fairy90

Drähte, die Wunder bewirken?

Hallo ihr Lieben!

 

Ich habe da so eine Frage, weil ich mittlerweile echt nichts mehr verstehe von der Zahntechnik.

 

Ich trage seit August letzten Jahres nun eine Zahnspange, weil ich einen kunterbunten Mix an Kiefer- und Zahnfehlstellungen habe (oben zu schmal, unten zu breit, Kiefer "nach links verschoben", Zähne nach innen gerichtet,...), die ich alle garnicht benennen oder unterscheiden kann. :redface:

 

Ich vertraue meinen behandelnden Ärzten voll und ganz, aber ich würde trotzdem gerne verstehen, wie so eine Zahnspange funktioniert - insb. in Bezug auf die nach innen gerichteten Zähne frage ich mich jetzt, wie so ein Draht (16er Vierkant-Draht), der nach links und rechts "aktiviert" wurde, dabei helfen soll, dass sich die Zähne "nach außen aufrichten". Die Kieferorthopädin erklärt mir jedes Mal, was für Funktionen die Drähte jeweils haben, aber anscheinend habe ich da nicht so das Verstädnis für.

 

Nur so aus reinem Interesse. Könnte mir das evtl. jemand leicht verständlich erklären? :453:

 

 

Vielen lieben Dank :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo Fairy,

 

ich bin zwar auch kein Experte, aber ich versuche mal mein Glück. :)

 

Die Drahtbögen haben alle eine vordefinierte Form, die dem idealen Zahnbogen entspricht (von Spezialbögen einmal abgesehen). Wenn die Zähne in ihrer Stellung davon abweichen, muss eine gewisse Kraft ausgeübt werden, um den Bogen in die Bracketschlitze zu drücken und mittels Ligaturen dort zu halten. Der Bogen wird hierbei verformt – am Anfang mehr, später dann weniger. Da der Bogen aber zurück in seine vorherige Form kommen „möchte“, zieht oder drückt er die Zähne in Richtung dieser Idealform. Bei den erwähnten nach innen gerichteten Zähnen zieht der Bogen sie also nach außen, weil er beim Einsetzen an dieser Stelle nach innen verformt wurde.

 

Ein Vierkantbogen hat außerdem noch den Vorteil, dass er genau in die eckigen Schlitze der Brackets hinein passt. Durch seinen rechteckigen Querschnitt kann er sich also im Bracketslot nicht mehr frei drehen, wie es bei Rundbögen der Fall ist. Im Grunde greift aber auch hier dasselbe Prinzip. Steht ein Zahn und damit auch das an ihm klebende Bracket schräg, weicht der Bracketslot in seiner Ausrichtung vom idealen Zahnbogen ab. Der Vierkantbogen muss also an dieser Stelle in sich gedreht werden, um in den Bracketslot zu passen. Dort „versucht“ er dann unter Kraftausübung sich wieder zurück zu drehen und rotiert somit den Zahn entlang der Bogenachse.

 

Ich hoffe, ich konnte das Prinzip einigermaßen verständlich erklären. Vielleicht kann ein Fachmann noch die eine oder andere Information hinzufügen oder mich ggf. korrigieren.

 

Viele Grüße!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo fairy,

 

ich habe das mal gelesen, was Pasta im ersten Absatz schreibt. Der Drahtbogen hat eben eine Grundform. Durch das Einsetzen und Befestigen an den Brackets weicht er von der Grundform ab und versucht diese wieder einzunehmen. Diese Kraft überträgt sich auf das Bracket bzw. auf den Zahn und somit werden die Zähne bewegt. Die Zähne, die nach innen gerichtet sind, zieht also der Bogen nach außen und Zähne, welche zu weit außen stehen, werden nach innen bewegt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wow, vielen Dank euch beiden! Das hing ja schnell^^

Ja, im Grunde genommen verstehe ich das jetzt etwas besser.

ABER:

Wenn also meine Zähne eigentlich noch von der ersten kieferorthopädischen Behandlung im Teenie-Alter den korrekten Zahnbogen haben (an sich ein wirklich schönes "U"), wie genau schafft der Draht es dann bitte das sich die Zähne quasi nach außen legen? (Die sind ja auch nicht in sich gedreht :-/) bildlich gesprochen würde das aktivieren dann nämlich dem widersprechen, weil da wird ja alles festgezurrt wird und der Draht doch dann keinen "platz" hat sich wieder irgendwo hin auszudehnen...

(Vielleicht habt ihr mir das ja auch schon so gesagt, evtl verstehe ich das nur nicht ^^ Da spielt wohl "ein wenig" Physik mit, und das war noch nie meine Stärke *hihi*)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wenn also meine Zähne eigentlich noch von der ersten kieferorthopädischen Behandlung im Teenie-Alter den korrekten Zahnbogen haben (an sich ein wirklich schönes "U"), wie genau schafft der Draht es dann bitte das sich die Zähne quasi nach außen legen? (Die sind ja auch nicht in sich gedreht :-/)

 

Was genau meinst du mit „nach außen legen“? Sollen die Zähne nach außen gekippt werden? In diesem Fall gilt, was ich über den Vierkantbogen geschrieben habe. Die Schlitze in den einzelnen Brackets sind nicht ganz gerade sondern etwas angewinkelt, und zwar so, dass sie der idealen Neigung des jeweiligen Zahns entsprechen. Steht ein Zahn also im falschen Winkel, weicht der eingegliederte Vierkantbogen von seiner Grundform ab und versucht diese wieder einzunehmen, bis der Zahn richtig angewinkelt ist. Ich habe mal nach Bildern gesucht, aber das beste, was ich finden konnte, war dieses hier. Vielleicht hilft es ja zur Veranschaulichung. Im illustrierten Fall wird der Zahn zwar nach innen gekippt, aber das funktioniert nach demselben Prinzip auch nach außen.

 

Wenn du schreibst, sie sind nicht in sich gedreht, welche Achse meinst du genau? Von oben betrachtet, von vorn oder von der Seite?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

 

also ich versuche mal auch als "Laie" mein Glück dir das etwas einfacher zu erklären:-)

 

Stell dir vor, du gehst Campen und willst ein Zelt aufbauen. In diesem Fall ist das Zelt deine Zähne. Damit das Zelt dann auch wie ein Zelt aussieht brauchst du diese langen biegsamen Stangen (in diesem Fall sind die Stangen dein Draht) die man über das Zelt in die Laschen (in diesem Fall sind die Laschen deine Bracketts) einfädelt, damit es die gewünschte Form erhält. 

Wenn man diese Stangen im Boden veranckert - ergibt das auch eine U-Form über dem Zelt. 

Durch diese Spannung die die Stange durch ihre U-Form produziert, übertragt sich diese Spannung zuerst auf die Laschen und dann auf das Zelt und zieht daran- damit eben das Zelt in diese Position kommt und auch so bleibt.

Also im groben gesagt, zieht der Draht deine Zähne zu sich, damit sich diese an seine U-Form anpassen. So in etwa ist es auch mit deinen nach innen stehenden Zähne. Der Draht zieht die Zähne zu sich bzw. richtet sie so auf, damit sie Aufrecht stehen und sich optimal an die U-Form anpassen. Hier ein kleines Video das es etwas anschaulicher macht. 

Wenn der Draht die Zähne in die U-Form gebracht hat, kann er nicht mehr an den Zähnen ziehen- da er keine Kraft mehr hat den Zahn irgendwo hin zu bewegen da die U- Form erreicht wurde und die Zähne genau die Form haben wie der Draht nämlich ein schönes und optimales U :446: 

 

Natürlich ist es in Real etwas komplizierter wie Brackett und Draht sich verhalten und deine Zähne in Bewegung bringen, aber als ganz Grober Anhaltspunkt war es für mich am Verständlichsten.

 

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen, auch wenn es nur von einem Laien zum anderen ist. Alle Vollprofis unter euch mögen mir verzeihen für die Brachiale und nicht ganz genau Darstellungsweise.

 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich hatte auch schon immer ein wenig Probleme, die Wirkungsweise von Zahnspangen komplett zu verstehen. Daher hänge ich mich hier mal mit dran: Wie wird es denn bewerkstelligt, dass der Draht die passende Form zu meiner "Ideal-Zahnstellung" bekommt, in die er meine schiefen Zähne dann ziehen soll? Diese Ideal-Form ist doch bei jedem Patienten höchst individuell, oder nicht?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo J0ker und Nana,

 

ich habe vor der Entscheidung hinsichtlich der Brackets mal im Online-Katalog des Herstellers geblättert und habe gesehen, dass dort drei Bogenformen angeboten werden: spitz, eckig und oval. Spitz ist auf den Bildern vorne etwas schmaler, eckig vorne breiter und oval irgendwo dazwischen. Es handelt sich also schon um vordefinierte Standardformen, allerdings nicht nur um eine für alle, sondern es wird zumindest zu einem gewissen Grad auf die individuelle Grundform des Patienten eingegangen. Ob das bei allen Herstellern gleich ist, oder ob andere vielleicht mehr oder weniger Bogenformen anbieten, weiß ich leider auch nicht. Ansonsten werden noch Spezialbögen angeboten, z.B. Level Anchorage oder Reverse Curve.

 

Ich denke aber, im Zweifelsfall kann der KFO den Bogen immer noch selber zurecht biegen, falls es erforderlich sein sollte.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden