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Pippi_Langstrumpf

Retaining

Hallo,

mein Sohn, 15 Jahre, ist seit 6 Jahren oder länger in kieferorthopädischer Behandlung. Nun hat er im November die feste Klammer nach mehr als 2,5 Jahren aktiver

Behandlungszeit entfernt bekommen. Unten wurde nun ein Retainer angebracht und zusätzlich soll er noch eine lose Klammer tragen. Für oben gab es nur eine lose Klammer. Hier soll der Retainer später eingesetzt werden. Nun meine Frage, ist es erforderlich, dass zusätzlich zum Retainer noch eine lose Klammer getragen werden soll? Ich habe das Gefühl, hier soll ein Privatpatient möglichst lange, mit vielen Terminen, "ausgenommen" werden. Auch die lange Behandlungszeit mit diversen Zusatzgeräten (Pendulum etc, etc.) weisen für mich darauf hin. Freue mich auf eine Antwort.

Viele Grüsse

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Hallo! Es kommt natürlich immer auf den speziellen Fall an, aber ich selbst bin so ein Fall an dem in der Kindheit über 6 Jahre lang rumgedoktort wurde. In meinem Fall auch noch mit einem katastrophalen Ergebnis. Generell bin ich der Meinung, dass kein Kind 6 Jahre lang eine KFO-Behandlung ertragen sollte. 6 Jahre kann eigentlich nur bedeuten, dass nicht mit den effektivsten Mitteln gearbeitet wurde oder nicht schneller gearbeitet werden sollte. Entweder, weil man es dem Kind nicht "zumuten" wollte. Oder weil man einfach abkassieren wollte. Leider ist bei so langen Behandlungen manchmal Letzteres der Fall. Im Laufe der Jahre habe ich den Eindruck gewonnen, dass viele Ärzte auch gern langsam vor sich hinwerkeln, weil es einfach finanziell nett ist.

Anstatt z.B. bei einem viel zu schmalen Oberkiefer direkt zur Gaumennahtwerweiterung zu greifen und das Problem effizient, aber eher unsanft zu lösen, wird teilweise lieber 2 Jahre lang mit irgendwelchen Platten und Dehnschrauben rumgewerkelt, wo man am Ende manchmal hauptsächlich nur die Zähne durch die Gegend geschoben hat. Oder bei sehr extremen Unterkieferrücklagen wird gern jahrelang mit Aktivator, Bionator usw. experimentiert und am Ende hat das Kind immer noch eine signifikante Unterkieferrücklage, die dann teilweise dental kaschiert und kompensiert wird etc., etc.

Zum Retainer: Da die Schneidezähne sich häufiger mal verschieben oder verdrehen, würde ich einen Draht empfehlen. Konsequent getragen würden auch nur herausnehmbare Klammern genügen. Aber gerade im Teenie-Alter trägt die eh keiner. Wie uncool ist das denn bitte, wenn die Freundin einen mit Zahnspange sieht:712:. Ich weiß nicht, was der KFO mit den herausnehmbaren Spangen zusätzlich zu den Drähten bezwecken will und wie lange die getragen werden sollen. Hast du da nähere Infos? Das kommt wohl wieder auf den Fall drauf an, ob das sinnvoll ist. Generell würde ich sagen: Ein Ergebnis was sich trotz fester Retainer ohne zusätzlich getragene Spange stark verändert, kann kein so gutes Ergebnis sein. Was genau wurde denn bei deinem Sohn alles gemacht über die Jahre? Wie viel hat die Behandlung gekostet? Beste Grüße!

bearbeitet von leviathan

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Bei mir soll nach der aktiven Behandlung oben und unten ein fester Retainer eingesetzt werden, zusätzlich bekomme ich jeweils auch eine lose Spange, die ich ca 1,5 Jahre dauerhaft tragen soll. danach langsam reduzieren, aber vermutlich nie seltener als einmal pro Woche nachts tragen soll. Der Hintergund wurde mir so erklärt, das bei mir viel an den Backenzähnen gemacht werde, die mit dem festen Retainer nicht gehalten werden. Starke Bewegungen dort können evtl. durch die Verzahnung der OK zu den UK Zähnen alleine nicht zurück gehalten werden, sodass hier ein Rezidiv nicht ausgeschlossen werden kann. Ich werde nicht riskieren, das mir nach voraussichtlich dann 2,5 Jahren feste Spange meine Backenzähne dann wieder Ärger machen, zumal ich das nächte mal vermutlich alles selber zahlen müsste.

Besser ist es das zu machen, immerhin will keiner wieder in KFO Behandlung zurück und wieder eine feste Spange bekommen. Natürlich kann man einen gewissen "Abzock" -Effekt nicht sicher ausschließen, aber ich bezweifle, das dafür ein KFO seinen Ruf aufs spiel setzt

bearbeitet von Arthur

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Natürlich kann man einen gewissen "Abzock! Effekt nicht sicher ausschließen, aber ich bezweifle, das dafür ein KFO seinen Ruf aufs spiel setzt

Ich nicht. Es gibt doch quasi gar kein Risiko, "den Ruf aufs Spiel zu setzen". Solange eine Behandlung insgesamt "medizinisch notwendig" war und kein großer Schaden entsteht, sind die Risiken als Arzt einen schlechten Ruf zu erlangen doch gar nicht mal groß. Im Gegenteil. Es macht noch den Anschein, als würde man sich soo sehr um den Patienten sorgen und darum, dass sein Ergebnis auch perfekt bleibt. Und irgendwann wird der Patient das Ganze doch nicht mehr tragen. Niemand trägt bis an das Ende seines Lebens eine Zahnspange in der Nacht. Oder sagen wir fast niemand. Und falls dann doch alles kollabiert, dann denkt der Patient er selbst ist schuld, weil er mit 45 keine Zahnspange mehr getragen hat. Bingo! Er hätte ja die Zahnspange tragen können bis er stirbt! Aha! Der Arzt hat dann ja sein Bestes getan, aber der Patient war bockig und ärgert sich sogar über sich selbst! Als ob dann jemand auf die Idee kommen würde, man habe ihm evtl. eine  unphysiologische oder unfunktionale Konstellation im Mund zurückgelassen. Die Schuld sucht der Patient doch bei sich, selbst wenn das Ergebnis von vorn herein nicht so toll war. 

Temporär kann es bestimmt sinnvoll sein mit den Klammern und auch, wenn man noch gewisse Veränderungen durchführen will. Aber auf Dauer? Ich weiß nicht. Übertragen gesagt: Ein Haus was ohne Stahlstützen komplett einstürzt, ist in der Regel von vorn herein eine Fehlkonstruktion, ein Haus, was sich ein paar cm setzt, ist normal.  Im Frontzahnbereich scheint es ja auch sehr unterschiedliche Meinungen zu geben. Einige KFO sind dafür, Retainerdrähte dauerhaft zu belassen, was dahingehend logisch ist, dass es vorne keine  Verzahnung der Zähne ineinander gibt wie an der Seite. Andere KFO (wie z.B. meiner) sind der Meinung, dass man die Retainer ab einem bestimmten Alter in vielen Fällen (ich meine bei Männern ca. 25, bei Frauen früher) wieder entfernen kann, z.B. wenn die Weisheitszähne da sind usw. Frag doch den Doc noch mal, warum genau er die Klammern kriegen soll, wie lange und warum eventuell ein höheres Risiko besteht für ein Rezidiv. 

bearbeitet von leviathan

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Das kann ich nicht beurteilen, bei mir wurde in der Jugend nicht behandelt.

Ich halte auch den Vergleich zwischen Zahnstellung und Häusern für eher weit hergeholt, ein Haus soll möglichst unbeweglich sein,  Zähne, grade die Backenzähne, müssen in gewissem Maße beweglich bleiben. Vergleiche ich demzufolge einen Backenzahn mit einem Hausboot, wäre es fahrlässig das nicht anzubinden (der Vergleich ist auch nicht weiter hergeholt ;)). Übrigens hat ein Hausbesitzer, der sein Haus nicht Pflegt, Streicht, das Dach kontrolliert etc. auch bald keinen Spaß mehr daran

Ganz ehrlich: ich wäre bereit, um die Schmerzen zu vermeiden, die ich seit über 30 Jahren beinahe täglich hatte auch dauerhaft eine Spange zu tragen. Eine Spange kann schwerlich so schlimm sein wie das. Naürlich bin ich weder scharf darauf die Spange zu haben, noch werde ich mich wehren wenn sie nicht mehr nötig sein wird. Dennoch halte ich den Preis, einmal die Woche eine Lose Spange in den Mund zu stecken für eher gering. Zumeist würde, meinem KFO zufolge, schon reichen wenn man nach 3-5 Jahren Retention einmal die Woche prüft ob beim einsetzen der Spange Druck entsteht.

Ob der KFO versucht dich abzuzocken kannst du als Laie vermutlich nicht beurteilen so wenig wie wir das hier sicher sagen können, daher wäre es evtl sinnvoll sich da eine zweite Meinung zu holen. Diese wird aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch erstmal etwas kosten.

bearbeitet von Arthur

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Gleichnis und Vergleich sind ja 2 Paar Schuhe. Dein Haus stürzt direkt ein, weil du es nicht streichst? Würde ich reklamieren;):-P:-P

Wenn du,  Pippi, unsicher bist würde ich mir einfach noch mal vom Arzt erklären lassen, wozu die Klammer ist. Vielleicht soll damit noch was passieren. Vielleicht gibt es für die Doppelretention spezielle Gründe. Wenn es dir dann immer noch spanisch vorkommt und du Selbszahler bist, könnte man über eine zweite Meinung nachdenken. Für die Frage der Retention scheint mir das aber nicht so sinnvoll. Klingt zwar blöd, aber maximal könnte es eine unnötige Investition sein, die im Vergleich zur restlichen Behandlung eher günstig ist. Viel Glück!

bearbeitet von leviathan

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