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Siamkatze

Reaktionen der Umgebung auf geplante OP verschlimmern meine Angst

Hallo, ihr Lieben!

Ich bin wirklich froh, dass es dieses Forum gibt. Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit, da bei mir auch eine BIMAX geplant ist. Ich habe trotzdem noch gefühlte tausend Anliegen, die ich gar nicht in einem Beitrag zusammenfassen kann. Aber zunächst möglichst kurz zu meiner Geschichte...

Ich bin inzwischen Mitte 30. Meine Zahnspangenbehandlung in der Jugendzeit wurde nicht mit optimalem Ergebnis abgeschlossen und zudem haben sich meine Zähne wieder verschoben. Neben den schiefen Zähnen und dem fliehenden Kinn aufgrund des zurückliegenden Unterkiefers störte mich vor allem meine sog. Gesichtsskoliose: der Oberkiefer ist schief! Wenn meine Augen auf einer Höhe sind, ist die gesamte Zahnreihe schief und umgekehrt. Besonders auf der einen Seite habe ich dadurch ein deutliches "Gummysmile". Die eine Gesichtshälfte ist deutlich länger (wobei die kürzere meine "Schokoladenseite" ist, sofern man bei der ganzen Dramatik noch von einer solchen reden kann... ;) )

Bei einem Termin bei einer Kieferorthopädin stellte sich heraus, dass eine kieferorthopädische Behandlung samt OP (bzw. nur in Verbindung mit einer OP, da alles andere sonst rein kosmetischer Natur wäre) in meinem Fall sogar von der Kasse übernommen wird. Da ich Probleme mit Parodontitis hatte, die durch den Engstand noch begünstigt wurde, befand auch meine Zahnärztin eine Zahnspange für sinnvoll. Nun trage ich seit über einem Jahr eine feste Zahnspange. Ich bin sehr zufrieden; keine negativen Reaktionen (wäre mir aber auch egal gewesen) und die Parodontits hat sich eindeutig auch gebessert. Nur rückt nun der Termin der OP immer näher und alle fragen mich, ob ich das denn wirklich machen möchte und vor allem warum. Trotz der genannten Kieferdeformationen und entgegen dem, was die Abweichungen von der Norm, die ich nun dank Gutachten in Winkelgraden ausgedrückt schwarz auf weiß habe, vermuten lassen, bin ich jetzt sicher nicht gänzlich unattraktiv. Familienangehörige und Freunde behaupten gar, ich würde doch gut aussehen und ihnen seien meine genannten optischen Einschränkungen noch nie oder zumindest nicht störend aufgefallen. Warum ich denn so ein Risiko eingehe, obwohl ich doch (noch) keine wirklichen Beschwerden hatte. Und warum überhaupt noch "in meinem Alter" und sogar "wo ich doch schon verheiratet bin"... HALLO? ;) Was mein Aussehen angeht, bin ich bestimmt keine Perfektionistin, aber was Zähne und Kiefer betrifft, bin ich vielleicht zugegeben etwas eitel. Andernfalls hätte ich diese ganze Therapie wohl kaum initiiert. Mich plagen auch riesige Ängste wegen der bevorstehenden OP. Teilweise sogar heftig und irrational (anderes Thema). Aber ich versuche natürlich, so realistisch wie möglich, Risiken und Nutzen abzuwägen. Für die Erfüllung der medizinischen Notwendigkeit, also Kostenübernahme durch die Kasse, könnte ich notfalls die OP auch auf den Unterkiefer beschränken. Allerdings denke ich, wenn schon OP, dann auch mit bestmöglichem Ergebnis, also mit beiden Kiefern. Es ist ja ohnehin nicht gerade so, dass man sich auf die OP freut, aber diese Versuche, mir "ins Gewissen zu reden" oder die blassen Gesichter, wenn man erläutert, was da nun genau gemacht werden soll, machen mir dann doch richtig Angst. Am besten erzählt man gar nichts, aber irgendwie hofft man ja zur Entscheidungsfindung oder -unterstützung auf aufbauende Reaktionen. Solche kommen aber so gut wie gar nicht. Im Gegenteil: freiwilliger, doppelter Kieferbruch = die spinnt! Ich frage mich auch so schon selbst, ob ich vielleicht zu egoistisch (habe kleine Kinder) oder angesichts der Risiken zu naiv bin, mich einer BIMAX zu unterziehen, für die meine Beweggründe in erster Linie kosmetischer Natur sind. (Ach ja, da wäre auch noch mein Chef, der von dem ganzen Vorhaben nichts ahnt und sicherlich der Allerletzte wäre, der das für eine gute Idee hält... ;) )

Wobei der operierende Professor beim Vorgespräch nochmals betonte, dass die medizinische Notwendigkeit absolut gegeben sei und an der OP kein Weg vorbeiführen würde. (Aber auch Chirurgen sind ja nicht per se objektiv... ) Auch auf meinem Röntgenbild erkennt man eindeutig die dominante Seite. Ich hatte nur bislang keine Beschwerden (zumindest keine, die sich eindeutig auf die Kieferfehlstellung zurückführen lassen) und selbst optisch ist die Notwendigkeit einer Kieferoperation für einen Außenstehenden kaum nachzuvollziehen. Gibt es denn niemanden, der mich verstehen und bestärken kann?? Zweifel und Abraten sind natürlich ebenso willkommen; Ehrlichkeit ist die Hauptsache. Mein Umfeld ist im Wissen über Dysgnathie schließlich vollkommen unbewandert, weswegen mich eure Meinung als Experten und/oder ähnlich Betroffenen interessiert. Sorry für den wirren Text! :)

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Hallo Siamkatze,

 

ich kann deine Bedenken und die Enttäuschung wegen der Reaktion deiner Mitmenschen sehr gut nachvollziehen. Mir ging es ähnlich. Ich habe allerdings auch sehr vielen aus meinem näheren Umfeld von der Operation erzählt. Erst wurde erstaunt nachgefragt, wie genau das denn abläuft, dann kam mit skeptischem Blick die Frage, wieso man sich denn so etwas antut. Und ehrlich gesagt gab es bei mir (noch) keine Beschwerden, die das hätten rechtfertigen können. So etwas baut natürlich nicht gerade auf, aber vielleicht findest du ja auch ein paar Personen, die das nachvollziehen können? Ich hatte zum Glück unter meinen Verwandten jemanden, der die selbe OP vor ein paar Jahren hinter sich gebracht hat und das Gespräch mit ihr hat mich dann immer ziemlich aufgebaut. Grade, weil man sich mit einem "Leidensgenossen" unterhalten kann.

Am Besten solltest du dir immer vor Augen halten, wieso du dir das ganze antust. Ich habe mich zum Beispiel immer gefragt, ob ich so weiter leben möchte, oder ob ich etwas verändern will wo ich doch schon mal die Chance dazu habe. Es geht immerhin um dein Gesicht und dein Leben. Mir haben auch viele gesagt, dass sie die Fehlstellung überhaupt nicht bemerken (obwohl es sehr offensichtlich war) aber ich habe trotzdem psychisch sehr unter meinem Aussehen gelitten. Das ist für Außenstehende natürlich nie so ganz nachvollziehbar, aber die müssen damit ja auch nicht leben, sondern du! Außerdem ist die OP für dich ja auch anscheinend medizinisch notwendig, ich denke das rechtfertigt allein schon, dass man die OP macht. Und so lange du dir der Risiken bewusst bist ist das doch in Ordnung.

Gerade wenn es auf die OP zugeht ist man natürlich mit den Nerven etwas am Ende. Halte dir dann einfach vor Augen, wie glücklich du danach (hoffentlich) sein wirst und umgebe dich besser mit Menschen, die Verständnis dafür aufbringen können.

Ich hoffe, das konnte dir ein bisschen weiter helfen. Wünsche dir jedenfalls schon mal ganz viel Glück für die OP!

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Hallo, ich kann mich da nur anschließen...... Meine Op ist jetzt am 19.11, der Countdown läuft und die Angst wird grösser. Bei dir, bei mir und bei vielen anderen ist eine Kostenübernahme genehmigt worden, also ist es medizinisch notwendig..... Auch wenn vielleicht einige noch keine Beschwerden hatten... Ich selbst bekomme auch gesagt das ich doch so auch gut aussehe... Habe erst jemanden kennengelernt der mich so leiden mag... Es fällt bei mir auch nicht stark auf, ausser wenn ich lache, viel Zahfleisch ist zu sehen und der Unterkiefer geht etwas schief weg.... Halt ein sehr kantiges Gesicht (hat sich in den zwei Jahren Zahspangenentwicklung schon gebessert). Es wird danach einfach etwas weicher aussehen und auf das Ergebnis freue ich mich.... Ich denke viele sind auch negativ eingestellt weil sie Angst um einen haben.... Hab mir erst vor ein paar Tagen einen Spruch anhören dürfen meiner Schwester "Schönheit um jeden Preis" , das ist doch auch nur die Angst um mich........ Es ist kein schöner Eingriff,aber das haben schon so viele überstanden. Solange dein Mann zu deiner Entscheidung steht und an deiner Seite ist, lass dich nicht von anderen verunsichern. Also ich persönlich würde auch alles durchziehen Op mäßig, wenn man eh schon auf dem Tisch dort liegt ;-) Ich hab mir auf Youtube unter dem Begriff "Kieferoperation" die Videos von "Tafule" angeschaut... Sie ist hier auch gespeichert. Mich hat es im ersten Moment zwar erschreckt ;-) abet trotzdem Aufgebaut!!!!!! Steht bei dir denn schon ein Op Termin?

Gruss Marina

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Ich danke euch für eure Antworten und auch für die PM. Ihr habt mich wirklich wieder etwas gestärkt! :)

Mein OP-Termin ist Anfang nächsten Jahres. Mein Mann findet es übrigens auch absolut unverständlich, dass ich mich dem unterziehen will und würde es mir am liebsten verbieten. Aber wie alle anderen auch, wird er meine Entscheidung letztendlich hoffentlich akzeptieren. Für Besuche im Krankenhaus und Suppe kochen haben sich inzwischen jedenfalls schon Freiwillige gemeldet. Ich hoffe nur, dass meine Kinder das auch gut verkraften. Sie sind noch etwas zu klein, um das wirklich zu verstehen. Im Krankenhaus besuchen sollen sie mich wohl lieber nicht, auch wenn es schwerfällt. Die Schwellung und alle weiteren Beeinträchtigungen lassen sich aber ja trotzdem nicht vor ihnen verbergen... Videos habe ich mir ganz zu Beginn, also vor Einsetzen der Zahnspange, angeschaut. Auch mit diversen anschaulichen Dissertationen habe ich mich zwischenzeitlich beschäftigt, aber jetzt so kurz vor dem finalen Akt lasse ich das lieber schön bleiben...    

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Hey, man weiss halt auch nie was im höheren Alter für Beschwerden kommen... Ich habe nun regelmäßig Ohrenschmerzen auf einer Seite und das kommt definitiv vom Kiefer... Hab so bammel vor nächstem Mittwoch, aber ich glaube ganz fest das ich es nicht bereuen werden... Ich werde berichten! Gruss

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Hallo TanteUrsula!

Steht bei dir auch eine BIMAX an? Ich kann mir vorstellen, dass so kurz vor der OP die Nerven ordentlich blank liegen. Alles, alles Gute wünsche ich dir! Bin auch jetzt schon gespannt auf deinen Bericht. :) LG! 

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Hallo, mein Unterkiefer wird rückverlagert und Oberkiefer nach oben.... Allein die Vorstellung ein Graus :-( Die Tage sind schon fast gezählt.... Tasche wird gepackt am Wochenende, Montag und Dienstag noch arbeiten und dann auf ins Krankenhaus.... Das wird hoffentlich alles gut laufen. Danke. Gruss

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Ich bin 37 Jahre alt und hatte meine UKVV im August 2014. Die OP/Kieferbehandlung wurde auch von der KK bezahlt.

Ich hatte glücklicherweise nach der OP keine großen Beschwerden Die ersten drei Tage nach der OP waren etwas anstrengend, danach konnte ich nach Hause und ab da ging es täglich bergauf.

Mein Gesicht war nach der OP zwar auch geschwollen aber ich hatte keine blauen Flecke. Die Betreuung im KH war optimal und nach ca. drei Wochen konnte ich auch schon wieder feste Mahlzeiten zu mir nehmen (Nudeln, Reis o.ä.). Mein Umfeld hat auch oft gefragt ob ich mir das wirklich antun möchte, so mal sich ein Kieferbruch nicht symphytisch anhört... Auffällig fand ich, dass mich nach der OP kaum einer von meinen engeren Freunden und Kollegen auf mein verändertes Äußeres angesprochen haben, viel positives Feedback kam eher von Fremden. Ich persönlich habe mich sehr über die bevorstehende Veränderung gefreut. Ich habe die Behandlung und die OP bis heute nicht bereut und würde es immer wieder machen.

 

- ich kann besser atmen

- ich kann meine Lippen schließen

- meine Zähne sind gerade

- ich kann RICHTIG beißen

- ich schnarche nicht mehr

 

Es ist mittlerweile eine Routine-OP und bei mir ist es ohne Komplikationen verlaufen. Die OP ist jetzt 5 Monate her und mein Kieferorthopäde hat mir heute gesagt, dass die Spange noch vor Weihnachten raus kann. Im Jan./Febr. 2015 müssen dann die Schrauben aus dem Kiefer raus aber auch das wird gut verlaufen :-)

Macht Euch nicht verrückt, Angst braucht Ihr nicht zu haben, Respekt reicht.

Christina

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