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anxiety20

Ratlos..

Zuletzt habe ich im Januar hier geschrieben, jetzt melde ich mich wieder. Ich weiß mittlerweile echt nicht mehr, was ich tun soll..

Ich bin 17, weiblich und habe ein extrem asymmetrisches Gesicht. Ich weiß nicht mal genau was mich denn jetzt am meisten stört... aber meine linke Gesichtshälfte ist irgendwie breiter (z.B. die Distanz vom Auge zum Haaransatz..) als meine rechte. Mein linkes Auge hängt irgendwie total anders als das rechte.. und mein Kinn ist total schief, mein Kieferknochen hat nicht die Selbe Form wie auf der rechten Seite, die Distanz von Unterlippe zu Kinn ist auf der linken Seite ebenfalls kürzer.. wenn ich den Kopf gerade aus halten bzw gerade aus gucken soll, guckt mein linkes Auge nicht gerade aus sondern nach rechts.

Ich erinnere mich kaum daran, wann mir das zum ersten Mal auffiel, jedoch stört es mich extrem. Mir war sofort klar, dass es an meinem Kiefer liegt, an meiner Zahnstellung.. also habe ich Anfang des Jahres einen Termin bei einem Kieferorthopäden vereinbart. Der schaute sich mein Gebiss kurz an und sagte,ich hätte noch zwei Milchzähne im Unterkiefer die gezogen werden müssen, mein Unterkiefer sei zu weit vorne, noch ist die untere Zahnreihe hinter meiner oberen, aber es könne eine Progenie entstehen wenn ich mich nicht behandeln lasse.. das hieß: Zahnspange. Ich habe wirklich Monate gebraucht um mich überhaupt an den Gedanken einer Zahnspange anzufreunden, ich habe wirklich oft geweint weil ich ohnehin unzufrieden mit meinem Aussehen war und nicht noch eine Zahnspange haben wollte, aber mit Freude über das Ergebnis habe ich mich dann doch dazu entschieden. Ich wollte jedoch eine Zweitmeinung haben, die ich dann auch eingeholt habe. Der zweite Orthopäde war um einiges sachlicher und professioneller als der erste, den ich besuchte, und er sagte mir, mein Körper habe die Fehlstellunf sehr gut kompensiert, meine Milchzähne hätten mindestens noch 20 Jahre vor sich und eine Behandlung wäre seines Erachtens unnötig sowie zeit- und kostenaufwendig.. damit verunsicherte er nicht nur mich sondern bestätigte auch meinen Vater dahingehend, dass meine Probleme mit den Asymmetrien nur pubertäre Hirngespinste sind. Für meinen Vater war das Thema dort sofort abgeschlossen, er versteht mein Anliegen nicht und will auch keine unnötige Behandlung finanzieren..

(Vergessen: Ich habe zudem eine Gummischiene von meinem Zahnarzt bekommen da ich nachts womöglich mit den Zähnen knirsche und Kieferschmerzen hatte)

So nun sitze ich da.. ich habe überhaupt keine Unterstützung. Ich bin schon seit meinem 15. Lebensjahr extrem unglücklich darüber... ich verstecke meine linke Gesichtshälfte so gut es geht mit meinen Haaren, trage nie einen Zopf etc.. eigentlich mag ich es, mich zu schminken, aber es macht mir keinen Spaß mehr, weil es auf dem anderen Auge nie gleich geschweige denn gut aussieht... wenn ich mit Menschen rede, dann schaue ich ihnen, aus Angst sie könnten meine linke Gesichtshälfte sehen, nicht ins Gesicht. Ich werde rot wenn Leute mich nur anschauen; mal im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit mehrerer Leute zu stehen (z.B. beim Melden im Unterricht) ist eine richtige Qual.. ich finde meine rechte Gesichtshälfte sehr schön.. ohne eingebildet klingen zu wollen. Aber selbst wenn mir Leute Komplimente machen, denke ich: wenn die nur meine andere Seite richtig sehen würden... mein Selbstbewusstsein neigt sich gerade dem Punkt 0 zu. Ich habe mich auch schon selbst verletzt weil mich das so belastet und auch beschränkt... auf Fotos zeige ich nur meine rechte Seite, wenn jemand meine linke Seite fotografiert werde ich fast schon hysterisch..

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter.. ich habe so eine Angst, dass es schlimmer wird, aber ich weiß nicht, was ich tun soll, zu welchem Arzt... bitte helft mir.. ein Foto möchte ich nicht anhängen, auch wenn ich mein Gesicht unkenntlich machen würde wäre mir das peinlich.. aber ich hoffe ihr glaubt mir das es nicht nur Hirngespinste sind, mich haben auch scon Leute angesprochen wieso mein linkes Auge denn so komisch zusammengekniffen wäre etc.. hilfe :(

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Und noch was: wenn ich meine Zähne schließe, also meine Kiefer zusammenbeiße, geht mein Unterkiefer 1-2 cm nach rechts.. sonst passen meine Zähne nicht aufeinander...

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Hey Du!

Ohne Dich gesehen zu haben ist es unmöglich Deine Situation zu beurteilen oder Dir etwas zu raten... Nur weil man selbst etwas "hässliches" im Spiegel sieht, entspricht das noch lange nicht der Wahrheit (Stichwort Dysmorphophobie) und nur weil einem nahestehende Menschen sagen, man sei hübsch, ist man das leider auch nicht zwangsläufig (Stichwort Innere Schönheit).

Hast Du Dich schon mal bei einem plastisch/ästhetischen MKG Chirurgen vorgestellt? Das wäre der erste Schritt um obiges objektiv zu beurteilen.

LG Petra

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Ohne dich gesehen zu haben: Für mich hört sich das nach einer ausgeprägten Gesichtsskoliose an. 

 

Es kann vorkommen, dass Teile des Schädels auf einer Seite stärker wachsen als auf der anderen. Oft ist eine Verletzung oder eine dauernde einseitige Fehlbelastung des Gesichts die Ursache. In der oberen Gesichtshälfte kann das dazu führen, dass das eine Auge höher sitzt als das andere, ein Auge kann auch tiefer in die Augenhöhle rutschen als das andere. 

 

Im Untergesicht führt es genau zu dem von dir beschriebenen Phänomen, dass das Kinn zu einer Seite abhaut. Außerdem sieht das Lächeln, je nach Schweregrad, verschmitzt bis komisch aus. Und natürlich ist das Profil von beiden Seiten aus betrachtet unterschiedlich. Mögliche Begleitsymptome einer Gesichtsskoliose sind wiederkehrende Kopfschmerzen, Verspannungen im Nacken, Fehlhaltungen des gesamten Körpers und im weiteren Verlauf Kiefergelenksarthrosen.

 

 

 

Wenn du derartige Symptome hast, dann sind das schon Gründe, die eine Behandlung rechtfertigen könnten.  Und die besteht in der Regel in einer kombinierten KFO/KFC-Behandlung, sprich: Spange tragen & bimaxilläre Umstellungsosteotomie.

 
Bzgl. der unteren Gesichtshälfte erreicht man damit heutzutage ästhetisch zufriedenstellende bis umwerfende Ergebnisse, je nach Ausgangslage. Auch die oberen Gesichtshälfte kann man chirurgisch beeinflussen, das ist allerdings blutig, nicht ganz ungefährlich und wird von der Krankenkasse auch nicht ohne weiteres bezahlt, weil es keine Funktionsverbesserung mit sich bringt. Ist allerdings meistens auch nicht das Entscheidende.
 

Ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg kann eine entsprechende Operation durchführen, du musst aber vorbereitend mit eine KFO-Behandlung von ca. 1 Jahr rechnen.

 

 

Wenn du jedoch mit deinem Fall bei einem Kieferorthopäden vorstellig wirst, der für das Thema nicht sensibilisiert ist, kann es passieren, dass er eben nur mit der "KFO-Brille" auf deinen Fall guckt, D.h. er sieht nur, was sich in deinem Mund abspielt und beurteilt den Behandlungsbedarf allein danach. Evtl. nimmt er noch dein Kiefergelenk unter die Lupe, betrachtet aber auch hier wieder nur den derzeitigen Zustand und nicht die Prognose (also wie sich der Zustand des Gelenks in Zukunft entwickeln wird).

 

Ein Kieferchirurg hat eine andere Sichtweise, da ihm ein anderes Arsenal an Therapien zur Verfügung steht. Er wird dich erst körperlich untersuchen und dann ggfs. von dir ein 3D-Röntgen anfertigen lassen und dir auf Basis dessen mitteilen, wie schwer dein Fall ist. Du kannst auch, wenn dein KFO das 3D-Röntgen schon gemacht hat, damit einfach mal in einer Kieferchirurgischen Praxis vorbeischauen und dich beraten lassen.

 

Anhand deiner Beschreibung kann ich den Schweregrad jetzt leider überhaupt nicht einschätzen. Oft ist es ja so, dass junge Menschen (und nicht nur die) sehr unsicher sind bzgl. ihres Äußeren und sich da eigentlich unbegründet in ihr Unglück reinsteigern. Andererseits kenne ich auch eine Frau, die im Alter von 15-17 Jahren total asymmetrisch aussah und die jetzt mit 27 (ohne KFO/KFC-Behandlung) wunderhübsch geworden ist. Es gibt nämlich auch Fälle, in denen eine Asymmetrie gar nicht durch eine skelettale Fehlstellung bedingt ist, sondern bei denen die Kiefermuskulatur auf der einen Seite schlicht stärker ausgeprägt ist. Das kann dann u.U. ähnlich aussehen.

 

Hier sind ein paar Beispiele von mehr oder weniger behandlungsbedürftigen Fällen, da kannst du dich ja mal vergleichen und einordnen:

 

http://dysgnathie.de/kiefer_operationen_fehlstellungen/vertikal-kieferfehlstellung.php

 

Im Hinblick auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse empfiehlt es sich jedenfalls schnell zu handeln, sprich: Vor deinem 18. Geburtstag mit der Behandlung zu beginnen, da die Krankenkasse bei Erwachsenen oft deutlich strengere Kriterien anlegt als bei Kindern oder Kostenübernahmen ganz verweigert.

 

 

 

Viel Glück!

bearbeitet von drhorse

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@drhorse Danke für diese wirklich ausführliche und hilfreiche Antwort!

So ausgeprägt wie auf den von dir verlinkten Bildern dürfte es nicht sein... denn es ist bis jetzt kaum jemandem aufgefallen, dem ich mein Problem nicht beschrieben habe. Meine Angst besteht jedoch genau darin, dass es schlimmer wird, denn das bilde (oder vielleicht auch nicht) mir so ein. Die körperlichen Probleme, die du aufgezählt hast, habe ich nicht, aber mein Profil ist sehr wohl von beiden Seiten unterschiedlich und mein Lächeln ist auch komisch.

Ich wäre natürlich sehr froh über eine Behandlung, aber da wäre noch die Sache mit den Kosten für die Spange. Für eine Operation könnte ich vielleicht noch ein psychologisches Gutachten kriegen (bereits in psychologischer Behandlung wegen mittel-schwerer Depression) - aber was ist mit der Spange? Mein Vater wird mir diese auf gar keinen Fall finanzieren.. gibt es eine Alternative?

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Ein psychologisches Gutachten für eine Kiefer-OP?

 

Das macht keinen Sinn.

 

Entweder du hast eine reine Zahnfehlstellung

-> dann zahlt die Krankenkasse dir eine Spange

 

Oder du hast eine skelettale Fehlstellung und/oder ein Problem mit deinen Kiefern,

-> dann zahlt die Krankenkasse dir die Spange und eine OP,

 

Oder du hast keins von beiden,

-> dann kommt eine moderne OP-Technik infrage, für die keine begleitende KFO-Behandlung (Spange) erforderlich ist

-> die Kosten hierfür (>=10.000 €) werden von der Kasse aber auch nicht übernommen.

 

 

Ein Kieferchirurg kann dir dabei helfen kann herauszufinden, ob es anatomische Gründe für eine Kiefer-OP gibt. Wir hier können das nicht.

 

Aber kein Psychologe wird dir dabei helfen eine medizinisch unnötige Kiefer-OP zu bekommen, denn das ist nicht sein Job.

 

Schönheitsoperationen helfen im Übrigen auch nicht gegen Depressionen. Vielmehr kann der Wunsch nach einer Schönheits-OP schon Ausdruck einer Depression sein.

 

Da du, wie du schreibst, keine somatischen Beschwerden hast, dein Fall nach eigener Einschätzung weniger ausgeprägt ist als die Beispiele auf der Webseite, und du dich überdies schon wegen mittelschwerer Depressionen in Behandlung befindest, würde ich jetzt, solange du keine Bilder postest, erstmal davon ausgehen, dass das Problem zwischen deinen Ohren liegt und dich mit der Aufgabe nach Hause schicken wollen, zu lernen dein Leben zu genießen.

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