Sagt ´mal: wie wird eigentlich die Verlagerungsstrecke bei einer UKVV bestimmt?

Modell-OP, okay. Aber wer sagt, wo die Kiefergelenke stehen sollen?

 

Ich habe eine sehr große Beweglichkeit im Unterkiefer. Kann stark nach vorne und nach hinten schieben.

 

Bei anderen Menschen, die ich probeweise ´mal habe "schieben" lassen, ist das nicht der Fall.

Die kommen mit dem Unterkiefer nur ganz minimal zurück. Ca. 2 mm, würde ich schätzen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo Mängelexemplar!

 

Was die Stellung der Kiefergelenke angeht, gibt es verschiedene Ansätze:

 

Man kann die Gelenkköpfchen in der präoperativen Situation fixieren bevor man den Unterkieferknochen durchtrennt, aber das setzt zum einen voraus, dass die präoperative Situation die "richtige" ist, und zum anderen, dass die Fixierung absolut genau ist, was auch bei perfekter Umsetzung nicht selbstverständlich ist.

 

Die Methode, die ich von "meinen" Chirurgen her kenne ist, dass man die fehleranfällige Fixation nicht durchführt und das Gelenkköpfchen möglichst "locker", also ohne Spannungen in der Gelenkgrube positioniert. Zudem werden normalerweise keine absolut rigiden Platten verwendet, sondern etwas weichere, die erlauben, dass das Gelenk sich unter Beanspruchung in der Zeit nach der OP von selbst einstellen kann. Der Nachteil ist, dass der Patient einige Wochen lang (meistens 2 bis 4) seinen festsitzenden Splint behält und Gummizüge tragen muss. Dafür hat man eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Gelenk am Ende dort ist, wo es sein soll.

 

Ich bin Kieferorthopäde und kein Chirurg, und natürlich neigt man dazu das besser zu finden, was einem näher ist, aber für mich ist der zweite Ansatz deutlich plausibler. Ich habe bisher auch nie schlechte Erfahrungen damit gemacht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Danke für die Antwort!

 

Was aber, wenn sich mein UK weiter vorne wohl fühlt? Nicht in der Position, die erreicht wird, wenn "gerüttelt" wird. ;-)

Und nicht da, wo er sitzt, wenn ich ihn nach hinten schiebe, was ich allerdings (mangels Backenzahnkontakte in vorgeschobener Position) tun muss, um überhaupt kauen zu können?

Wenn ich auf dem Rücken liege (also auch auf dem OP-Tisch), dann fällt der UK natürlich auch weiter nach hinten. Aber ist das die richtige Stellung für die Kiefergelenksköpfchen?

 

Heißt das, nach der OP könnte der UK dann zu weit vor verlagert sein?

Oder kann das bedeuten, dass ich ihn nach hinten schieben muss, in meine ehemalige Zwangsbisslage?

Habe ich das verständlich geschrieben?

 

Und Ja: ich denke manchmal immer noch um eine UKVV herum zu kommen...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bei der zweiten Methode wäre zumindest der wünschenswerte Verlauf, dass sich das Gelenk dort einstellt, wo es hin will, während die Zähne aufeinanderpassen. Normalerweise kann man mit dem Unterkiefer aus der Zentrik heraus wirklich nicht allzu weit nach hinten, so dass es sein könnte, dass sich dieses Gefühl "nach vorne schieben zu müssen" durch eine Korrektur der skelettalen Verhältnisse ändert.

 

Bei der OP liegt man zwar, aber die Chirurgen führen den Unterkiefer schon so gegen den Splint, dass keine retrale Position eingestellt wird. Die ist gar nicht erwünscht.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hmmm..... wenn ich zubeiße, so wie sich alles wohl fühlt, dann habe ich keine wirkliche Unterkieferrücklage mehr, bilde ich mir ein.

Habe also nicht das Gefühl nach vorne schieben zu müssen, eher beim Kauen nach hinten.

 

Ab wieviel mm "lohnt" sich eine UKVV überhaupt?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich sage mal, für 3 bis 4 mm wird kaum ein Chirurg den UK vorverlagern, wobei es auch davon Ausnahmen geben dürfte, beispielsweise wenn das Profil stark beeinträchtigt ist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ist es aus kieferorthopädischer Sicht wegen der Kostenzusage der Krankenkasse eher so, dass eine Operation angestrebt wird, wenn sie bewilligt wurde?

 

Oder wie würde das dann gehen? Die KK zahlt ja nur, weil eine OP indiziert ist. - Sie sollten sich doch freuen, wenn es sich so regeln ließe, oder?

 

(Ob ich da mit meinem Wunschdenken, dass eine UKVV vielleicht doch nicht nötig sein könnte, richtig liege, kann ich letztlich nicht beurteilen, möchte ich anmerken!)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

 

mir geht es ganz genauso wie dir. Am Dienstag war ich bei meinem Kieferorthopäden, der dann festgestellt hat, dass ich meinen Kiefer SEHR weit zurück schieben kann. Ich habe mir das scheinbar angewöhnt den Kiefer weiter vorn "zu tragen". So sagte er jedenfalls. Die Modellop und Röntgenbilder wurden aber schon gemacht und dementsprechend mit einem geringeren OP-Ausmaß geplant. Also die Verlagerungsstrecke der UKVV ist dort kleiner geplant als sie sein müsste, wenn ich den Kiefer nach hinten schiebe.

Heute habe ich einen Termin bei meinem Kieferchirurgen. Bei mir ist am 30.03.2015 eine UKVV mit pos. Rotation geplant. Er wies mich noch einmal daraufhin, dass ich dem Chirurgen heute zeigen soll, dass ich den Kiefer weit zurück bekomme und schrieb auf die Überweisung, dass das Ausmaß der OP wahrscheinlich größer als geplant sein wird.

 

Ich bin jetzt ebenfalls verunsichert. Wenn alles schon geplant und berechnet ist, frage ich mich woher der Chirurg dann wissen soll wie er operieren muss. Der Kieferorthopäde sagte mir, dass die Zähne ja in den Splint greifen werden. Deshalb werden die Zähne nicht plötzlich zu weit vorn stehen können. Vom "äußeren" Erscheinungsbild ändert sich also nichts. Mir bleibt jetzt nur noch die Ungewissheit bezüglich der Muskeln, die ja scheinbar darauf "trainiert" sind den Kiefer nach vorn zu schieben.

 

Ich werde heutemit meinem Chirurgen darüber noch einmal sprechen und bin gespannt was er dazu agt und wie er die Verlagerungsstrecke bestimmt.

 

Prinzipiell verstehe ich deine Bedenken also total gut. Auch ich werde irgendwie langsam nervös. Zumal die "Berechnungen" des Kieferorthopäden (er hat so ein Profilbild erstellt und ich habe die Lippen gesehen wie sie stehen sollen) echt furchtbar aussehen. Meine Unterlippe würde extrem über die Oberlippe hinausragen. Ich hoffe wirklich das ich so nicht aussehen werde. Das würde ich niemals akzeptieren. Er hat zwar gesagt, dass die Berechnungen der Weichteile niemals so vorausgesagt werden kann und es nicht so aussehen "muss", aber er kann mir nichts schriftlich geben wie es im Nachhinein schlussendlich aussehen wird. Für mich ist das gerade so ein bisschen wie Russisch-Roulette spielen.

 

Ich wünsche dir aber für deine bevorstehende OP ganz viel Kraft und Erfolg!

 

Ganz Lieben Gruß,

Sandra

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Mängelexemplar,

 

ich habe ebenfalls einen zurückliegenden Unterkiefer, stehe aber leider noch ganz am Anfang mit Arztbesuchen usw.

Wünsche dir für deine OP ebenfalls alles Gute!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Mängelexemplar,

 

ich habe zwar den Eindruck, dass es an unterschiedlichen Kliniken unterschiedlich läuft, aber bei mir war es so, dass bei den Vorbereitungsterminen erst Abdrücke sowie ein Wachsbiss gemacht wurden. Auf Basis dessen wurde ein erster Splint angefertigt, der beim zweiten Termin auf den Sitz überprüft wurde (und bei mir noch etwas angepasst wurde). Mit diesem Splint im Mund wurde eine spezielle Röntgenaufnahme (nach Schüller, siehe z.B. hier http://www.idr.med.uni-erlangen.de/orthorad/main-kopf.php, ziemlich weit unten) angefertigt und es wurde überprüft, ob das Kieferköpfchen sauber im Gelenk sitzt. Erst auf dieser Basis wurde angefangen zu rechnen und die eigentliche Verlagerungstrecken zu bestimmen. Wie weit verlagert wird, habe ich erst am Tag vor der OP erfahren.

 

Wenn Du Dir unsicher bist, den Chirurgen so lange fragen, bis Du mit der Antwort zufrieden bist und ihn vor allem auf Deine große Beweglichkeit und Deine damit einhergehende Unsicherheit hinweisen.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

 

wie sieht die ganze Sache denn wohl aus, wenn eine Gelenkverlagerung nach vorne schon vorliegt?

Wird dann auf jeden Fall eine UKV gemacht, damit das Gelenk entlastet wird?

Meine erste Überlegung zur OP gingen ja nur Richtung OK.........

inzwischen rechne ich schon mit einer Biwaks :-(

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Mängelexemplar,

 

also meine OP steht am 30.03.2015 an. Es ist also nicht mehr lange hin. Ich war gestern beim Chirurgen und er hat mir mein "Problem" ziemlich genau erklärt. Vielleicht hilft es dir ja auch etwas, wenn ich davon berichte.

 

Dadurch, dass ich meinen Kiefer über die Jahre nach vorn bewegt habe, habe ich hinten mein Gelenkköpfchen aus der Gelenkpfanne (ich bezeichne es jetzt mal so und denke mal ihr wisst was ich meine) herausbewegt. Also es ist nicht so, dass es komplett draußen ist, aber man sieht es auch schon auf den Röntgenbildern (panaoramaaufnahme), dass es deutlich nach vorn steht. Rechts ist es ausgeprägte als links.

 

Für meine OP bedeutet das, dass die Verlagerungsstrecke neu berechnet werden muss. Er wird bei der OP also den Kiefer trennen, den hinteren Teil wieder zurück in die Gelenkpfanne einsetzen und den vorderen Teil nach vorn und etwas nach unten verlagern. Erschwerend kommt hinzu, dass mein Kieferknochen sehr dünn ist, wie es sich in der DVT Aufnahme gezeigt hat. Er hat also nicht viel Spielraum zum schneiden. Ich versuche mich nicht verrückt zu machen. Ich vertraue ihm und er wird das gut machen. Er hat mir aber auch gesagt, dass dies bei mir eine "OP für Fortgeschrittene" ist.

 

Wenn also bei dir soetwas festgestellt wird, so denke ich (ich bin da aber kein Profi und kann nur von mir ausgehen), dass die Verlagerungsstrecke neu berechnet werden muss. Die sinnvollste Vorgehensweise scheint mir die von Schokolädchen zu sein.

 

Ich bin ja irgendwie auch langsam etwas aufgeregt! :) Bezüglich der Stellung der Lipen konnte er mich beruhigen. Diese "Zeichnung" rechnet nicht mit ein, dass durch die Vorverlagerung die Lippen (wie soll ich es ausdrücken) etwas nach innen "rollen". Also die Unterlippe wird auch etwas "kleiner" Dadurch wird sie jetzt nicht extrem vor der Oberlippe stehen. Er verwies aber noch einmal darauf, dass die Vorraussage der Weichteilveränderungen vor der OP kaum möglich ist.

 

Ganz lieben Gruß,

Sandra

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden