FreundinmitSpange

ass.prof.gabriele millesi - Bimax - 09.07.2015

  Liebe Forummitglieder!

 

 

Da mir eure Erfahrungsberichte sehr geholfen haben mich auf diese Operation vorzubereiten, bin ich gerne bereit auch einen sehr ausführlichen Bericht zu verfassen.

 

Diagnose: maxillärer Tiefstand und mandibuläre Retroposition

 

Operation: Bimax, Oberkiefer wurde nach oben und hinten gesetzt und geschwenkt. Unterkiefer vorverlagert.

 

8.7.2015 - Aufnahmetag:

Ich checkte gegen 10 Uhr im AKH Wien ein, und bezog auch schon mein Zimmer. Dann folgte das übliche: Anmeldung am Schalter, Blutdruckmessung, Fiebermessen, Bekanntgeben von Körpergewicht und allen möglichen Allergien, Häufigkeit des Wasserlassens und des Stuhlgangs, Unverträglichkeiten und übliche Trinkmenge. Weiters dann das Oberarzt,- Schwestern,- Anästhesie,- und Narkosegespräch.

Ich gab noch bekannt dass ich bitte eine Beruhigungstablette vor der OP haben möchte und dass ich einen relativ schlechten Kreislauf hab und leicht umkippe wenn ich erschöpft, hungrig oder durstig bin! Dann gab`s Mittagessen, Kipferl vom Bäcker geholt, Abendessen, und ein zweites Abendessen in dem Krankenhaus-Restaurant. Das war so super gut! Meine Henkersmahlzeit war demnach ein Club-Sandwich mit Hühnerfilet, Spiegelei, Tomate, Salate, Käse und Pommes :biggrin: Danach wurde noch Blut abgenommen und ein intravenöser Zugang gelegt - der Erste von vielen!

 

9.7.2015 - OP-Tag:

Die Schwester hatte mich nicht aufzuwecken, ich hab nicht so gut geschlafen und war schon um 5 Uhr wach, ging dann noch Duschen, putzte mir die Zähne gründlich und legte mich wieder ins Bett. Dann kamen auch schon die Pfleger die mir 3,75 mg Dormicum als Tablette gaben (ich schluckte sie ohne Wasser) und die Elektrolytinfusion anschlossen mit der ich in den Operations-Vorbereitungsraum gebracht wurde. Es war Punkt 7 Uhr früh. Ich war nicht aufgeregt, eher fröhlich drauf und ein bisschen verschlafen. In diesem Raum wurden nach der Reihe alle reingebracht die heute früh operiert werden. Meine Bettnachbarin war in diesem Moment eine sehr nette Kinderschwester, der die Mandeln operiert wurden. Ich nutzte die Gelegenheit und wir tratschten fröhlich über dies und jenes, sie nahm mir die Angst vor einem Blasen-Katheter und wir machten uns lustig dass ich mich höchstwahrscheinlich aufgrund des Dormicums an nichts von unserem netten Gespräch erinnern kann. Dem war dann aber nicht so! Dann gab`s noch kurz ein Check-Up mit meiner Narkoseärztin, sie fragte mich ob ich 72 kg wiege und 172 cm groß bin - haha, das war falsch denn ich bin ein winziges Frauchen mit 50 kg und 162 cm Körpergröße! Gut dass wir das noch besprochen haben! Schon wurde ich in den weiteren OP-Vorbereitungsraum geschoben, wo die Pfleger mir sehr liebevoll das Hemd aufknüpften und eine Decke über mich legten, dann wurde die sterile OP-Unterlage unter mich geschoben, was sehr lustig war, und noch hier und da an mir rumgezupft: Op-Haube aufgesetzt, Schaumstoffring als Polster unter den Kopf, Arme auf Stützen befestigt, viel gescherzt und gelacht. Ich weiß noch, dass ich wohl ziemlich annoying war; jedenfalls kommt es mir so vor im Nachhinein, weil ich jeden Schritt und jedes Ding das ich sah erklärt haben wollte. Aber die Pfleger waren superlieb, und sagten alle: "Hier sind nur die Besten".

Dann kam ich in den OP, wo Elektroden aufgeklebt wurden und der Partial-Sauerstoff über die Fingerkuppe gemessen wurde. Auch hier fragte ich immer nach was wo wie warum. Sie legten mir einen weiteren Zugang auf der linken Hand und sahen sich noch meine Nasenlöcher an weil ich durch die Nase intubiert werden sollte. ("Sie hat sehr kleine Nasenlöcher") Dann gab's noch Nasentropfen die nach Bittermandelaroma/Marzipan schmeckten und die Narkose wurde eingeleitet. Die Ärztin fragte mich ob ich was spüre, zuerst garnichts, dann wurden meine Beine schwer und ich wünschte mir einen Traum in Griechenland - weil ich dort noch nie war. Es war 8 Uhr und ich war eingeschlafen.

 

Als ich das erste Mal bewusst wach wurde, war es circa 14h und mir wurde Blut abgenommen und wieder alle möglichen Werte gemessen. Mit dem Laktat hat während der OP etwas nicht gestimmt, das hat aber nicht weiters gestört?! Ich griff in mein Gesicht - die linke Seite fühlte sich komplett angeschwollen und bamstig an, die rechte Seite spürte ich ganz. Dann fragte ich seit wann ich hier im Aufwachraum lag - seit 13h. Bin immer wieder eingenickt und verlangte irgendwann das mir doch bitte der Katheter gezogen wird, weil es störte beim liegen. Die Schwester zeigte mir die Urin-Beutel, ganze 2 Liter hab ich verloren! Und sagte dann dass ich doch bitte zwei mal Husten solle. Gesagt, getan und weg war der Katheter - ganz schmerzfrei!

War sehr glücklich dass ich keine Drainagen hatte, und auch keine Tamponaden in der Nase o.a. Um 15:30 kam ich in meinem Zimmer an und schrieb gleich einmal allen, und wollte unbedingt aufstehen und war sehr aufgedreht und irgendwie komisch drauf. Mir gings aber gut, außer dass es mir beim Schlucken fürchterlich wehgetan hat und ich gesabbert habe. Am Abend gabs dann Besuch von meinem Freund, der sehr gefasst reagiert hat, und um circa 7 Uhr durfte ich auch schon Aufstehen und aufs WC gehen alleine, und bin durch den Krankenhausgang spaziert. Die Pfleger waren alle baff. Zum Essen gabs dann noch ein Schnabelbecher Süßholzwurzeltee, das ist mein Lieblingstee und ich hab mich so gefreut!  Luft hab ich noch durch das rechte Nasenloch bekommen, geschlafen hab ich demnach immer so in 2-3 Stunden Etappen.

 

1. Tag Post-OP:

Mir ging es weiterhin recht gut, immer mal wieder Blut gespuckt und Nasenrinnen gehabt, aber nichts dramatisches. Ich durfte in der Früh sogar alleine zum Röntgen und dann alleine zu meiner Chirurgin, die mir den Mund und die Nase mit Wasserstoffperoxid säuberte und mir sagte dass sie mich um 12:30 zugenäht hat und alles nach Plan gelaufen ist. Es wurde kein Nerv beschädigt, die Röntgenbilder sehen wirklich gigantisch aus und der Biss passt rechts schon ganz gut, links ist der Biss ein bisschen offen, also ich biss nicht ganz auf den Splint auf. Ich hatte erstaunlicherweise nur zwei Gummis (je eins links und eins rechts) im Mund, die allerdings ziemlich streng waren. Gegessen/getrunken hab ich meist Tee aus einem normalen Henkelglas, brauchte den Schnabelbecher nicht mehr. Sonst geschah nichts spektakuläres, ich hatte ab 13h fast ständig Besuch, bin auch viel spaziert, doch ich merkte wie ich zunehmends müder wurde und schickte den letzten Besuch gegen 19h weg, danach bin ich eingeschlafen. In dieser Nacht hatte ich starke Schmerzen, hab die ganze Nacht mit Kühlpads gekühlt, die ich mir zwischen Nackenhörnchen und einem normalen Polster unter die Backen geklemmt habe. Weiters habe ich immer schön aufrecht geschlafen. Gegen die Schmerzen gab es Novalgin-Tropfen, aber laut Ärzten sind das einfach die Muskeln die jetzt gereizt/gedehnt sind. Am unangenehmsten ist auf jeden Fall die Schwellung, es spannt alles so sehr und man fühlt sich einfach grausig. 

 

2.Tag Post-OP:

Ab 6h Antibiotika Infusion, Schmerzmittel per Infusion und Essen war bis dahin immer das selbe: früh/mittag/abend: ein großes Glas Tee, eine 200ml Flasche Trinknahrung und ein großes Glas klare Brühe mit Suppenwürfel. Die Trinknahrungen von Nestle fand ich aber so grausig, es gab nur Geschmacksrichtungen die mir wieder hoch gekommen sind weil mein Rachen so gereizt war: Kirsche, Waldbeere, Orange, Ananas. Das war alles so sauer, habs nicht runter gekriegt. Ich hab dann vor allem viel Tee getrunken und die Suppe komplett auskühlen lassen und getrunken. Hab keine Blutungen im Mund oder der Nase gehabt, nur ganz viel Sabber. Ich putzte die Nase oft mit einem Wattestäbchen aus, das linke Nasenloch war immer noch zu, und ist es noch immer, während ich das hier schreibe. Am Nachmittag gab es wieder Besuch, ich bekam Fresubin Schokolade mit 400 kcal und verdünnte es noch mit Wasser und trank es. Mir war schon ziemlich ungut im Magen von den ganzen Medikamenten und nichts Essbarem. Die Visite war immer zufrieden mit meinem Biss und ich durfte ab dem 1. Post-OP-Tag vorne mit der Kinderzahnbürste putzen und spülte 3 mal täglich mit Chlorhexamed Fluid. 

 

3. Tag Post-OP:

Alles wie üblich, hatte ein starkes Kommen und Gehen meiner Zimmerkolleginnen, es war also immer jemand da! Schlafen konnte ich erstaunlicherweise besser tagsüber/vormittags als in der Nacht. Die Visite sagte: "Einer Entlassung am Anfang der Woche steht nichts mehr im Wege!" Ich bekam nach Nachfragen die Erlaubnis mich bis zum Hals zu duschen und tat dies dann auch. Mir ist dann aber am Vormittag sehr übel und schwindlig geworden. Als ich das dem Pfleger sagte bot er mir an einen Tag früher als üblich die Ernährung von klar-flüssig, auf breiig-flüssig umzustellen und ich versuchte es.

Zum Mittagessen gab es dann verschiedene Suppen: Spinat (eher nicht so gut weil verhängt sich überall), Kartoffel, Gemüse und Pariser-Schoko-Creme. Ich brauchte zwar gute zwei Stunden für das Essen, was zur Hälfte in meinem Magen, zur anderen Hälfte auf drei Handtüchern, meinem Morgenmantel und in Servietten landete, aber danach sprühte ich vor Energie! Ich nahm jetzt übrigens die Schmerztabletten schon oral in Tablettenform, drei mal täglich Voltaren und bei Bedarf (war zwei mal so) noch Novalgin Tropfen - die machen den Kopf der anschwillt wie eine Melone ganz leicht! 

 

4.Tag Post-OP (Entlassung)

Antibiotika noch intravenös, hab das erste Mal sehr gut geschlafen. Hab am Abend davor noch Baymax am Ipad geschaut, so ein cooler Film und bin dann von 22-7h im Bett gelegen und hab mehr oder minder durchgeschlafen. Als dann die Visite kam, fragten sie mich ob ich nicht schon nach Hause gehen will. Und natürlich wollte ich! Wobei ich ein bisschen unsicher war, weil ja zuerst der Dienstag als Entlassungstermin genannt wurde, und zu Hause noch nichts für mich vorbereitet war (nicht staubgesaugt, nicht eingekauft, Wäsche nicht gewaschen....) Trotzdem ist es zuhause einfach besser. Ich bekam dann noch ein Rezept und muss ab jetzt keine Antibiotika mehr nehmen, nur noch Voltaren und bei Bedarf Novalgin. 

 

Verhalten: 

flüssig-breiige Kost

körperliche Schonung, nicht Schwimmen, kein Sport, keine schweren Sachen heben

mit Salbei-Tee spülen, Chlorhexamed 3x tgl, Zähne putzen

Schneuzverbot

keine direkte Sonne, kein Solarium, keine Sauna

 

Ich wurde dann von einer Freundin abgeholt und wir fuhren mit dem Taxi circa 20 Minuten nach Hause, die Taxi-Fahrt war allerdings ein Horror, weil der gefahren ist wie ein Irrer, und wir hatten noch dazu eine Rot-Strähne und es hat einfach ewig gedauert. Zusätzlich reagiere ich seit der OP sehr empflindlich auf Hitze und hab regelrechte Hitzewallungen, dass ich mich komplett nass schwitze. Die Klimaanlage hat bei mir null Wirkung gezeigt :(

 

5.Tag Post-OP (Zuhause)

Habe mit nur einer Unterbrechung durchgeschlafen, war sehr angenehm im eigenen Bett, wobei das Krankenhausbett mit seiner Automatik zum Kopfende -Hochlagern äußerst praktisch ist. Habe kaum noch Schmerzen beim Schlucken und die Schwellung geht laaaangsam zurück. Heute war ich dann um 10 Uhr bei der Kontrolle in der Ambulanz, mir wurden die äußeren Nähte gezogen die auf den Wangenseiten waren um die Schrauben im Unterkiefer festzumachen. Weiters habe ich gefragt ob das was ich da auf der rechten Seite unter meinem Auge spüre eine Platte ist, und die Antwort war ja :( es tut nicht weh, aber es ist nicht so dünn wie erwartet und irgendwie seltsam wenn man da ankommt. Meine linke Seite kribbelt und blitzt, ist aber mehr oder minder immer noch sehr taub. Die Chirurgin sagte mir dann das eine Plattenentfernung in einem halben Jahr wenn dann nur im Oberkiefer stattfindet und zwar unter Lokalanästhesie weil sie hier nicht die Kapazitäten dafür haben. Oh gott ;(

Aber mal schauen ob ich mich daran gewöhnen kann. Dafür bin ich die zwei Gummis losgeworden und kann den Mund nun ein Stück weiter öffnen! Ich passe anscheinend schon perfekt in den Splint. Essen geht so halbwegs, ist schon sehr nervig: Wassermelone püriert und durchgesiebt, Suppe durch ein Sieb, Avocado mit Wasser verdünnt und gemixt. 

Am Freitag muss ich noch einmal zur Kontrolle ins AKH, und der Splint soll dann nächste Woche wahrscheinlich von meiner KFO entfernt werden, weil meine KFC jetzt für drei Wochen im Urlaub ist! Weiters habe ich im Mund selbstauflösende Fäden. Abgenommen habe ich 2-3 kg, es fällt mir echt schwer was zu Essen. Habe mir zwar im Voraus viele Fresubin -Drinks gekauft die hochkalorisch sind, allerdings muss man die sehr langsam trinken damit einem nicht schlecht wird, und dafür habe ich zur Zeit keine Nerven. Ich schaffe meistens nur eine 1/2 oder 1/3 von er 200 ml Flasche. 

 

 

Im Großen und Ganzen war alles aushaltbar, so wie hier von einigen aber ein schmerzloser Krankenhausaufenthalt berichtet wurde, das kann ich nicht bestätigen. Ich hatte Schmerzen, stand oftmals kurz vor der Tränen, war nervlich ziemlich am Ende aber das lag vor allem am Hunger und wohl auch den Medikamenten. Ich habe dann erst im Nachhinein gemerkt wie verrückt ich eigentlich war, dass ich nach der OP so aufgedreht war und mich so toll gefühlt habe. Mit dem Kreislauf hatte ich nie Probleme (außer am 3. Post-OP Tag vor Hunger). Ich bin jeden Tag mindestens eine halbe Stunde spazieren gegangen, das war auch völlig OK für mich. Am Anfang passte ich auf und ging ganz vorsichtig weil ich die Erschütterungen im Gesicht spürte, mittlerweile gehe ich zwar sehr langsam- aber trete normal auf. Was ich sehr anstrengend finde, ist auf,- und hinsetzen, mein ewiges Genuschel , und die Schmerzen beim Gähnen vom Mund aufmachen. Weiters versuche ich mich so wenig wie möglich zu bücken, und die Hitze so gut wie möglich von mir wegzuhalten. Diese Woche steht in Österreich wieder eine Hitzewelle mit bis zu 39 Grad bevor, hat jemand Tipps um das irgendwie auszuhalten? 

 

Was ich allen noch als Ratschlag mitgeben möchte:

Nehmt einen Spiegel, viele Wattestäbchen, Interdentalbürstchen, eigene Polster und unbedingt ein Nackenhörnchen mit ins Spital!

Geht jeden Tag spazieren, wenn es vom Kreislauf her geht, macht Schulter-kreisende Bewegungen, dreht den Kopf von links nach rechts, massiert leicht eure Schläfen und Stirn und Dekollete - das dehnt die Muskeln und hat bei mir den schlimmen Muskelschmerz stark verbessert. 

Wenn ihr so wie ich eher untergewichtig seid, bitte ESST! Ich habe es zwar geschafft vor der Operation gute 3-4 kg zuzunehmen, aber auch nur mit großer Anstrengung und ich hatte sogar Bedenken, ob das nicht eh unnötig wäre aber ich bin das so schnell wieder runter!

Macht euch klar dass ihr es jetzt hinter euch habt. Euer Kiefer wurde soeben gebrochen. Eine riesige OP - ich war gute 5 Stunden in Narkose, auch wenn die OP selbst nur 3-4 Stunden gedauert hat und dass all die Probleme die ihr jetzt habt (Schlucken, Essen, Trinken, Atmen, Schlafen, ALLES) für die meisten Patienten nur temporär sind. Ja es ist echt kacke dass ich jetzt 12 Wochen nichts festen beißen darf, aber es ist nur für diesen Zeitraum, und danach kann ich alles essen was ich will, für eine lange Zeit, und wenn ich Glück habe tut mir dann auch mein Kiefergelenk nicht mehr weh beim Essen, und ich muss Brot nicht mehr mit den Zähnen zerreißen, sondern kann ganz normal abbeißen, weil ich einen normalen Biss habe. 

 

Es war eine große OP, es ist schaffbar aber wenn ich nicht gewusst hätte was auf mich zukommt wäre ich wohl durchgedreht. Das ganze Team des AKH war so superlieb und freundlich, es hat mir echt ein bisschen leid getan sie schon einen Tag früher als geplant zu verlassen. Das Ergebnis sieht, zumindest am Röntgen sehr vielversprechend aus, und obwohl noch alles sehr angeschwollen ist, glaube ich, dass die Chirurgen hervorragende Arbeit geleistet haben. 

 

 

Bilder von der Schwellung etc. will ich nur in den Bilderthread hochladen. Hier noch zwei Bilder von meinem Biss, vor der OP und danach mit Splint.

 

Für die Frauen unter uns:

Ich hab am Tag vor der OP gefragt wie es mit der Pille aussieht, die Schwester riet mir sie nicht abzusetzen, sondern weiter zu nehmen damit ich nicht Zwischenblutungen bekomme o.a. Am Aufnahmetag begann ich somit mit einer neuen Pillenpackung (die 7-Tage-Pause war vorbei, hatte noch leichte Regelblutung), am OP-Tag hatte ich noch ganz minimal Blutungen, ich bekam trotzdem eine riesige Windel und so ein Netzhöschen, als ich im AWR aufwachte, hatte ich aber keine Unterhose mehr an, sondern nur so zwei Auflagen unter mir liegen und konnte die Pille an diesem Tag sogar noch durch den Splint drücken. Am 1-Post-OP Tag hab ich sie allerdings nicht nehmen wollen, jetzt nehme ich sie wieder normal weiter. 

 

4 Wochen Post OP update:

Rückwirkend kann ich sagen dass es wirklich sehr sehr erträglich war! Ich kann dem gesamten Personal im AKH nur danken, alle waren sehr freundlich und zuvorkommend, nie habe ich mich schlecht gefühlt!

Heute war ich wieder bei der Nachuntersuchung, es wurde ENDLICH der Splint entfernt, und pfui Teufel, der war ja so eklig obwohl ich eine von denen war die sich echt nur flüssig ernährt hat, und ich habe mit den Interdentalbürstchen versucht auch unter dem Splint zu putzen. Alles passt laut Chirurgin perfekt, ich habe keine Schmerzen, nur sehr schmerzhafte Verspannungen vor allem abends um die Ohren und Schläfen. Ich darf und soll jetzt versuchen BREIIG zu essen. Sport ist das meiste wieder erlaubt (radfahren, schwimmen, Yoga, Gymnastik) und morgen bekomme ich bei der KFO einen Aufbau auf die letzten Backenzähne im UK um den Biss zu entlasten, dass soll dann auch die Verspannungen mildern. Wenn es nicht besser wird bekomme ich Anfang September ein Rezept für Physiotherapie. Bis morgen habe ich ganz lockere Gummis gespannt von den 5ern im UK zu den 3er im OK. 

 

Noch 3 mal muss ich zur Lymphdrainage, und die Schwellung wird und wird immer weniger trotz der legendärsten Hitzewelle Europas. Hat der Wettergott uns arme post-Op'ler am Kieker?

Ich werde euch am laufenden halten. Hier noch ein paar neue Bilder ohne verhassten Splint!

 

3. Monate-Post-OP:

Wie versprochen melde ich mich mal wieder zu einem Update:

ich hatte heute meinen 3-Monate-Post-Termin im AKH, und die Chirurgin scheint ganz zufrieden zu sein. Habe außerdem ein Rezept für Vitamin-B Tabletten bekommen, weil die linke Lippen,- und Kinnseite immer noch taub ist. Aber es kribbelt und juckt und pocht manchmal wie verrückt, es nervt schon ziemlich..Die linke Gesichtshälfte an sich ist zwar schon "da" aber fühlt sich noch bamstig an. 

Sonst geht es mir ganz gut, ein gekaut wird allerdings immer noch nicht richtig, meine Zunge hat ihre Koordination verloren, ich hoffe das wird durch die Physiotherapie zügig besser! In drei Monaten muss ich mich dann für die ME entscheiden, wenn dann in Lokalanästhesie OHNE DÄMMERSCHLAF! Ich weiß echt nicht ob ich mir das zu traue, circa 1 Stunde würde es dauern! Im Prinzip bin ich kein Angsthase, aber es ist alles top verheilt, soll ich da wirklich noch jemanden ran lassen? Mich stören die Schrauben auch nicht, nur eine unter`m rechten Auge "steht hervor" und ich ertaste sie täglich mehrmals beim abschminken/Gesicht waschen...Was sagt ihr, schaff ich das?

FAZIT:

Ob ich es wieder tun würde?

Es war echt eine große OP, und ich bin SO FROH dass bei mir alles nach Plan verlaufen ist und mir z.B. Entzündungen erspart blieben. Aber jetzt sind drei Monate um und es ist immer noch so gut wie nichts wie davor. Ich kann nicht mit der elektrischen Zahnbürsten putzen, nicht beißen, nicht kauen, nicht normal küssen...Ich hoffe echt das gibt sich alles wieder! Das Ergebnis ist aber echt schön, ich kann es kaum erwarten dass die Zahnspange runter kommt. Ich glaube, ich würde es wieder tun, aber auch nur weil bei mir alles so "komplikationslos" verlief..

 

Liebe Grüße

 

 

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bearbeitet von FreundinmitSpange

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Hallo FreundinmitSpange,

 

schöner OP-Bericht. Und ich finde unaufgeregte OP-Berichte, die aber trotzdem die Probleme darstellen, sehr wichtig, vor allem damit man hinterher weiss, dass manches immer noch normal ist.

 

Und falls es Dich beruhigt: Ich konnte rechts im OK meine Platte auch knapp unter dem Auge fühlen. Und zwar so extrem, dass ich eine neue Schwimmbrille brauchte, weil die alte genau auf die Platte gedrückt hatte. Als ich gerade lang und breit im Geschäft mein Problem mit der Platte erklären wollte, meinte die Verkäuferin, dass sie ihre Platte auch merkt. Sie kannte also genau mein Problem und damit war es ein Griff von ihr und ich hatte die perfekte Schwimmbrille.

 

Weiter gutes Abschwellen!

 

Liebe Grüße!

 

Irene

 

Und noch als Nachtrag: Mir ist nach OPs in den letzten Jahren aufgefallen, dass für einige Zeit danach meine Temperaturregelung irgendwie anders war. Ich bin normalerweise extrem verfroren und habe eigentlich immer eine Lage mehr als die anderen an, aber nach OPs ist mir deutlich wärmer. Und das scheint sogar unabhängig davon zu sein, ob es eine Vollnarkose oder eine lokale Anästhesie (meist mit einer gewissen Sedierung) ist.

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Fein, dass du jetzt eine passende Schwimmbrille gefunden hast! Hattest du schon deine ME? Oder fühlst du die Platte immer noch?

Liebe Grüße zurück!! (:

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Schau mal in meine Signatur, selbst die ME ist inzwischen ziemlich genau zwei Jahre her (hast Du meinen Nachtrag zu den Hitzewallungen noch gesehen?). Und danach konnte ich wieder eine normale Schwimmbrille benutzen.

 

Irene

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Haha das ist ja lustig, ich bin sonst auch so ein Tiefkühlprodukt, und friere ständig.

Daran hab ich noch garnicht gedacht, dass es von der Narkose kommt. Hatte die Idee das jetzt vielleicht mehr Umbauprozesse im Körper laufen und er deshalb auf Hochtouren ist!

Da wird sich mein Freund freuen, sonst ärgert es ihn immer dass mir ständig kalt ist!

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Hallo Freundin,

 

Tiefkühlprodukt gefällt mir, das mit der Temperatur hat aber leider nicht allzulange vorgehalten, so Größenordnung 2 bis 4 Wochen.

 

Irene

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