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Schmitt

Unterkiefervorverlagerung 03.05.2016 MKG Wiesbaden Prof Dr.Dr.Grötz

Hallo und liebe Grüße

Gestern,03.05.16  hatte ich meine OP in MKG Chirugie der HSK Wiesbaden, Da ich große Sorgen, wegen der OP hatte, möchte ich hier meine Erfahrungen  solange diese noch frisch sind, darstellen. Ich hatte vor allem Angst vor dem Durchtrennen/ Verletzen des im UK verlaufenden Nerves durch die OP. Dann  davor, daß ich nach der OP durch den verdrahteten Mund erbrechen müsste. Außerdem war mir die Magensonde nicht geheuer.
 

Mein Unterkiefer war schon immer stark zurückgestellt. In den letzten Jahren verschoben sich die Zähne im Frontbereich ineinander, die Backenzähne begannen nach innen zu fallen.

Mit der Extraktion der Weisheitszähne hatte sich dann der Vorgang nochmal beschleunigt.

Der gesamte Pozess der Heilung gliedert sich lt. Behandlungsplan in drei Phasen:

1. Kieferorthopädische Behandlung: HIer wurden mittels Spange die Zähne im OK und UK in einem Zeitraum von ca. 14 Monaten in Posítion gerückt,

2. Die eigentliche OP war am 03.05.16

3. Eine folgende kieferorthopädische Behandlung (ca.6 Monate lt. Behandlungsplan)

Zunächst:

Bezüglich der OP ist alles besser gelaufen als befürchtet.

Tag x-28: Der OP Termin wird 4 Wochen vorher angekündigt - da ist viel Zeit zum Nachdenken.(Ein Unfall ist sehr unschön, aber du denkst nur ein paar Sekunden nach (wenn überhaupt) und wachst dann (hoffentlich) im KH auf), Ansonsten habe ich ausprobiert, welche Breie sich durch welchen Strohhalm saugen lassen. Und wie fein das SIeb zum pürieren sein muss. Ob der Pürierstab noch funktioniert und welche Gemüse fasern. Fasern bekam ich im Gegensatz zu Schalen nicht vom Rest getrennt. (Süßkartoffeln machen fasern! ) Erbsen müssen ganz weich sein und durch das SIeb gestrichen werden, dgl. weiße Bohnen) Tomaten haben feine miese Fasern, Die Klassiker : Kartoffel, Möhre, Äpfel,Der Exot:  Gurke anbraten (Randstücke) und pürieren, Fleischbrühe (Huhn, Rind). Eier lassen sich mit Sahne auch pürieren und durch ein SIeb streichen.

Sehr hilfreich waren bezüglich der OP zwei Gespräche: Mit meine Kieferorthopädin Frau Dr. Friederike Hartung von der SMILE Gruppe in Wi und Prof. Dr.Dr. Grötz aus der MKG Wi, der auch operiert hat. Alle meine Fragen wurden beantwortet, der Ablauf der Behandlung sowieso, aber gerade die Risiken wurden ausführlich dikutiert. Der Patient hat zunächst Dr. google zur Verfügung und stellt entsprechend "eingefärbte" Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen, die im Netz auch sehr dramatisch beschrieben sind. (Vll. wäre es sinnvoll, ähnlich wie bei Medikamenten statistisch die Nebenwirkungen aufzuzeigen?). Der Professor hat den  Einsatz eines Laserskalpells vorgeschlagen, um die Verletzungsgefahr des Nerves zu minimieren.

Tag x-3: Ich war SEHR nervös. Familie und Freunde haben mich versucht aufzumuntern. Im Nachhineien ganz wichtig sich mit jemanden zu unterhalten der einen davon abhält die OP zu werfen!

Tag x-1: Ich war UNAUSSTEHLICH und sehr nervös und wollte vor allem die OP nun hinter mich bringen.In D sagt man, dass du 6 h vor der OP nichts essen und trinken sollst. In USA sagt man, daß man sich bis kurz vor der OP noch einen MIlchshake antun darf. Also habe ich vor der OP als Ergebnis der Deutsch Amerikanischen Annäherung zwei Mund voll Wasser geschluckt. Ich habe mir zwei kleine Zettel gemacht: Ich habe Durst, ich habe Schmerzen.

Tag der OP:Lass dich ins Krankenhaus fahren, sonst wachst du in der Unfallchirugie auf !. Bin am Vortag zur Ablenkung Motorrad gefahren. Naja...

Vorher urinieren ist mir eingefallen und es war eine gute Idee. Dann einchecken, du wirst komplett verkabelt und in den OP geschoben. Die Anästhesistin redet auf dich ein und -plop du wachst auf - wieder quatschen alle auf dich ein und es ist sehr wichtig dass ein lieber Mensch an deiner Seite ist. Ich war total belämmert - irgendjemand hat mir ein Döschen mit übriggebliebenen Schrauben gezeigt - soll mich das beruhigen oder nervös machen?

Ich habe Drainageflaschen bekommen. Und der Mund ist verdrahtet. Man gewöhnt sich aber schnell daran. Man soll am ersten Tag nicht versuchen zu sprechen.  Die Unterlippe und der Hals sind stark aufgeschwollen. Ich habe Kopfschmerz und bin sehr lIchtempfindlich.  Die Sonde spürt man, aber ohne jegliche Würgereiz. Man kann auch an dem verdrahteten Mund Schleim aushusten!. Das Krankenhaus hat mir eine Schere zum Notöffnen des Drahtes mitgegeben.

Der Tag ging schnell vorüber. Immer wieder weggedämmert. Aufgewacht mit Durst. Wollte mich nicht im Spiegel sehen.

Tag OP+1: Bin frisch und munter aufgewacht. Nehmt unbedingt Ohrenstöpsel mit. Habe über die Magensonde getrunken und MIttags 200ml Astronautennahrung "gegessen". Heute Nachmittag mit meinen Drainageflaschen eine Runde ums KH gemacht  und 500ml durch die Magensonde "gegessen". Drei mal täglich werden Infusionen  gegen Entzündungen gegeben. Nachkontrolle am Nachmittag: Es besteht die Chance dass die Drainflaschen morgen ausgebaut werden.

Ich habe mir heute mein Gesicht angeschaut. Die Schwellung ist nicht so stark wie befürchtet. Die Wunde im Mund sieht gut aus.Teile des Gesichtes beginnen sich blau zu färben. Ich habe mmer noch leichte ziehende Schmerzen bis in den Bereich der Ohren. Die Unterlippe ist stark geschwollen und kann an den meisten Stellen Tastdruck erkennen. Wie bei einer abklingenden Betäubung.

Man versteht heute meistens, was ich durch den verdrahteten Mund sagen möchte. Die Station in der HSK kümmert sich super.

Tag OP+2 Gut geschlafen. Schwellung ist zurückgegegangen aber noch sehr sichtbar. Mund ist noch verdrahtet.  Drainflaschen sind ausgebaut. Jetzt kann ich Wasser aus dem Becher trinken. Schlucken von Wasser geht auch problemlos mit Magensonde.  Lippe fühlt sich nicht taub an. Es besteht noch immer ein ziehender Schmerz am Nacken/ HInterkopf, der vll.mit der Verlägerung der Kiefermuskulatur zusammenhängt.

Tag OP +3 Heute aus dem KH entlassen. Keine Entzündungen. Deutliche Schwellungen an Lippe,  Hals und den Wangen. Ziehender Schmerz noch vorhanden.  Mund noch verdrahtet. Magensonde wurde entfernt. Ich habe mir im KH vor Entlassung nochmal eine Infusion geben lassen. Bereits jetzt 2,5 kg verloren, da ich zuwenig Nahrung durch die Magensonde aufgenommen habe. Die Pumpe der Magensonde drückt so 300ml je Stunde in den Magen, d.h. gerade mal 450Kcal Brennwertaufnahme je Stunde.

Tag OP+4 Erster voller Tag daheim. Keine Entzündungen. Deutliche Schwellungen an Lippe,  Hals und den Wangen. Ziehender Schmerz noch vorhanden.  Mund noch verdrahtet. Übe mit dem Pürierstab. Habe mir Brühen gekocht und durch ein Sieb gefiltert. Da man keine tier. Milchprodukte wg. der Milchsäruebakterien bei einer offenen Wunde im Mund zu sich nehemen soll, probiere ich mit Reismilch und Hafermilch aus der Drogerie. Diese Produkte werden mein Leben nicht erobern, aber sind ein akzeptabler Ersatz für Kuhmilch. Versuche den Mund nach dem Essen mit viel Wasser auszuspülen. Ich fühle mich fit und bin auch schon Auto gefahren.

OP+6 Der Splint wurde entfernt. Die Fäden wurden gezogen. Röntgenbilder sehen gut aus. Kann den Mund  nur unter Schmerzen (!) schließen. Mundbereich schwillt innen an. Hals wieder auf Normalmass , Lippenbereich und Wange angeschwollen.  Erste Zahnreinigung nach sieben Tagen möglich.

OP+8 Sprechen funktioniert problemfrei. Mund schwillt langsam ab. Wange und Lippe immer noch angeschwollen. Schmerzen am Kopf. Habe das Gefühl, dass der gespaltene UK Knochen wieder belastbar ist. Heute letzte Einnahme des Antibiotikums.

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