SusiSusi008

Kieferop damals und heute

Hallo :)

 

Ich (weiblich) wurde mit 17 Jahren am Kiefer operiert. Ich hatte eine Progenie und der Unterkiefer war etwas zu weit vorne und der Oberkiefer zu weit hinten. Ich hab mit 16 dann eine feste Spange bekommen und mit 17,5 Jahren war dann die OP. Damals wurde das alles ein wenig über meinen Kopf entschieden durch Kieferorthopädin/Eltern und ich wusste nicht was auf mich zu kommt. Da mir das damals empfohlen wurde, auch in Hinsicht auf mein späteres Leben hab ich es einfach gemacht. Das Ergebnis war absolut toll geworden...ABER...die Operation war das grauenvollste was ich jemals erlebt hab.

Der Kieferchirurg sagte mir zwar vorher, dass die OP "kein Spaziergang wäre", das waren seine Worte, aber was auf mich zu kam wusste ich halt nicht.

 

Die OP selbst hat einige Stunden gedauert. Danach war ich für 3 Tage auf der Intensivstation. Der Ober- und Unterkiefer war an der Zahnspange miteinander komplett verdrahtet, was bedeutet ich konnte nur durch die Nase atmen. Atmen durch den Mund war absolut ausgeschlossen. Meine Nase war allerdings permanent verstopft und ich hatte ständig Atemnot was wirklich beängstigend war. Ernährt wurde ich über eine Magensonde. Die Zeit auf der Intensivstation war wirklich traumatisch. Ich musste ständig Blut erbrechen und da ja die Zähne verdrahtet waren hatte ich echt Angst zu ersticken. Ich hatte wirklich enormste Schmerzen, die selbst durch starke Schmerzmittel nicht zu dämpfen waren. Meine Eltern waren die ganze Zeit bei mir als ich dort im Krankenhaus war. Ich musste auch ständig eine Drahtschere an einem Band um den Hals tragen falls Erstickung eintritt. Die ersten 2 Wochen waren einfach absolut grauenvoll. Extremste Schmerzen, ständig das Gefühl zu ersticken, Magensonde... Insbesondere durch die Schmerzen hatte ich echt Selbstmordgedanken was ich vorher noch NIE hatte, aber solche Schmerzen vergisst man glaube ich auch sein Leben lang nicht. Ich war insgesamt 3,5 Wochen im Krankenhaus und wurde durch die Magensonde ernährt. Kurz vor der Entlassung, da gings mir schon wesentlich besser, wurde dann der Draht geöffnet und ich konnte wieder durch den Mund atmen was eine riesige Erleichterung war. Naja bei meiner Entlassung wog ich nur noch 40 Kg!!! Als ich eingeliefert wurde 54 Kg, was mein Normalgewicht ist. Ich war völlig abgemagert.

 

Mein Gesicht war auch enorm geschwollen nach der OP, das war teilweise richtig schwarz/blau. Nach circa 6 -9 Monaten hat sich dann alles wieder reguliert. Die Schwellung war weg und ich sah echt toll aus. Alles sah super harmonisch aus, da ich eh ein sehr proportionales Gesicht hab. Aber durch diese extremsten Schmerzen und auch die Sachen auf der Intensivstation war ich psychisch ziemlich traumatisiert und hab 2 Jahre eine Traumatherapie machen müssen. All das wußte ich einfach vorher überhaupt nicht.

 

Tja und das alles ist jetzt 12 Jahre her - Heute bin ich 30. Nach der OP wurde etwas später die feste Spange entfernt und das wars. Die Kieferorthopädin hätte ja eigentlich die Zähne fixieren müssen, auch das wusste ich nicht. Naja nun hat sich die Progenie wegen der fehlenden Fixierung leicht zurück entwickelt und ich soll in einem Jahr nochmal operiert werden. Es sieht eigentlich nicht schlimm aus, aber mich stört der Zusammenbiss und ich überlege nun ob ich das nochmal alles mitmachen soll. 

 

Meine Frage ist nun: War es bei euch auch so schlimm? Sind die Methoden heute anders oder lags daran weil das ganze schon 12 Jahre her ist? Ich hab z.B. gelesen, dass es heute nicht mehr üblich ist die Zähne miteinander zu fixieren so das eine Mundatmung nicht möglich ist. Wie sind Eure Erfahrungen heute so??? Meine Hoffnung ist ja, dass heute alles besser ist, auch wenn diese Form der OP sicherlich immer noch nicht so einfach ist.

 

Ich wäre sehr dankbar für Rückmeldungen. :)

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Ach ja meine Kieferop hat damals knapp 5 Stunden gedauert. Ich lese mich hier gerade durchs Forum und bin total erstaunt, dass es bei anderen wohl ganz anders, also viel besser abgelaufen ist. Freue mich aber trotzdem über Rückmelungen.

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Hallo Susi,

 

wenn Du Dich durch das Forum und vor allem die Op-Erfahrungsberichte durchliest, wirst Du feststellen, dass es sehr unterschiedlich ist. Und bei Dir scheint vor 12 Jahren einiges schief gelaufen zu sein, vor allem das mit den Schmerzen hätte nicht sein müssen. Genauso wie Du gehöre ich zu den Leuten, die das ganzen zweimal mitmachen. Meine erste OP (OK-VV) war 1987 (kein Tippfehler) und längst nicht so traumatisch für mich, obwohl ich mich auch mehrfach erbrochen habe, aber bei mir hat es relativ gut funktioniert, trotz Verdrahtung. Zu meiner Bimax kannst Du Dir mal meinen OP-Bericht durchlesen, aber ich gehöre zu den Leuten, denen auch eher die ungewöhnlichen Dinge passieren, mein Erfahrungsbericht ist sicher kein Standard.

 

Ich würde mir an Deiner Stelle den KC sorgfältig aussuchen, ihn mit Fragen löchern und klar machen, dass Du schon eine ziemlich traumatische Erfahrung hinter Dir hast und das nicht wirklich wiederholen willst. Und wenn Dir seine Antworten nicht passen oder Du Dich nicht wohlfühlst, suche Dir einen anderen. Zur Verdrahtung: Es gibt KCs, die auch heute noch mit Verdrahtung arbeiten, aber ich habe den Eindruck, dass es normalerweise nur für 1-2 Wochen ist und danach wird mit Gummis gearbeitet. 6 Wochen haben ich eigentlich nur gesehen, wenn entweder etwas schief/unglücklich gelaufen ist oder bei einem echten Bruch. Ich konnte mit meinen Gummis den Mund ohne Probleme öffnen, aber ich habe auch schon Gummiverhaue gesehen, die einer Verdrahtung in nichts nachstanden.

 

Eigentlich sollte es im Normalfall besser laufen als bei Deiner Beschreibung und hätte es auch schon vor 12 Jahren so sein sollen, wenn ich es mit meinen Erfahrungen vor jetzt fast 28 Jahren vergleiche. Okay, bis auf den Punkt mit der Schwellung und den Verfärbungen, wenn Du Dir das Passwort für das Bilderforum (PN an Marco oder Mush (meist schneller)) besorgst, kannst Du Dir mal meinen Bilderfaden anschauen, ich habe da einige sehr farbenfrohe Bilder.

 

Alles Gute für Deinen weiteren Weg!

 

Irene

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Liebe Irene, vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort.

Also ich dachte sehr viele Jahre lang das der Ablauf meiner OP völlig normal gewesen wäre und es eben für alle eine schlimme OP ist, aber so langsam dämmert mir auch das es wohl doch auch teilweise anders abläuft. So weit ich weiß ich nichts schief gegangen zumindest wurde mir nichts gesagt. Ich hatte sehr viel Blut bei der OP damals verloren und auch direkt eine Eigenbluttransfusion bekommen.

 

Ja diesmal werde ich mir die Ärzte viel genauer angucken und fragen stellen, das gab es damals gar nicht. Was ist eine Bimax eigentlich?? Ich lese das hier immer... Wieso muss das denn bei dir zum 2. mal gemacht werden?

 

Wer ist Marco oder Mush? :) Wo finde ich die denn?

 

Bei mir wurde der komplette Kieferknochen durchgesägt oben und unten und dann versetzt. Ich frage mich z.B. ob es nicht schädlich ist wenn der Kiefer 2x durchsägt wird? Irgendwo wirds ja schon eine Schnittstelle geben oder?

 

Gibt es hier eigentlich auch Leute bei denen dauerhaft was taub war? Bei mir war am Anfang der gesamte Kinn/Lippenbereich taub und ich musste die ersten 3-4 Monate immer mit einem Spiegel essen, weil ich gar nicht wusste wo der Mund ist. Die Taubheit/Kribbeln war aber nach circa 12 Monaten komplett weg. 

 

Ich hab bald erstmal einen Zahnarzttermin zum vorcheck ob alles ok ist und dann gehts zum Kieferchirurgen suchen. Falls mir jemand einen super KC in Berlin empfehlen kann, oder auch mehrere, wäre ich sehr dankbar :-)

 

Vielen lieben Dank :-)

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Ich hab bald erstmal einen Zahnarzttermin zum vorcheck ob alles ok ist und dann gehts zum Kieferchirurgen suchen. Falls mir jemand einen super KC in Berlin empfehlen kann, oder auch mehrere, wäre ich sehr dankbar :smile:

 

Vielen lieben Dank :smile:

 

Dr. Ramin Zarrinbal wäre sicher eine Anlaufstelle.

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Das würe mich auch interessieren wie es ist den kiefer 2x mal brechen zu lassen. Gerade beim oberkiefer ist ja viel knochen. Kann es sein das der kiefer nach einem bruch noch Stärker (dicker) zusammen wächst?

 

 

Meine OPs waren eigentlich relativ harmlos mal von den Fehlern abgesehen. Schmerzen hatte ich praktisch keine und war auch nur ein Tag im krankenhaus und nur 3 wochen krank geschrieben.

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Hallo Susi,

 

eine Bimax bedeutet erst einmal "nur" ein bimaxilläre Umstellungsosteotomie, also eine Umstellung beider Kiefer.

 

Marco und Mush sind Moderatoren/Administratoren. Du "findest" sie zum Beispiel, indem Du oben rechts auf das Briefkastensysbol gehst und ihnen eine Nachricht schickst. Oder wenn Du über die Namen gehst, pop nach einiger Zeit ein kleines Fenster hoch und dort findest Du unter anderem einen Button Nachricht schicken.

 

Bei mir mußte die OP wiederholt werden, weil es zu einem Rezidiv gekommen war und der OK sich wieder zurück bewegt hat. Wie sich während der neuen Behandlung herausgestellt hat, war bei mir der OK damals nicht sauber verknöchert, sondern ich hatte Knochenbrücken neben der Nase und hinten am Jochbein und dazwischen waren Löcher im Knochen (siehe erster Beitrag in meinem Bilderfaden). Meine Bimax hat zwar deutlich länger als geplant gedauert, 10 Stunden statt 6 Stunden, aber ich glaube nicht, dass die Durchtrennung des Knochen dabei das Problem war, eben weil bei mir ja wenig Knochen vorhanden war. Hat man sich bemüht zu klären, warum es zu einem Rezidiv gekommen ist bzw. hat sich bei Dir der OK zurück bewegt oder ist der UK später noch gewachsen? Meiner Meinung nach (als Laie) könnte es bei Dir sinnvoll sein, vor der OP nicht nur die normalen Röntgenbilder, sondern ein DVT oder CT vom Kopf zu machen, um sicherzustellen, dass es nicht irgendwelche Überraschungen gibt. Bei den Standardröntgenbilder (OPG und Fernröntgen) kann man eventuelle Löcher gar nicht sehen, hat etwas mit den Fokusierungsebenen zu tun.

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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