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Filomena

ME, Rhinoplastik und Genioplastik 11/2014 bei Prof. Kübler, Uniklinikum Würzburg

Hallo zusammen!

Nach meiner längeren Vorgeschichte, hier das vorerst letzte Kapitel und happy end:

ME OK und UK, offene Rhinoplastik und Genioplastik (4mm nach dorsal)

Was bisher geschah...

Bimax am 11.09.2013 mit OK-VVL und -impaktion sowie UK-RVL (OP-Bericht hier: http://www.progenica.de/forum/topic/13881-bimax-092013-uniklinikum-würzburg-bei-pd-drdrklammert/

Revision am 25.10.2013 bei Plattenlockerung

Revision am 28.02.2014 bei Pseudarthrose des OK (OP-Bericht hier: http://www.progenica.de/forum/topic/14617-revision-bei-pseudarthrose-ok-022014-bei-prof-kübler-uniklinikum-würzburg/

Montag, 17.11., OP-Tag

Wie bei den letzten beiden Eingriffen auch, komme ich morgens um 6.30 Uhr nüchtern in die Klinik. Mein Zimmer ist leider noch nicht frei, so dass mein Gepäck im Pflegestützpunkt geparkt wird und ich mich im Aufwachraum (um diese Uhrzeit noch leer) umziehe, meine Kleidung im einer großen Tüte mit der Aufschrift "Achtung, Patienteneigentum!" versenke, die Dormicum-Tablette nehme und mir die Decke bis zur Nase ziehe. Dann ist die Erinnerung nur noch bruchstückhaft. Turban wickeln - weg. Einschleusen - noch da. Ankabeln fürs Monitoring - weg. Zugang legen - noch da. Sauerstoffmaske - weg. Dann: ich ganz weg.

Die OP dauert knapp vier Stunden. Im Aufwachraum ergibt der Ganzkörpercheck: zwei iv-Zugänge (beide grün, am Unterarm und in der Ellenbeuge links), Kühlmaske, Nasentamponaden, Nasengips, straffes braunes Pflaster übers Kinn geklebt. Kein Blasenkatheter (den hatte ich, wie ich später erfahre, während der OP; er wurde aber noch in Narkose am OP-Ende gezogen), keine Drainagen, keine Magensonde (wie auch, bei Nasentamponaden...).

Vor den Nasentamponaden graute mir im Vorfeld am meisten, da ich eine obligate Nasenschnauferin bin. Mit der Atmung habe ich aber erstaunlich wenig Probleme, und gegen den trockenen Mund bekomme ich sogar schon im Aufwachraum schluckweise Wasser zu trinken.

Dieses Mal kann ich mich auch an die Visite von Prof. Kübler im Aufwachraum erinnern. Die wichtigste Info: der OK ist bombenfest! Und auch ansonsten hat alles gut geklappt.

Später in meinem Zimmer bekomme ich noch Besuch von meinem besten Freund, der für mich mein Köfferchen auspackt. Ich hab nämlich noch ganz schön einen im Tee.

Die Nacht ist dann eher schlecht, spätestens alle 2 Stunden werde ich wach, weil sich mein Mund in einen Ausläufer der Wüste Gobi verwandelt hat...

Dienstag, 18.11., 1. postoperativer Tag

Zum Frühstück gibt's neben Cornflakes (die ich mir eine halbe Stunde einweiche) auch ein Croissant, aber da traue ich mich noch nicht so recht ran. Bei der Visite im Verbandszimmer ist alles in Ordnung, der breite braune Pflasterstreifen am Kinn kommt runter, statt dessen nur noch zwei schmale, um die Naht der Genioplastik zu stabilisieren.

Insgesamt geht's mir heute sensationell. Ich bin zwar mittlerweile etwas geschwollen und habe ein kleines Hämatom unterm linken Augenund ein größeres am rechten UK-Rand, aber ansonsten hab ich heute Hummeln im Hintern. Die meiste Zeit des Tages gehe ich im Haus spazieren, besuche die Kieferorthopäden (die vom sich unter der Schwellung abzeichnenden OP-Ergebnis ganz begeistert sind) und gehe nachmittags mit meiner Mama draußen spazieren. Konditionsmäßig komme ich allerdings noch nicht so weit.

Mittwoch, 19.11., 2. postoperativer Tag

Heute ist eher mein Schlaftag. Dafür kühle ich deutlich mehr als gestern. Ansonsten liege ich müde rum und - schlafe halt.

Wie jeden Morgen ist Visite im Verbandszimmer, kurze Kontrolle, alles in Ordnung.

Es wird mir nochmal Blut abgenommen, Entzündungswerte und alles andere sind in Ordnung.

Die Schmerzen sind bisher gering. Zweimal am Tag nehme ich Voltaren, und für die Nacht gibt es noch Novalgin-Tropfen. Heute lasse ich mir auch noch was zum Schlafen geben, vielleicht wird die zweite Nacht mit Nasentamponaden dann besser.

Donnerstag, 20.11., 3. postoperativer Tag

So bis 4 Uhr früh schlafe ich auch einigermaßen, dann langt's mir, und ich mache von dem "Angebot" Gebrauch, mir die Nasentamponaden selbst zu ziehen (sonst wären sie bei der Frühvisite um 7:30 Uhr rausgekommen). Zu Tage fördere ich je einen ca. 30cm langen schmalen blutigen Mullstreifen. Das ist alles. Gar nicht schlimm.

Bei der Visite kommt dann der braune Pflasterstreifen über Kinn/Unterlippe endlich weg. Jetzt kann ich auch meinen rechten Mundwinkel besser mit Bepanthen versorgen, der ist nämlich ziemlich eingerissen.

Die Schwellung hat schätzungsweise ihren Zenit erreicht, das Hämatom auch. Der Nasengips bleibt nach wie vor drauf.

Kurze Kontrolle in der KFO: alle Brackets noch fest.

Abends das Highlight: mit Hilfe von Mama Haarewaschen. Der Nasengips darf nämlich nicht nass werden. Zum Glück gibt's im Stationsbad so ein Haarwaschbecken wie beim Friseur.

Freitag, 21.11., 4. postoperativer Tag

Ich darf nach Hause! Morgens und mittags gibt es noch die iv-Antibiose, und dann werde ich freigelassen. Mit selbstheizender Wärmflasche (=Kater) auf dem heimischen Sofa ist es definitiv am besten.

Samstag, 22.11., 5. postoperativer Tag

Einkaufen gehen mit blauem Auge und Nasengips. Ein echtes Highlight.

Montag, 24.11., 7. postoperativer Tag

Abends beim Spülen kommen ganz viele kleine schwarze Brösel raus. Was ich erst für Reste eines Burgers halte (den ich mit Messer und Gabel kleingeschnitten habe...), wird mit jedem "Spülgang" aber mehr als weniger. Also angele ich mir so einen Krümel aus dem Waschbecken und rieche mal dran. Riecht nach - Eisen. Ist also: Blut. Bei der dunklen Farbe und Krümelkonsistenz geronnenes solches. Ich suche die Taschenlampe und leuchte vorsichtig in meine Mundhöhle, um herauszufinden, wo das alles herkommt. Und oha: da ist ein ganz schönes "Loch" in der Backe, etwa über 47, Größe ungefähr 1-Cent-Stück. Offensichtlich hat sich ein Teil des Hämatoms, das da am rechten UK hängt, nach innen entleert. Möglicherweise hat das direkt darüberliegende Bracket die Angelegenheit nur noch beschleunigt.

Dienstag, 25.11., 8. postoperativer Tag

Mittags kommen noch mehr dunkle Brösel. Am Nachmittag habe ich zum Glück sowieso einen Termin bei Prof. Kübler. Das "Loch" in der Backe wird noch ein bisschen größer gemacht (durch entfernen einiger Fäden), gründlich gespült (dabei kommt noch mehr Hämatom raus) und locker mit einem Aureomycinstreifen ausgestopft. Außerdem gibt es noch mal ein orales Antibiotikum für drei Tage, weil das Hämatom infiziert ist und die Höhle bis auf den Knochen geht. Und täglich Streifenwechsel.

Irgenwas ist mit meiner Wundheilung echt nicht in Ordnung. Aber ich bin sehr froh, dass diese Komplikation (so wie die vorherigen auch) sofort erkannt und richtig behandelt wird.

Dafür ist der Nasengips runter, es ist noch ein bisschen geschwollen, aber es wird echt hübsch.

Für eine Woche ist noch Schlafen mit Nasengips angesagt, damit ich mir die schöne neue Nase nicht plattliege.

Mittwoch, 26.11., 9. postoperativer Tag

Streifenwechsel

Donnerstag, 27.11., 10. postoperativer Tag

Streifenwechsel. Und die KFO entfernt mir das Bracket auf dem 47er, damit Ruhe herrscht für die Schleimhaut, und das Bracket nicht die Wundheilung wieder zunichte macht.

Freitag, 28.11., 11. postoperativer Tag

Und wieder Streifenwechsel. Insgesamt sieht's besser aus, keine Zeichen für Infektion mehr. Im Labor auch keine Entzündungskonstellation. Aber in der Tiefe liegt halt Knochen frei. Und das Loch ist recht groß. Sprich: es ist nicht gefährlich, es wird heilen, aber es wird dauern. Mindestens zwei Wochen täglich Streifenwechsel.

Und das hier ist wirklich das erste, was auch so richtig Schmerzen bereitet. Mit Voltaren, Novalgin und niedrigdosiertem Tilidin (einem schwachen Opioid) ist es ok.

Montag, 01.12.

Der Knochen ist noch zu sehen, ist aber von einer Schicht Granulationsgewebe bedeckt. Weiterhin täglich Streifen raus spülen-saugen und neuen Streifen rein.

Außerdem gehe ich ab heute wieder arbeiten.

Dienstag, 02.12. bis Freitag, 05.12.

Und täglich grüßt das Murmeltier - Streifenwechsel. So ab Mittwoch sind die Schmerzen deutlich besser. Ich komme mit Voltaren gut hin, kein Opioid mehr. Ab Freitag bin ich ganz schmerzfrei, ohne Schmerztabletten.

Samstag, 06.12.

Streifenfrei! Es besteht zwar noch eine kleine Wunddehiszenz, aber die ist so oberflächlich, dass kein Streifen mehr reinpasst. Weiterhin weiche Kost, damit sich nix drin festsetzt, und ausgiebiges Spülen mit CHX nach jedem Essen.

Take care!

Filomena

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Hallo,

 

schön dass es dir gut geht und dir deine Nase gefällt :-) ...

War das bei dir mit der Metallentnahme im OK und die Nasenoperation zusammen kein Problem? Mein KFC meint er möchte das nicht zusammen machen.

 

Gute Besserung weiterhin!

Viele Grüße

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Nee, das war gar kein Problem, da für die ME sowieso oral intubiert wird. Für ME war der Tubus oral mitte unten fixiert, für Kinn und Nase dann im Mundwinkel. Und da meine Platten sooo weit kranial gelegen waren (durch die "Mehrfachverschraubung"), war der Zugangsweg ja auch ähnlich.

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Nee, das war gar kein Problem, da für die ME sowieso oral intubiert wird. Für ME war der Tubus oral mitte unten fixiert, für Kinn und Nase dann im Mundwinkel. Und da meine Platten sooo weit kranial gelegen waren (durch die "Mehrfachverschraubung"), war der Zugangsweg ja auch ähnlich.

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4 Stunden, wow das ist lang! Blöde Frage, aber was heißt ME? Warum hast du eine Genioplastik dazugenommen? Siehst du jetzt komplett anders aus wie vorher?

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ME heißt Materialentfernung. Initial war meine Bisslage Klasse III, und trotz UK-RVL hatte ich noch ein recht prominentes Kinn, so dass das einfach noch ein Stück nach hinten versetzt wurde. Das wurde bei der BIMAX nicht mitgemacht, um erstmal beurteilen zu können, was die UK-Verlagerung ausmacht.

Und jein, die Kinnplastik verändert optisch zwar einiges, meine Freunde und Kollegen erkennen mich aber noch. :-)

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Hast du die ME mitgemacht, weil es schon geschmerzt hast oder weil es sich angeboten hat im Zuge der zweiten Operation? Manche Ärzte sagen, man kann die Schrauben/Platten drin lassen, andere Ärzte meinen, es sollte immer raus.

Das mit der optischen Veränderung hab ich gefragt, weil bei dir sehr viel gemacht wurde. Im Internet sieht man immer wieder Vorher/Nachher-Fotos von Menschen, die danach komplett anders aussehen ;-) Hast du vor deine Fotos hier ins Bilder-Forum zu stellen?

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Ich wollte das Metall schon loswerden, da meine Platten bis an den inneren Augenwinkel und ans Jochbeinmassiv reichten und dort unter der Haut schon deutlich spürbar waren. Außerdem hat mir eine Schraube im UK Beschwerden bereitet, die vermutlich etwas gelockert war.

Was jetzt sonst noch gemacht wurde, sind eher subtile Veränderungen, die das Gesicht/Profil einfach etwas weicher und harmonischer machen.

Vorher-Nachher-Fotos gibts, wenn die Restschwellungen weg sind. OP ist ja erst drei Wochen her.

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So, heute nochmals Kontrolle bei Prof. Kübler. Das Loch ist fast zu! Keine weiteren Kontrollen nötig! Damit wäre auch diese kleine Komplikation gut überstanden. Kinn-ME ist, wenn überhaupt, in ca. einem dreiviertel Jahr geplant.

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