Camax

Bimax in der Medizinischen Hochschule Hannover

Endlich komme ich dazu auch einen Erfahrungsbericht zu schreiben. Da viele verschiedene Ärzte und Chirugen an mir gearbeit haben, lasse ich die Namen weg. Bis auf einen konnte ich sie mir auch gar nicht merken ;)

Vor der OP habe ich einen Kreuzbiss /Dysgnathie Klasse III) gehabt. Seit ca 1,5 Jahren trage ich eine Zahspange, die schon sehr viel verbessert hat. Nun kam die OP.

Mein Oberkiefer wurde an einer Seite um 4mm gekürzt und etwas rotiert, der Unterkiefer dementsprechend angepasst. Laut Bericht wurde der Oberkiefer in der Le-Fort-Ebene osteomiert, nach kranial verlagert und nach rechts rotiert. Der Unterkiefer wurde nach Obwegeser-Dal Pont sagittal gespalten und der Biss durch Autorotation geschlossen.

Am 29.07. wurde ich in der MHH eingewiesen. Formulare ausfüllen, Fotos und Röntgenbilder machen und nochmal mit verschiedenen Ärzten sprechen.

Donnerstag hatte ich gar nichts zu tun, außer mich für die bevorstehende OP am Samstag vorzubereiten. Abends wurde ich nervös, wollte aber zuerst kein Schlafmittel nehmen. Da ich aber gegen 21:30 immernoch hellwach war und mein Kopf voller unnötiger Gedanken, habe ich sie dann doch genommen und konnte schön schlafen.

 

Freitag 31.07.2015

Ich habe morgens diese tolle Tablette bekommen, aber ich glaube nicht, dass sie gewirkt hat. Zumindest musste ich ein bisschen weinen, als man mich in den OP geschoben hat. Das war gegen 10:30 Uhr.

Ich war sehr nervös und hab mit aller Kraft versucht mich zusammen zu reißen. Im OP hat sich der Narkosearzt und die Krankenschwestern vorgestellt und sie haben versucht mich durch Witze und und nette Gespräche abzulenken, was aber leider nicht funktioniert hat, weil ich mir voller Angst den Raum und die Leute angeschaut habe. Ich bekam dann eine Atemmaske und schlief gleich ein.

Nachmittags bin ich dann auf der Intensivstation aufgewacht. Ich bin aber gleich wieder eingeschlafen. Das ging ein paar mal so und jedesmal wurde ich gefragt, ob ich auf die normale Station möchte. Das hat mich ein wenig genervt, weil ich eigentlich nur schlafen wollte und mir alles egal war ;)

Irgendwann musste ich dann auf die Toilette und hab JA gesagt, dass ich auf Station will und ich wurde auch gleich dahin gefahren.

Auf dem Zimmer wurde ich auch gleich von einem netten Pfleger begrüßt, der mir Nasenspray und eine Bepanthensalbe für die Nase und den Mund gegeben hat. Er hat mir hoch geholfen und mich zur Toilettentür gebracht, den Rest konnte ich dann selber. Aber mir ist gleich einiges an Blut aus der Nase gelaufen.

Da ich auch riesen Durst hatte, hat er mir Wasser, eine Spritze und meine Sachen gebracht, damit ich meinem Mann schreiben konnte, dass ich wach bin. Das war so gegen 19 Uhr.

Mein Mann hat sich sehr erschrocken, als er mich gesehen hat. Wir haben und das alles nicht ganz sooo schlimm vorgestellt, Ich war angeschwollen, meine Nase blutig und meine Lippen waren sehr aufgerissen. Schmerzen hatte ich aber keine und trotz verschnürtem Mund und Splint konnte ich sprechen. Die Magensonde störte mich beim schlucken, ich hatte immer Angst, dass ich würgen musste, was aber nicht passiert ist und die Drainagen fand ich grauenhaft. Ich konnte durch die Schläuche meinen Mund nicht richtig schließen und da meine Nase zu war, musste ich durch den Mund atmen und er ist extrem ausgetrocknet. In der Nacht habe ich fast einen halben Liter Wasser getrunken und zweimal nach Schmerzmittel gefragt (und bekommen).

 

Samstag 1. Tag Post-OP

Morgens wurde mir die Magensonde gezogen, was sehr ecklig war, aber auszuhalten. Endlich bekamm ich mehr Luft.

Das Sprechen fiel mir sehr schwer. Ich bekam keinen Ton raus und schrieb alles auf. Die Schwestern meinten alle zwar, sie würden mich verstehen, aber irgendwie wollte ich an dem Tag nicht sprechen. Ich schwitzte sehr viel und der Schweiß und alles andere roch ganz anders als sonst. Das lag wohl an dem Narkosemittel. Duschen durfte ich noch nicht, also zog ich nur meine OP-Sachen aus und meine normalen Sachen an. Beim umziehen fiel mir eine der Drainagen aus dem Bett. Das tat echt weh :o

Gegessen habe ich nichts an dem Tag, aber Wasser getrunken. Die paar Schritte zum Klo waren noch sehr schwer.  Ich merke, wie das Gesicht langsam immer mehr anschwillt, abr bis auf den Druck habe ich keine Schmerzen.

 

Sonntag 2.  Tag Post-OP

Die Draingen wurden gezogen. Eine ging leicht raus, da habe ich das gar nicht gespührt. Die andere war ecklig, aber es tut nicht weh.

Meine Lippen sind aufgerissen und trocken. Ich laufe ständig zu den Schwestern und hole mir Kühlakkus, da momentan keine Masken frei sind.

Nachmittags kanem meine Eltern zu Besuch. Meine Mutter bekam gleich Tränen in die Augen, als sie mich gesehen hat. Mein Vater ist bei sowas sehr sensibel. Er kann kein Blut usw sehen und er konnte mich gar nicht anschauen und war sehr unruhig.

Mir ging es soweit ganz gut, keine großen Schmerzen. Mein Problem war die Schwellung. Ich bin auch IN der Nase geschwollen und habe deshalb wenig Luft bekommen. Nasenspray hlft da leider nicht. Aber die Bepanthen Nasensalbe, die ich bekommen habe macht die Krusten schön weich, sodass ich sie mi Wattestäbchen entfernen kann. 

Ich habe das Gefühl, als ob die Kühlakkus nichts bringen. Man kann nur eine Seite kühlen und ständig verrutschen sie. Ich frage zwar immer wieder nach dem Gerät, aber ich bekomme ständig verschiedene Antworten, warum ich keins bekommen kann. Ich habe das Gefühl, als ob man mir keins geben will. Als dann an dem Nachmittag auch noch die Kühlakkus leer waren, wurde ich von einer Krankenschwester zu einer "Kühlpause" verdonnert. Angeblich reicht was, wenn ich nur 3x am Tag für 30 Minuten kühle. Da ich sie später nicht gesehen habe, habe ich eine andere Schwester gefragt, wie lange ich denn diese Kühlpause einhalten muss. Die hat mir aber nur frech geantwortet, ich solle mich an die Anweisung der einen Schwester halten und nicht andere Fragen. Meine Nerven waren am Ende an dem Abend und meine Schwellung schmerzte/spannte sehr doll, als ich nach ca 5 Stunden imernoch nicht kühlen konnte. Glücklicherweise wechselte am Späten Abend die Schicht und eine nette Schwester gab mir einen Kühlakku.

Alle anderen Schwestern der  Station sind sehr lieb, nur diese zwei sind ständig schlecht gelaunt und unfreundlich. Das habe ich in den kommenden Tagen bemerkt und meine Zimmernachbarinnen auch.

Außerdem bin ich noch sehr schwach und bin froh, wenn ich es schaffe, mir mein Essen aus dem Essenraum zu holen. Meine Knie sind ganz weich, und dass obwohl der Raum gleich neben meinem Zimmer war.

Montag 3. Tag Post-OP

Heute wurde geröngt. Ich hab 33 Schrauben gezählt und ein paar Platten. Wahnsinn.... Ich bin fast umgefallen :-)

Als ich zurück auf dem Zimmer war, hat mir eine liebe Schwester gefragt, wie es mir denn heute geht und ich habe ihr von der Geschichte am Vorabend erzählt. Sie verstand das handeln der Schwestern nicht und hat mir gleich ein Kühlgerät besorgt! Ich war so glücklich, dass mir die Tränen gekommen sind :-)  Ich muss aber auch erwähnen, dass an dem Tag ein Patient entlassen wurde, der dieses Gerät hatte, deshalb hat das so schnell geklappt. Ich hab die Maske angezogen und schließ gleich ein.

Meine Kinder (4 + 8 Jahre) sind an dem Tag das erste mal ins Krankenhaus gekommen, da wir sie nicht erschrecken wollten und gewartet haben, bis ich nicht mehr so schlimm aussehe. Die beiden haben zwar erst einmal riesen Augen gemach und dann haben sie mich ausgelacht. Ich sehe aus wie ein Hamster. :-)

 

Dienstag 4. Tag Post-OP

Mir ist ein Haar im Splint aufgefallen. Die Ätzte waren zwar skeptisch, wollten aber nachsehen. Im Behandlungsraum wurden dann die Gummis gelöst und es lag wirklich eins drin. Es war im Splint eingeklemmt und was NICHT VON MIR.... Mir wurde der Mund gleich gründlich gespühlt und wieder mit Gummis verschnürt.

"Essen" klappt wunderbar. Ich trinke es mit einer Spritze, aber mehr als 120-180ml schaffe ich leider nicht. Nach jedem Essen schlafe ich, ansonsten geht es mir ganz gut.

 

Mittwoch 5. Tag Post -OP

Lippen schmerzen an den Lippenwinkeln noch, aber mir geht es gut.

Donnerstag 6. Tag Post-OP

Heute durfte ich nach Hause. Von der Fahrt und dem Stress um mir eine Krankmeldung beim Hausarzt beim Hausarzt zu holen macht mich sehr müde.

Nachts schwitze ich noch sehr doll. Der veränderte Körpergruch ist auch noch da.

 

13. Tag Post-OP

Mein Mund ist sehr empfinglich, aber die Fäden müssen raus. Sicherheitshalber habe ich 40 Tropfen Novalgin zu Hause genommen, damt es nicht so weh tut.

Es war sehr schmerzhaft. Aber nicht ungedingt durch das Fäden ziehen, sondern irgendwie anders. An der Stelle oben in der Mitte tat es so sehr weh, dass danach mein Kreislauf nicht mehr mitmachen wollte. Mir wurde übel, schwindelig und schwarz vor Augen. Wir haben eine kleine Pause gemacht und danach die nur noch die großen Fäden gezogen.

 

18. Tag Post-OP

Heute hatte ich endlich meinen Termin beim KFO. Vorher ging leider nicht, da er im Urlaub war. Mein Mund ist immernoch sehr empfinlich und er sagte mir auch WARUM! Es war alles entzündet! Ich musste ein paar mal den Mund mit Chlorhexamed spühlen und bekam dann noch ein Gel auf das Zahnfleisch. Danach wurde es stündlich besser.

20. Tag Post-OP

Die Gummis kamen nun raus und ein paar letzte Fäden wurden gezogen. Der Mund ist immernoch empfindlich, aber nicht mehr so schlimm. Ich hatte vor dem Beginn der Behandlung erwähnt, dass es entzündet ist und die Ärztin war vorsichtiger.

Der Chefarzt hatte mich nochmal angeschaut und gesagt, er wäre mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Im Januar soll die Metallentnahme gemacht werden und dabei wird das Kinn mit korrigiert. In einer OP ging es nicht, weil sonst das Gewebe kollabiert wäre.

 

23. Tag Post-OP 23.08.2015

Den Splint trage ich nur noch Nachts, Essen klappt einigermaßen. Ich kann nur aus einem flachen Teelöffel essen oder einer Gabel, da ich den Mund nur 1,5cm auf bekomme.

Krankengymnastik fange ich hab nächster Woche an. Zum KFO gehe ich erstmal jede Woche, zur MHH muss ich erst im Dezember um alles für die ME + Kinn zu besprechen.

Ich hatte zwar in den ersten drei Tagen bereut, dass ich die OP hab machen lassen, aber jetzt bin ich froh, dass ich sie gemacht habe. Rückblickend ist es nicht soo schlimm. Richtig starke Schmerzen habe ich nicht gehabt.

Meine Nackenschmerzen sind weg, ich fühle mich irgenwie befreiter und mein Rücken ist so locker wie noch nie.

Die Schwellung ist noch enorm, allerdings sehen Fremde Leute sie nie :-)

 

Vielen Dank für das lesen dieses langen Berichtes und ich hoffe, ich kann/konnte ein paar Leuten zu dem Thema helfen. Ich selbst habe viele Berichte gelesen und fand, und finde es immernoch sehr interessant darüber zu lesen.

 

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Hallo,

ja Glückwunsch zur überstandenen OP! :-)

Ich hoffe und wünsche Dir das es Dir jeden Tag etwas besser geht?

Das mit der innen geschwollenen Nase kenne ich .-( Am Freitag war ich 7 Wochen Post OP auch noch einmal beim Chirurgen wegen der Nase und er sagte es wäre auf einer Seite immer noch sehr gut geschwollen :-(

Aber ansonsten ist alles so gut gelaufen das ich das auch aushalte !

Dir wünsche ich weiterhin ganz viel gute Besserung :-)

 

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Ja, Es wird besser,  vielen Dank :) zumindest die Entzündung. Bei der Nase leider nicht, aber es sind ja erst drei Wochen vorbei.

In spätestens drei Wochen will ich wieder arbeiten gehen. Hoffentlich ist bis dahin noch einiges weg.

Hast du noch Probleme beim sprechen? Ich hab in manchen Situationen noch so ein stechen, weil ich den Kiefer falsch bewege oder vielleicht zu weit öffne.

bearbeitet von Camax
Rechtschreibfehler

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Also, ich hab mich 6 Wochen krank schreiben lassen und das war gut so! Ich merke schon meine Muskulatur nach dem Arbeiten oder auch abends! Sprechen mit den Gummis ist schon anstrengend. Den Splint hab ich ja auch zum Glück nur nachts! :-) 

Was hast Du denn für eine Entzündung gehabt?

Übrings war das Fäden ziehen das schlimmste von der ganzen Behandlung - zumindest schmerztechnisch :-(

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Gummis muss ich tagsüber gar nicht tragen. Nur Nachts um den Splint zu befestigen. 

Die Schleimhaut im Mund, also Zahnfleisch und im Wangenbereich ist/war entzündet.

 

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