FreundinmitSpange

Wie entstehen solche Kiefer-Disproportionen? Mein Beispiel..

Hallo ihr Lieben!

 

Ich habe meinen OP-Termin nun endlich bekommen, leider entschied sich meine Chirurgin dazu, doch eine BIMAX durchzuführen. Vor einem Jahr meinte sie noch, dass eine UKVV ausreichend wäre, aber jetzt sagte sie dass der Unterschied von OK zu UK doch zu groß wäre, und das das das KIefergelenk nur noch mehr strapazieren würden diese Distanz "wegzustecken". Außerdem war ihr Grund eben: "angeschwollen bist du sowieso, essen kannst du danach auch nicht all zu gut und wenn wir es schon machen dann auch richtig!

 

Ich glaube dass sie da sehr recht hat, weil ich habe auch ein gaaanz leichtes Gummy-Smile. Das heißt man sieht mein oberes Zahnfleisch ein bisschen wenn ich lache, das hat mich aber nie so wirklich gestört. Eher die großen Hasenzähne und mein "Doppelkinn" obwohl ich sehr dünn bin und mein hervorstehendes Oberkiefer.

 

Es ist nun so, wenn mich Freunde/Familie fragen wieso ich diese Operation mache, weil das klingt ja echt alles sehr schrecklich.. kann ich gute Antworten geben. Nicht nur dass ich mir meine komplette Zahnsubstanz weggeknirscht habe und ich ständig Schmerzen habe, meinen Mund nicht ohne Spannung zumachen kann etc..ich habe nun halt mit 20 Jahren beschlossen meinen Zähnen eine 2. Chance zu geben, ich weiß jetzt dass ich nicht damit leben muss und es nicht so gehört wie es ist. 

 

Nun meine Frage, wie entstehen solche Fehlentwicklungen?

 

Kann ein guter KFO eine UK-Rücklage/Überbiss schon mit 9 -10 Jahren erkennen und könnte dann mit Schienen/lockeren Zahnspangen/Headgear gut behandelt werden?

 

Was meint ihr? Oder denkt ihr wäre mein Fall von Anfang an nur operativ behandelbar?

 

 

Noch eine Frage: Für wie schlimm haltet ihr es?

 

Ich hab von 9-12 schon eine feste Zahnspange getragen, danach war der Abstand zwischen OK und UK vielleicht 0,5 cm - aber ich sah noch "niedlich" aus. Mit dem Alter wurde es aber immer ärger.. Als ich dann mit 19 zu verschiedenen KFO`s ging rieten die mir alle eigentlich ohne Widerrede zu einer OP.

 

Vielen Dank fürs Durchlesen, ich wäre sehr froh über ein bisschen "fachliches Feedback" von euch!

post-19081-0-31998400-1421001855_thumb.p

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo!

 

1. Gute Chirurgen können eigentlich auch längere Strecken bei einer UKVV (BSSO) bis 25mm vorverlagern. Beim OK wären es weniger. Das hängt aber von Fall zu Fall ab. Ich stimme aber zu und würde mir auch beide Kiefer vorverlagern lassen, wenn das bestmöglichste Ergebnis nur so möglich wäre. Warum jetzt Kompromisse eingehen?

 

2. Dein OK ist vermutlich vertikal zu lang (deswegen der Gummy smile) und transversal zu schmal (deswegen der Engstand). In Kombination mit dem fliehenden Unterkiefer nennt man das sonst auch "Long Face Syndrome" / "Adenoid facies" (v.a. bei Kindern).

 

3. Deine Familie/Freunde kennen dich halt nicht anders aber ich bin mir sicher wenn du ein normales Profil hast werden sie erkennen wie viel harmonischer deine Gesichtsproportionen aussehen werden. Ihnen fehlt ein Vergleichspunkt. Das geht vielen so, die nicht extrem offensichtlich deformiert sind (aka schwerwiegender skeletal offener Biss).

 

4. Wie entwickelt sich so eine Fehlstellung? Das hat verschiedene Gründe, wie genau und wieviel jedes eine Rolle spielt weiß man heutzutage noch nicht bzw. variiert das auch von Fall zu Fall.

* permanente Mundatmung ist ein Hauptgrund für deine Form der Kieferfehlstellung - deswegen nennt man diesen Phänotyp auch Adenoid facies, weil dies bei eigenen Kindern u.a. durch die Anwesenheit vergrößerter Adenoide / Polypen entsteht. Sie müssen deswegen permanent durch den Mund atmen, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

* falsche Schluckmuster (Tongue-thrust) oder Zungenposition (im UK-Raum oder gegen die Schneidezähne statt im OK-Gaumen anliegend). Tritt meist synchron mit Mundatmung auf muss aber nicht.

* Genetik (gibt es Leute in deiner Familie die ähnliche Probleme haben?)

 

5. Ja, ein guter KFO kann dies erkennen und dementsprechende Maßnahmen einleiten. Im Kindheitsalter sind die Gesichtsknochen sehr formbar und sprechen durchaus auf kontrollierte Maßnahmen an. In der Realität machen das leider nur wenige KFOs, obwohl es teilweise bei vielen schmerzhaft offensichtlich ist. Stattdessen machen sie ihre Fließband-Spangen-Therapie und richten dabei oft mehr Schaden an als sie beheben. Oft ziehen sie sogar Zähne bei Kindern, um die Zahnreihen zu kollabieren und den bereits skeletall kollabierten Kiefern anzupassen. Wie ich sehe, auch bei dir. Schade. Meiner hat nicht einmal meine gestörte Nasenatmung bemerkt geschweige denn etwas dagegen eingeleitet.

Fakt ist du hättest 100% normal aussehen können in den Händen eines fähigen KFOs, wenn du dich früh genug dort vorgestellt hättest.

 

6. Wie schlimm ist es? Meiner Meinung nach schon relativ schlimm. Dein Profil sieht schrecklich aus. Alles andere wäre gelogen. Alles andere als eine Operation wäre bei dem Befund meiner Meinung nach Wahnsinn. Ggf. brauchst du auch Rotation, da du schon relativ starke Lippenschlussinsuffizienz (offene Lippen) hast. 

 

7. Eine leichte Klasse II (UK-Rücklage) wie du sie vllt als Kind hattest, mag noch niedlich aussehen bei Frauen. Es ist nicht wirklich ein Nachteil. Bei Männern schon. Ist sie aber ausgeprägter als nur mild, dann ist es aus ästhetischer Sicht katastrophal in beiden Geschlecht.

 

Edit: wie ich sehe wurden dir die 4er in dieser Behandlung unten gezogen. Ich halte das für einen großen Fehler. Es wird versucht den UK zu schmälern um es deinem schmalen OK anzupassen. Dies ist aber nicht notwendig. Man kann den OK mit einer Routine-OP verbreiten. Das ist heutzutage ein Standardeingriff, da man erkannt hat, dass die ästhetischen Endresultate viel besser sind und man auch einfach keine gesunden Zähne ziehen sollte.

 

Grüße

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Möglicherweise brauchte der Kfo unten den Platz, um die UK-Front achsengerecht einstellen und zurückbewegen zu können? Das hat ja wenig mit der Breite des OK zu tun. Habe hier schon mal gelesen, dass das wegen der stark proklinierten Front so gemacht wurde mit der Extraktion.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

hallo,

zu deiner frage:

der kfo erkennt eine mögliche kieferanomalie nicht, wenn der patient noch ein kind bzw. die pubertät noch nicht abgeschlossen hat.

skeletale anomalien sind meist genetisch bedingt, werden mit dem zunehmenden alter dominanter.

die chirurgen meinten zu mir, dass wenn ich zb. eine feste zahnspange als kind getragen hätte, aufgrund der progenie, welche bei mir mit 17 ausgeprägter wurde, noch einmal eine zahnspange tragen müsste, weil vorbereitung auf op.

 

wünsche dir viel glück

lg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

leviathan:

Möglicherweise brauchte der Kfo unten den Platz, um die UK-Front achsengerecht einstellen und zurückbewegen zu können? Das hat ja wenig mit der Breite des OK zu tun. Habe hier schon mal gelesen, dass das wegen der stark proklinierten Front so gemacht wurde mit der Extraktion.

 

Hätte der KFO die Ätiologie der Dysgnathie beachtet wäre ihm nicht der einer späteren OP zuwiederlaufende schwere Fehler der Extraktion unterlaufen. Besser als Kiza kann man es nicht begründen.

 

  hi.gifNorbert

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für euer Feedback!

Weil alle um mich herum so tun als wäre mit mir nichts, fing ich auch schon an mir einzubilden das ich einfach so aussehen MUSS. Glaub bei mir war der größte Fehler dass ich eben so früh schon eine Zahnspange trug, und sich im Laufe der Jahre alles verschlimmerte.

Ich glaub die Chirurgin will mir mein Oberkiefer kürzen und rotieren, damit die Vorverlagerungs- Strecke nicht zu groß ist.

@Kiza wieso meinst du dass beide Kiefer vorverlagert gehören? ?

Achja laut KFO hab ich eine Klasse II Verzahnung und einen extremen Tiefbiss. Das steht zumindest im Befund!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

hallo,

zu deiner frage:

der kfo erkennt eine mögliche kieferanomalie nicht, wenn der patient noch ein kind bzw. die pubertät noch nicht abgeschlossen hat.

skeletale anomalien sind meist genetisch bedingt, werden mit dem zunehmenden alter dominanter.

die chirurgen meinten zu mir, dass wenn ich zb. eine feste zahnspange als kind getragen hätte, aufgrund der progenie, welche bei mir mit 17 ausgeprägter wurde, noch einmal eine zahnspange tragen müsste, weil vorbereitung auf op.

 

Also das stimmt nicht. Ich kenne auch jemanden mit loser Spange nachts im Kindergarten bis frühe Grundschule. Grund war ein massiver Kreuzbiss, konnte kaum beissen. Die betreffende hat danach nie wieder eine Spange gebraucht. Sie ist heute 30 und hat ganz tolle Zähne.

 

Meiner Meinung nach ist das Allerwichtigste überhaupt Vorbeugen und Erkennen in der Kindheit. Mund zuhalten, feste Nahrung etc. Wenn ich z.B. bei einem Grundschüler sehe, dass der seinen Mund nicht zubekommt, sich Hasenzähne bei den ersten Bleibenden entwickeln und der Unterkiefer zurückgeht, würde ich sofort was tun. Vielleicht braucht er später noch eine 2. Behandlung, aber vielleicht eben auch nicht.

Auch wenns blöd klingt: Kinder sind da auch toleranter als pubertäre Teenies später.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Also das stimmt nicht. Ich kenne auch jemanden mit loser Spange nachts im Kindergarten bis frühe Grundschule. Grund war ein massiver Kreuzbiss, konnte kaum beissen. Die betreffende hat danach nie wieder eine Spange gebraucht. Sie ist heute 30 und hat ganz tolle Zähne.

 

Meiner Meinung nach ist das Allerwichtigste überhaupt Vorbeugen und Erkennen in der Kindheit. Mund zuhalten, feste Nahrung etc. Wenn ich z.B. bei einem Grundschüler sehe, dass der seinen Mund nicht zubekommt, sich Hasenzähne bei den ersten Bleibenden entwickeln und der Unterkiefer zurückgeht, würde ich sofort was tun. Vielleicht braucht er später noch eine 2. Behandlung, aber vielleicht eben auch nicht.

Auch wenns blöd klingt: Kinder sind da auch toleranter als pubertäre Teenies später.

habe die mkg-chirurgen zitiert. denke, dass sie wissen was sie sagen ^^

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

Hätte der KFO die Ätiologie der Dysgnathie beachtet wäre ihm nicht der einer späteren OP zuwiederlaufende schwere Fehler der Extraktion unterlaufen. Besser als Kiza kann man es nicht begründen.

 

  hi.gifNorbert

 

 

Wenn die UK-Schneidezähne zu weit prokliniert wurden und zu weit nach vorne stehen, für eine Rückbewegung auf dem Kieferkamm aber kein Platz im UK ist, wie soll man das sonst machen. Mann man auch ohne Extraktion alle Zähne auf dem Uk distalisieren, damit die Zähne auf dem Kiefer korrekt stehen bevor man ihn vorverlagert?

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

Ich hab von 9-12 schon eine feste Zahnspange getragen, danach war der Abstand zwischen OK und UK vielleicht 0,5 cm - aber ich sah noch "niedlich" aus. Mit dem Alter wurde es aber immer ärger.. Als ich dann mit 19 zu verschiedenen KFO`s ging rieten die mir alle eigentlich ohne Widerrede zu einer OP.

 

leviathan:

Damals hätte man mit einer funktionskieferorthopädischen Vorbehandlung und mit konsequenter MFT verhindern können, dass die Dysgnathie dieses Ausmaß erreicht. Das Zeitfenster war noch offen. Die Multibandbehandlung wäre dann die Feineinstellung gewesen.

 

Das wurde nicht gemacht sondern mechanisch behandelt die Risiken waren damals sichtbar wenn man sie sehen wollte. Jeder Logopäde hätte nicht regelgerechte Myofunktionen diagnostiziert dafür hätte es nichtmal eine spezielle MFT Ausbildung gebraucht um das zu erkennen. Es hätte aufwendigst Retiniert werden müssen Bionator und Dauerretainer und zwar lebenslang wenn man Zähne opfert für eine Kompromissbehandlung und glaubt muskuläre Zusammenhänge ignorieren zu können.

 

Multiband wurde viel zu früh eingesetzt das ist vertretbar wenn die siebener da sind. Hätte der KFO diese Zeit gewartet wäre sichtbar geworden, dass das auf eine OP hinausläuft. Da ist schon einiges schief gelaufen.

 

FreundinmitSpange:

Nun meine Frage, wie entstehen solche Fehlentwicklungen?

 

Kann ein guter KFO eine UK-Rücklage/Überbiss schon mit 9 -10 Jahren erkennen und könnte dann mit Schienen/lockeren Zahnspangen/Headgear gut behandelt werden?

 

Kiza hat es sehr gut begründet rein mechanisch ist nicht ausreichend es hätten auch deine funktionellen Habits behandelt werden müssen dann wäre schon ein brauchbares Ergebnis möglich gewesen. Das ist auch gültig wenn du dich in ein neues KFO Abenteuer stürzt.

 

hi.gifNorbert

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Du beantwortest die Frage nicht, die Extraktion wurde doch JETZT als Vorbereitung für die anstehende Bimax gemacht. Was wäre jetzt eine Alternative dazu. Die 4er wurden doch nicht in der ersten Kfo Behandung gezogen so wie ich es verstehe. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Nein die 4er wurden auf Anraten meiner Kieferchirurgin gezogen, hat mir eh sehr wehgetan. Ist erst ein halbes Jahr her (;

Aber ich hab fest beschlossen keine halben Sachen mehr zu machen bzgl. meiner Fehlstellung!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

leviathan:

Das habe ich jetzt auch bemerkt, dass die Extraktion vom KFC angeordnet wurde ich wollte schon Kiza fragen woran er denn sieht, dass die vierer Extrahiert wurden bis ich den anderen Text von FreundinmitSpange entdeckt habe

Das macht es mir aber nicht verständlicher und den Erstbehandler nicht besser.  Na ja lassen wir uns überraschen.

 

hi.gifNorbert

bearbeitet von norbert vogel

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Letztendlich sind es doch häufig Henne-Ei-Probleme und es ist schwierig, mit ausreichender Gewissheit zu sagen, woran es gelegen hat.

 

Bei mir wurde sicherlich im Kindesalter auch viel verkorkst, aber dann muss man eben auch sehen, dass die späten 80er auf dem platten Land von den verfügbaren Behandlern her auch was anderes waren, als meine Behandlung seit 2013 in einer Großstadt mit guter Auswahl.

 

Bei mir wurden auch im Kindesalter die Vierer gezogen und meine Kieferorthopädin meint heute, das wäre womöglich trotzdem nötig geworden, selbst wenn gleich richtig behandelt worden wäre. Einfach, weil ich riesige Zähne für einen sehr kleinen und schmalen Kopf und Mundraum habe. Ich muss auch beim Optiker immer Kinderbrillen anprobieren, ich bin eben insgesamt schmal und zierlich. Von daher ist es hinterher immer müßig, zu diskutieren, wer was falsch gemacht hat und besser hätte machen können.

 

Mein Zahnarzt (Zahnarzt, kein KFO!) hat damals eben das Beste versucht, was er konnte - und das war aus heutiger Sicht zu wenig. Dennoch sagen mir meine Eltern heute, es hätte damals auch geheißen, ich sei "womöglich eher ein OP-Fall" - und meine Eltern haben panisch abgelehnt, als sie gehört haben, was man da hätte machen müssen. Kleine Kinder mit Vollnarkose, Operationen am Schädel - und das, wo ich durch einen seltenen Geburtsfehler eh schon "Sorgenkind" war. Dass man bestimmte Korrekturen dann eben doch ohne OP bei Kindern machen kann (eben durch eine konventionelle GNE oder dergleichen) - wir wussten es einfach nicht. Und auch sonst hat da keiner was zu gesagt. Eine befreundete Zahnarzthelferin meinte damals, man solle mit mir lieber in die Stadt fahren, das fanden aber alle übertrieben. Und mein Ergebnis nach der losen Zahnspange sah doch einigermaßen gut aus, über den Kiefer an sich hat da keiner nachgedacht, wenn die Zähne in zwei einigermaßen geraden Reihen stehen. Über die Modelle von damals kann ich heute nur den Kopf schütteln - eine riesige Stufe, Lücken zwischen den unteren Zähnen - aber die hat man dank Überbiss doch eh nicht gesehen. In meiner Familie hatte einfach keiner das Bewusstsein dafür, damit kann ich schwer hadern.

 

Sicherlich hätte man damals vieles noch formen können und um meine operative GNE wäre ich wohl herumgekommen. Auf der anderen Seite hätte mich eine umfangreiche Behandlung als Kind eventuell auch belastet, wer weiß, ob dann alles richtig gelaufen wäre.

 

Letztendlich muss ich auch sagen, dass ich es für einen Vorteil halte, sich erwachsen "im Alter" bewusst für oder gegen eine bestimmte Behandlung zu entscheiden - mit den Risiken, die das Ganze birgt.

 

Davon ab: Bei vielen Leuten stehen die Zähne im Erwachsenenalter wieder ganz anders, als nach Abschluss der ersten Behandlung und sie überlegen, nochmal eine Behandlung zu ergreifen. Da bin ich manchmal fast ein bisschen "froh", dass ich mich für den ganzen Zirkus entschieden habe - wenn das fertig ist, habe ich die schönsten Zähne im Umfeld :tongue:

 

Damit möchte ich die Richtigkeit der Aussagen hier im Thread nicht in Frage stellen. Aber vieles ist dann eben doch hypothetisch und ich weiß nicht, ob man mit letzter Sicherheit sagen kann, dass man um seine Behandlung herumgekommen wäre, wenn von Anfang an alles richtig gelaufen wäre. Wie sagt man so schön: Hätte hätte Fahrradkette ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Mir ist vorhin beim lesen als beispiel für "wie es hätte sein sollen" eine meiner besten freundinnen eingefallen:

Sie hatte wohl zu Beginn der Pubertät die selbe Fehlstellung wie ich. Das heißt leichtes Gummysmile, zu wenig entwickelter, zurückliegender Unterkiefer, bloß kein so großer OK. Ihr wurden mit 12!!! auch zwei 4er im UK gezogen, anschließend trug sie immer verschiedene lockere Apparaturen zuhause/über nacht und mit 15/16 bekam sie dann eine fixe Zahnspange.

Jetzt trägt sie aber immer noch eine Schiene für die Nacht + Retainer, und ganz gut sieht ihr Profil immer noch nicht aus, dafür dass sie sich immerhin 10 Jahre mit KFO- Behandlungen geplagt hat!

Schade schade :(

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

Jetzt trägt sie aber immer noch eine Schiene für die Nacht + Retainer, und ganz gut sieht ihr Profil immer noch nicht aus, dafür dass sie sich immerhin 10 Jahre mit KFO- Behandlungen geplagt hat!

 

Das muss nicht sein, dass eine gute Behandlung so lange dauert. Mit Funktionsreglern sind immer wieder lange Pausen nötig und sinnvoll auch MFT wird nicht ununterbrochen gemacht. Wird gut vorbehandelt ist die Feineinstellung mit Multiband in 12 bis 15 Monaten erledigt. Sind die tonischen Muster stabil regelgerecht ist die Retentionszeit sehr kurz etwa 6 Monate.

 

Frag mal ob auch ihre tonischen Habits (Myofunktionen) behandelt wurden? Hat sie MFT gemacht?

 

Ohne funktioniert das Spielchen nicht zufriedenstellend.

 

hi.gifNorbert

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

habe die mkg-chirurgen zitiert. denke, dass sie wissen was sie sagen ^^

 

Man kann bis heute nicht sagen, was 100% genetisch ist und was auch von außen kommt (s.a. Thema im Off-Topic) Nur bei echter Progenie scheint man sich einig zu sein, dass das vorwiegend genetisch ist, da z.B. auffallend viele Thais betroffen sind. Aber auch dann kann man vielleicht schon als Kind mit der Eindämmung anfangen.

 

 

Das muss nicht sein, dass eine gute Behandlung so lange dauert. Mit Funktionsreglern sind immer wieder lange Pausen nötig und sinnvoll auch MFT wird nicht ununterbrochen gemacht. Wird gut vorbehandelt ist die Feineinstellung mit Multiband in 12 bis 15 Monaten erledigt. Sind die tonischen Muster stabil regelgerecht ist die Retentionszeit sehr kurz etwa 6 Monate.

 

Frag mal ob auch ihre tonischen Habits (Myofunktionen) behandelt wurden? Hat sie MFT gemacht?

 

Ohne funktioniert das Spielchen nicht zufriedenstellend.

 

hi.gifNorbert

 

Ich finde schon 5-7 Jahren äußerst zweifelhaft. In 2-3 Jahren sollte man eigentlich fertig sein, egal, ob locker, fest oder Kombi. Dazu kommt noch die Retentionszeit. Alles andere reicht für mich immer stark nach Behandlungsfehlern.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn die UK-Schneidezähne zu weit prokliniert wurden und zu weit nach vorne stehen, für eine Rückbewegung auf dem Kieferkamm aber kein Platz im UK ist, wie soll man das sonst machen. Mann man auch ohne Extraktion alle Zähne auf dem Uk distalisieren, damit die Zähne auf dem Kiefer korrekt stehen bevor man ihn vorverlagert?

1 Prämolar ist ca 7mm breit, d.h. wenn man im UK die 4er zieht gewinnt man 2x7mm Platz im Zahnbogen. Selbst wenn man den ganzen Zahnbogen um 7mm auf jeder Seite zurückbewegen könnte (kann man nicht), würden die 2. Molaren danach im UK genau da stehen, wo der Chirurg seine BSSO Schnitte nach Obwegeser macht -> unmöglich.

 

Die 4er im UK werden bei orthognather Chirurgie extrahiert, wenn entweder eine ausgeprägte Speekurve oder ein Engstand in der Front vorliegt (oder beides zusammen). Dann kann man die Front achsengerecht stellen, Engstände auflösen und den skelettalen Overjet (hoffentlich) 1:1 in den Zahnbögen abbilden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn im UK Prämolaren extrahiert werden, schließt man die Lücken in der Regel nicht ausschließlich von mesial. Auch die Molaren wandern ein wenig nach vorne, so dass von den 7 mm vielleicht 5 oder weniger bleiben, um die die Eckzähne tatsächlich distalisiert werden. In vielen Fällen lässt sich das auch ohne Extraktionen erreichen.

 

Die Chirurgen können hinsichtlich der sagittalen Ausdehnung ihrer Schnittführung durchaus variieren. Bei meinen Patienten hat sich bisher kein Chirurg über zu weit distal stehende 7er beschwert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

 

2.) unter einer kieferorthopädischen Stützzone versteht man das Gebiet hinter (distal) dem seitlichen Schneidezahn bis zum 1. großen Backenzahn (sog. 6 Jahr Molar).

 

Es ist sehr umstritten durch Prämolaren Extraktion die Stützzohne anzugreifen. Dazu bei einer ausgeprägten Klasse II dadurch vergrößert sich doch eher die Vorverlagerungsstrecke für den Unterkiefer mit den bekannten muskulären Risiken, die in diesem Fall der mit ausgeprägten Funktionseinschränkungen und Schmerzzuständen verbunden ist, eher höher zu bewerten sind. Durch die notwendige Bisshebung entsteht weiterer Platz für den Unterkiefer sprich auch dadurch wird die notwendige Vorverlagerung größer. Das ist durch die BIMAX nicht zu kompensieren.

 

 

MH-Hannover:

Genauer Daten über die Dauer der postoperativen Umbau- und Anpassungsvorgänge des Kiefergelenkes liegen zurzeit nicht vor. Obwohl nach Literaturangaben bei 25 bis 66 % der Patienten eine Verbesserung der Beschwerden zu beobachten ist, kann eine Garantie für den Therapieerfolg nach heutigem Kenntnisstand nicht übernommen werden. Besonders kritisch ist dies bei Patienten mit einer Angle - Klasse II zu sehen. Als eine unerwünschte Operationsfolge ist in diesem Zusammenhang die postoperative kondyläre Resorption zu nennen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden