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Nambi82

Dr. Jochen Kuder - Bimax - Stuttgart - 23.04.2015

Hi Zusammen!

 

Ich hatte am Donnerstag meine Bimax und mir ist jetzt schon langweilig... also schreibe ich euch gleich mal.

 

Meine OP war am 23.4.2015. Ich sollte mich morgens um 6:30 auf Station melden. Dort lief es dann leider nicht ganz wie geplant. Es gab noch kein Zimmer für mich. Daher musste mein Mann mir dann die Tasche hinterhertragen und im Nachhinein war ich dann auch ganz froh, dass ich die auf der Überwachungsstation auch schon bei mir hatte. Als die Schwester mich noch fragte, ob ich wisse, wann die OP sei, brach ich in Tränen aus. Ich sagte "Mir wurde gesagt, dass ich mich morgens hier melden soll, ich ein Bett und eine Beruhigungstablette bekomme und wenn es soweit ist in die Praxis zur OP gefahren werde. Und jetzt hab ich hier das Gefühl dass nix so wirklich läuft.“ Ich muss dazu sagen, dass mein Doc Belegbetten im Klinikum hat und weder er noch die Leute, die auf Station arbeiten was dafür können, dass zu viele Patienten aufgenommen werden…

Danach wurde ich jedenfalls – nachdem ich mich auf dem Klo umgezogen hatte (OP-Hemd, OP-Slip und Einlage) – direkt in die Praxis gebracht.

Der Anästhesist dort begrüßte mich und fragte mich, ob ich so aufgeregt sei. Nein, war ich zu dem Zeitpunkt dann nicht mehr. Ich wusste, dass ich am richtigen Platz war. Ich erklärte ihm die Situation und er meinte er gibt mir was. Statt LMAA-Tablette bekam ich gleich meinen Zugang und ne ordentliche Dröhnung intravenös. In der Praxis zu sein beruhigte mich. Der KFC kam auch nochmal zu mir und meinte er hätte gehört was los war. Tut ihm leid. Aber ich war zu dem Zeitpunkt dann ja schon voll entspannt…

Um 10 Uhr wurde ich in den OP geholt. Der Sitz wurde bequem eingestellt. Alle wieder voll nett. Und ich bekam nicht mal mit wie ich einschlief…

 

Um 15 Uhr kam ich laut meinem Mann aus dem OP und lag wohl schon aufrecht und wach im Bett. Und der Narkosearzt hatte mir sogar schon meine Brille aufgesetzt, bei der ich ihm gesagt hatte, dass ich die dringend wieder brauche nach der OP. In dem Bett wurde ich auf die Überwachungsstation gerollt. Ich kann mich erst ab einem Moment im Aufzug erinnern, als mein KFC, der das Bett mit schob, meinte, dass mein Mann auch da ist. Mein Mann musste auf der Überwachungsstation angekommen erst mal draußen warten und ich wurde an die ganzen Geräte angeschlossen (EKG, Blutdruckmessung, Sauerstoffsättigung, Infusion). Der Doc sagte mir mehrfach dass alles gut gelaufen ist, falls ich es im Halbschlaf noch nicht mitbekommen habe. Dem Pfleger sagte er – glaube ich – ich hätte so um einen Liter Blut verloren. Und der KFC legte mir noch persönlich die Kühlmaske an. Dann verschwand er und meinte er kommt morgen vorbei um nach mir zu sehen.

 

Das einzig schlimme Gefühl nach dem Aufwachen waren eigentlich der trockene Mund und Hals. In der Nase waren Tamponaden und der Mund trocken und schwer zu öffnen. Die Lippen waren ziemlich geschwollen, die Kiefer aber zum Glück nicht vollständig fixiert. Nur der Splint am OK befestigt und mit Gummis unten eingehängt.

 

Mein Mann war kurz bei mir, merkte aber wie müde ich war und meinte, ich solle schlafen. Und mich melden, wenn ich könnte. Ansonsten kommt er am nächsten Tag wieder.

 

Weiter weiß ich nicht mehr in welcher Reihenfolge das passierte: Der Pfleger stellte sich gleich vor, meinte ich soll sagen wenn ich was brauche. Schmerzmittel gab er mir intravenös und meinte „gell, das Zeug ist gut“ und sagte ich soll lieber rechtzeitig Bescheid geben, wenn ich Schmerzmittel brauche und nicht erst, wenn ichs nicht mehr aushalte.

Ich frage ihn auch irgendwann, ob Handy erlaubt ist und er gab es mir aus meiner Tasche.

Ich bekam Bepanthen für die Lippen und eine Schnabeltasse Wasser. Außerdem ließ ich mir meinen kleinen Handspiegel geben um zu sehen was ich mit der Salbe eincremte. Mit der Maske sah ich noch nicht das Ausmaß von Schwellung und Bläue. Aber die geschwollenen Lippen, die Blauen Flecken unter den Augen und die Tamponaden sahen für mich echt heftig aus.

Das Trinken war schwer mit dem Splint. Am Anfang versuchte ich es mit Strohhalm, aber das ging gar nicht. Nur mit der Schnabeltasse ging es einigermaßen. Ich schluckte zwar recht viel Luft. Aber es tat echt gut und klappte immer besser!

Den Rest der Nacht verbrachte ich damit versuchen Luft zu bekommen (die Schwester beruhigte mich irgendwann, dass die Apparate sofort mitbekommen, wenn die Atmung nicht ausreicht), zu überlegen, ob ich aufs Klo muss und immer wieder weg zu dösen.

Meine Nachbarin wechselte zweimal, es war also nicht sehr ruhig auf der Station. Aber beruhigend, dass immer jemand rumsprang, wenn was war! Ich klingelte auch das ein oder andere Mal nach Schmerzmittel, um zu sagen dass ich wenig Luft bekomme und tatsächlich dann auch als ich mal musste.

Aufs Klo durfte ich dann sogar selber (zum Glück keine Pfanne!). Ich wurde einmal komplett abgekabelt und durfte bei angelehnter Tür aufs Klo direkt ums Eck. Als ich fertig war und die Hände wusch sah ich mich das erste Mal ohne Maske im Spiegel… und fand es nicht so schlimm wie ich erwartet hatte. Klar wars kein schöner Anblick, aber nicht das was ich nach dem Anblick mit Maske befürchtet hatte.

Als ich fitter wurde machte ich bissl am Handy rum, aber das war doch noch zu anstrengend, außerdem lief die Infusion nicht so gut, wenn ich mit rechts schrieb. Trotzdem: Alle Pfleger / Schwestern meinten, bei Ihnen sei noch nie jemand so schnell fit gewesen nach einer Bimax.

Als ich mich morgens frisch machen durfte wurde mir dann im Bad aber doch schwindelig. Zum Glück war da das Wichtigste schon erledigt.

Ab dem ersten Schichtwechsel des Tages kam jeder rein und wünschte mir erst mal alles Gute zum Geburtstag. Das zog sich auch auf Station durch. Echt nett.

Ich schlief nach dem Frischmachen noch eine Runde und kurz vor zehn durfte ich auf Station. Die Kühlmaske und die Infusion kamen mit.

Wichtiger Tipp: Man sabbert ganz schön und merkt das durch die Taubheit gar nicht. Am Anfang ist da auch noch Wundwasser dabei. Daher war ich froh um die 100er-Packs Taschentücher, die ich dabei hatte. Denn die Krankenhaustücher sind rauh und saugen nicht gut und die Lippen sind sowieso schon wund  und offen nach der OP.

Noch vormittags kam ich im Rollstuhl zum KFC in die Praxis zur Kontrolle. Alles prima, bissl sauber gemacht. Da der Kreislauf noch nicht so stabil war machte er lieber kein Röntgen. Aber wenn ich schon trinke und so wie ich drauf bin meinte er, ich darf vielleicht Samstag schon heim. Er prüfte auch, ob ich an allen vier Quadranten außen am Kinn die Nadel spüre und das tat ich. Ein gutes Zeichen! Und die Tamponaden bekam ich raus. Da die Schleimhäute aber noch geschwollen waren und sich Blutkrusten gebildet hatten bekam ich trotzdem keine Luft.

Auf Station bekam ich Nasentropfen, eine Mundspülung und meine erste Mahlzeit. Die Nasentropfen wirkten nur schwer und ich musste immer wieder selber ein paar Krusten in der Nase lösen. Davon hatte ich zum Glück im Forum schon gelesen und arbeitete vorsichtig mit Bepanthen. Das war die nächsten Tage auch immer wieder nötig. Es ist normal „Nasenbluten“ zu haben. Die Nebenhöhlen reinigen sich nach der OP und der Schmutz läuft aus der Nase oder den Rachen runter.

Zu essen gab es  eine Suppe und Apfelsaft. Die Suppe löffelte sich erstaunlich gut. Den Apfelsaft ließ ich lieber sein. Die Säure schien mir nicht gut mit offenen Wunden im Mund.

Das Reden war recht undeutlich und anstrengend. Daher war der Besuch von meinem Mann und meinen Eltern recht anstrengend für mich.

Der Rest der Zeit lief denke ich recht typisch. Infusionen, Tabletten, flüssiges Novalgin, Kühlmaske, Blutdruck- und Fiebermessen, sowie unruhiger Schlaf.

Am Morgen ging es mir aber schon ganz ok. Ich wusste dass ich wieder irgendwann zum Doc muss und machte mich etwas frisch.

Die Suppe, die zum Frühstück kam, konnte ich nicht essen. Gemüsebrühe geht um die Zeit einfach nicht. Aber da standen auch Fruchtmus und ein O-Saft. Und ich machte den Fehler den sauren Saft zu trinken. Ich holte mir noch selber Kamillentee und fragte nach etwas gegen Blähungen. Aber als das Mittagessen kam und ich den ersten Bissen nahm war das zu viel für meinen Magen und der Saft kam wieder hoch. Aber hinterher ging es mir endlich besser!!! Auch wenn ich echt Angst hatte mich nach der Bimax zu übergeben!

Eine halbe Stunde später lief ich dann auch schon ganz allein zur Kontrolle in die Praxis. Ich sagte Bescheid, dass ich wegen dem Saft gespuckt hatte. Der Chirurg sagte aber, dass alles schön sauber und ok ist. Und Saft sollte ich eben künftig meiden. Er fragte, ob ich heute schon heim will, er könne das verantworten so fit wie ich sei. Und klar wollte ich heim! Eigenes Bett, eigenes Bad und mein Mann bei mir!

Ich bekam ein Rezept für Mundspülung, Ibuprofen und Antibiotika, einen neuen Termin für die Kontrolle kommende Woche und meine Krankmeldung für 3 Wochen. Mit folgendem Verhaltensmerkblatt inkl. Notfallnummer (hier weggeschnitten) durfte ich dann gehen!

Ich schrieb meinem Mann, packte selber meine Sachen und freute mich auf daheim!!!

Mein Mann und meine Eltern holten mich ab, da sie sowieso morgens zu Besuch waren und dann mitbekamen, dass sie mich vielleicht mitnehmen können, wenn sie warten. Die Drei waren wohl solange was leckeres Essen, was sie versuchten geheim zu halten, aber ich kenne meinen Mann eben ;-)

Meine Eltern fuhren das Auto vor und ich ging am Arm meines Mannes hinaus in die „Freiheit“. Eine Stunde Heimfahrt. Und zu Hause erst mal unter die Dusche das Krankenhausfeeling los werden und dann ins Bett.

Mein Mann besorgte die Medikamente aus der Apotheke während meine Eltern mich „beaufsichtigten“.  Abends schaute ich sogar noch relativ lange auf dem Sofa sitzend fern. Ich hatte Antibiotika aufgeschrieben bekommen und musste die alle 8 Stunden nehmen (6-14-22). Trotzdem schlief ich die folgenden Nächte nicht so gut wie erwartet. Nach wie vor war das Atmen schwer und es war nicht so entspannt immer drauf zu achten, dass man auf dem Rücken mit dem Kopf möglichst weit oben liegt. Nasenbluten hatte ich nur noch ganz selten mal nur 1-2 Tropfen. Das Sabbern war farblos geworden, aber immer noch nicht kontrollierbar.

In den Tagen darauf probierte ich verschiedene Essensvarianten aus. Mit dem kleinen Löffel etwas in den Mund zu schieben war auf Dauer zu anstrengend. Klasse war Trinken, vom großen Löffel schlürfen und Fruchtmus in einer Art TetraPack zum rausdrücken.

Beim Trinken hatte ich herausgefunden, dass ich die Zunge hinter den Splint legen musste um nicht so viel Luft zu schlucken. Und da ich mit viel Konzentration einigermaßen durch die Nase atmen konnte war das dann auch schnell kein Problem mehr.

Mit Zähneputzen an den zugänglichen Stellen, an denen sicher keine Naht war, konnte ich sonntags auch schon beginnen. Außerdem spülte ich nach jedem Essen mit Chlorhexamed Fluid.

Unterdessen merkte ich, dass die Schmerzmittel alle 8 Stunden auch nötig waren (Ibu600). Je mehr die Schwellung zurückging, desto mehr konnte ich den Kiefer bewegen und spürte die Schmerzen. Die gingen aber mit den Ibu600 gut weg. Was blieb war das Spannungsgefühl der Schwellung und das Brennen in den Nebenhöhlen. Und das sorgte Sonntag/Montag für ein kleines psychisches Tief. Ich musste mir immer wieder sagen was für eine große OP das war und das die ersten am DONNERSTAG war!!!

Ab Sonntag ging ich jeden Tag mit meinem Mann eine kleine Runde spazieren. Wirklich klein, aber die frische Luft tat gut und angeblich sollte auch die Bewegung gut für den Kreislauf und das Abschwellen sein...

 

Ergänzung am 2.5.2015:

 

Mittwochs gab es eine kleine Überraschung. Fleurop schickte mir einen Gruß von den Kollegen. Ich freute mich echt riesig!

 

Die Haken an der Spange und die Endstücke davon, die während der OP wohl etwas verbogen wurden, rissen mir von innen die Lippen auf. Beim nächsten Termin holte ich mir das Ok Wachs verwenden zu dürfen. Und mit dem Wachs war es dann auch etwas besser.

Bei besagtem Termin – Mittwoch,  6 Tage nach OP – wurden außerdem Röntgenbilder gemacht. Der Vergleich der Bilder machte mich echt baff!!!

 

Außerdem sollte ich ab sofort alle drei Tage die Gummis selber tauschen (eingehängt oben am 3er und unten am 6er).

Der Doc war mit allem zufrieden und ich bekam einen weiteren Termin eine Woche später.

 

Wieder daheim hatte ich allerdings eine Nachblutung unten links. Ich wartete die Nacht ab, aber bis morgens kam immer noch Blut an der Stelle raus. Da ein langes Wochenende bevorstand rief ich beim Doc an und konnte noch am selben Tag vorbeikommen. Wenn auch „nur“ zur Kollegin. Die Kollegin meines KFC war sehr nett und einfühlsam. Passte also voll in die Praxis. Es sei gut, dass ich vorbeigekommen sei. Es handele sich um Sekret, welches da abgesondert wird, nicht um eine Nachblutung.

Es hätte sich ein Hämatom gebildet, welches abgebaut würde und abfließen sollte. Aber das konnte es an der Stelle nicht so einfach.

Ich sollte regelmäßig die Backe ausstreichen um das Sekret abfließen zu lassen und mit einer Spritze Chlorhexamed die Stelle ausspülen. Sicherheitshalber bekam ich auch länger Antibiotika. Sie beruhigte mich, dass das kein Eiter sei und ich sollte montags zur Kontrolle kommen.

 

Samstags musste ich das erste Mal die Gummis wechseln. Und ich hatte ein bissl Bammel. Die Stellen waren durch die Schwellung nicht so gut zu erreichen und ich hatte Angst dass ein Gummi reißt und gegen eine der Wunden knallt.

Das alte Gummi bekam ich nicht raus. Also griff ich nach einigem Hin und Her zur Schere. Die neuen Gummis waren noch viel weiter, wenn auch nicht so leicht, dehnbar und dadurch war das Einhängen viel leichter als das Aushängen. *uff*

 

Die Farbe entwickelte sich bis Samstag immer spannender („Oh, du hast ja wieder Farbe im Gesicht!“). Ich hatte Blaue Flecken bis zum Schlüsselbein.

 

Ansonsten strich ich regelmäßig die Backe aus und spülte das Sekret mit Chlorhexamed weg und hoffte, dass das schnell weg gehen würde. Ich wollte nicht wieder so lange eine offene Stelle haben wie nach der GNE. Der Doc hatte mir bei gutem Nachspülen zwar Milchprodukte erlaubt. Aber die ließ ich jetzt doch wieder weg… sicher ist sicher!

 

Ergänzung am 19.06.2015:

 

Montags hatte ich meinen ersten Termin zur Lymphdrainage. Ich gebe zu, dass ich etwas Angst davor hatte, jemanden an mein Gesicht zu lassen und wirklich froh war, dass ich meinen Physio jetzt schon eine Weile kannte und ihm bei dem was er tat vertraute. Und so tat der Termin dann auch echt gut. Seine Tipps waren noch die Stirn leicht nach außen zu streichen und die Schultern zu kreisen um dem Lymphabfluss anzuregen. Das tat ich dann auch gehorsam.

 

Den Kontrolltermin Montags hatte ich wieder bei meinem KFC. Ich erklärte ihm was mir Donnerstag gesagt wurde und dass das „Sekret“ eher milchiger und zähflüssiger geworden sei. Gleich beim ersten Blick entschied er in ein Zimmer mit „Sauger“ zu gehen. Er ließ mich ausspülen und erklärte, dass das für ihn doch nach Eiter aussehen würde und der kann recht unangenehm schmecken. Das wollte er mir nicht antun und daher lieber den Raum wechseln.

Auf dem Weg meinte er, dass ich mir keine Gedanken machen müsse und ich erklärte ihm, dass ich nicht der Typ für „keine Gedanken machen“ bin.

Im anderen Raum strich er mir die Wunde ordentlich aus (jetzt wusste ich wenigstens mit welchem Druck ich künftig vorgehen konnte). Der KFC erklärte mir, dass es entweder sein könnte, dass das Antibiotikum länger braucht um anzuschlagen, oder dass es gar nicht wirkt und er jetzt überlegt, ob wir abwarten, oder gleich wechseln. Ich merkte wie er grübelte und sagte ihm, dass ich am Donnerstag sowieso meinen regulären Kontrolltermin habe. Daraufhin entschied er abzuwarten und beruhigte mich nochmal, dass bis dahin nichts passieren könne.

 

Bis Donnerstag änderte sich aber leider nichts. Der Doc schaute alles an, wechselte die Gummis und ich bekam ZWEI neue Antibiotika, die ich nehmen sollte. Ich sagte, dass es mir ansonsten echt gut gehe, nur die Fäden störten beim Lachen. Daraufhin entfernte er mir die Fäden oben und auch an der eiternden Wunde, obwohl es sich eigentlich um selbstauflösende Fäden handelte. Aber er meinte man könne die von der Wundheilung her gut entfernen und warnte mich, dass das aber unangenehm sei. Ich nahm das in Kauf. Lieber einmal richtig unangenehm, als die nächsten Wochen versuchen nicht zu lachen! Und wirklich: Lachen tat hinterher kaum mehr weh! *freu* Und das Fäden ziehen war auch gut auszuhalten. Obwohl ich schon seit einer Woche keine Schmerzmittel mehr nahm.

 

Die Neuen Antibiotika nahm ich ab Donnerstag Abend.

 

Und bei dem einen musste ich auch tatsächlich dazu auf Milchprodukte verzichten. Es heißt immer 2h vorher und hinterher keine Milchprodukte. Aber auch beim Wasser muss man auf die Menge der Mineralien wie Calcium und Magnesium achten. Ohne Milchprodukte war die Ernährung noch eingeschränkter was die Auswahl anging. Das war sehr nervig und unbefriedigend. Mein Körper wusste gar nicht wie ihm geschieht bei so viel (kleingemanschtem) Obst und Gemüse.

 

Aber obwohl ich mich wirklich daran hielt und mich sorgsam um die Wunde kümmerte, wurde es nicht gut.

 

Ich war zweimal die Woche beim Doc zur Kontrolle. Bis er entschied, dass die Wunde nochmal geöffnet und gesäubert werden muss (Wundrevision). Am 19.05. bekam ich eine örtliche Betäubung und er machte die Wunde unten links nochmal auf, reinigte sie. Das war ein sehr unangenehmes Gefühl. Ich spürte das Skalpell, das durchs Fleisch ging, das Auskratzen des Gewebes um die Schrauben und den Knochen und das Einschneiden der Fäden beim Vernähen. Nicht als Schmerz, nur als Gefühl. Aber der KFC fragte immer wieder ob es mir gut geht und sagte mir dann auch dass es gleich geschafft sei. Der Knochen war sauber, nur das Gewebe war entzündet.

Danach hatte ich wieder eine frische Wunde. Die Hoffnung auf gute Heilung begann von vorne, zusammen mit dem Kühlen. Außerdem hatte ich dieses Mal eine Gummidrainage, die Zwei Wochen verblieb, damit Sekret abfließen konnte. Und die Antibiotika musste ich weiter nehmen.

Zwei Wochen nach der Reinigung kam immer noch ganz wenig Sekret aus der Wunde. Aber ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass es langsam gut wird.

Außerdem bekam ich für den 08.06.2015 meinen Termin zur Entnahme des Splints. Vorfreude pur! Dafür durfte ich aber auch erst ab dem 09.06. wieder arbeiten, da ich nach wie vor Antibiotika schlucken musste, die echt müde machten. Am Wochenende vor dem Kontrolltermin machte ich einen Vorher-Nachher-Vergleich. Vor GNE – Nach GNE – Nach Bimax: Kontrolltermin zwischendurch war am 02.06.2015.

 

Der Termin war recht unspektakulär. Der Doc meinte das wird schon. Ich soll die Antibiotika noch zu Ende nehmen. Also war ich ab Samstag, den 06.06.2015 endlich weg davon! Ab da schluckte ich dann Kapseln mit gesunden Bakterien für den Darm und versuchte viel Joghurt zu essen um das Immunsystem wieder aufzubauen. Meine Haut hatte schon Pickel bekommen, der Darm zeigte zum Glück keine Nebenwirkungen (der bekam ja aber auch nicht so viel zu tun).

 

Am 08.06. war dann endlich der große Tag. Der Splint kam raus. Das war vollkommen schmerzfrei und die Zunge hatte danach SO VIEL Platz wie noch nie! Der Chirurg war zufrieden mit der Stellung der Kiefer und ich sollte auch keine Gummis mehr einhängen. Auch zur Wunde meinte er „das wird jetzt vollends“.

 

Als ich fragte was ich jetzt darf und was nicht, v.a. beim Essen, meinte der Doc: „Das ist jetzt gemein, wenn ich Ihnen sage, dass Sie alles essen dürfen, weil Sie das nicht können werden!“. Die Muskeln müssten sich langsam wieder daran gewöhnen, aber es war mir nichts mehr verboten. Der Körper gibt schon Rückmeldung meinte er.

Ich lief mit einem fetten NEUEN Grinsen aus der Praxis und probierte mich gleich mal an Kässpätzle vom Imbiss. Das war ein ungewohntes Gefühl beim Beißen. Aber es ging ganz ordentlich. Und da ich in letzter Zeit nicht so viel gegessen hatte, war ich satt bevor die Muskeln aufgaben.

 

Am Tag nach der Splintentnahme musste ich zum KFO. Bei der OP waren die Drähte durchtrennt worden und ein Bracket unten hatte aufgegeben. Außerdem sollten die restlichen Brackets auf Stabilität überprüft werden. Beim KFO erfuhr ich dann, dass der Chirurg sich einen Palatinalbogen für mich „gewünscht“ hatte und weil der alte nicht mehr passte wurde daher oben ein Abdruck gemacht. Die Zähne im OK waren nach der Splintentnahme beängstigend locker und wackelten, das war ein ganz doofes Gefühl einen Abdruck zu machen. Aber die Zähne blieben im Kiefer drin. Auch beim folgenden Aufbiegen der Schlösser für den Palatinalbogen, beim Bogenwechsel (ein ganz leichter) und dem Einsetzen von Federn im OK, die dafür sorgen sollten, dass der 2er in der Mitte von 1er und 3er platziert wird.

 

Die Federn schossen leider übers Ziel hinaus. Und so locker wie die Zähne waren standen die 2er bereits am nächsten Morgen direkt neben dem 3er.

 

Beim Essen probierte ich mich nach und nach durch. Da die Backenzähne noch ohne Kontakt waren, waren schmale Nudeln eher kompliziert zu essen, große Bissen gingen leichter, musste aber erst mal in den Mund passen, der noch nicht so weit auf ging wie vor der OP.

Nach drei Tagen konnte ich sogar eine kleine Portion Hähnchennuggets mit weicher Panade essen. Aber da merkte ich dann schon wie die Muskeln arbeiten mussten.

Am Wochenende (7,5 Wochen nach der OP) grillten wir. Fisch, Käse, Hackfleischbällchen und Kartoffelsalat gingen ganz gut. Bei der grobem Bratwurst gab ich mich nach einem guten Drittel geschlagen. Man muss es ja auch nicht übertreiben!

 

Am Montag, den 15.06.2015 bekam ich den Palatinalbogen eingesetzt. Das kannte ich ja schon und es ging auch gleich ganz gut mit dem Sprechen. Das Essen bleibt in dem Ding echt blöd hängen und die Zähne mit den Bändern waren einen Tag lang etwas beleidigt beim Beißen.

 

Außerdem wurden andere Federn eingesetzt um die 2er zu regulieren. Der rechte 1er oben wurde etwas abgeschliffen und die 1er unten bekamen Gummis um die Brackets um die oberen Schneidezähne vorm Aufbeißen zu schützen.

 

Da ich Nachmittags zum Chirurg musste, ging ich vorher noch in der Klinik bei der Aufwachstation vorbei um ein kleines Dankeschön da zu lassen. Beim „Abtransport“ auf die normale Station war ich dazu nicht so richtig in der Lage und ich wollte, dass die Pfleger/-innen dort wissen, dass ich mich gut aufgehoben gefühlt hatte.

 

Danach gings zum KFC zur Kontrolle. Auf die Frage wie es mir geht antwortete ich mit „gut“, ohne eine Einschränkung anzufügen. Der Doc schaute mich an, fasste sich ans Herz und meinte, ich wisse gar nicht wie froh er sei das VON MIR zu hören. ;-)

Tatsächlich war alles gut. Die restlichen Fäden konnten endlich raus, die Wunde war zwar langsam am heilen, aber man sah dass es wird und das Röntgenbild vom Gelenk war auch in Ordnung.

 

Der nächste Kontrolltermin beim KFC: in 2 Monaten

Der nächste Kontrolltermin beim KFO: in 1 Monat

 

Was sollte ich denn mit der vielen Zeit jetzt tun???

 

Ach ja, ich ging ja seit dem 09.06. wieder arbeiten. Und da gabs zum Glück genug zu tun. Nach ein paar Tagen hatte ich mich schon wieder eingewöhnt. Alle fragten wie es mir geht und wies war und meinten, dass ich mich echt verändert hätte.

 

Ja, hab ich auch. Aber ich kann bisher nur sagen, dass ich nicht unzufrieden bin, wenn das ungleichmäßige noch weg geht. Aber ich denke das kommt noch von der Schwellung und braucht nun mal seine Zeit… da kann man noch so ungeduldig sein!

 

Die Narben sind schon recht schön oben und rechts unten. Und auch unten links wird es vollends werden!

 

DAS SCHLIMMSTE IST ÜBERSTANDEN und es ist ein wunderbares Gefühl, wenn einem das das erste Mal klar wird!!! :-)

 

 

Den kompletten Bericht mit Bildern gibt's hier (ggf. etwas zeitversetzt):

 

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auch nochmal hier:

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur überstandenen OP!!!

Du hast es geschafft und es hört sich doch gut an wie es mit der Heilung voran geht :-)

 

Bleib weiter tapfer und danke für den langen guten Bericht!

genau die Dinge die ich wissen wollte ;-)

 

Bis bald Tina 

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Danke für den interessanten Bericht! Sehr gut geschrieben und sehr detailliert. Da ist man doch immer wieder froh, dass man es hinter sich hat!

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Alles Guuuuteeeee :)

Toll geschrieben dein Bericht, danke dafür...

Ganz schnelles Abschwellen und gute Heilung dir...

Bin auf das Ergebnis gespannt...

Gruß

Löcki

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Hi Leute! Danke! Es tut mir gut das alles nieder zu schreiben! Aber noch schöner ist es, wenn die Berichte auch noch von anderen gelesen und für gut befunden werden! :-)

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Hi nambi82. Herzlichen Glückwunsch zur überstandenem Op. Ich hatte am 24.03.15 eine Ukvv op in der Marienhospital :)

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Hallo Nambi! Ich bin so froh, dass es diese Form des Austausches gibt. Mir steht selbst demnächst (am 08. Juni) eine Bimax bevor, die auch in Stuttgart, im Marienhospital durchgeführt wird, allerdings bei einem anderen Chirurgen (Dr. Fassnacht). Ich hab ziemlich Bammel davor und ich finde es sehr beruhigend zu lesen, dass es Menschen gibt, die das überstanden haben! Ich gratuliere dir dazu, dass du es hinter dich gebracht hast. Wie hat sich denn die Schwellung inzwischen entwickelt? Sieht man es noch, bzw. war es denn sehr stark geschwollen?

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Hallihallo!

 

Die Schwellung ist unterdessen ganz ok. Leute, die mich nicht kennen würden sicher denken ich hab halt bissl Babyspeck im Gesicht... die Farbe sollte dafür allerdings noch verschwinden.

 

Denn kompletten Beitrag mit Bildern gibt's unterdessen hier:

 

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:473:  :473:  :473:

herzlichen Glückwunsch zur überstandenen op. wie geht es die jetzt?

ich habe alles noch vor mir aber erst im sept/okt :481:  . ich werde auch von dr kuder operiert.

hast du lang aufs  termin warten müssen? 

wie lang warst du krankgeschrieben?

lg

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Hi Flowerpower,

 

den Termin hatte ich recht schnell bekommen. Man braucht eben vier Wochen für die Vorbereitung. Eigentlich war ich ab OP 3,5 Wochen krankgeschrieben, aber da die Wunde an einer Stelle eitert und das Antibiotikum nicht anschlägt, wurde jetzt mal um eine Woche verlängert... Ohne die Müdigkeit vom Antibiotikum hätte ich Montag aber schon wieder arbeiten können. Auch wenn ich den Splint noch drin habe und recht undeutlich rede...

 

Gruß Nambi

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Die ganzen Vermessungen und die Erstellung und Anpassung des Splins, sowie Aufklärung und Anmeldung in der Klinik. So muss man dann erst am OP-Tag morgens kommen... In meinem Bericht Teil2 hab ich das beschrieben. Der Text nach den Bildern der Modelle handelt von der Vorbereitung...

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