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underbite

Auswahl des richtigen KFC

Hallo allerseits,

 

folgendes Szenario: Ihr seid in einer KFO-Behandlung und seid auch schon bei einem Kieferchirurgen in festen Händen - und zwar dem, mit dem der KFO typischerweise zusammenarbeitet.

Nun seid Ihr Euch aber nicht ganz sicher oder traut dem KFC nicht etc. und lasst Euch noch von anderen Kollegen der Zunft beraten:

 

A) Erzählt Ihr diesen "anderen" KFC's, das Ihr eigentlich einen "Deal" mit Dr. XY habt, Euch aber noch eine 2. oder 3. Meinung einholen wollt?

 

B) Wie reagieren diese Kollegen dann darauf (neutral/negativ/positiv)?

 

C) Ist es überhaupt ratsam, so jemandem darauf hinzuweisen, dass man quasi seine Optionen ausloten möchte bzw. sich unsicher bei der Sache ist und es erwägt, woanders operiert zu werden?

 

Vielen Dank für Eure Anworten -

 

underbite

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Woanders eine Zweit- oder Drittmeinung einzuholen ist dein gutes Recht als Patient. Das wird jeder Arzt akzeptieren. Du brauchst ja nur dazusagen, dass du dir unsicher bist und noch einen kompetenten Rat suchst. Bei mir wars genauso. Am besten du besprichst mit deinem ursprünglichen Chirurgen mal alle deine Bedenken. Wenn er nicht darauf eingeht, dann ist er wahrscheinlich eh der Falsche. Aus deinem Schreiben geht jetzt nicht hervor, ob das Problem ein fachliches oder menschliches ist, aber im Endeffekt ist es dein Körper und du musst das nötige Vertrauen zum Arzt haben.

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folgendes Szenario: Ihr seid in einer KFO-Behandlung und seid auch schon bei einem Kieferchirurgen in festen Händen - und zwar dem, mit dem der KFO typischerweise zusammenarbeitet.

 

Bei "typischerweise" passt die Sache schon nicht mehr. 

In der Regel sind die Chirurgen die solche eine OP durchführen regional begrenzt. Eine "Zusammenarbeit" wie du dir das vorstellst gibt es in dem Sinn eigentlich nicht. 

Bei uns ist es so, dass wir Patienten auf Grund der Entfernung entweder nach Stuttgart oder nach Heidelberg schicken. Eine andere Wahl haben wir im Prinzip nicht, da keiner unserer Patienten gerne 300 km fahren möchte um dann irgendwo 3h zu warten auf einen 10 min Termin.

Damit sind dann 99% der Patienten bei dem Chirurgen gelandet, der in in der Nähe ist. 

Auch wenn hier im Forum der Eindruck entsteht, dass es bei den OPs große Unterschiede gibt kann ich dir sagen, dass das nicht so ist.

Alle kochen nur mit Wasser und arbeiten mit Säge und Skalpell, die Techniken sind auch überall ähnlich.

 

Mehr als die Sympathie fürchte ich hast du als Patient nicht wirklich um eine Entscheidung zu treffen.

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

In nahezu allen Fällen einer Dysgnathieoperation wird diese heute in eine auch kieferorthopädische Behandlung integriert. Ausnahmen sind nur bei rein präprothetischen Indikationsstellungen erlaubt, die an unserer Klinik nur ca. 5 % aller Behandlungsfälle ausmachen.

Dieses war nicht immer so. Wenn man Publikationen und Lehrbücher von vor 30 Jahren heranzieht, wurde damals der kieferorthopädischen Begleitbehandlung nur wenig Raum zugebilligt. Die Dysgnathiechirurgie verstand sich mehr als Kieferorthopädie mit anderen Mitteln und der Indikation dort, wo die kieferorthopädischen Möglichkeiten ausgeschöpft waren, mit dann der Umstellungsosteotomie und ggf. der postoperativen kieferorthopädischen Retentionsbehandlung. Die Operationen wurden also typischerweise unter Toleranz bzw. Nichterkennen von dentoalveolären Kompensationen vorgenommen mit der Folge, dass weiteren operativen Korrekturen, z.B. der Kinnplastik, zur ästhetischen Optimierung aus heutiger Sicht eine zu große Bedeutung zugestanden wurde.

Heute ist das Verständnis der Notwendigkeit des Kieferorthopäden eine ganz andere. Nicht das präoperative Ausschöpfen der kieferorthopädischen Möglichkeiten ist gefragt oder auch nur erwünscht, sondern das im Wachstumsalter schwierige und verantwortungsvolle rechtzeitige Erkennen der kieferorthopädischen Grenzen mit Erstellung der Operationsindikation, mit dann einer Behandlungsumkehr in eine perioperative orthodontische "Dekompensationsbehandlung".

Jede skelettale Dysgnathie beinhaltet dentoalveoläre Anpassungen oder Kompensationen, die im Wachstumsalter bei nicht rechtzeitigem Erkennen der Operationsindikation durch kieferorthopädische Maßnahmen weiter verstärkt werden können. Genannt seien hier z.B. bei der skelettalen Klasse II - Dysgnathie die frontale Supraokklusion mit einer Verstärkung der Spee'schen Kurve im Unterkiefer, oder bei der Klasse III - Dysgnathie der Kreuzbiss, die Protrusion der Oberkieferfront und die Retrusion der Unterkieferfront. Weitere kieferorthopädische Adaptationen sind bei ausschließlich kieferorthopädischer Behandlung einer nur mäßig ausgeprägten skelettalen Komponente durchaus legitim, einer operativen Umstellungsosteotomie laufen sie aber zuwider.

Lange Zeit wurde vom Kieferorthopäden die Erstellung einer präoperative „Kongruenz“ der Zahnbögen erwartet. Eine Kongruenz der Zahnbögen ist allerdings ggf. auch durch Adaptationen zu erreichen. Heute vermeiden wir den Begriff der Kongruenz bei dem präoperativen orthodontischen Wunsch und sprechen nur gezielte orthodontische Dekompensationswünsche an, die unausgesprochen natürlich letztlich auch zu einer „Kongruenz“ führen, nur ohne Kompensationen.

Unter der Verwendung von interokklusalen Splinten ist prinzipiell auch ohne kieferorthopädische präoperative Dekompensationsbehandlung möglich, die Umstellungsosteotomie vorzunehmen. Frühkontakte werden durch den Splint ausgeglichen, wobei nur allzu starke vertikale Desorientierungen durch Artikulatorfehler hier Ungenauigkeiten entstehen lassen. Dennoch hat sich die frühzeitige Operation vor vollständiger orthodontischer Dekompensationsbehandlung in unserem Hause bewährt. Nach skelettaler Korrektur entspricht die präoperative Dekompensationsbehandlung postoperativ einer Klasse I - Orthodontie, die Zahnbögen müssen nicht abstrakt ausgeformt werden und die kieferorthopädische Behandlung kann sich an der Okklusion orientieren. Zudem sind postoperativ die natürlichen Kompensationsmechanismen ausgeschaltet und es bestehen noch orthodontische Möglichkeiten, eventuelle leichte skelettale Rezidive oder Fehleinstellungen zu kompensieren.

Diese enge Verwebung der Einzelmaßnahmen muss nach Art, Ausmaß und Zeitplan abgestimmt sein. Früher war mitunter die Anwesenheit des Kieferorthopäden im Operationssaal erwünscht, heute lassen sich alle Einstellungen durch Splintvorgaben im Vorfeld an Hand der Modelloperationen diskutieren. Der mittlere Zeitbedarf für die Operation ist durch Standardisierungen des operativen Ablaufs in den Jahren deutlich gesunken. Der Zeitbedarf für die diversen Planungsschritte hingegen hat enorm zugenommen und übertrifft auch aus chirurgischer Sicht den eigentlichen operativen Zeitbedarf.

Für die Zukunft wünschenswert ist ein weiteres gegenseitiges Verständnis jeweils der Möglichkeiten, Grenzen und Instabilitäten zwischen Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen und Kieferorthopäden, um auch die Behandlungsplanungen zu standardisieren, Fehlplanungen zu vermeiden, und um letztlich noch zuverlässiger überzeugende Endergebnisse möglichst ausnahmslos in jedem Einzelfall zu realisieren.

 

 

Dazu ein Text der Medizinischen Hochschule Hannover der sehr hilfreich dabei ist um beurteilen zu können ob die Zusammenarbeit von KFO und KFC ein bestmögliches Ergebnis erwarten lässt. :472:

 

Bedenkenswert dabei ist, der Chirurg hat durch die Splintvorgaben vom KFO kaum Spielräume. Der Splint wird auf Modellen der Vorbehandlung im Artikulator gemacht also die OP wird simuliert und darauf der Splint hergestellt.

 

Gruß Norbert :453:

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Deutschland ist ein großes Land, es steht jeden frei sich auch in einer anderen Klinik operieren zu lassen. Wenn man keine Zusatzversicherung hat, dann muss man das im Vorfeld mit der jeweiligen KK klären. Solange eine med. Indikation und stichhaltige Begründung vorliegt, sollte das kein Problem sein.

 

Die Ansicht, dass alle nur mit Wasser kochen und es kaum Spielräume gibt, kann ich nicht vollends teilen. Ich habe in den letzten Wochen dazu auch recherchiert und es gibt einerseits Behandlungsmethoden (z.b. Chin Wing), die von vielen gar nicht angeboten werden, weil sie damit keine Erfahrung haben. Wie gut KFO und MKG-Ch zusammenarbeiten, ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Splintvorgaben sind das eine, wie letztlich der OK-UK positioniert bzw. verlagert wird, ob eine Genioplastik gemacht wird, wie sehr auf ästh. Fragen eines harmonischen Gesichtsprofils eingegangen wird, darauf hat der Chirurg durchaus einen großen Einfluss bzw. definitiv einen Spielraum.

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