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Carina1991

ofner akh linz - Bimax - 20.05.2015

Mein OP-Bericht 20.05.2015

 

Also zuerst mal kurz zu meiner Vorgeschichte. Schon immer hat mich mein vorstehendes Kinn sehr gestört und gerade im Teenager-Alter wurde ich ein paar Mal deswegen beleidigt.

Ich habe schon immer gesagt, wenn ich mal erwachsen bin, lasse ich das richten, aber in meiner Familie bzw. in meinem Freundeskreis hat mich keiner verstanden.
Ich muss sagen, dass dieses „vorstehende Kinn“ bei uns in der Familie liegt.

Es hat mich schon seeeehr gestört und es gibt auch keine Profilfotos von mir. Habe auch meistens meine Haare offen getragen, weil ich der Meinung war, dass mein Kinn dann nicht so sehr ins Auge sticht.

 

Mit 22 ging ich dann das erste Mal ins Krankenhaus, um mich zu informieren, welche Möglichkeiten es für mich gibt. Die Kieferorthopädin erklärte mir, dass bei mir eine 2-fache Kieferfehlstellung vorliegt, nämlich eine Kreuzbiss und ein Vorderbiss. Diese Fehlstellung könne man nur mit einer Zahnspange und anschließender OP korrigieren. Sie erklärte mir auch, dass ich, wenn ich die Fehlstellung nicht korrigieren lasse, später mal Probleme mit meinen Zähnen bekommen könnte, nämlich dass mein Kiefer meine Zähne abstoßt.

Von einer festsitzenden Spange war ich natürlich nicht begeistert und als ich hörte, wie hoch die Kosten dafür sind, nämlich ca. 5.000 Euro, habe ich eig. schon mit diesem Thema abgeschlossen.

Doch irgendwie ging mir das Ganze nicht mehr aus dem Kopf und ich habe lange mit meiner Familie, Freundeskreis und meinem Freund darüber gesprochen. Meine Eltern und meine Freunde haben gemeint, dass ich es nicht lassen machen soll, weil es nicht so schlimm aussieht. Mein Freund hat mich sehr unterstützt in dieser Zeit und hat gemeint, wie auch immer ich mich entscheide, er steht hinter mir.

Nach langem hin und her und vielen Überlegungen, habe ich mich schlussendlich dafür entschieden, weil ich echt unzufrieden war mit meinem Aussehen.

Ich ging also wieder ins Krankenhaus und sagte denen, dass ich die Fehlstellung korrigieren lassen möchte. Weil es im AKH Linz aber keine weißen Brackets gibt, habe ich mich nach einem Kieferorthopäden in Linz umgesehen. Nachdem ich bei 2 Kieferorthopäden war, die mir nicht symphatisch waren, ging ich zu Fr. Dr. Carina Mandl. Eine sehr nette, junge und kompetente Zahnärztin. Für die Zahnspange inkl. Weißen Brackets für Ober- und Unterkiefer habe ich 4.999 Euro bezahlt.

Am 2. Juni 2014 habe ich dann im Oberkiefer die festsitzende Zahnspange bekommen. Die erste Woche war seeeehr schmerzhaft und ich konnte mich nur flüssig ernähren. Aber man gewöhnt sich daran. 3 Monate später bekam ich dann die Spange auch im Unterkiefer.

Fr. Dr. Mandl hat mir am Anfang erklärt, dass ich ca. 1 ½ Jahre die Spange tragen muss, dann folgt die OP und danach muss ich die Spange noch ca. 3-6 Monate tragen.

Letztendlich hat es aber nicht so lange gedauert, zu meiner Freude, und meine OP war für 20. Mai 2015 geplant.

 

Krankenhaus:

1. Tag:

Am Montag, dem 18. Mai 2015 begab ich mich um 08.00 Uhr ins AKH Linz. Der erste Tag war relativ langweilig. Ich musste 2x in die Kieferabteilung zum Röntgen. Ich lag in einem 4er Zimmer, wo wir zu zweit waren. Meine Zimmerkollegin hatte die gleiche OP schon hinter sich und bekam die Metallplatten wieder raus.

2. Tag:

Am 2. Tag hatte ich ein MRT vom Kiefer. Am Nachmittag hatte ich ein Gespräch mit dem Kieferchirurgen Oberarzt Dr. Ofner. Er erklärte mir anhand eines Modells, was genau er bei der Operation machen wird. Er trennt das Ober- und Unterkiefer mit einer Ultraschallsäge und setzt dann das Unterkiefer 7mm nach hinten und holt das Oberkiefer 5mm nach vorn. Die Kiefer fixiert er dann mit Schrauben und Platten.

Da ich keine weiteren Fragen mehr hatte, teilte er mir mit dass ich am nächsten Tag um 7.30 Uhr drankäme.

Ich genoss noch das Abendessen und obwohl ich eig. nicht damit gerechnet hatte, schlief ich relativ gut.

Tag der OP:

Ich wurde um 5.20 Uhr von der Nachtschwester geweckt, die mir eine Beruhigungstablette und blutdrucksenkende Tabletten gab. Ich durfte danach noch ein letztes Mal aufstehen, um auf die Toilette zu gehen.

Um 6.45 Uhr holte mich ein Pfleger und brachte mich in den OP. Im OP-Vorraum musste ich mich noch auf die Metallliege legen und schon wurde ich in den OP-Saal geschoben. Die Anästhesistin spritzte mir die Narkose und sagte noch ich soll an was Schönes denken und schon war ich weg….

Ich weiß nicht wie spät es war, als ich das erste Mal wach wurde. Ich weiß nur, dass mir, sobald ich versuchte die Augen aufzumachen, sehr übel wurde. Die Schwestern bemerkten das aber rasch und brachten mir eine Brechschale. Ich habe sehr viel Blut gebrochen und wusste gar nicht wie mir geschieht, da ich noch nicht richtig bei mir war. Ich hörte nur, wie sich die Schwestern unterhielten und eine sagte, dass die wohl vergessen hätten mir eine Magensonde zu legen und somit viel Blut in meinen Magen gelangt ist. Ich hätte eig. schon aufs Zimmer verlegt werden sollen, aber aus meiner Nase kam laufend Blut und die Schwestern holten den Oberarzt, der mich operiert hat. Der schob mir dann zwei Schläuche in die Nase. Das war sehr unangenehm, aber ich war immer noch benebelt von der Narkose. Um ca. 17.00 Uhr wurde ich dann ins Zimmer verlegt, wo mir etwas gegen die Übelkeit gespritzt wurde.

So gegen 19.00 Uhr hab ich dann meinen Lieben eine Nachricht geschickt, dass es mir gut geht, ich aber keinen Besuch möchte.

Ich bekam Durst und fragte die Schwester nach Wasser. Sie brachte es mir in einer Tasse mit Strohhalm. Das Trinken mit dem Strohhalm funktionierte nicht und so bekam ich einen Schnabelbecher mit dem ich ein paar Schlucke trinken konnte.

Aufstehen durfte ich an diesem Tag nicht, da die Gefahr zu groß war umzukippen wegen der blutdrucksenkenden Mittel.
Schmerzen hatte ich übrigens überhaupt keine. Ich konnte nur die ganze Nacht nicht schlafen, da ich schlecht atmen konnte, weil ich ja die Schläuche bzw. Tamponaden in der Nase hatte.

 

1. Tag post-op, Donnerstag:

Am Morgen ging es mir sehr schlecht, aber nicht wegen der Schmerzen, sondern weil ich Angst hatte zu Ersticken. Aber die Schwestern beruhigten mich und sagten mir, dass ich die Schläuche aus meiner Nase bald rausbekäme.

Ich durfte mit einer Schwester aufstehen und da bemerkte ich zum ersten Mal die beiden Schläuche aus meinem Kinn. Die Schläuche führten zu kleinen Gefäßen, in die das Wundsekret floss. Ich putze auch gleich meine Vorderzähne, so gut es ging, mit Hilfe einer Schwester.

Um 11.00 Uhr kam dann auch der Kieferchirurg und entfernte die Drainage und die Tamponaden aus meiner Nase. Sehr erleichternd.

Um 16.30 Uhr kam dann ein Physiotherapeut. Ich bekam eine Lymphdrainage, eine sehr angenehme Massage im Gesicht, die helfen sollte, dass die Schwellung schneller weggeht.

Zum Essen bekam ich dann 4 verschiedene Suppen. Essen konnte ich aber nichts und ich hatte auch keinen Appetit.

Abends bekam ich dann Besuch von meinem Freund, meiner Mama und Oma und alle haben sich sehr erschrocken, weil ich schon seeeehr geschwollen war.

Ich ging auch schon im Krankenhaus ein bisschen auf und ab, da die Schwester mir erklärte, dass die Schwellung durch die Bewegung schneller weggeht.

Ich bekam übrigens 2x am Tag ein Antibiotikum und Schmerzmittel mittels Infusion.

In der 2. Nacht konnte ich zum Glück ein bisschen schlafen, wobei es für mich sehr ungewohnt war immer nur auf dem Rücken zu liegen.

 

2. Tag post-op, Freitag:

Zum Frühstück bekam ich Grießkoch, Tee und Joghurt. Gegessen habe ich nur den Joghurt. Hatte übrigens Gummiringerl drinnen, die beide Kiefer miteinander verbunden haben. Konnte von Anfang an sprechen, wenn auch nicht gut und den Mund ca. 5mm öffnen.

Gleich nach dem Frühstück musste ich wieder zur Lymphdrainage. Diesmal musste ich schon in die Ambulanz gehen.

Schmerzen hatte ich keine. Die Schwestern haben aufgeschrieben, wie viel ich trinke. Wenn ich nicht genug getrunken hätte, hätten sie mir Flüssigkeit intravenös eingeflößt. Ich hatte immer einen sehr ekligen Geschmack im Mund.

Nachmittags bekam ich Besuch von ein paar Freundinnen und meinem Freund.

 

4. Tag post-op, Samstag:

Ich erfuhr von der Oberärztin, dass ich am Montag nach Hause darf und da habe ich mich riesig gefreut.

Das Antibiotikum und die Schmerzmittel bekam ich nicht mehr über Infusionen, sondern schon in Tabletten-Form. Hab mich anfangs sehr schwer getan, diese zu schlucken.

Duschen durfte ich übrigens das erste Mal 2. Tage nach der OP, aber nur halsabwärts. Deshalb fragte ich die Schwester, ob ich meine Haare waschen dürfe und sie hat sie mir dann gewaschen.

Mit dem Essen ging es schon besser und ich schlürfte zum ersten Mal ein paar Löffel Suppe.

Am Nachmittag bekam ich Besuch von meinem Freund, meiner Schwiegermutter, Schwägerin und von meinen Neffen.

Da ich immer noch diesen schrecklich ekligen Geschmack im Mund hatte, fragte ich die Schwester, ob ich Orangensaft trinken dürfe und sie hat mir gesagt, solange meine Wunden im Mund nicht brennen, wäre es ok. Hatte keine Schmerzen beim Trinken.

 

5. Tag post-op, Sonntag:

Ich bekam zum Frühstück das erste Mal feste Nahrung - ein Butterkipferl. Ich fragte mich, ob die mich vera**** wollen, da ich nicht wusste wie ich das Kipferl in meinen  Mund bekommen, geschweige denn kauen bzw. schlucken soll. Hab das Kipferl liegen gelassen und nur einen Joghurt gegessen.

Am Vormittag bekam ich Besuch von meinem Freund.

Am Nachmittag besuchten mich dann meine Eltern und meine Oma. Mit Ihnen ging ich dann das erste Mal in die Kantine. War mir etwas unangenehm, da ich doch sehr geschwollen war.

 

6. Tag post-op, Montag:

Ich frühstückte noch und wurde noch ein letztes Mal von der Oberärztin angeschaut. Diese hat mir noch gesagt ich soll die Gummiringerl weiterhin im Mund lassen, nicht sonnenbaden, nicht warm Haare waschen, nicht warm föhnen und Anstrengungen meiden. So gegen 11.00 Uhr durfte ich dann nach Hause.

 

 

Nach dem Krankenhaus bzw. rückwirkend gesehen:

Schmerzen hatte ich keine und ich habe auch schon bald die Schmerzmittel abgesetzt, weil es mir so gut ging. Mit dem Essen hatte ich echt sehr zu kämpfen, weil ich normalerweise viel esse.

 

9 Wochen post-op:

Mittlerweile sind 9 Wochen vergangen und ich muss sagen es geht mir relativ gut. Mit dem Aussehen bin ich sehr zufrieden und die Schwellung ist auch nicht mehr schlimm.

Allerdings habe ich Probleme beim Essen. Vielleicht könnt ihr mir helfen.

Der Arzt meint ich darf wieder normal essen, wenn es nicht zu harte Sachen sind.

Wenn ich aber zB Brot oder Tomaten oder so esse, dann kann ich zwar darauf herumkauen, aber nicht zerkleinern. Ich schluck dann meist recht große Brocken oder muss die Sachen wieder ausspucken, weil ich sie einfach nicht zerkleinern kann. Ich hab irgendwie das Gefühl das ich noch nicht so viel Kraft im Kiefer habe.

 

Da ich leider keinen Termin mehr im Krankenhaus habe, kann ich den Kieferchirurg auch nicht mehr fragen, ob das normal ist.

 

Wisst ihr vielleicht, ob das normal ist?

 

Vielen Dank!

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Hi Carina,

Glückwunsch zur überstanden OP. Ich kann deine Vorgeschichte sehr gut nachvollziehen, weil bei mir alles ziemlich ähnlich ist.

Alles Gute weiterhin.

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Hallo Carina,

 

Du bist sicher nicht die einzige, die erst einmal Probleme nach der OP mit dem Kauen hat. Wenn es ein Beinbruch gewesen wäre, würdest Du dann jetzt erwarten, dass schon alles perfekt funktioniert? Und bei einem Beinbruch sollte sich normalerweise nicht die ganze Mechanik verändern, bei Dir sind die Kiefer ja doch ganz ordentlich durch die Gegend geschoben worden. Sehe es als eine Entdeckungsreise in die Welt des neuen Kauens und auch als ein Krafttraining, schließlich sind die Muskeln doch einige Zeit ruhiggestellt worden und müssen sich jetzt erst einmal wieder ans Arbeiten gewöhnen, bei einem Beinbruch wäre es nicht anders. (Ich habe gerade gestern eine E-Mail von einem Bekannten bekommen der sich im April das Sprunggelenk gebrochen hat und der meinte auch etwas von fehlender Kraft und der hat einiges an Physiotherapie gemacht).

 

Liebe Grüße!

 

Irene

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Danke für eure Worte :)

 

@Schokolädchen:

 

Ja da hast du recht. Ich glaube hier ist einfach Geduld gefragt. Bin einfach nur froh, wenn ich wieder normal essen kann (Schnitzel und co. vermiss ich doch schon ziemlich)

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kurze Frage: wie ging Dr. Ofner auf die Optik/Ästhetik ein? War das ein Thema im Gespräch oder stand rein die Funktionalität im Vordergrund?

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Dr. Ofner ging sehr gut auf die Optik ein. War ja auch mein Hauptgrund mich unters Messer zu legen ;)

Eigentlich war geplant, dass man mir bei der OP auch ein Stück vom Kinn-Knochen entfernt, da ich eine sehr lange Kinnpartie hatte. 1 Tag vor der OP (bei der OP-Besprechung) meinte aber Dr. Ofner, dass er mir nun kein Stück entfernt, weil er meint dass es dann zu kurz wird und es so sicher viel besser aussehen wird.

Als er meine Bedenken mitbekam, meinte er sofort ich soll mir das Ergebnis nach der OP zuerst ansehen und wenn ich dann immer noch eine kürzere Kinnpartie möchte, könnte man das ja bei der Metallplattenentfernung noch mitmachen.

Ich war sehr sehr zufrieden mit Herrn Dr. Ofner :)

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