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Verena-1975

Frage einer Mutter zu GNE-Apparatur und UK-Distraktion

Hi,

habe eine Frage wegen meiner Tochter. Sie ist 14 und hat heute vormittags eine GNE-Apparatur und UK-Distraktion erhalten. Der KFO ist super nett und freundlich und hat uns alles toll erklärt. Meine Tochter jammert seitdem, dass das Teil so unangenehm sei (hat der KFO auch mitgeteilt und meinte man gewöhne sich daran) und sehr schmerzt (der KFO meinte, sie werde die ersten Tage sehr starken Druck spüren - auch beim Drehen - ich solle ihr anfangs IBU geben).

1. Ist das wirklich normal, dass die GNE-Apparatur so schmerzt?
2. Ist die GNE-Apparatur wirklich so unangenehm zu tragen?
3. Ist es nur Einbildung oder erkennt man sofort am Anfang eine kleine Lücke?
4. Gibt es für diese Apparatur Alternativen?
5. Spüren das eventuell Jugendliche extremer als Erwachsener?

Ich will jetzt nicht sofort zum KFO und die GNE-Apparatur entfernen lassen, aber zumindest will ich, dass es meiner Tochter gut geht und die Schmerzen auf Dauer nachlassen. Später soll sie eine Feste Zahnspange erhalten.

Verena

 

 

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Eine UK-Distraktion ist eigentlich eine chirurgische Maßnahme. Könnte es sein, dass eine OK-Distraktion gemeint war?

Wie auch immer:

1. Die beiden Hälften des Oberkiefers verknöchern erst sehr spät. Bei Teenagern ist diese Verknöcherung in aller Regel nur teilweise ausgebildet, doch auch sie muss mit einer entsprechenden Kraft gelöst werden. Diese Kraft wird durch die Schraube an der GNE-Apparatur ausgeübt und kann durchaus als starker, auch unangenehmer Druck wahrgenommen werden. Dieser kann rechts plötzlich nachlassen, wenn die beiden Kieferhälften beginnen, sich voneinander zu trennen.

2. Manche Patienten merken nicht viel davon, für andere ist es unangenehm.

3. Kann durchaus sein.

4. Alternativen sind beispielsweise die Quadhelix oder eine dentale Expansion des Zahnbogens, wie sie z. B. regelmäßig beim Einsatz des Damon-Systems angestrebt wird. Diese Alternativen führen aber nicht zum selben Ergebnis wie die GNE. Sie dehnen den Zahnbogen lediglich dadurch, dass die Zähne bewegt werden. Die beiden Kieferhälften bewegen sich nicht auseinander. Das ist deshalb wichtig, weil eine übermäßige Expansion des Zahnbogens zum einen als instabil angesehen wird und zum anderen im Extremfall dazu führen kann, dass Zähne aus dem Knochen hinausbewegt werden, was man normaler Weise lieber vermeiden will. Was das Beste ist, hängt vom Einzelfall ab: Ein Patient mit einem leichten Kreuzbiss und nach innen gekippten OK-Seitenzähnen wäre eher ein Kandidat für eine dentale Expansion, einer mit einem extremen Kreuzbiss und geraden Seitenzähnen eher einer für eine GNE. Es kommt stark auf den individuellen Befund an.
Eine weitere Alternative ist die chirurgisch unterstützte GNE. Dabei werden die beiden Oberkieferhälften chirurgisch separiert. Bei jungen Patienten ist das normaler Weise nicht erforderlich.

5. Eher umgekehrt. Es gibt einzelne Fallberichte, bei denen auch bei jungen Erwachsenen (z. T. bis zu 30jährigen) erfolgreich eine GNE ohne OP durchgeführt wurde, aber je älter man ist, umso stärker sind die Oberkieferhälften miteinander verbunden.

Ich selbst versuche eine GNE gerne zu vermeiden, aber in Fällen, wo sie indiziert ist und die für den Patienten beste Lösung darstellt, sollte sie meiner Ansicht nach durchgeführt oder zumindest empfohlen werden. Man kann natürlich auch auf Kosten des Ergebnisses darauf verzichten, wenn man sich bei den Patienten nicht unbeliebt machen will, aber das fände ich ethisch problematisch.

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Hallo Verena-1975,

ich selbst habe mit 20 Jahren im Frühjahr letzten Jahres auch eine GNE-Apparatur bekommen. Im Vorfeld bekam ich 1 Woche lang zwischen den letzten 4 Backenzähnen blaues Gummis geklemmt, welche Platz für die 4 Metallringe, die ich für die Apparatur um die Backenzähne bekam, schaffen sollten. Das war so ziemlich das schmerzhafteste an der ganzen Gaumennahterweiterung, wobei es sich hierbei um Zahnschmerzen handelte.

Als ich die Apparatur dann rein bekam, war es schon sehr unangenehm und ich empfand das Metall am Gaumen beim Sprechen sehr störend. Allerdings hab ich mich innerhalb einer Woche gut daran gewöhnt.

Ich sollte 1 mal am Tag die Apparatur weiterdrehen lassen - allein ist das unmöglich. Hierbei entstand ein Druck der sich über den ganzen Kopf verteilte, vor allem am Nasenrücken und in den Schläfen war dies zu spüren. Ich hab diesen Druck allerdings nicht als Schmerz empfunden, es war eher ein ziehen. Nach 2 Monaten musste ich auch nicht mehr drehen und habe die Apparatur festgestellt bekommen. 3 Monate später wurde sie mir komplett entfernt und es folgte eine feste Zahnspange mit lockerer Gaumenplatte, die ich nochmals 2 Monate lang jede Woche weiter stellen sollte. Danach wurde auch diese festgestellt und weitere 3 Monate später durfte ich sie abgeben. Aber seitdem muss ich immer wieder Gummis von der Zahninnenseite im OK zur Zahnaußenseite im UK einhängen. Dazu habe ich auf die Zahninnenseite des Oberkiefers Knöpfchen geklebt bekommen.

Ich selbst habe durch die GNE nur eine sehr kleine Zahnlücke bekommen, da meine Schneidezähne vorne vorher zu wenig Platz hatten. Mein Kieferorthopäde hatte mich aber vorgewarnt, dass man nach ca. 1 Woche schon eine Zahnlücke sehen könnte. Also schätze ich nicht, dass es Einbildung ist!

Jugendliche sollten den Schmerz, wie Mush schon gesagt hatte, weniger spüren. Mein KFO hatte mich darauf hingewiesen, dass es bei mir schmerzhafter sein könnte, da ich schon "so alt" bin. Aber ich hatte Glück und meine Gaumenplatten waren noch nicht mit einander Verknöchert, was meist übrigens erst mit 21 Jahren passiert.

Ich hoffe deine Tochter hat sich gut daran gewöhnt und ich konnte dir weiter helfen!

 

Lisa

 

 

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