Irrrrris

Erfahrungsbericht zur Metallentfernung in Offenbach am 9.11.15 (Dr. Dr. Neubert)

So, hier kommt jetzt noch mein Erfahrungsbericht zum Thema Metallentfernung am letzten Montag (9.11.15) in Offenbach bei Dr. Dr. Neubert:

Das Wichtigste zuerst: Der Eingriff konnte ambulant vorgenommen werden! Die Aussicht, mittags wieder nach Hause zu dürfen, hat für mich von Anfang an dem Ganzen viel 'Bedrohlichkeit' genommen!

Überhaupt muss ich sagen, dass ich diesmal – ganz im Gegenteil zur ersten OP – beinahe gar nicht nervös war in den Tagen davor; darüber habe ich mich selbst gewundert.

Der Termin war angesetzt auf 10.30 Uhr, ich war schon einiges früher da und konnte noch ein wenig im Wartezimmer lesen, bis irgendwann eine sehr freundliche Anästhesistin kam und mich mitgenommen hat in den Vorbereitungsraum. Dort ging dann langsam ein bisschen Nervenflattern los, hielt sich aber wirklich in Grenzen; vielleicht weil ich einfach wusste, dass der Eingriff diesmal nur halb so lang dauern und kein Knochen zersägt werden würde ;)

Also, OP-Hemd übergezogen, Plastikmütze auf den Kopf und Plastiktüten über die Füße und noch etwa fünf Minuten warten, dann ging es ab in den OP-Saal.

Ich hatte das Gefühl, dass ich in eine Art 'Automatik-Modus' geschaltet habe, als ich auf die OP-Liege geklettert bin; es ging aber zum Glück alles relativ schnell. Der Zugang wurde gelegt, während die freundliche Anästhesistin mir beruhigend zugesprochen hat, und dann habe ich tatsächlich diesmal richtig mitbekommen, wie die Narkose eingeleitet wurde – das war etwas seltsam, wie alles ganz langsam schwer und schummrig wurde, und dann war es auch schon vorbei!

Bin diesmal etwas langsamer zu mir gekommen im Aufwachraum, ich weiß noch, dass mir eiskalt war und ich am Schluss drei Decken auf mir liegen hatte. Schmerzen im Kiefer/Gesicht hatte ich gar keine, auch wenn die Kühlmaske natürlich wieder warm war; nur starke Halsschmerzen vom Intubationsschlauch, das war ziemlich nervig!

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis mein Kreislauf so weit war, dass ich aufstehen und gehen konnte; die Anästhesistin, die in regelmäßigen Abständen nach mir gesehen hat, kam wie ich erst relativ spät darauf, dass ich vielleicht zusätzlich zu allem noch unterzuckert war; das letzte Essen hatte es abends zuvor um sechs gegeben. Also habe ich eine Zeit lang auf einem Stück Traubenzucker herumgenuckelt und plötzlich ging es mir vieeel besser!

 

Dann endlich ging es heim, im Auto habe ich fleißig die Kühlakkus an meine Wangen gepresst und Hustenbonbons gegen die Halsschmerzen gelutscht; so in etwa ging es dann auch zu Hause weiter; immer wieder unterbrochen von dem ein oder anderen Teller Suppe. Eigentlich ging es mir den restlichen Abend auch ziemlich gut, war vom Kopf her fit und die Schwellung hielt sich auch noch in Grenzen.

Mit Schlafen war in der Nacht nicht sooo viel, aber das lag eher an den Halsschmerzen, denn der Kiefer hat immer noch überhaupt nicht wehgetan. Die Mundöffnung allerdings war wieder sehr bescheiden bei etwa einem Zentimeter und das ganze Gesicht wurde langsam aber sicher immer steifer und unbeweglicher, vor allem Oberlippe und Wangen; außerdem war die ganze Nase wieder taub und das gesamte Zahnfleisch am Oberkiefer auch – ziemlich nervig! Zähneputzen war dann dementsprechend etwas kompliziert und langwierig, aber nicht unmöglich, v. a. im Vergleich zum Zustand nach der Bimax!

Habe dann die Nacht damit verbracht, fernzusehen, immer wieder die Kühlakkus auszutauschen und dabei immer wieder einzudösen; das war eigentlich ziemlich aushaltbar!

 

Dienstag, erster Tag nach der ME:

Heute war ich vor allen Dingen sehr müde, Schmerzen außer den Halsschmerzen hatte ich immer noch keine, auf Suppe habe ich allerdings jetzt schon keine Lust mehr, aber mit Kauen war nicht so viel – jedesmal, wenn ich das versuche oder generell den Unterkiefer vorschiebe, knackt es rechts im Kiefergelenk und ich spüre, wie der Diskus springt – das ist etwas unangenehm!

Mittags war dann der erste Kontrolltermin beim KFC, der hat nur kurz auf die Nähte geschaut und hatte nichts zu beanstanden.

Ich muss nicht wieder drei Wochen lang auf's Naseputzen verzichten, das ist schon mal etwas; auch Bücken und 'Kopfübersachen' in Maßen etc. sind erlaubt. Das Knacken im Gelenk, sagt er, kommt daher, dass durch die Schwellung die Gelenkposition verändert ist; das müsste also von alleine weggehen; ich hoffe, er hat Recht!

Die einzigen Anweisungen waren dann Schonen, Kühlen und Antibiotika nehmen.

Dann wieder nach Hause, Suppe geschlürft und vieeel ferngesehen; ich war vom Kopf her den restlichen Abend furchtbar müde! Außerdem ist das ganze Gesicht sehr steif und unbeweglich geworden, bin auch bis zum Abend hin noch extrem angeschwollen, tatsächlich beinahe so stark wie nach der Bimax, das hätte ich nicht gedacht und hat mich auch etwas frustriert...

 

Mittwoch, zweiter Tag nach der OP:

Eigentlich ist nicht viel passiert; der Tag war eher langweilig als schmerzhhaft oder unangenehm. War wieder sehr müde und habe die meiste Zeit mit Schlafen verbracht, Essen ist sehr mühsam, und die Schwellung hat wohl ihren Höhepunkt erreicht. Ich halte mich mit der Hoffnung bei Laune, dass wenigstens letzteres ab dem vierten Tag besser werden sollte...

 

Donnerstag, dritter Tag danach:

Heute bin ich schon viel fitter, ich glaube auch, dass die Schwellung ganz langsam zurückgeht, zumindest ist sie viel gleichmäßiger geworden. Das Gesicht ist nicht mehr birnenförmig, sondern nur noch 'ziemlich gut gepolstert'. Hab allerdings schon die ganze Zeit das Gefühl, dass die Schwellung im Vergleich zur letzten OP irgendwie 'tiefer sitzt', sie beginnt erst unterhalb meiner Wangenknochen, führt dafür aber zu einem irgendwie komischen Doppelkinn – hoffentlich geht das als nächstes weg!

Habe tatsächlich den ganzen Tag geschafft, ohne zwischendurch einzudösen, und die gute Laune kam damit auch wieder zurück; nur das Gelenk rechts knackt und 'schiebt' immer noch... dafür fange ich an im linken Teil meiner Nase wieder etwas zu fühlen.

Mache mir allerdings ein wenig Sorgen, weil ich jetzt eine Woche meinen Retainer (habe ich für oben und unten) nicht tragen kann, dass sich dann die Zähne verschieben; gucke immer ganz kritisch auf meine unteren Schneidezähne und bin mir wirklich unsicher... (dazu muss ich sagen, dass ich bereits Ende Juli den Großteil meiner Zahnspange losgeworden bin, nur noch vier Metallringe um die Backenzähne sind noch übrig, dort werden die Retainer eingehakt)

 

Heute ist Freitag, der fünfte Tag nach der OP:

Das Antibiotika ist jetzt aus, die Schwellung ist weiter zurückgegangen und ich fühle mich allgemein ziemlich fit und frisch! Schmerzen habe ich die ganze Zeit so gut wie keine gehabt, ab und zu ziept es mal hier und da, aber nicht schlimm; und seit letzter Nacht sind auch die Halsschmerzen weg! Mein Mund ist wieder viel beweglicher geworden, die Wangen wenigstens ein bisschen, das Zähneputzen klappt auch wieder besser; es geht also voran!

 

Als kleines Fazit kann ich festhalten, dass – zumindest bei mir – die Metallentfernung wesentlich weniger Stress bedeutet hat als die 'große OP' davor!

Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass die einzelnen Stufen im Heilungsprozess wesentlich schneller durchlaufen werden, Schmerzen hatte ich bis auf die wirklich ätzenden Halsschmerzen keine, die Schwellung macht keinen Spaß, scheint aber bereit abzuklingen, und was für mich bisher die größte Erleichterung war, war dass die Nase nicht, wie nach der Bimax, komplett dicht war; ich habe von Anfang an gut Luft bekommen und irgendwie schlafen können, das war wirklich sehr angenehm!

Außerdem ist es natürlich sehr hilfreich, dass OK und UK nicht wieder zusammengeschnürt sind, es fühlt sich sehr gut an zu wissen, dass kein Knochen gebrochen ist und dass man das alles schon einmal geschafft hat! :)

Hauptsächlich war ich durch den Eingriff die ersten Tage lang sehr, sehr müde; das wurde auch noch erschwert dadurch, dass ich drei Tage lang keinen Kaffee trinken durfte (neben dem Verzicht auf Milchprodukte), das hat sich ein wenig auf meine Laune ausgewirkt, war aber natürlich auch ein eher kleines Problem.

Bis jetzt ist alles gut am Zuheilen und Abschwellen, wenn das über's Wochenende so weitergeht, bin ich ziemlich zufrieden!

(Ich bin allerdings immer noch ein wenig geschockt über die Menge an Schauben, die da aus meinem Kopf rauskam, man glaubt kaum, dass das alles mal im eigenen Schädel war...)

 

So viel zu meinen bisherigen Erfahrungen mit der Metallentfernung, es ist jetzt doch etwas länger geworden als geplant; ich hoffe, dass mein Bericht dem ein oder anderen ein bisschen weiterhilft :)

 

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Na dann doch mal einen herzlichen Glückwunsch - DU hast es geschafft :-)

Mir hilft gerade alles über die ME. ich habe meinen Termin am 18.12.2015!

Also, berichte ruhig mal weiter wie es Dir geht !

Liebe Grüße Tina

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Hallo Irrrrris, 

danke für deinen Bericht. Ich hatte meine ME am Donnerstag, auch ambulant,  und mein Befinden danach deckt sich in etwa mit deinen Erfahrungen. Hast du noch die Zahnspangen im Mund oder bist du dann wirklich soweit "fertig"?

 Weiterhin schnelles Abschwellen und gute Besserung. 

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@ Kiefersieg: Vielen Dank, ja, kann es auch noch gar nicht glauben, dass 'es' jetzt vorbeisein soll... Ein Monat ist ja schnell rum, dann hast du es auch endlich hinter dir! Ich drück die Daumen, dass das auch so unkompliziert wird ;)

@ Boki: Auch vielen Dank und ja, meine Zahnspange ist pinzipiell ganz draußen; habe an den Backenzähnen noch die Ringe, weil da meine Retainer für nachts festgehakt werden, die sollen aber auch bald raus... theoretisch wäre ich dann ganz fertig; bin aber noch etwas skeptisch, was meine Gelenke zu alldem sagen, ob da nicht doch vll irgendwie irgendwas gemacht werden müsste... na ja, mal abwarten und Tee trinken :)

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Herzlichen Glückwunsch,

 Wie schön das du es geschafft hast. Meine ME ist am 16.12.2015. Ich bin auch sehr gespannt wie ich anschwelle. Ich denke aber dass es eigentlich fast genauso sein wird wie vorher bei der ersten OP. Aber sofern das alles schnell weggeht bin ich zufrieden. Ein paar Tage aussehen wie ein Kugelfisch wird wohl nochmal gehen. 

Vg

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