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Tomy

Schmerzen nach unnötiger Kopf-Kinn-Kappenbehandlung, Behandlungsfehler?

Hallo zusammen!

Ich bin der Thomas (26). Bei mir wurde als Kind eine Progenie festgestellt. Ich wurde dann mit 6 Jahren mit Kopf-Kinn-Kappe behandelt, später mit festsitzender Zahnspange. Damals wurde gesagt, mein Unterkiefer sei zu groß. Leider konnte durch die Behandlung keine korrekte Verzahnung erreicht werden und der UK steht über OK hinaus.

Da ich seit meiner Jugendzeit unter Kopf und Nackenschmerzen leide die möglicherweise mit dem falschen Biss zusammenhängen, überlege mich mir jetzt eine Kiefer-OP. Ich war bei zwei MKG-Chirurgen, die beide zu einer OP raten und eine Oberkieferrücklage feststellten. Diese Diagnose überraschte mich sehr, da mein Kieferorthopäde immer nur von einem zu großen Unterkiefer gesprochen hatte und ja auch so behandelt hat. Meiner Meinung nach, ist jedoch die Oberkieferrücklage korrekt, da meine Zunge im Oberkiefer nicht ausreichend Platz hat und über die obere Zahnreihe hinaus steht und liegt dann in Ruhelage zwischen den Zahnreihen (oder im  UK).

Mir stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob mein Kieferorthopäde falsch behandelt hat. Durch seine möglicherweise falsche Diagnose wurde versäumt angemessene Maßnahmen zu ergreifen um das Knochenwachstum im Oberkiefer anzuregen (bspw. Funktionsregler). Die Kopf-Kinn-Kappe sei die einzige Möglichkeit um eine spätere Operation zu vermeiden. Ferner wurde nicht deutlich gemacht, dass die Kinnkappenbehandlung unter Kiefer- und Zahnärzten höchst umstritten ist. Viele verneinen die Wirksamkeit der Kinnkappenbehandlung oder nehmen sogar eine die Progenie verstärkende Wirkung an. Auch wurde nicht über Nebenwirkungen der Kopf-Kinn-Kappe aufgeklärt (bspw. bei manchen Patienten auftretende Kiefergelenksbeschwerden).

Des weiteren scheint es möglich, dass meine einseitigen Kopf- und Nackenschmerzen ein Folge dieser Kinn-Kappen-Behandlung sind. Durch die Oberkieferrücklage hat die Zunge heute wie damals im Oberkiefer nicht ausreichend Platz und steht über die obere Zahnreihe hinaus. Durch die Kinnkappe wurde diese Lage der Zunge verhindert. Möglicherweise wurde diese Veränderung durch die Nackenmuskulatur kompensiert, was zu den Schmerzen geführt haben könnte.

Ich habe meinen Kieferorthopäden auf meine Zweifel an der damaligen Behandlung angesprochen. Er meinte, dass sei doch schon so lange her und wehrte ab, wurde auch unfreundlich. Mich würde interessieren, wie ihr meinen Fall seht, und ob es Sinn macht, evtl. auch rechtliche Schritte zu ergreifen. Aktuell versuche ich die Muskulatur zu lockern, da ich solange ich noch Schmerzen habe ungern die nächste Behandlung angehen möchte.

Vielen Dank für eure Antworten!

Viel Grüße

Tommy

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Rechtlich gesehen hast du da keinerlei Chance irgendwelche Ansprüche geltend zu machen. Er hat lege artis gearbeitet. Du wirst nicht nachweisen können, dass deine heutigen Schmerzen auf die damalige Behandlung zurückzuführen ist. Die können genauso durch den jetzigen falschen Biss kommen. Du hast in der Medizin auch keinen Anspruch auf Erfolg einer Behandlung.

Ich bin aber kein Rechtsfachman. Falls dir die Antwort also nicht genügt, dann lass dich von einem Anwalt, der sich mit Medizinrecht auskennt, beraten.

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Dass die Zunge weiter vorsteht als die obere Schneidezahnreihe sagt m.E. noch nichts darüber aus, ob du eine OK-Rücklage oder einen zu großen UK hast.

Wenn du den UK verkürzt, wandert automatisch auch die Zunge nach hinten, da diese mit ihm verwachsen ist.

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vor 2 Stunden schrieb sancho1980:

Dass die Zunge weiter vorsteht als die obere Schneidezahnreihe sagt m.E. noch nichts darüber aus, ob du eine OK-Rücklage oder einen zu großen UK hast.

Wenn du den UK verkürzt, wandert automatisch auch die Zunge nach hinten, da diese mit ihm verwachsen ist.

Naja, wenn er mit Kopf-Kinn-Kappe behandelt wurde, die ja das Oberkiefer-Wachstum anregen soll und nicht den Unterkiefer hinten halten soll, dann ist davon auszugehen, dass der Oberkiefer zurückliegt. Generell ist die Oberkieferrücklage epigenetisch viel häufiger als eine reine Unterkiefer-Vorlage.

Aber du hast natürlich Recht mit der Zungenlage.

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vor 55 Minuten schrieb flo.89:

Naja, wenn er mit Kopf-Kinn-Kappe behandelt wurde, die ja das Oberkiefer-Wachstum anregen soll und nicht den Unterkiefer hinten halten soll,

Hmmm? Ich denke doch genau andersrum:

"Die Kopf-Kinn-Kappe dient dazu, bei einem Vorbiss (mandibulären Prognathie) das Wachstum des Unterkiefers zu hemmen. In diesem Fall ist der Unterkiefer zu groß und daher beißen die Zähne im Unterkiefer vor die Zähne im Oberkiefer (frontaler Kreuzbiss)."

 

Quelle

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vor 41 Minuten schrieb sancho1980:

Hmmm? Ich denke doch genau andersrum:

"Die Kopf-Kinn-Kappe dient dazu, bei einem Vorbiss (mandibulären Prognathie) das Wachstum des Unterkiefers zu hemmen. In diesem Fall ist der Unterkiefer zu groß und daher beißen die Zähne im Unterkiefer vor die Zähne im Oberkiefer (frontaler Kreuzbiss)."

 

Quelle

Sry, mein Fehler. Habe das mit der Delaire-Maske verwechselt.

Da ihm die MKG-Chirurgen eine Oberkieferrücklage bescheinigten, ging ich davon aus, dass der KFO das Oberkieferwachstum anregen wollte.

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Hallo Thomas,

hier im Forum befinden sich sehr viele Leute, deren Behandlung im Kindesalter schiefgegangen ist. Irgendwann stellen sich diverse Probleme ein, und viele entscheiden sich zu einer zweiten Behandlung (ich selbst hatte insgesamt sogar drei KFO-Behandlungen, und nur die letzte war erfolgreich).

Habe allerdings hier noch nie gelesen, dass jemand seinen früheren KFO verklagt hätte ... wie auch? Man müsste ja nachweisen, dass die Behandlung fehlerhaft durchgeführt wurde, was wohl unmöglich sein dürfte (und meistens ist es ja auch schon einige Jahre her).

Wobei mich ja interessieren würde, ob jemand so etwas schon einmal erfolgreich durchgezogen hat. Ich selbst hätte bestimmt nicht den Nerv dazu gehabt.

 

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Vielen Dank für eure Antworten.

Meine Frage war eigentlich, ob es medizinisch korrekt ist, eine Oberkieferrücklage mit einer Kopf-Kinn-Kappe zu behandeln (Kopf-Kinn-Kappe wird wie von Profil-Neurotiker bereits gesagt eigentlich nur bei der echten Progenie, d.h. Unterkiefervorlage eingesetzt, nicht bei der Oberkieferrücklage). Für mich scheint das so wie wenn ein Arzt statt des linken Beins das rechte Bein operiert. Und der Unterschied zwischen einer Oberkieferrücklage und einer Unterkiefervorlage ist ja medizinisch festgelegt und objektiv feststellbar. Bei mir jedenfalls ist es so, dass die Zunge im OK keinen Platz hat, dashalb dachte ich, dass das generell bei der Oberkieferrücklage so ist. Gibt es denn Leute hier, die auch eine OK-Rücklage haben/hatten und die Zunge genug Platz im OK hat?

Außerdem stellt sich mir die Frage, was passiert, wenn sich der KFO eben irrt (wie bei mir unter Umständen der Fall) und die Oberkierferrücklage fälschlicherweise für eine echte Progenie hält und dann eben falsch mit Kopf-Kinn-Kappe behandelt (statt bspw. mit Funktionsregler nach Fränkel).

Weiter stellt sich mir die Frage, ob die seit meiner Jugendzeit bestehenden funktionelle Beschwerden in Zusammenhang mit dieser kieferorthopädischen Behandlung stehen könnten. Denn wenn ein Arzt eine falsche Diagnose stellt und deshalb falsch behandelt ist es möglich, dass dadurch schädliche Nebenwirkungen eintreten.

Was man also machen kann, ist einen Kieferorthopäden aufzusuchen, der auch Privatgutachten erstellt (Liste gibt es bei der Landeszahnärztekammer) und die Behandlung überprüfen zu lassen. Ich glaube auch, dass es in jedem Fall sehr schwierig sein wird, eine länger zurückliegende Behandlung zu bewerten. Unmöglich ist dies jedoch sicher nicht, voraussgesetzt es liegen noch Unterlagen zur alten Behandlung vor oder es wurden seit Abschluss der Behandlung keine weiteren Behandlungen durchgeführt und die Kiefer haben sich nicht mehr wesentlich verändert.

Über weitere Einschätzungen zu meinen Fragen bin ich sehr dankbar.

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vor 10 Stunden schrieb Tomy:

Für mich scheint das so wie wenn ein Arzt statt des linken Beins das rechte Bein operiert.

Also habe mit Rechtswissenschaften per se nichts am Hut, aber ich hatte mal eine Vorlesung bei einem Rechtsanwalt, der dann ein bisschen aus seinem Alltag erzählte und da nannte er genau dieses Beispiel. Da hatte das örtliche Klinikum einem Patienten den falschen Unterschenkel amputiert. Die Klage verlief im Sand, da die Ärzte ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt hatten.

Von daher kann ich mir nicht vorstellen, dass du Chancen auf Schadensersatz o.Ä. hättest. Aber hol dir ruhig Expertenrat ein.

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Welche Kieferfehlstellung da vorliegt bzw. vorlag kann man durch die Auswertung der Fernröntgenaufnahme herausbekommen.

Die Aufbewahrungsfrist für Röntgenbilder beträgt 10 Jahre, bei Kindern 10 Jahre ab dem 18. Geburtstag !

Von daher könntest du noch Chancen haben, zumindest das zu bekommen.

Behandlungsunterlagen (Modelle, Fotos usw. ) werden 4 Jahre nach Behandlungsende aufbewahrt.

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Also ich bin auch so ein Fall eines (wenn auch anderen) Behandlungsfehlers in der Kindheit. Einige Ärzte und auch ein Gutachter haben mir das mehr oder weniger deutlich bestätigt. Ein Arzt sagte direkt, dass ich eigentlich ein Fall für einen Richter wäre. Gleichzeitig hieß es aber immer: Es bringt Ihnen nichts, da weiter vorzugehen. Es gibt 1000 Ausreden, die der Verursacher wird aufbringen können, um sich aus der Sache herauszuwinden. Am Ende hätte es viel Zeit und Kraft gekostet und an meinen verpfuschten Zähnen hätte es ja nichts geändert. Insofern habe ich es dann auch nicht mehr versucht. Aber für das Gerechtigkeitsbewusstsein war das ein Fehler. 

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Hey!

Zwar kann ich dir juristisch etc nicht helfen und auch nicht ärztlich, dennoch möchte ich gern meine Erfahrungen mit dir teilen!

Hatte auch so ne Kopf Kinn Kappe (grässliches Teil, hab ich nie benutzt!) und ne lockere Spange für den OK zum weiterdrehen.

Die genaue Diagnose weiß ich nicht mehr. Behandlung wurde nie abgeschlossen mangels Mitarbeit. (Laut KFO damals müsste es dann heute per OP korrigiert werden, sonst keine Chance. Aber seither war ich bei keinem KFO mehr)

Auf jeden Fall weiß ich aber, dass der UK vor dem OK liegt, sprich Progenie. Aber welche Art, keine Ahnung. Evtl. ist noch ein Kreuzbiss da (habe ich in grauer Erinnerung).

Kurzum ich könnte die gleiche Fehlstellung haben wie du (deshalb auch gleicher Behandlunsansatz?). Was die Zunge angeht so ist mir nach Stöbern im Forums auch aufgefallen, dass die wohl zu groß für den OK ist und nur "gefaltet" da reinpasst und deshalb eher vor der oberen Zahnreihe liegt mit der Spitze oder eben im UK liegt. Also ähnliches Muster.

Hoffe ich konnte dir wenigstens n bisschen helfen.

Bist du momentan in KFO Behandlung? Was ist bei dir alles geplant um das ganze zu beheben?

Grüße von einer Leidensgenossin

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Ich fühle mich auch nicht gut behandelt in meiner Jugend. Mit haben auch zwei Zahnärzte bestätigt, dass der inzwischen aufgehobene Zwangsbiss von der festen Spange in der Jugned auf jeden Fall mitgetragen wurde.

Diese Kappe ist wirklich sehr umstritten, da hast du schon recht. Allerdings ist es auch fraglich, ob in deiner Kindheit die Kiefergrößen zueinander nicht anders waren und das erst später so gewachsen ist.

Meine Zunge lag auch zwischen den Zähnen obwohl ich im Oberkiefer genug Platz habe. Es ist nicht schlimm, wenn sie in Ruhelage die Zähne berührt, nur beim Schlucken bitte nicht. Ich war dagegen ca. 4 Monate bei einer Logopädin in myofunktioneller Behandlung. Vielleicht ist da auch der Hase im Pfeffer begraben bei dir: Durch eine schlechte Zungenlage von klein auf entwickelt sich nämlich gern der Oberkiefer-Schmaltyp. Du erkennst ihn daran, dass der Unterkiefer nicht nur vorne weiter raussteht, sondern an allen Seiten zu groß scheint. Könnte auch in Kombination auftreten, ich kenne ja deine genaue Diagnose nicht.

 

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Vielen Dank für eure Antworten!

 @Steve: Das mit der Aufbewahrungsfrist bei Minderjährigen wusste ich auch nicht. Meine Unterlagen waren zum Glück noch da.

@glyzinie: Das mit der falschen Zungenlage klingt für mich plausibel. Über die Ursache meiner Kieferfehlstellung hatte der Arzt damals nichts gesagt. Ich kann mich jedoch noch ganz gut erinnern, und auch auf Bildern aus meiner Kindheit ist eigentlich gut ersichtlich, dass damals die selbe Kieferlage vorlag (Oberkieferrücklage und eben nicht Unterkiefvervorlage). Auf allen Bildern ist deutlich ersichtlich, dass der Mund immer leicht geöffnet ist und die Zunge bis über die Zähne des Oberkiefers hinaussteht. Deshalb ist es mir unverständlich, weshalb der Oberkiefer unbehandelt blieb.

Das stimmmt leider schon, dass es ziehmlich anstrengend ist, sich mit einer evtl. nicht gut gelaufenen Behandlung auseinanderzusetzen. Aber eine Behandlung nochmal bei einem anderen Arzt überprüfen zu lassen macht denke ich schon Sinn. Zumindest auch um das eigene Gewissen zu beruhigen. Sonst fühlt man sich (u.U. auch zu Unrecht) schlecht behandelt und schleppt das ewig mit sich rum. Wenn es dann aussichtslos ist, ist es wie leviathan schon sagt wohl besser mit der Sache abzuschließen. Aktuell bin ich in keiner kieferorthopädischen Behandlung.Solange ich gut kauen kann bin ich eher vorsichtig, bevor ich ernsthaft an eine Operation denke.

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An der Zunge könntest du ja evtl. auch ohne KFO oder OP arbeiten, hängt halt stark von der Situation im Mund ab.

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