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Goriwyn

UKVV am 29.10.2014 in Koblenz

So, dann mag ich mich auch mal hier verewigen, wie es mit meiner OP verlaufen ist.

 

1. Tag - 29.10.2014, Mittwoch:

 

OP Tag. Ich bin hier in Bonn um 4:30 aufgestanden, nochmal geduscht, alles eingepackt und ab ins Krankenhaus. Ich war fürchterlich unruhig und aufgeregt. Dort angekommen die üblichen Fragen, chicer Kittel - Netzunterhose nur auf Nachfrage, aber immerhin - und dann ging es auch schon los.

 

An die Fahrt zur Narkose kann ich mich hervorragend erinnern, an jede Station dort, jeden Raum, jede Person - auch wenn es ohne Brille natürlich für mich schwierig ist, was zu erkennen. Und im Bett rumfahren, wenn man völlig fit ist, ist natürlich auch irgendwo skurril.

 

Mit den Leuten dort unten habe ich mich nett unterhalten, durfte meine Haare noch gemütlich liegen - ich lag etwas doof auf meinem Zopf - und meine Frage, ob ich einen Blasenkatheter kriege, wurde verneint. Das hat mich beruhigt, weil ich ja eben auch keinen wollte.

 

Meine LMAA-Tablette hat in meinen Augen nicht gewirkt. Spätestens bei dem Teil, wo man vor der Narkose Sauerstoff atmen soll, hatte ich einen Puls...meine Güte. Die Narkosehelfer meinten auch, die Tablette hätte mich eigentlich entspannter machen sollen - naja, dafür hatten die ja dann den harten Kram, der mich bald ausgeknockt hat.

 

Erinnerungen habe ich dann wieder an den Aufwachraum. Darin ist mir dann erstma- trotz vollmundiger Behauptung, von einer Narkose noch nie Übelkeit gehabt zu haben - ein Schwall hochgekommen, an die Reinigung und an das "Oh, Sie haben sich übergeben" erinnere ich mich aber nicht mehr, weil ich da schon wieder eingenickt war. Mein Bett hat wohl wer anders aufgeräumt. Aber danach ging es mir gut und ich bin wieder eingeschlafen, bis ich gegen 13 Uhr wieder oben auf Station war.

 

Dort wartete schon - seit immerhin 8 Uhr morgens - mein armer Freund, der völlig aufgeregt und nun erleichtert war. Ich war also etwa 5 Stunden weg.

 

Nachmittags kamen dann meine Eltern - danke an Melli für ihre Bilder mit Drainage, meine Mutter war so erleichtert, dass sie VORHER wusste, was sie erwartet - und ich bin aber bei jedem Gespräch weggenickt.

 

Auf Toilette war ich aber alleine, die Schwester lachte nur, als ich bei dem Wort Bettpfanne völlig abwehrend reagierte.

 

Der Rest des Tages verlief unspektakulär. Meine Zimmernachbarin telefonierte etwas laut. Und im Nebenzimmer liegt leider ein Rudel Mittfünfziger, dass wirklich bei jeder Gelegenheit am Raum vorbeigeht und reinschielt, ob es einen Blick erhaschen kann. Mein Freund wickelt mich gut in meine Decke ein, weil ich ja nur meinen Kittel anhabe - ehrlich, so narkosiert kann ich auch nicht sein, als dass mich das nicht genervt hätte, wie die da geglotzt haben. Abends bestehe ich also darauf, mich umzuziehen  - da die Wärme im Zimmer unerträglich ist, unendlich sexy in Thrombosestrümpfen, Boxershorts und Tshirts. Die Kombi von Thrombosestrümpfen und Boxershorts kann ich optisch nur empfehlen, ein Highlight! :biggrin:

 

Die Nacht verlief ereignislos, ich habe sogar ohne Ohropax einigermaßen durchgeschlafen. Eis gab es auf Nachfrage alle 2 Stunden, dazu abends noch was gegen die Schmerzen, Antiobiotka und Cortison.

 

30.10. - 1. Tag Post-OP, Donnerstag

Bei meiner GNE war der erste Tag für mich der blödeste Tag, daher war ich auf alles vorbereitet. Ich muss aber sagen, es ging. Morgens hieß es, dass morgen ein zweiter "Elefant" kommt, eine Patientin mit GNE. Das fand ich schonmal ganz nett. Die Bemerkung, man könne sich dann austauschen, allerdings angesichts Splint und Gummis etwas irritierend, denn sprechen kann ich eigentlich kaum.

 

Der Tag war insgesamt anstrengend - ich habe dauernd das Gefühl, ich ersticke - Nase halbwegs dicht, Schleim läuft mir den Rachen runter, dazu der Splint und die Gummis - wirklich beklemmend. Ganz ehrlich: Ich habe mir das vorher einfacher vorgestellt. Und dazu eben die Drainagen - für jeden Toilettenbesuch schleppe ich zwei Pullen Blut mit mir rum. Das ist super umständlich und lästig und ziept in den Mundwinkeln.

 

Mit der Sondenkost helfen mir die Schwestern noch, das funktioniert auch eigentlich. Magensonde ist zwar lästig, aber die Halsschmerzen sind diesmal nicht so stark, wie bei der GNE.

 

Visite ist erfreulich, Herr Wenghöfer ist mehr als zufrieden. Er meint, meine Nerven wären wie Kabel, die hätte man bei der OP gut gesehen und nicht getroffen. Taub sind im Moment Kinn und Unterlippe noch komplett, die Seiten etwas, wobei man da kaum sagen kann, was Schwellung und was Taubheit ist. Zumal Drainagen und Verbände da hängen, wer weiß das schon. Allerdings muss man sagen, dass die Lippe manchmal kribbelt und juckt - ich halte das für ein gutes Zeichen.

 

Besuch wie immer erst meine Eltern, dann mein lieber Freund - der bleibt immer bis 20:30, damit kriege ich meinen Tag gut rum und der Abend ist nicht so lang.

 

31.10. - 2. Tag Post-OP, Freitag

Auch dieser Tag ist okay gewesen. Bin weiterhin kaum geschwollen, einzig die Drainagen nerven. Laut Visite kommen die morgen raus. Der Doc erwischt mich, wie ich gerade meinen Koffer herumwuchte, weil ich mich umgezogen habe, und fragt, ob ich schon packe? Er meint, dass ich eher ein Kandidat für eine Eisenkugel wäre und mal etwas ruhiger machen sollte. Am Montag werde geröntgt, wenn dann alles okay wäre, dürfte ich eventuell gehen. Aber nur, wenn ich verspreche, mich zu benehmen. :D

 

Abends bin ich allerdings etwas demoralisiert - erst ein Hustenanfall, bei dem mir Schleim hochkommt und ich den aber größtenteils runterschlucken muss, da er nicht durch den Splint geht. Total ekelhaft und einmal mehr das Gefühl, dass ich keine Luft bekomme. Dazu habe ich ziemliche Schmerzen in den Muskeln, das Eis auf Station ist alle und ich habe eine neue Zimmernachbarin, die erbärmlich schnarcht. Insgesamt bin ich da etwas genervt - da habe ich extra den tollen Zweibettzimmertarif und bin trotzdem seit Tagen zu dritt mit Leuten im Zimmer - und nun noch eine schnarchende ältere Dame.

 

Und mein Rücken tut ziemlich weh, von dem blöden Bett. Außerdem zittere ich die ganze Zeit, obwohl mir nicht kalt ist - keine Ahnung, ob es Unterzuckerung ist oder sonstwas, aber ich fühle mich insgesamt sehr unwohl.

 

Naja. Meinen Kummer muss ich erstmal selbstironisch bei der Nachtschwester parken, die mit mir drüber lacht und meint, man solle sich nicht reinsteigern. Und sie meint auch, wenn mein Körper schon wieder Kraft hätte, Rückenschmerzen vom Bett zu haben, wäre der Kiefer nicht mehr das Schlimmste. Dazu verspricht sie mir Tee mit Zucker über die Sonde, ein Schmerzmittel für die Muskeln und macht mein Bett gemütlich - sind echt alle sehr nett hier.

 

Leider dann die nächste Ernüchterung: Die Sonde ist dicht. Keine Ahnung was da los ist. Es wird mindestens eine halbe Stunde mit verschiedenen Schwestern an meiner Nase rumgezogen und am Schlauch gezupft, um ihn freizukriegen - mit Wasser, mit Sprudelwasser, mit kleinen Spritzen, mit großen Spritzen...letztendlich bleibt die Sonde dann drin und man möchte das morgen mit dem Arzt besprechen. Ätzend.

 

Ich schlafe trotzdem wider Erwarten ganz okay.

 

01.11. - 3. Tag Post-OP, Samstag

Morgens kommt erstmal eine Schwester und zieht mir meine Sonde. Sie meint, es mache keinen Sinn, die zu behalten, wenn sie verstopft wäre und der Punkt "so lange wie möglich" wäre dann eben nun erreicht. Mir soll es Recht sein, das Ding nervte eh. Morgens gibt es nun nur Brühe, mittags eine Pulle Fresubin. Relativ wenig, aber es geht schon.

 

Dann ist Visite und mir werden die Drainagen gezogen. Chirurg weiter sehr zufrieden, ich bin wenig angeschwollen und auf leichte Pieksereien reagieren Lippe und Kinn auch schon.

 

Auf die Frage, ob ich vor dem Ziehen der Drainage Angst haben musst, sagt er "Nein" und behält Recht. Erst werden die Teile abgeschnitten, die oben an meinem Mund hängen. Die Teile, die an meinem Körper verklebt sind, darf ich selber abmachen - ganz Gentlemen-Like. Es wäre mir auch unangenehm gewesen, wenn der Herr mir die Dinger von meiner Oberweite abknibbelt.

Dann folgen die Teile, die innen verbaut sind - und ich habe nur ein kurzes Zupfen gespürt, als ob man sich selbst in den Arm kneift. Ich meinte nur "Das wars?" und er bejahte, zweite Seite war schon dran. Also bei mir zumindest kein Problem. :)

 

Habe ihn dann nach Duschen, Haarewaschen, Naseputzen usw. gefragt - alles kein Ding, da Oberkiefer nicht betroffen. Da habe ich mich sehr gefreut, weil ich bei der GNE erst zu Hause duschen durfte. Ihm einen schönen Feiertag gewünscht und noch ein bisschen geplaudert, immerhin ist schönes Wetter und Allerheiligen und Arzt und Patient wären lieber woanders, als beim Drainageziehen ;) Dann bin ich erstmal los zur Schwester gestiefelt und habe verkündet, duschen zu dürfen - habe Handtücher bekommen (hatte nur kleine mit dabei, da ich dachte, ich darf nicht duschen). Leider kam dann erstmal eine andere Schwester mit einem Liter Kochsalzlösung, der mich 2 Stunden ans Bett gefesselt hat. Dann kamen auch schon meine Eltern, ich natürlich noch völlig gammelig in meinen Klamotten, die ich extra zum Drainageziehen noch angelassen hatte. Als die Kochsalzlösung durch war, haben meine Eltern aber netterweise die 10 Minuten zum Duschen gewartet und dann bin ich wie ein neuer Mensch in den Aufenthaltsraum mit ihnen gegangen. Ein herrliches Gefühl.

 

Später ging es dann in die Cafeteria und ich habe mir völlig wagemutig einen Tee bestellt. Da kam dann mein Freund dazu und meine Eltern haben sich irgendwann verabschiedet.

 

Habe mir dann meine Jacke geholt und bin mit meinem Freund zur Mosel - Gewaltspaziergang von etwa 1,5 Stunden. Meine Güte, hat das gut getan! Die Zimmer, in denen man kein Fenster öffnen kann und diese Wärme im Gesicht, das nagt echt an mir als Frischluftfanatiker!

 

An dem Abend ging es mir dann auch so gut, dass ich endlich was lesen konnte - über 100 Seiten Game Of Thrones, das hat gut getan. Vorher war mir die Birne einfach zu matschig für mehr als "in Zeitschriften blättern".

 

Die Nacht war wiederrum etwas anstrengender - enorme Hitze im Gesicht und ich schwelle fühlbar an. Dazu eben wieder ziemliche Schmerzen an den Muskeln. Aber ohne Drainage kann ich mich selbst mit Eis versorgen und geistere häufig nachts zum Kühlschrank.

 

02.11. - 4. Tag Post-OP, Sonntag

Letzter Tag, eine Idee, in die mich heute ziemlich reinsteigere! Mit Frühstück, Mundreinigung und Duschen lässt sich auch ein Vormittag bestreiten - es dauert ja alles etwas länger - und gegen Mittag steht schon die Familienbande auf der Matte - diesmal mit Oma.

 

Meine Oma ist völlig begeistert, wie frisch ich aussehe und beneidet mich um meine Schwellung. Zitat: "Ich will auch sowas, dann hätte ich gar keine Falten mehr!" Mein Mittagessen mit Spritze gibt es im Aufenthaltsraum, meine Oma kommentiert mit "Das ist ja wie in der Klinik hier!" Das und das ewige Geplänkel mit meiner Mutter sind jedenfalls schwer zum Aushalten, wenn man nicht gut Lachen kann ;) Wenigstens texten mich alle so zu, dass ich kaum selbst sprechen muss. Dann geht es unten in die Kantine und ich bekomme wieder einen Tee. Alles sehr gemütlich.

 

Ich lege mich noch etwas hin und schaffe es dann endlich mal, den mitgebrachten Laptop anzuschließen und eine Folge Breaking Bad zu gucken. Kurz danach kommt auch schon mein Freund und wir gehen in das Krankenhauscafe - Kaffee für ihn, kalter Kakao mit Strohhalm für mich. Danach wieder zur Mosel - diesmal in die andere Richtung. Wir schaffen es fast bis zum Ländereck.

 

Abendessen nehme ich wieder im Aufenthaltsraum zu mir, und wir erzählen uns was. Um kurz nach 8 merke ich, dass ich ganz schön erledigt bin und mein Freund baut mir den Laptop nochmal auf - 2 weitere Folgen Breaking Bad, dann geht es schlafen.

 

Die Nacht ist leider etwas schmerzhafter - außerdem ist das Eis mal wieder Mangelware, was natürlich blöd ist.

 

03.11. - 5. Tag Post-OP, Montag

Ich bin schon morgens ganz hibbelig, ob ich endlich nach Hause darf! Um 9 kommt die Schwester und teilt mit, meine Zimmernachbarin und ich dürften um 11 zum röntgen - kurz darauf verschiebt sich der Termin um eine Stunde nach vorne. Wir werden also schon um kurz vor 10 zum Röntgen in die MKG-Praxis gefahren. Dort wird geröntgt und untersucht.

 

Herr Dr. Dr. Wenghöfer nimmt den Splint raus, damit er gereinigt werden kann - und auch ich kriege eine Zahnbürste in die Hand gedrückt, um mal gründlich zu putzen, auch an den Innenseiten. Ein gutes Gefühl, einzig die Mundöffnung fühlt sich komisch an, als hätte mir jemand ein fremdes Scharnier in den Schädel gebaut. Seine Befehle "aufmachen, zubeißen" usw. befolge ich nur mit äußerster Zaghaftigkeit, man hat doch Angst, was kaputtzumachen! Nach der Reinigung und Kontrolle werde ich gefragt, wann ich nach Hause möchte, ich natürlich "Heute!" ... Naja, obligatorisch muss nun ein wenig rumgedruckst werden, dass das aber arg früh wäre und dass ich mich aber schonen müsste - und ich verspreche, dass ich das auch tue! Ich bin ja kein unvernünftiger Mensch, nur eben sehr anfällig für Lagerkoller. Und ich möchte zu meinen Katzen und in mein Bett - das sind ja nun legitime Wünsche.

 

Röntgenbilder sind aber top und von daher steht der Entlassung nichts im Wege. Wir gehen die Bilder noch kurz durch - links 5mm, rechts 7mm. Das erklärt auch, dass die Schwellung rechts etwas größer ist und ich dort mehr Schmerzen habe. Außerdem ist der Anstieg der Schwellung nach Ziehen der Drainagen auch normal, er ist aber zufrieden damit, dass ich recht wenig angeschwollen bin. Insgesamt wurde etwas überkorrigiert, die vorstehende Unterlippe soll sich also noch legen.

 

Gut sind Fragen wie: "Habe überkorrigiert, das merken Sie selbst?" und ich denke mir nur, dass ich hier NIX merke, weil alles zugebunden ist und sich fremd anfühlt - aber sei es drum, solange er begeistert ist von seinem Ergebnis und ich auch den Eindruck habe, dass das alles ganz vernünftig gelaufen ist, ist das doch auch was Wert.

 

Bekomme noch Antiobiotika für zu Hause (um es einzunehmen, soll ich den Splint abmachen...) und ein muskelentspannendes Mittel für abends. Dazu meine AU und dann geht es auch schon zurück ins Krankenhaus.

 

Dort packe ich, bekomme nochmal Mittagessen und nach gefühlten Stunden auch endlich meinen Zugang los - da mein Freund getrödelt hat, passt das zeitlich aber alles, wäre nur meine Ungeduld nicht so groß. Ich merke aber, dass ich von dem "Ausflug" völlig platt bin. Leider ist mein Bett schon neu vergeben und ich muss ausharren.

 

Netterweise fragt mich die neue Patientin meines Bettes, ob ich den Termin in den Schulferien habe machen lassen - auch auf Nachfrage hält sie mich für nicht älter als 16, was mit 30 jedenfalls charmant ist. 

 

Gegen 13 Uhr geht es dann endlich ab nach Hause. Die Fahrt nach Bonn zieht sich ziemlich und ist auch anstrengend für mich, nach dem ganzen Stress fließen auch ein paar Tränchen der Erleichterung. Aber alles soweit gut. Kurz die AU weggebracht und zur Apotheke. Die waren leider völlig bescheuert dort und haben mich behandelt, als wäre ich 3 - Kleider machen Leute, das gilt auch für Kiefer-OPs. Meine Idee war ursprünglich, mir sowas wie Orthomol zu kaufen, damit ich in der Zeit mit Pudding und Suppe genug Vitamine habe. Erst heißt es, das wären ja sicherlich die Weisheitszähne gewesen, da könnte ich bald schon normal essen. Auf meine Aussage, was es war, folgt Unverständnis und ein zweiter arroganter Kollege springt hinzu, um mir zu erklären, dass ich mich von Orthomol nicht ernähren kann, weil es keine Flüssignahrung wäre. Auf meine Antwort, dass mir das schon klar wäre, sondern ich eben Vitamine haben wollte, um in den nächsten Wochen keine Mangelerscheinungen zu kriegen, reagiert er mit völligem Unverständnis und es wird mir zu albern. In dieser Apotheke kaufe ich also nur mein Antibiotikum und mein Schmerzmittel.

 

Dann bin ich endlich zu Hause und verbringe den Abend damit, meine aufgenommenen Serien zu gucken.

 

Ein kleiner Rückschlag folgt noch - mein Freund kocht mir lieb Suppe, die möchte aber gar nicht in meinen Mund. Alles bleibt in den Backentaschen hängen, egal, wieviel wir passieren und mit Brühe strecken, nichts geht durch. Am Ende filtert er mir die Suppe mit einem Teesieb und ich kriege dann doch noch was rein - aber nach der OP und der Übermüdung bin ich echt frustriert. Zum Glück habe ich 24 Fläschchen Fresubin im Haus, eine davon rettet mir den Abend.

 

04.11. - 6. Tag Post-OP, Dienstag

Wie erwartet hat eine Nacht im eigenen Bett, Ausschlafen, eine gründliche Dusche mit meinen Lieblingssachen, frischen Handtüchern und Klamotten, die nicht nach Krankenhaus riechen, die Moral erheblich gesteigert.

 

Die Waage zeigt 59 Kilo - damit sind genau die 3 Kilo weg, die ich mir vor der OP mit täglich Pizza und Donuts angefressen habe. ;)

 

Zum Frühstück mörsere ich mir nochmal mein Antibiotikum, weil ich mich noch nicht traue, den Splint zu lösen. Das schmeckt zwar eklig, geht aber - auch wenn es ein Akt ist, das Pulver mit Wasser in meinen Mund zu kriegen. Aber man wird ja geduldig.

 

Zum Frühstück gibt es Vla mit Milch verdünnt - und ich habe mir den Bauch ordentlich vollgehauen.

 

Der Tag bis dato vergeht ereignislos - hatte Besuch, habe etwas aufgeräumt (Koffer auspacken usw, aber wenig, man soll sich ja schonen) und die Katzen etwas durchgekrault.

 

Fazit bis dato: Die OP ist gut verlaufen, aber körperlich ist es eine Nummer härter, als die GNE. Emotional war ich diesmal härter im Nehmen, weil ich das Prozedere schon kannte. Meine Familie hat sich anfangs ziemlich Sorgen wegen meines Anblicks gemacht, und der OP Tag und der danach waren echt nicht ohne.

 

Das mit dem Splint und den Gummis habe ich mir erheblich (!) leichter vorgestellt. Ich kann kaum sprechen, meine Zunge bleibt überall hängen und ich habe nun zu den Lingualbrackets auch noch außen Häkchen, die mir die Schleimhäute zerpieksen. Ich habe unendlich Angst davor, den Splint zu lösen, weil ich Angst habe, dass ich die Gummis nicht mehr so reinkriege, wie sie waren. :(

 

Dazu ist es eben total beklemmend, wenn man beim Husten, Niesen usw. immer den Mund komplett zu hat und das Gefühl hat, nicht richtig Luft zu bekommen. Das war mir vorher nicht so bewusst.

 

Davon ab habe ich ziemlichen Hunger - nach der GNE konnte ich wenigstens normal mit dem Löffel essen, jetzt geht alles nur mit Spritze. Strohhalm ist schwierig, weil die Kraft noch fehlt. Und jetzt zu Hause muss ich natürlich selbst dafür sorgen, dass ich genug zu Essen bekomme - und ich finde das ehrlich gesagt alles sehr anstrengend im Moment.

 

Nächste Woche ist Kontrolltermin, ich hoffe, dann wird was gelockert.

 

Insgesamt alles gut überstehbar, keine Frage - aber die Vorstellung, dass ich jemals normal essen kann oder dieses Jahr auf dem Weihnachtsmarkt eine Pommes essen kann, kommt mir ziemlich weit weg vor. Ich träume sogar vom Essen. :biggrin:

 

Aber bis auf diese Nickeligkeiten, die eben Frage der Zeit sind, geht es mir gut - und natürlich sage ich mir täglich fleißig, dass der Großteil der Behandlung geschafft ist. Und was natürlich auch ganz toll ist: Der Klumpen, dass man so eine OP noch vor sich hat - der ist nun weg. Und das ist natürlich auch was wert.

 

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Hallo Goriwyn,

 

schöner Erfahrungsbericht und ich finde es immer gut, wenn man die Erfahrungsberichte bald nach der OP schreibt, dann kommen noch die kleinen persönlichen Details und Erfahrungen mit rein, die sonst im Nebel der Erinnerung wieder untergehen. Und es hört sich an, als wäre der KC/KH-Wechsel eine gute Entscheidung gewesen. Und wenigstens bist Du mit der verstopften Magensonde nicht noch "geduscht" worden, wie es mir im KH passiert ist. Bist Du eigentlich so mit Gummis verschnürt, dass Du den Mund nicht aufbekommst? Bei mir ging von Anfang an ein kleiner Löffel (am besten Marmeladenlöffel), Strohhalm hat bei mir jedoch nie funktioniert, erst als der Splint wieder draußen war.

 

Erhole Dich noch gut, streichle Deine Katze und lass Dich sonst gut pflegen und schwelle weiter ab.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Danke für deine anschaulichen Bericht. Ich hatte mich gerade gestern noch gefragt, wann du dich wohl melden wirst. Schön, dass das du die OP und die Unannehmlichkeiten des Krankenhausaufenthaltes hinter dich gebracht hast. Dieses beklemmende Gefühl, nicht genügend Freiraum im Mund und dadurch nicht genügend Luft zu bekommen in Verbindung von zugeschwollener Nase bzw. Schleim im Rachenraum ist auch für mich ein unerträglicher Gedanke und das, wovor ich am meisten Angst habe. Aber du hast es ja auch gut überstanden, dann werde ich es wohl auch schaffen ;-)

Im vertrauten Zuhause lässt sich alles besser ertragen. Ich wünsche dir weiterhin viel Geduld beim Essen, gute Besserung und schöne Träume :-)

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Juhu da bist du ja wieder :) toll das du es endlich hinter dir hast :)

Dein Bericht ähnelt meinem doch sehr - vor allem geschlossene Fenster und zeitweise kein Eis! Aber man macht ja irgendwie das beste draus.

Da ich keinen Splint hatte kann ich hier keinen Vergleich ziehen, hatte eine Woche den Mund komplett mit Gummis zu und danach nur noch 5 Stück die alles (vor allem das essen) sehr vereinfacht haben!

Mir hat in den ersten Tagen sogar mein Freund geholfen die Gummis neu einzuhängen, gerade hinten kam ich (auch wegen der Schwellung die eig nicht stark war) kaum dran! Nach paar Tagen hatte ich dann den Dreh raus! Einfach trauen und versuchen, mit ner Pinzette o.ä geht das dann eig ganz gut!

Erhol dich gut weiterhin! Ich drücke dir die Daumen das bei der nächsten Kontrolle was am Splint gelockert wird!!

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Danke für eure Rückmeldungen :)

 

Heute morgen erstmal den großen moralischen Rappel gehabt - mein Freund hat sich gestern den Magen verdorben (geräucherte Makrele, die hätte ich auch ohne Splint nicht haben wollen!) und ist dann erstmal zu Hause geblieben. Die Nacht alleine fand ich super, aber morgens dann erstmal die komplette Überforderung - die Katzen haben überall Streu verteilt, ich habe unendlichen Hunger und alles doof. Erstmal verheult den armen Freund angerufen :D

 

Naja, jetzt, frisch geduscht und mit einer Pulle Fresubin in der Hand sieht das auch schon wieder besser aus! Und den Druckverband durfte ich heute abmachen, mein Gesicht fühlt sich an, wie neu. Und ich erkenne mich auch im Spiegel wieder!

 

Zudem hatte ich gestern auch eine Mail nach Koblenz verschickt, was den Splint angeht und heute Morgen prompt die Antwort: Zum Putzen und für die Mahlzeiten (yeah!!) darf das Ding raus.

 

@Irene: Teelöffel könnte ich jetzt keinen durchtun, dafür sind die Gummis zu schwer. Und ich muss auch ehrlich sagen, dass es mich enorm viel Mut erfordert, vom Gelenk aus was zu bewegen. Erschrecke mich jedes Mal. Gestern habe ich mich eine ganze Weile in die Idee reingesteigert, falsch in den Splint zu beißen - nur zig Kontrollen am Spiegel und die Tatsache, dass das Ding ja KERBEN für die Zähne hat, haben mich beruhigt. ;)

 

Was auf jeden Fall toll ist: Seit ich zu Hause bin, habe ich fast keine Schmerzen mehr. Offenes Fenster usw, das hilft eben enorm. Und die Schwellung geht gut zurück!

 

Waage zeigt heute morgen nur noch 58 Kilo. Muss heute dringend gucken, dass ich mehr esse, mein Niedrigstgewicht von 55 Kilo letztes Jahr nach der GNE sieht nämlich ziemlich besch..eiden aus. 58 wäre auf lange Sicht optimal, aber dass das so schnell geht, hätte ich nicht erwartet. Nach der GNE konnte ich ja zügig weiche Kost essen (kleine Nudeln, Rührei usw.), da ging das mit dem Gewicht eher schleichend. Da hatte ich nach dem KKH aber noch mein normales Gewicht und nicht schon 3 Kilo runter. Dafür sehe ich mit Leggins und Monsterpantoffeln äußerst komisch aus.

 

Eine Frage noch: Hattet ihr anfangs auch die Unterlippe soweit vorne? Meine schmollt richtig, ich hoffe, das zieht sich noch zurück. Toll ist aber folgendes: Habe eben nach Entfernung des Druckverbandes mal Verrenkungen mit meinem Hals gemacht. Doppelkinn ist momentan unter keiner denkbaren Verrenkung möglich. Vorher hatte ich immer eins, wenn ich mich mal richtig aufrecht gehalten habe. Also ästhetisch sehe ich bis dato keine Verschlechterung (bis auf Lippe und Schwellung eben, aber das gibt sich ja vermutlich noch).

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Hi Goriwyn,

 

schön zu hören, dass Du alles soweit gut überstanden hast.

 

Da ich nur 55kg als Gewicht vor der OP hatte und mein minimales Wohlfühlgewichtgewicht bei 53kg liegt, habe ich in meine Suppen immer viel Butter oder Olivenöl und bei süßen Suppen Schmelzflocken mit eingerührt. Das hat dann ganz gut geholfen.

 

Das mit der Unterlippe bei einer UKVV ist normal. Ich wurde gleich nach der OP von meinem Freund mit den Worten begrüßt, dass ich doch jetzt eine Habsburger Unterlippe habe. Zum Glück hat sich das mit der Zeit wieder gegeben. Es hat aber eine Weile gedauert. Mit Bepanthensalbe kann man das aber etwas beschleunigen. Mein Doppelkinn war auch nach der OP verschwunden. Das war auch der einzige Unterschied, den ich nach der OP selbst wahrgenommen habe. Das der Kiefer jetzt weiter vorne ist, kam erst nach dem Abschwellen zum Vorschein. Leider ist das Doppelkinn nach der ME und der riesiegen Schwellung, die ich danach hatte, wieder etwas zurückgekommen.

 

LG

cabu

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@cabu: Ich habe sonst eigentlich auch gar kein Doppelkinn, es ist nur so, dass ich meinen Kopf immer etwas vorschiebe, weil meine Haltung einfach nicht so berauschend ist. Da sieht man natürlich vom kurzen Unterkiefer normalerweise wenig. Ich habe dann immer gemerkt, wenn ich den Kopf mal gerade halte, ist da schon wenig Kinn, dazu kommt eben, wenn ich ihn richtig nach hinten ziehe, dann bilden sich da eben Falten. Und das ist im Moment eben weg. Mal schauen, was bleibt. ;) Ich habs ja eh aus funktionellen Gründen gemacht, die sind wichtiger - und dazu kann ich im Moment ja noch nix sagen.

 

Das mit der Lippe beruhigt mich. Creme eh schon fleißig mit Bepanthen und es wird auch schon weniger. Wie gesagt, heute morgen schon fast wieder etwas vorzeigbar.

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Mit unserem Gewicht kann man ja auch kein richtiges Doppelkinn haben. ;-) Bei mir kam das auch eher von meiner schlechten Haltung und wurde durch den kurzen UK noch verstärkt. Ich hab die UKVV auch nur aus funktionellen Gründen gemacht und hatte damit auch nicht gerechnet, dass das Doppelkinn weggeht durch die OP. Um so mehr war ich positiv überrascht, als ich das Ergebnis zum ersten Mal im Spiegel gesehen habe.

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Huhu,

 

ich wollte mich mal zurückmelden und mich entschuldigen, dass ich noch keine Bilder gepostet habe - ich war bei meinen Eltern und die hatten kein USB-Kabel, mit dem ich die Handyfotos hätte rüberziehen können.

 

Bei mir ist alles ganz gut soweit.

 

Seit gestern ist der Splint draußen und ich habe nur noch 4 Gummis, um den Biss zu schließen. Die KFO hat gestern den Stahlbogen unten entfernt und einen weicheren Draht reingemacht, damit die Zähne sich auch aufrichten können.

 

Krasser Kram übrigens: Über Nacht (!) sind die Lücken rechts schon so gut wie zugegangen, vorher war der Biss nur links geschlossen, jetzt ist rechts auch schon richtig viel Kontakt.

 

Ansonsten waren die letzten beiden Wochen eher anstrengend - viel Zug in den Muskeln, viel Kopfschmerzen. Bin schnell entnervt, wenn jemand zu laut redet und habe ganz gerne meine Ruhe.

 

Dazu dann auch mal die Frage: Wie lange wart ihr krankgeschrieben? Ich habe mir gesterrn noch eine Krankschreibung für nächste Woche mitgenommen - das wären dann incl. Krankenhaus 4,5 Woche, aber heute geht es mir eigentlich ganz gut. Nur gestern war ich völlig fertig und hatte ziemliche Kopfschmerzen, da dachte ich, ich kann nächste Woche unmöglich arbeiten.

 

Das pendelt halt so hin und her - zwischen "mir fällt die Decke auf den Kopf, ich will arbeiten!" zu "Ich habe Kopfweh und will nicht 8 Stunden im Büro sitzen und denken müssen" pendelt es stündlich hin und her. Ich habe nun auch keinen leichten Job und muss viel konzentriert denken und manchen Kollegen "ertragen", da weiß ich einfach nicht, ob ich dafür schon die Ausdauer habe. Wir haben im Betrieb auch sowas wie ein "Eingliederungsmanagement" nach längeren Erkrankungen, da könnte ich eventuell auch dran teilnehmen - sprich, erstmal weniger Stunden und dann aufstocken, aber ich weiß nicht, ob das nicht übertrieben wäre? Hach, ich bin so unschlüssig, vielleicht hat jemand einen Rat! :(

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Hallo Goriwyn,

 

lass Dir mit der Erfahrung meiner Jahre und auch leider reichlich Krankschreibungen sagen, so wie Du Dich gerade anhörst, ist es auf alle Fälle sinnvoll, sich noch etwas krankschreiben lassen. Man darf diesen Eingriff, selbst wenn es bei Dir "nur" eine UK-VV war, nicht unterschätzen, er schlaucht doch ziemlich. Es dankt Dir normalerweise keiner, wenn man zu früh zum Arbeiten kommt und sich dann irgendwann nur noch durch den Rest des Tages quält. Und selbst wenn Kollegen vorher sagen, dass sie einen Rücksicht nehmen werden, vergessen sie es normalerweise doch, wenn man wieder da ist. Das Problem bei den Kiefer-OPs ist, dass man bedingt durch die Schwellung ja auch relativ gutaussehend zurückkommt, und nicht mit einem sichtbaren Gips an Arm oder Bein oder sonst etwas rumläuft.

 

Nach der Bimax war ich nach ca. 4 Wochen beim Arbeiten, bei der ME habe ich mir aber nach 2 Wochen noch eine Krankschreibung für eine weitere Woche geholt, einfach weil ich diese Woche noch gebraucht habe. Bei der Bimax war es aber so, dass die Wochen nach der Krankschreibung meist keine ganzen Wochen waren, weil entweder ein Kontrolltermin beim KC anstand, der mich einen Tag kostet, oder einmal ein Seminar oder Feiertage. Wiedereingliederungsmanagement gibt es bei uns aber erst bei Krankengeld und scheint auch ein gewisser bürokratischer Aufwand zu sein.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Hey, warte doch erstmal ab wie es dir nächste Woche geht. Ist gut das du dir die nächste Woche noch "gönnst" aber vllt fällt die dann auch die Decke auf den Kopf und du bist froh wieder was machen zu können! Ist ja noch 1 1/2 Wochen Zeit, bis dahin kann sich gefühlsmäßig ja noch einiges tun! Wenn's dann immer noch nicht geht, hängst du halt noch ne Woche dran!

Ich war nach 3 Wochen wieder arbeiten, mir ging es zu jeder Zeit sehr gut daher habe ich keinen Grund gesehen, weiterhin daheim zu bleiben! Im Nachhinein Hät ich lieber noch ne Woche dran hängen sollen, nicht weil es mir nicht gut ging, sondern eher weils dir keiner dankt das du so schnell wieder da bist und man sich nur ärgert!

Du wirst schon das Richtige tun :) nehm dir die Zeit die du brauchst! "Eingliederung" geht arbeitsrechtlich meiner Meinung nach generell nur bei längerem Krankenstand aber vielleicht ist deine Firma ja so kulant und gibt dir die Möglichkeit!

Alles Gute weiterhin!

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Ich danke euch für eure Antworten. Letztendlich kann es mir auch fast "egal" sein, da alle meine Chefin super verständnisvoll ist und im November eh keiner mit mir rechnet. Mein einer Kollege meinte eh, manche sind nach OPs Monate krank, da sollte ich nicht wegen einzelner Wochn feilschen - von daher wäre das wohl in Ordnung. Außerdem kenne ich die Pappnasen derjenigen, die mich eh am meisten ärgern - die werden keine Rücksicht nehmen und jede Schwachstelle suchen, die sie finden können - und die suchen sie schon, wenn ich gesund bin.

 

Wiedereingliederungsmanagement gibt es bei uns, wenn man mehr als 6 Wochen im Jahr hat - und die habe ich mit meiner Bronchitis dieses Jahr erreicht. Ich werde mich da mal unverbindlich erkundigen.

 

Ich habe halt gestern gemerkt, dass ich nach den beiden Arztterminen völlig (!) fertig war und das ist ja zeitlich deutlich weniger. als ein ganzer Arbeitstag. Mit An- und Abreise ist man ja doch 10 Stunden täglich unterwegs, manchmal auch eher 11 - zumal ich gut was nachzuarbeiten habe, wenn ich wieder komme. Und wenn ich dann von 8 bis 6 im Büro bin und denken muss, das schlaucht schon ziemlich.

 

Von daher wäre vermutlich die eine Woche dran noch besser.

 

@Melli: Mit nächste Woche krank meinte ich auch, dass ich dann ab Dezember wieder gehe - sprich, ab heute noch 1,5 Wochen. Danach gehe ich definitiv arbeiten. Ich freue mich ja auch schon drauf, wieder fit zu sein.

 

Nächste Woche ist bei uns Weihnachtsfeier, da bin ich trotz Krankenstand ausdrücklich eingeladen, kurz vorbeizuschauen. Also meine Chefin ist super lieb, die legt mir da keine Steine in den Weg. [betrinken und bis in die Puppen bleiben kommt natürlich eh nicht in Frage!]

 

Ich denke dann auch manchmal: Ich bin echt eher der Typ, der mit jeder Erkältung noch hingeht und nicht groß muckt, wenns nicht gut geht - von daher darf ich nach so einer OP auch ruhig mal krank bleiben. Und in ein paar Wochen kräht bei uns eh kein Hahn mehr danach, ob ich 3 oder 4 Wochen krank war. Andere fehlen bei den kleinsten Sachen wochenlang und ich diskutiere mit mir selbst, ob ich mit Kopfschmerzen und wenig Ausdauer nicht besser arbeiten sollte. Ich kenne mich ja ;)

 

Es kommt mir halt trotzdem lang vor, den ganzen November zu fehlen - aber da hat Irene schon recht, es war eben auch kein leichter Eingriff. Und mit meiner Verlagerungsstrecke merke ich echt, dass ich gut angeschlagen bin. Zumal ich das Antibiotikum und das Cortison noch spüre, mein Körper ist insgesamt noch leicht zu ermüden. Und meine Muskulatur ziept und zieht eh.

 

Ich warte einfach mal den weiteren Verlauf dieser Woche ab. Aber eine Freundin meinte heute auch, dass es eindeutig zuviel wäre, ab Montag voll zu arbeiten und nebenbei noch Physiotherapie und meine Termine beim KFO usw. zu legen - das ist ja schon gesund stressig genug.

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Hallo Goriwyn,

 

ich habe den Eindruck, wir sind uns in dieser Hinsicht sehr ähnlich. Bei meiner letzten Magenspiegelung war ich davor und danach beim Arbeiten und habe mich dabei nicht mal besonders heldenhaft gefühlt, ich glaube, ich habe noch nicht mal gesagt, dass ich jetzt zu einer Magenspiegelung gehe. Es scheint bei mir aber auch ziemlich einfach zu gehen, sein erster Kommentar danach war, ob ich aus einer Familie von Schwertschluckern komme.

 

Aber wie gesagt, wenn ich von mir auf Dich schließe, hören sich Deine Bemerkungen so an, als ob Du noch etwas Zeit bräuchtest und ich würde selbst wenn Du wieder anfängst zu arbeiten gut auf Deinen Körper hören, ab wann er sagt, jetzt ist genug. Gerade nach der Bimax merkte ich bei mir noch über Wochen, dass die Grenzen einfach enger gesteckt waren und dass einen Sachen aus der Fassung gebracht haben, die sonst überhaupt kein Problem waren.

 

Und bei meiner ME war ich am gleichen Tag, an dem ich mir die Verlängerung für die Krankschreibung geholt habe, noch beim Abteilungsgrillen, noch schön farbig. Aber nicht wie sonst mit einem vollen Tag Arbeit vorher, sondern einen relativ geruhsamen Tag. Und das hat keiner als problematisch angesehen und ich hatte auch nicht das Steak dabei, sondern weiche Sachen.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

 

PS: Einen Brief von unserem Eingliederungsmanagement hatte ich auch mal, weil ich mit zwei Krankschreibungen innerhalb eines Jahres über die 6 Wochen kam. Dass habe ich aber vor allem dazu genutzt, da ich nach guten 5 Wochen mit Krücken zum Arbeiten wollte und das an gewisse Bedingungen geknüpft habe (Einfahrtgenehmigung, Schlüssel für die Behindertentoilette auf dem gleichen Stockwerk, sonst wäre es immer ein Stockwerk höher gewesen) und ich gefragt habe, wie können diese Bedingungen erfüllt werden. Danach jetzt irgendwie nicht und davor irgendwie auch nicht, obwohl ich einmal 12 Wochen (2x6, zwei unterschiedliche Gelenke) in einem Jahr krankgeschrieben war.

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Also ich muss sagen, ich bin recht froh, dass ich diese Woche noch zu Hause bin. Die habe ich echt noch gebraucht. Die letzte Woche war ziemlich anstrengend und diese Woche habe ich das Gefühl, es wird langsam besser - also gut, dass ich noch zu Hause bin.

 

Frage noch, falls sich jemand damit auskennt: Ich muss ja nun rechts und links Gummis einhängen. Links ist der Kontakt schon besser und da habe ich von Anfang an an einem Zahn so ein komisches Gefühl. Wenn ich da draufdrücke, piekst der auch. Außerdem habe ich da manchmal so einen metallisches Gefühl im Mund, als würde ich auf Alu beißen. Ist das normal, kann ich warten, dass das weg geht - oder muss ich damit zum Zahnarzt? Habe enorme Bedenken, dass da was an irgendeiner Füllung nicht stimmt, aber mit meiner derzeitigen Mundöffnung wäre das ja der persönliche Horror.

 

Wenn ich nicht zusammenbeiße, dann spüre ich nichts, aber das ist ohne Gummis ja eher schwierig.

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