher möglich, mit dem ich mich erst durch die Gummizüge kämpfen musste. Schmerzen hatte ich so gut wie keine. Klar, hier und da drückte es mal, oder ich verspürte ein ziehen. Bin im Laufe des Tages immer wieder weggenickt. Nachts konnte ich nicht so gut schlafen, woran es genau gelegen hat, keine Ahnung. Nachwirkung der Narkose oder die Umstellung an sich.

 

10.10.

Versucht so viel wie möglich zu trinken, hier und da eine Suppe oder Brühe zu schlürfen. Das erste Mal geduscht, was sehr gut getan hat. Ein bisschen hin- und hergelaufen. Aber ich war schon noch ganz gut erledigt. Die Nacht war dann wieder durchwachsen.

 

11.10.

Besuch von meinen Lieben bekommen, eine sehr schöne Abwechslung, obwohl es mit dem Sprechen aufgrund der vielen Gummis nicht so gut geklappt hat. Ansonsten kam Dr. Frey jeden Tag vorbei und hat nach mir geschaut, er war sehr zufrieden. Die Schwellung ging sogar schon langsam zurück. Klar sind die ersten Tage nach der OP kein Zuckerschlecken.

 

12.10. – 15.10.

Hunger! Also der Hunger, vielmehr das Verlangen nach leckerem Essen hat mich irgendwie runtergezogen. Dazu kam noch eine entzündende Stelle der Nasenschleimhaut, Autsch. Am Samstag bin ich das erste Mal raus in einen Supermarkt um mir mal ein kaltes Malzbier zu kredenzen > traumhaft. So verliefen dann auch die Tage bis zu meiner Entlassung >> Glotze, Tablet, Bücher. Da ich von weiter herkomme, bin ich ein wenig länger geblieben, was auch nicht verkehrt war. Bin weiter abgeschwollen und habe mich ansonsten auch ganz gut gefühlt. Gekühlt habe ich bis Samstagmittag. Schwestern, vor allem eine, waren wirklich sehr nett. Wie eigentlich das komplette Team.

 

Auf den Tag genau, ist meine OP heute 3 Wochen her. Seit Montag arbeite ich wieder. Am Anfang musste ich mit Spiegel essen, damit ich sehen konnte, wo und wie das Hamham hineinkommt. Mittlerweile komme ich ganz gut ohne aus und es klappt immer besser. Mit geht es wesentlich besser als nach der GNE. Während ich daheim war, hatte ich 6x Lymphdrainage und laut meinem KFO soll ich in vier Wochen Physio verschrieben bekommen. Am 24.10. wurden die Fäden gezogen. Mundöffnung klappt schon ganz gut. Geschwollen bin ich noch ein bisschen um die Nasenflügel, leicht an Oberlippe und Kinn. Taubheit vor allem im Bereich rechte Unterlippe, sowie die rechte Kinnhälfte. Schwellung und Taubheit nervt natürlich, aber ich mache mir da keinen Stress. Habe ich mir abgewöhnt. Was vielleicht für den ein oder anderen noch wichtig ist: 3D Gesichtsscan für die OP-Simulation, sowie diverse andere Voruntersuchungen haben mich keinen Cent gekostet.

 

Ein langer Bericht, wollte einen Bogen spannen und hoffe, dass ich ihn nicht überspannt habe. ;-)

 

Viele Grüße

Jo

 

P.S.: Nachts schlafe ich seither wie ein Baby…Wunderbar!

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Interessanter Bericht, Glückwunsch zur überstandenen OP! Ist ein tolles Gefühl den letzten großen Schritt geschafft zu haben, oder? :)

Gute Besserung weiterhin!!

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Schöner Bericht, ist ja alles ganz toll verlaufen.

Wie schön, wenn man feststellt, dass sich die ganzen Strapazen gelohnt haben.

Ich wünsch dir, dass alles so komplikationslos weitergeht.

Du hattest ja gute Nerven mit deinem Kassenwechsel ;-)

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Danke Boki!

 

Allerdings.  :483:  Es ging mir schon ziemlich auf den Zeiger. Vor allem war trotz der mündlichen Zusage der KK noch Luft anhalten angesagt, weil ich das offizielle Kostenübernahmeschreiben der KK erst zu meinem Wechsel am 1.10. bekommen habe. Der OP-Termin aber schon ausgemacht wurde, natürlich in Abstimmung mit der Klinik.

 

Richtig, es hat sich gelohnt und war für mich die absolut beste Entscheidung. Auch wenn ich durch den KK-Wechsel zwei Monate "verschenkt" habe.

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Danke für deinen Bericht. Das macht doch Mut :-)

Wie geht es dir jetzt? Was kannst du schon essen und wie ist es mit dem sprechen?

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Also ich kann wirklich nicht klagen. Die Schwellung ist fast komplett zurückgegangen. Die tauben Stellen an Unterlippe und Kinn habe ich nach wie vor. Ansonsten klappt es mit dem Essen schon prima, aber natürlich noch keine harten Sachen. Abbeißen und nicht abreißen >> ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer für mich. ;-) Seit letzter Woche habe ich links und rechts jeweils zwei Finisher-Gummis als Dreiecke gespannt. Damit spreche ich noch ein wenig unrund. Wenn ich die Gummis zum Essen rausnehme, habe ich keine Probleme.

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