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Exoskilett

Titanbögen besser oder nur Geldmacherei?

Hi,

 

ich bekomme bald eine Zahnspange mit Keramikbrackets und stehe vor der Entscheidung:
Titandrähte oder Standarddrähte?

Mir wurde gesagt, dass die Titandrähte schmerzärmer sind. Sind diese wirklich auch allgemein besser bzw. ist eine schnellere Behandlung möglich oder ist es nur Geldmacherrei?

 

Die Bögen werden mich insgesamt ca.300€ kosten(20€ * ca. 16 Monate Zahnspange)

 

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Standardbögen sind aus Edelstahl. Diese entwickeln anfangs einen enorm hohen Druck was nicht nur zu Schmerzen führt sondern wodurch es auch zu Schäden an den Zahnwurzeln kommen kann.

Würde ich heute keinem empfehlen. Es gibt viele moderne Materialen die einen relativ konstanten leichten Druck über Wochen und Monate aufrecht erhalten und die Zahnbewegung nicht nur schmerzärmer sondern auch effektiver machen.

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Bögen aus Nickel-Titan-Legierungen sind zwar keine GKV-Leistung aber der eigentliche Standard. Es ist eher die Ausnahme, dass eine Behandlung ohne sie begonnen wird.

 

Früher gab es diese Materialien nicht, und man arbeitete ausschließlich mit Stahldrähten. Besonders bei eng stehenden Zähnen brachte das das Problem mit sich, dass Stahl nur eine begrenzte Elastizität aufweist. Ist also der Abstand zwischen zwei Brackets sehr klein, würde ein Stahlbogen extreme Kräfte ausüben. Natürlich kann man dann einfach einen sehr dünnen Stahlbogen verwenden, aber der wird schon beim Einsetzen plastisch deformiert und wirkt dann nicht oder kaum.

 

Die klassische Lösung bestand im Einbiegen von Loops, wie hier gezeigt:differential-straight-arch-technique-cer

 

Diese Loops vergrößern die Drahtstrecke und damit effektiv die Elastizität des gesamten Bogens. Das hat funktioniert und würde auch heute noch funktionieren, wobei ich gerade nicht sicher bin, inwiefern eine GKV bereit wäre, den Aufwand für die Herstellung solcher Gebilde zu bezahlen. Ein weiterer Ansatz besteht in der Verwendung verseilter Stahlbögen. Diese Drähte bestehen aus einer Art Stahlgeflecht und geben weniger Kraft ab als massive Stahlbögen, sind allerdings extrem rau, können also nicht wirklich gut durch die Slots der Brackets gleiten.

 

Am Ende waren es Nickel-Titan-Bögen, die sich weitgehend durchgesetzt haben. Sie werden zwar manchmal als High-Tech oder "Raumfahrtmaterial" beschrieben, aber es gibt sie seit Mitte der 1970er Jahre. Das eigentlich Schräge ist, dass sie allen Ernstes immer noch keine Kassenleistung sind.

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Also umso kleiner die Lücken, umso mehr Schmerzen hat man bei Stahldrähten? Dachte eher das Gegenteil?

 

Mein KFO hat mir nichts von Nickel-Titan gesagt, nur Titan. Ist das also das gleiche?

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Ich weiß nicht, ob wir dasselbe meinen, aber betrachten wir einmal dieses stark übertriebene Beispiel:

gallery_6398_250_12257.png

Links und rechts ist der Höhenunterschied beider Zähne gleich, aber links muss der Draht stark verbogen werden um in beide Brackets zu passen, während er rechts nur leicht ausgelenkt werden muss. Bei nicht superelastischen Materialien steigt die Kraftabgabe bzw. Spannung dem Hookeschen Gesetz folgend mit der Stärke der Auslenkung:

elastici.gif

 

Ich könnte mir Vorstellen, dass Nickel-Titan gemeint war. Davon gibt es zig verschiedene Varianten.

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d-nb.info/1046404474/34

Wenn ich die Doktorarbeit richtig deute schneidet Sato/Loop-Technik am besten ab.

Und da werden doch Stahlbögen verwendet.

LG

Dėsirėe

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Was genau hat das "Friktionsverhalten verschiedener selbstligierender und konventioneller Bracketsysteme unter Einwirkung von Torque und Angulation" mit dem Thema zu tun, und wo steht dort, dass die Sato-Technik bei irgendwas besser sei?

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Mush hat das sehr schön erklärt. Bei größerer elastischer Verformung eines Bogens aus Stahl steigt auch die Kraft auf den Zahn. Die Grundgleichungen für den entsprechenden Biegefall findet man in der Elastostatik/Festigkeitslehre aus dem Ingenieurbereich bzw. wird auch ein Kieferorthopäde darin Einblick bekommen während seiner Ausbildung.

 

Diese hochelastischen Bögen ergeben bei der Werkstoffprobe ein anderes Spannungs-Dehnungs-Diagramm als eben die Stahllegierung. Diese hochelastischen Bögen geben auch bei stärkerer elastischer Verformung fast die gleiche Kraft ab wie wenn sie nur leicht verformt werden. Außerdem verformt sich dieser hochelastische Draht auch erst bei sehr starker Dehnung. Somit kann eben, wie Mush schon gezeigt hat, der Draht auch bei sehr schief stehenden Zähnen, also meistens zu Beginn der Behandlung, ohne Probleme eingesetzt werden.

 

Später wenn die Zähne dann schon eher gerade stehen werden Stahlbögen eingesetzt, da die hochelastischen Bögen nicht mehr genügend verformt werden, um soviel Kraft auf den Zahn zu bringen, dass er sich überhaupt bewegt. Der Zahn hat ja auch ein gewisses "Trägheitsmoment", er braucht also eine gewisse Kraft bevor er sich überhaupt bewegt. In welchem Rahmen man sich da bewegt, kann Mush bestimmt besser erklären, mein Wissen hört ab da auf.

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Okay. Nun, meine Lücken halten sich in Grenzen, werde am Kiefer operiert und dasswegen muss ich halt die Zahnspange tragen, damit die KK einspringt..

Lücken hab ich eigentlich nur Minimal:post-20673-0-60202500-1426268572.jpg

Flo sagte ja, wenn die Zähne gerade stehen werden Stahlbögen eingesetzt. Mein OK wird auch höher versetzt, also die Zähne werden nur minimal gerade "verschoben". Sollte ich jetzt die Titan oder die Standardbögen nehmen?

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