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Materiale

Körperanalyse-Handgriffe: Schwindel?

Liebes Forum (insbesondere liebe KFO)!

 

Letzte Woche war ich bei einem KFO, um eine mögliche Zahnspange für Erwachsene zu eruieren, doch der KFO lenkte das Gespräch sehr bald auf eine Kieferfehlstellung und die damit einhergehende OP. Im Folgenden erkläre ich kurz, was mich dabei sehr stutzig gemacht hat und am Ende folgt meine konkrete Frage:

 

Armstärke-Test

Um zu beweisen, welche Auswirkungen die Fehlstellung hat, legte er mich auf die Liege und ließ mich mit den Armen gegen seine von oben drückenden Hände gegenhalten. Zunächst mit dem linken Arm, den er schnell runterdrücken konnte (obwohl ich Linkshänder bin, was er auch vorher erfragt hat), dann gegen den rechten, den er nicht runter drücken konnte trotz seeehr sichtlicher Anstrengung. Nun sah ich aber sehr genau, dass er bei dem linken Arm total gegendrückte, bei dem rechten aber nur die Muskeln anspannte! Außerdem trainiere ich regelmäßig mit Hanteln und weiß ganz genau, dass der rechte Arm schwächer ist bei jeder Übung.

 

Beinstellungs-Test

Als nächstes wollte er mir beweisen, dass die Kieferfehlstellung eine Fehlstellung der Beine verursacht. Hierzu malte er auf meine Knöchel jeweils einen Punkt, hob die Beine dann an und legte sie wieder nebeneinander. Er zeigte mir, dass die Punkte völlig versetzt waren (und somit die Beine also auch). Ich sah aber genau, dass er meine Beine einfach nur schief hingelegt hatte. Dann legte Watte zwischen die Zähne (um die Fehlstellung auszugleichen) und hob die Beine wieder an, legte sie nebeneinander und wieder hin, wobei die Punkte diesmal auf einer Höhe waren. Jetzt lagen die Beine aber völlig grade!

 

Meine Reaktion:

Ich war einfach gleichzeitig so schockiert und gespannt darauf was als nächstes kommen würde, dass ich mir jeden Kommentar verkniffen habe. Ohne dass ich wirklich Einwände gab, diskutierte er ständig mit mir die Kiefer-OP. Nach jedem Argument peinliche Stille... dann direkt das nächste Argument. Irgendwann (als ich keinerlei Reaktion mehr zeigte) wurde dann auch endlich die Zahnspange diskutiert.

 

Es sei auch noch gesagt: Ich bin lange Leistungssportler gewesen, kenne meinen Körper also sehr gut und glaube daher nicht, dass ich mir diese merkwürdigen Dinge eingebildet habe :)

 

Nun meine Fragen:
- Sind jemandem solche Methoden bereits begegnet (sowohl in normaler, als auch in dieser fragwürdigen Form?)

- Eine evtl. pikante Frage, die aber ganz sachlich gemeint ist: Verdient der KFO deutlich mehr an so einer OP, weshalb er darauf drängt? Der Arzt ist übrigens dafür bekannt sehr teuer zu sein.

- Wie kann ich den Befund nochmal überprüfen lassen?

 

Besten Dank im Voraus für die Meinungen!

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Hallo Materiale,

 

solche Tests hat mein Physiotherapeut schon öfter mit mir durchgeführt. Damit kann man eigentlich zeigen, ob bestimmte Bereiche des Körpers Störsignale aussenden und gewisse Bewegungsabläufe etc. beeinflussen. Der gesamte Körper hängt ja doch irgendwie miteinander zusammen. Meine KFO hat nur den kurzen Test mit den Watteröllchen zwischen den Zähnen gemacht. Dadurch wird der Biss neutralisiert. Bei mir hatte sich dadurch schlagartig die Beckenstellung verändert. Bei mir ist es in der Tat so, dass mein Fehlbiss andere Bereiche des Körpers stört und somit zu weiteren Fehlbelastungen führt. Dies geschieht über muskuläre Verkettungen. Und das hat nichts mit durchtrainiert sein zu tun. Solche muskulären Dysbalancen fallen einem selbst oftmals im Alltag gar nicht auf. Aber wenn du dir unsicher bist, ob er die Tests korrekt durchgeführt hat, dann geh doch mal zu einem Physiotherapeuten, der sowas auch kann (ich weiß grad leider nicht mehr den Namen, wie diese Tests heißen) und lass ihn das nochmal überprüfen. Dann weißt du eher, ob dein Kiefer Störsignale aussendet. Bei mir tut er das nämlich definitiv, das haben jetzt schon mehrere Leute unabhängig voneinander festgestellt bei mir.

 

Und ich glaube kaum, dass ein KFO an einer OP mehr verdient als nur an der Zahnspange. Eigentlich würde der KFO wahrscheinlich mit einer reinen Spangenbehandlung mehr verdienen als kombiniert mit OP. Auch bei einer OP bekommt man i.d.R. trotzdem zusätzlich eine Zahnspange. Es hat eher was mit der Kostenübernahme durch die KK zu tun, dass die eine Behandlung bei Erwachsenen nur dann bezahlen, wenn das Problem so schwerwiegend ist, dass es nur kombiniert kieferorthopädisch/kieferchirurgisch zu behandeln ist. Und im Erwachsenenalter ist der Behandlungsspielraum durch das abgeschlossene Skelettwachstum leider um einiges geringer als bei Kindern/Jugendlichen, weshalb vieles nur mit einer OP zu korrigieren ist. Aber wenn du dir auch hier unsicher bist, dann hole dir doch noch weitere Meinungen von anderen KFOs ein. Ich war auch bei mehreren KFOs, weil ich mit dem ersten und seinem Behandlungsvorschlag nicht zufrieden war.

 

Grüßle,

 

Cavallina

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- Sind jemandem solche Methoden bereits begegnet (sowohl in normaler, als auch in dieser fragwürdigen Form?)

 

Ja, im Zusammenhang mit Kinesiologie. Vor einigen Jahren bin ich mal über diesen Artikel dazu gestolpert.

 

- Eine evtl. pikante Frage, die aber ganz sachlich gemeint ist: Verdient der KFO deutlich mehr an so einer OP, weshalb er darauf drängt? Der Arzt ist übrigens dafür bekannt sehr teuer zu sein.

- Wie kann ich den Befund nochmal überprüfen lassen?

 

Das hat Cavallina schon richtig dargestellt: Der KFO hat finanziell nicht wirklich etwas von der OP. Allerdings gibt es viele Fälle die ohne OP nicht oder nicht so gut behandelbar wären. Was die Überprüfung angeht, steht es jedem offen, eine Zweitmeinung einzuholen.

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Die Sinnhaftigkeit der einzelnen Untersuchungen in diesem Fall kann ich nicht beurteilen, jedoch finde ich dass die KFOs viel öfters die gesamten Zusammenhänge des Körpers in ihre Anamnese miteinbeziehen sollten. Es ist schon auffällig wie häufig z.B. Kieferfehlstellungen mit Wirbelsäulenproblemen einhergehen und umgekehrt. 

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