MaggieMi

Bimax 19.8.2015 bei Herrn Gropp im DIAKO Bremen

Moin ihr Lieben!

Nachdem ich seit einigen Monaten still mitgelesen habe und dankbar war für alle Berichte, die ich hier lesen durfte und die mir Mut gemacht haben, möchte ich euch nun meinen Bericht zukommen lassen.

 

Zur Vorgeschichte:

Ich bin w, 30 Jahre alt und habe schon so lange ich denken kann 'schiefe Zähne'. Das kann daran liegen, dass ich erst mit Beginn der Behandlung aufgehört habe zu nuckeln. Herr Gropp, mein KFC, meint aber, dass mein Unterkiefer einfach zu klein ist und das gar nicht so sehr am nuckeln liegen muss. Wie fast jeder Teenager bin auch ich in KFO-Bahndlung gewesen, mit nicht sonderlich durchschlagendem Erfolg. Eine feste Spange hatte ich damals jedoch nicht. Ein KFC, den ich in 2013 wegen eines Implantates zu Rate zog, schlug mir vor, eine KFO-Bahndlung in Betracht zu ziehen. Gesagt, getan, einige Tage später war ich bei meinem jetzigen KFO, Herrn Thedens, in Bremen.

 

Zur Diagnose:

Ich bin KIG D5 mit 1,5 mm MLV nach links im OK und noch ganz vielen anderen fachchinesischen Defiziten. Ich habe einen frontoffenen Biss und einen Overjet von 10mm. Zudem kann ich meine Lippen schlecht schließen, wenn ich mich nicht explizit darauf konzentriere. Die Rechnungen, die ich vom KFO bekomme, werben mit 'Umformung OK schwierig' und 'Umformung UK besonders schwierig'. Damit bin ich eindeutig ein OP-Fall und muss außer meinen Sonderwünschen nichts weiter dazubezahlen.

 

Zum Behandlungsverlauf:

Seit Januar 2014 trage ich nun eine feste Zahnspange, ohne Keramik und innenliegend, aber mit Daemon-System und superelastischen Bögen. Meine Zähne sehen schon viel besser aus als vorher, endlich hübsch und gerade. Fehlt nur noch die Korrektur der Kiefer, damit ich endlich mal nicht nur auf gefühlt 8 Zähnen kauen kann! Schnell stand fest, dass das ohne Bimax nichts wird und Herr Gropp hat mich wirklich kompetent aufgeklärt und alle meine Fragen gut beantwortet und auch mal nen netten Spruch auf den Lippen gehabt. Hab mich bei ihm immer wohl gefühlt.

 

Die OP:

Prä-OP:

Die letzten Wochen vorher war ich schon mal so richtig aufgeregt! Kein Tag ohne stöbern im Forum oder Mut holen von der Verwandschaft. Meine Arbeit hat mich gut abgelenkt, aber natürlich musste ich eine Woche vorher noch krank werden in Form einer Erkältung. Also schnell mit Anti-Seuchen-Kram aus der Apotheke und Antibiotikum vom Arzt eingedeckt und abgewartet und gehofft, dass ich wieder fit werde. Am 18.8. hatte ich die Vorbesprechung inklusive Narkosegespräch im DIAKO Bremen. Herr Gropp hat mir nur sehr knapp erklärt, wie das Ganze im Detail vonstatten geht. Da war ich auch dankbar drum, denn aufgeregt war ich schon genug. Also erstmal Oberkiefer nach hinten verschieben, dort am richtigen Ort fixieren, dann den Unterkiefer entsprechend 'dazuholen', also nach vorne, und solange probieren, bis es sitzt. Puh. Leider konnte ich in meiner Akte nix dazu finden, was jetzt genau um wieviele mm geschoben wurde, aber das werde ich noch in Erfahrung bringen. Der Narkosearzt hatte nichts gegen meine abgeklungene Erkältung und gab grünes Licht. Nachdem ich den Abend noch bei Freunden verbracht hatte, ging es später zurück auf Station und ich konnte erstaunlich gut schlafen.

OP-Tag:

Gegen 09:30 Uhr holte mich eine Schwester ab und schob mich Richtung OP. Ein paar Tränchen konnte ich nicht wegdrücken, aber sie konnte mir noch etwas Mut zusprechen. Ab da an ging es dann auch recht zügig und ich schlief den Schlaf der Gerechten. Vorher wurde mir schon gesagt, dass ich die Nacht nach der OP standardmäßig im Aufwachraum verbringen werde. Dort fand ich mich dann auch gefühlte 5 Minuten später wieder und es ging mir prächtig. Muss an den Medikamenten gelegen haben. Hatte den Splint schon im Mund, aber sonst auch nichts weiter. Keine Drainagen, keine Sonden, keine Katheter, nix. Gott sei Dank! Ich hatte keine schrecklichen Schmerzen, aber riesigen Durst. Ich durfte sofort etwas trinken und konnte sogar mit den Pflegern rumscherzen. Einer von ihnen machte ein Foto mit seinem Handy, da nirgendwo ein Spiegel aufzutreiben war. Ich erschrak vor mir selber und schlief dann erstmal wieder ne Runde. Ich war total aufgequaddelt und mein Gesicht sah aus wie eine fette Birne. Dazu der sexy Kopfverband. Der KFC kam später vorbei und fand es erstaunlich, dass ich so gut bei mir war. Wann immer ich wach war, begann ich schon zu kühlen. Im dem ganzen Laden ist wohl nicht eine Kühlmaske aufzutreiben, deswegen ging das ganz altmodisch mit Schlauchmull, Kühlakku und Witwe-Bolte-mäßig auf dem Kopf zusammenknoten.

 

1.Tag Post-OP

Früh morgens wurde ich auf Normalstation gefahren und auf dem Zimmer erwartete mich meine neue Mitbewohnerin, eine Nasen-OP. Wir waren uns gleich sympatisch und haben uns gegenseitig unser Leid geklagt. Sie konnte nämlich genauso schlecht atmen wie ich, auch nicht schlafen und war mit der Gesamtsituation auch eher unzufrieden. Den Rest des Tages war mein Freund dann da und ich schlief nicht so viel wie erwartet. Ich lag eher still da und merkte, wie mein Gesicht noch dicker wurde. Dass das überhaupt ging...? Der KFC schaute kurz rein und wir am nächsten Tag wollte er die OP-Gummis gegen etwas elastischere austauschen und meinen Mund spülen. Später versuchte ich es mit essen und das klappte besser als erwartet. Ab in die Spritze und zwischen die Zähne damit. Trinken funktionierte genauso und damit war ich echt zufrieden.

Die erste Nacht war, wie alle anderen auch, eine Katastrophe! Keine Luft, Nase verstopft, Nasenspray hilft nix, Kühlung zu kalt, zu schnell aber auch zu warm, auf der Seite schlafen fiel mal total aus, die Liste lässt sich beliebig erweitern. Waren vielleicht 2 Stunden dösen wenns hoch kommt.

2. Tag Post-OP

Die Narkose verzog sich immer mehr aus meinem Körper und ich merkte schnell, dass das doch irgendwie schmerzhaft-unangenehm war. Ich kribbelte wie blöde im Gesichtund die Schwellung drückte total. Über Tag schlief ich ein wenig und bekam dann noch Besuch. Der begleitete mich die Belegpraxis. Der Arzt und ich waren uns einig, dass ich besser erst einen Tag später als geplant nach Hause gehen sollte. Wo ich am ersten Tag noch sprechen konnte, ging jetzt alles nur noch mit Zettel und ich fühlte mich wirklich schäbig. Also schnell zurück ins Bettchen und noch etwas ferngesehen.

3. Tag Post-OP

Mann, war das ein bescheidener Tag! Ich hatte keinen Besuch, aber das war vielleicht auch besser, meine Laune und mein Wohlbefinden waren weit unter Durchschnitt. Ich war müde, erschöpft, das mit dem Essen klappte plötzlich gar nicht mehr weil ich auch gar keinen Appetit hatte und die Spritzen ständig verstopften. Schlucken ging auch nicht mehr so gut und die Schwellung musste ihren Höhepunkt erreicht haben, ich konnte echt unmöglich noch dicker im Gesicht werden! Missgelaunt verbrachte ich den Tag im Bett und drehte nachts meine Runden durch das Krankenhaus. Der Ausblick bei Nacht aus dem 7. Stock hatte fast etwas beruhigendes.

4. Tag Post-OP

Gott sei Dank, es ging bergauf! Die Kühlung schien wohl endlich anzuschlagen, die Schwellung schien zurück zu gehen und eine Freundin kam zu Besuch. Sie half mir, meine Haare zu waschen und da fühlte ich mich wieder etwas lebendiger. Später bekam ich nochmal Besuch und auch dieser bestätigte, dass ich viel besser aussehen würde als an Tag 2. Als dann noch die Familie meiner neuen Mitbewohnerin sich ähnlich äußerte, fing auch ich an zu glauben, dass das Schlimmste überstanden war. Mit dem Essen wurde es aber nicht besser. Ich hatte seit Tag 3 nichts mehr gegessen und daran würde sich auch die nächsten Tage nichts ändern. Ich versuchte mich an einer 'Heißen Tasse' und schaffte es auch, diese runterzuwürgen. Da mein BMI sich in den höheren 20ern bewegt, kann ich das zum Glück auch verkraften, mal nichts zu essen. Da gehts es anderen hier im Forum natürlich ganz anders.

5. Tag Post-OP

Die Nächte wurden nicht besser, ich schlief meistens zwischen 5:00 und 7:00 und schlich vorher durchs Krankenhaus und hörte meiner Mitbewohnerin beim schnarchen zu. Heute wurde das erste Röntgenbild gemacht und der Doc war sehr zufrieden. Er meinte, dass meine Heilung ganz nach Plan verlaufe und ich am nächsten Tag endlich nach Hause dürfe. Meine Familie war nochmal zu Besuch und es war ein echt schöner Tag. Ich fühlte mich viel besser und genoß die gemeinsame Zeit.

6. Tag Post-OP

Yeehaa, endlich nach Hause! Morgens schnell noch die Tasche gepackt, noch ein Röntgenbild und dann nix wie weg! Eine Freundin fuhr mich netterweise nach Hause und ich stürzte mich sofort auf mein Sofa und bewegte mich dort auch nicht mehr weg. Ich versuche mich wieder etwas motivierter am Essen, aber da mir das so wenig Spaß macht, gibts nur das nötigste. Mein Kreislauf funktioniert einwandfrei, mir ist nicht schwindelig.

7. Tag Post-OP, heute

Endlich mal wieder durchgeschlafen, zum Glück! Während ich diesen Bericht tippe, kämpfe ich mit einem Fruchtzwerg und bisher steht es unentschieden! Mein UK-Nerv stresst mich mächtig, der scheint irgendwie an die Zungenbewegung gekoppelt zu sein. Vielleicht bewegt sich durch die Zungenbewegung aber auch mein Gewebe im UK. Wenn ich diese nicht nach seinem Gusto bewege, tut es saumäßig weh und verdirbt einem den Appetit. Den Splint darf ich NICHT herausnehmen, auch die nächsten 4 Wochen noch nicht. Das machts natürlich etwas komplizierter, die Nahrung durch die winzige Lücke, die sich Mundöffnung schimpft, hinter die Zahnreihe Richtung Kehle zu schieben. Bisher dürften das so 8 Kilo sein, die ich verloren habe und um ehrlich zu sein, es dürfen gerne noch mehr werden! Ansonsten kribbelt mein Gesicht fließig vor sich hin und fühlt sich nicht mehr ganz so taub an wie bisher. Ich sehe das als gutes Zeichen.

 

Ich genieße jetzt erstmal meine Rekonvaleszenz, hier zu Hause lässt es sich viel besser aushalten als im Krankenhaus! Wenn ihr Fragen habt, immer gerne her damit!

 

LG, Maggie

 

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Liebe MaggieMi, 

schön zu hören dass du es auch gut überstanden hast! Bei mir wurde vor gut 7 Wochen auch der Oberkiefer nach hinten verlagert und der UK "reinrotiert"! Ich wünsche dir eine gute schnelle Besserung, kühle Temperaturen und wenig Hunger (: 

Fruchtzwerge hab ich auch gegessen, die haben zwar viel Zucker aber sind eine kleine Portion, so dass es einen nicht zu sehr anstrengt! Ich habe den verhassten Splint auch 4 Wochen und 4 Tage im Mund gehabt :/

 

Am meisten Gewicht habe ich im Krankenhaus verloren, zuhause habe ich mich dann gut selbst aufgepäppelt! Und auch wenn du abnehmen willst, denk daran dass jetzt viele Heilungs- und Umbauprozesse vonstatten gehen und achte auf eine genügende Proteinzufuhr! Sehr zu empfehlen: Linsen, Bohnensuppe, selbst gemachte Smoothies mit Magertopfen.. 

Liebe Grüße!! 

 

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Hallo Maggie,

 

herzlichen Glückwunsch, DU hast es geschafft :-)

Bei mir wurde NUR der OK operiert, aber ich denke alles was Du schreibst ist relativ m Rahmen :-)

Zu Hause wird es Dir nun bestimmt von Tag zu Tag besser gehen ........... Genies es Dich verwöhnen zu lassen und gönn Dir noch viel Ruhe.

liebste Gruesse Tina

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