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Kiefer-OP oder Zahnspange

Hallo, 

meine Zahnärztin hat vor ein paar Monaten festgestellt, das ich eine leichte Zahnfehlstellung habe. Genauer gesagt einen Kreuzbiss, jedoch sind nur meine unteren Schneidezähne leicht über den oberen gelagert. Daraufhin war ich beim KFO, welcher festgestellt hat, dass man Oberkiefer, sowohl zu kurz in die vertikale und horizontale gewachsen ist und das eine OP möglich wäre, die auch die Krankenkasse übernehmen würde. Jedoch schlug er auch die Alternative vor lediglich eine feste Zahnspange im Oberkiefer und eine lose im Unterkiefer zu verwenden, um die Zahnfehlstellung zu korrigieren. Ehrlich gesagt habe ich auch nicht wirklich große Lust auf eine OP und würde somit auch die Alternative bevorzugen. Jedoch habe ich das Problem, dass ich mit meinem Profil nicht zufrieden bin. Meiner Meinung nach ist es ziemlich sichtbar, dass man Kiefer nicht komplett ausgewachsen ist. Auf meine Frage ob sich durch die OP mein Profil ändern würde, meinte der KFO das sich nicht sichtlich etwas ändern würde. Meine Frage an euch ist, ob sich am Profil durch die OP nun vielleicht doch was ändern würde, da ich im Internet viele Erfahrungsberichte gelesen habe, oder ob sich vielleicht auch bloß durch die Zahnspange was ändert.

Bilder findet ihr hier:

http://imgur.com/a/ss8Ml

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… Und wie Sie sehen, sehen Sie nichts! Wie soll man denn deinen Biss beurteilen, wenn du die Zähne nicht zeigst?

 

Und mit welchem Anliegen bist du eigentlich hier? Von der Optik her gibt es mit deinem Profil doch überhaupt kein Problem. Die Lippen-Kinn-Linie ist jedenfalls vollkommen ok, zumindest von der einen Seite, von der du ein Bild eingestellt hast.

 

Wie alt bist du eigentlich?  Und hat dich dein Kieferorthopäde darüber informiert, wie viele Probleme dieser frontale Kreuzbiss, den du ja gar nicht so schlimm zu finden scheinst, im Laufe deines Lebens noch mit sich bringen kann? Hat er dir auch gesagt, wie die Erfolgschancen für einen Behandlungsversuch stehen, der eine OP vermeiden würde?
 

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vor 5 Minuten schrieb Horse M.D.:

… Und wie Sie sehen, sehen Sie nichts! Wie soll man denn deinen Biss beurteilen, wenn du die Zähne nicht zeigst?

 

Und mit welchem Anliegen bist du eigentlich hier? Von der Optik her gibt es mit deinem Profil doch überhaupt kein Problem. Die Lippen-Kinn-Linie ist jedenfalls vollkommen ok, zumindest von der einen Seite, von der du ein Bild eingestellt hast.

 

Wie alt bist du eigentlich?  Und hat dich dein Kieferorthopäde darüber informiert, wie viele Probleme dieser frontale Kreuzbiss, den du ja gar nicht so schlimm zu finden scheinst, im Laufe deines Lebens noch mit sich bringen kann? Hat er dir auch gesagt, wie die Erfolgschancen für einen Behandlungsversuch stehen, der eine OP vermeiden würde?
 

Zunächst einmal geht es mir nicht darum, dass mein Biss beurteilt wird. Ich bin momentan 19, aber selbst mit der Zahnspange ist die Korrektur des Kreuzbisses noch möglich. Mir geht es lediglich darum, ob sich an meinem Profil etwas mit einer Oberkiefervergrößerung ändern würde, oder ob das auch mit der Zahnspange noch teilweise möglich ist. Da ich mit meinem Profil nicht ganz zufrieden bin. Meiner Meinung nach wirkt mein Oberkiefer zu klein, außerdem habe ich eine dünne Oberlippe und ein langes Philtrum und ich würde gerne wissen ob sich daran etwas ändern könnte.

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Durch Dysgnathiechirurgie wird weder ein langes Philtrum kürzer, noch wird eine Lippe dicker.

Die Lippe kann sich dank besserer Unterfütterung evtl. ein wenig nach außen wölben und dadurch voller wirken, aber der Effekt ist minimal. Außerdem braucht es dafür keine OP, denn derselbe Effekt tritt ein, wenn der KFO deine Schneidezähne nach vorne kippt. Was er bei der Behandlung deines Kreuzbisses ja ohnehin tun muss.

 

An deiner Stelle würde ich meinem Kieferorthopäden eine sehr grundsätzliche Frage stellen: Kriegt man - bei der gegenwärtigen Konstellation deiner Kiefer - allein durch konservative kieferorthopädische Maßnahmen eine stabile Kl.1-Verzahnung hin?

-> Wenn er darauf mit "ja" antwortet, dann gibt es eigentlich kaum noch einen vernünftigen Grund sich unters Messer zu legen.

 

Kieferchirurgen verfolgen bei einer Oberkieferumstellung folgende Ziele:

- horizontal sollten die Zähne mittig sein, d.h. der Zwischenraum 11-12 soll auf die Mitte des Philtrums fallen

- vertikal soll der Oberkiefer so angeordnet sein, dass die Oberlippe in Ruhe 2-3mm von den oberen Schneidezähnen freigibt

- sagittal soll der Oberkiefer so angeordnet werden, dass die Nase halbwegs gerade steht, nicht zu breit und nicht zu schmal ist, ein kompetenter Lippenschluss möglich wird und ansonsten eben genug Lippenrot zum Vorschein kommt.

- Rotation entlang der sagittalen Achse: Die Okklusionsebene soll parallel zur Strecke zwischen den Pupillen sein.

- Rotation entlang der transversalen Achse: Bei seitlich oder frontal offenem Biss kann durch eine Rotation des Oberkiefers die Okklusion erstmals hergestellt werden. Der Unterkiefer rotiert entsprechend mit (Autorotationseffekt) und so wird diese Dysgnatieform *allein* durch eine Oberkieferumstellung erreicht.

 

Ich sehe aber anhand der von dir gepusteten Bilder jetzt nicht, dass auch nur eines dieser Ziele bei dir besser erreicht werden könnte als durch herkömmliche KFO.

 

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Habe mich nochmal informiert. Mein OK ist etwas zu klein und mein UK etwas zu groß. Es wären durch eine OP also keine ästhetischen Veränderungen feststellbar?

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Sorry, wenn ich unhöflich wirke. Aber auf so eine blöde Frage muss ich einfach blöd zurück fragen: Wie willst du denn aussehen?

Vor ein paar Jahren sprach ich mal mit einem plastischen Chirurgen über Möglichkeiten und Grenzen in seinem Fachgebiet.

Er fasste zusammen: "Als Chirurg kannst du ALLES machen". Und damit war eigentlich alles gesagt. Schlauchbootlippen sind kein Problem. Eine Stupsnase ist kein Problem. Square Jaw, dicke Titten, Mann->Frau, Frau->Mann - alles kein Problem mehr.

Allein gegen schlecht informierte Patienten mit unklaren Vorstellungen, die post-OP unzufrieden sind, obwohl alles gut verlaufen ist, hat die Medizin bis heute noch kein wirksames Mittel entdeckt.

 

Also wenn du mein Patient wärst: Ich würde dich erstmal wieder nach Hause schicken.

Mit einem Buchtipp: "Psycho-cybernetics" von Maxwell Maltz. Großartiges Werk von einem guten Mann.

 

LG

Horse

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vor 22 Stunden schrieb Horse M.D.:

Sorry, wenn ich unhöflich wirke. Aber auf so eine blöde Frage muss ich einfach blöd zurück fragen: Wie willst du denn aussehen?

Vor ein paar Jahren sprach ich mal mit einem plastischen Chirurgen über Möglichkeiten und Grenzen in seinem Fachgebiet.

Er fasste zusammen: "Als Chirurg kannst du ALLES machen". Und damit war eigentlich alles gesagt. Schlauchbootlippen sind kein Problem. Eine Stupsnase ist kein Problem. Square Jaw, dicke Titten, Mann->Frau, Frau->Mann - alles kein Problem mehr.

Allein gegen schlecht informierte Patienten mit unklaren Vorstellungen, die post-OP unzufrieden sind, obwohl alles gut verlaufen ist, hat die Medizin bis heute noch kein wirksames Mittel entdeckt.

 

Also wenn du mein Patient wärst: Ich würde dich erstmal wieder nach Hause schicken.

Mit einem Buchtipp: "Psycho-cybernetics" von Maxwell Maltz. Großartiges Werk von einem guten Mann.

 

LG

Horse

Wenn ihnen der Kieferorthopäde mitteilt das der Kiefer zu klein ist, macht man sich nun mal Gedanken. Es muss meiner Meinung nach ja eine ästhetische Veränderung mit sich bringen, wenn der Oberkiefer nach vorne verschoben wird und der Unterkiefer gegebenfalls noch verkleinert wird, welche sich höchstwahrscheinlich zum positiven auf das Gesicht auswirken wird. 

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Hi! Also ich hab mir gerade mal deine Fotos angesehen und finde dein Profil wirklich kein bisschen unnormal. Das sieht doch gut aus! 

Gut wenn die unteren Zähne über die oberen beißen und der OK zu klein ist,macht es wohl Sinn was zu machen. Besonders wenn es später Schwierigkeiten gibt.

das muss aber jeder für sich entscheiden. Bei mir ist es wesentlich ausgeprägter, rein optisch finde ich es bei dir nicht notwendig. Ein bisschen anders wirst du dann vermutlich schon aussehen.

Gruss 

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Erstmal sind die Kiefer ja nicht zu groß oder zu klein, sondern sie stehen zu weit vorne oder zu weit hinten. Wenn tatsächlich einer zu klein ist, werden die Weisheitszähne oder die 4er gezogen, und dann ist ja auf jeden Fall genug Platz. Aber Sie hatten ja gesagt, dass Ihre Bisslage hier nicht zur Debatte steht. Allerdings: Da die korrekte Einstellung der Bisslage das Hauptziel einer Umstellungsosteotomie ist, müsste man die schon thematisieren, wenn es um die Frage der optischen Veränderung geht.

Bzgl. des funktionalen Teils der OP-Planung (wie sollen die Kiefer zueinander gestellt werden?), findet die Planung ja schon vor Beginn der OP statt. Es lässt sich aus dem Röntgenbild und den Gebissmodellen errechnen, um welche Strecke die beiden Kiefer gegeneinander verschoben werden müssen. Der Operateur hat lediglich noch Freiheitsgrade darin, wie er beide Kiefer im Schädelknochen platziert. Normalerweise wird man die Verlagerungsstrecke gleichmäßig auf beide Kiefer aufteilen, da jede Verschiebung muskuläre Verspannungen nach der OP mit sich bringt. Die können nicht nur unangenehm sein, sondern sie können auch den Unterkiefer wieder in seine ursprüngliche Position ziehen. Das möchte man tunlichst vermeiden. Man weicht also von der "mittleren" Position nur dann ab, wenn eine auffällige Oberkieferrück- oder Unterkiefervorlage (oft in Verbindung mit einer muskulären Dysbalance) besteht.

 

Jetzt bin ich allerdings der Meinung, dass Ihr Profil bereits ziemlich harmonisch ist. Weder ist das Kinn zu weit vorne, noch ist der Oberkiefer zu weit hinten. Von einer muskulären Dysbalance haben Sie bisher nichts geschrieben.

Ihre Lippen sind auch nicht extrem eingefallen, sondern Sie sind einfach von Natur aus dünnlippig. Daher sollten Sie keinesfalls mit der Erwartung an eine nennenswerte Verbesserung Ihrer Optik an die OP herangehen. Es könnte sein, dass Sie ein minimal volleres Vorgesicht bekommen, die Nase könnte etwas gerader werden, die Oberlippe etwas mehr Volumen bekommen. Andererseits kann die Nase aber auch breiter werden, Ihr Philtrum kann sich begradigen (was nicht erwünscht wäre).

Außerdem kann man hier leider - mangels Fotos von Ihren Zähnen - nicht gut einschätzen, wie sich Ihr Lächeln entwickeln würde. Hinzu kommt, dass Sie sich hier in einem Forum befinden, in dem medizinische Laien untereinander Informationen austauschen. D.h. die Einschätzungen, die wir Ihnen hier geben, können schlicht falsch sein.

 

Ich würde daher nochmal den Blick auf die Ästhetik Ihres gesamten Gesichts in seiner Frontansicht richten. Ich sehe da eine recht maskuline Augenpartie, tiefliegende Augenbrauen, eine perfekt gerade Verbindungslinie zwischen den Augenmitten  und -ränden, gut positionierte Wangenknochen, einen selbst für einen Mann gut entwickelten Unterkiefer und ein markantes Kinn. Keine Segelohren, stahlblaue Augen.

Ganz ehrlich: Da bleibt nicht mehr viel Raum für Verbesserungen. Zwar wirkt bei Ihnen alles noch recht jungenhaft, aber da arbeitet Ihr Testosteronspiegel in den nächsten Jahren eher noch für Sie.

 

Die Entscheidung für oder gegen eine OP würde ich deshalb ausschließlich vom zu erwartenden Ergebnis aus kieferorthopädischer Sicht - und den entgegenstehenden Risiken - abhängig machen.

MfG

Horse

 

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vor 23 Stunden schrieb Horse M.D.:

Erstmal sind die Kiefer ja nicht zu groß oder zu klein, sondern sie stehen zu weit vorne oder zu weit hinten. Wenn tatsächlich einer zu klein ist, werden die Weisheitszähne oder die 4er gezogen, und dann ist ja auf jeden Fall genug Platz. Aber Sie hatten ja gesagt, dass Ihre Bisslage hier nicht zur Debatte steht. Allerdings: Da die korrekte Einstellung der Bisslage das Hauptziel einer Umstellungsosteotomie ist, müsste man die schon thematisieren, wenn es um die frage der optischen Veränderung geh.

Bzgl. des funktionalen Teils der OP-Planung (wie sollen die Kiefer zueinander gestellt werden?), findet die Planung ja schon vor Beginn der OP statt. Es lässt sich aus dem Röntgenbild und den Gebissmodellen errechnen, um welche Strecke die beiden Kiefer gegeneinander verschoben werden müssen muss. Der Operateur hat lediglich noch Freiheitsgrade darin, wie er beide Kiefer im Schädelknochen platziert. Normalerweise wird man die Verlagerungsstrecke gleichmäßig auf beide Kiefer aufteilen, da jede Verschiebung muskuläre Verspannungen nach der OP mit sich bringt. Die können nicht nur unangenehm sein, sondern sie können auch den Unterkiefer wieder in seine ursprüngliche Position ziehen. Das möchte man tunlichst vermeiden. Man weicht also von der "mittleren" Position nur dann ab, wenn eine auffällige Oberkieferrück- oder Unterkiefervorlage (oft in Verbindung mit einer muskulären Dysbalance) besteht.

 

Jetzt bin ich allerdings der Meinung, dass Ihr Profil bereits ziemlich harmonisch ist. Weder ist das Kinn zu weit vorne, noch ist der Oberkiefer zu weit hinten. Von einer muskulären Dysbalance haben Sie bisher nichts geschrieben.

Ihre Lippen sind auch nicht extrem eingefallen, sondern Sie sind einfach von Natur aus dünnlippig. Daher sollten Sie keinesfalls mit der Erwartung an eine nennenswerte Verbesserung Ihrer Optik an die OP herangehen. Es könnte sein, dass Sie ein minimal volleres Vorgesicht bekommen, die Nase könnte etwas gerader werden, die Oberlippe etwas mehr Volumen bekommen. Andererseits kann die Nase aber auch breiter werden, Ihr Philtrum kann sich begradigen (was nicht erwünscht wäre).

Außerdem kann man hier leider - mangels Fotos von Ihren Zähnen - nicht gut einschätzen, wie sich Ihr Lächeln entwickeln würde. Hinzu kommt, dass Sie sich hier in einem Forum befinden, in dem medizinische Laien untereinander Informationen austauschen. D.h. die Einschätzungen, die wir Ihnen hier geben, können schlicht falsch sein.

 

Ich würde daher nochmal den Blick auf die Ästhetik Ihres gesamten Gesichts in seiner Frontansicht richten. Ich sehe da eine recht maskuline Augenpartie, tiefliegende Augenbrauen, eine perfekt gerade Verbindungslinie zwischen den Augenmitten  und -ränden, gut positionierte Wangenknochen, einen selbst für einen Mann gut entwickelten Unterkiefer und ein markantes Kinn. Keine Segelohren, stahlblaue Augen.

Ganz ehrlich: Da bleibt nicht mehr viel Raum für Verbesserungen. Zwar wirkt bei Ihnen alles noch recht jungenhaft, aber da arbeitet Ihr Testosteronspiegel in den nächsten Jahren eher noch für Sie.

 

Die Entscheidung für oder gegen eine OP würde ich deshalb ausschließlich vom zu erwartenden Ergebnis aus kieferorthopädischer Sicht - und den entgegenstehenden Risiken - abhängig machen.

MfG

Horse

 

Vielen Dank für die umfassende Antwort, zur besseren Beurteilung habe ich nun doch einige Fotos meines Gebisses hochgeladen.

http://imgur.com/a/nDpQP

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Mmh.

Ich sehe, was Ihre Zahnärztin meint.

Es gibt folgende Probleme*:

1. Der Oberkiefer liegt zurück. Deswegen werden die unteren Schneidezähne nach hinten gekippt und stehen im Tiefbiss.

2. Der obere Zahnbogen ist für die UK-Front in ihrer jetzigen Position zu schmal, bzw. ist die UK-Front zu breit. Es könnte eine BOLTON-Diskrepanz vorliegen. (ich schreibe das bewusst im Konjunktiv, weil ich nicht nachgemessen habe) Neben Problem 1. könnte das auch mit dazu beitragen, dass die Eckzähne überstehen.

Um 2. zu behandeln, muss entweder mehr Platz im Oberkiefer geschaffen werden, oder die Zähne im Unterkiefer müssen näher zusammenrutschen. Schafft man Platz im Frontzahnbereich des Oberkiefers, entstehen dort Zahnlücken. Das will man vermeiden. Im Backenzahnbereich hingegen kann eine gewisse Verbreiterung auch konservativ durch eine Spangenbehandlung erreicht werden. Das dauert lange (1-2 Jahre), und 2 mm in der Breite sind  hier das Maximum.

Die Verschmälerung des unteren Zahnbogens hingegen kann durch eine ASR erreicht werden. Dabei werden die unteren Schneidezahn seitlich jeweils um 1/2mm abgeschliffen. Dadurch gewinnt man hier auch insgesamt bis zu 2mm Platz. Bräuchte man mehr, würde man stattdessen einen der Schneidezähne extrahieren. 

Beide Maßnahmen in Kombination könnten u.U. ausreichen um die Eckzähne einzugliedern und den Kreuzbiss zu beseitigen.

 

Nun gibt es aber noch das andere Problem 1., die relative Rücklage des Oberkiefers und den Tiefbiss. Es ist wahrscheinlich, dass auch der Backenzahnbereich falsch verzahnt ist. Das sieht man auf den Fotos nicht, hierfür würde man eine FRS benötigen oder ein Foto, bei dem die Wange beiseite gezogen wird und so den Blick auf die 6er freigibt.

Man könnte erkennen, wie die Backenzähne stehen, um wie viel sie verschoben werden müssen und ob sie im selben Maß betroffen sind wie der Frontzahnbereich.

 

Die nötige Verlagerungsstrecke kann dann ebenfalls wieder durch eine Spangenbehandlung zurückgelegt werden. Die betroffenen Zähne würden einzeln oder in Gruppen mit Gummizüge nach hinten gezogen. Natürlich setzt die Knochenstruktur auch diesem Verfahren Grenzen: Wo kein Knochen ist, kann auch keinen Zahn hinbewegt werden. Schiebt man einen Zahn zu nah an den Rand des Alveolarkamms, bildet sich an der Stelle zunächst das Zahnfleisch zurück, danach wird dann der Zahn instabil.

 

Ob diese Gefahr bei dir besteht, kann ich nicht sagen. Fakt ist jedenfalls: Trotz optisch kaum auffälligen Gebiss gibt es für den KFO viel zu tun. An seiner Stelle wäre ich damit nicht besonders glücklich, weil es nicht einzelne Zähne sind, sondern weil das gesamte Gebiss verschoben werden muss. Was ziemlich viel Arbeit ist. Und dabei kan auch was kaputt gehen, denn während so einer mehrjährigen KFO-Behandlung ist die Mundhygiene deutlich erschwert und die Klebestellen greifen die Zahnsubstanz an.

Da die Zahnbögen an und für sich ja gut ausgeformt sind, könnte das Problem zeitnah mit einem chirurgischen Eingriff behoben werden, und nach einer Heilungsphase von ca. 2 Monaten wären alle Probleme beseitigt.

Also unterm Strich würde ich einer OKVV jetzt zwar nicht leichtfertig einwilligen, aber ich würde sie schon als Alternative in Erwägung ziehen.

Aufgrund der geringen Verlagerungsstrecke (ich schätze mal max. 3mm) ist auch keine nennenswerte Veränderung der Optik zu erwarten.

Was man sich jedoch gut überlegen sollte ist, ob man den Oberkiefer vor oder den Unterkiefer zurückverlagert. Grundsätzlich ist die OKVV zu bevorzugen, weil dadurch ein schöneres Vorgesicht entstehen und die Lippe minimal fülliger werden könnte. Aber auf deinen Bildern sieht es so aus, als hättest du im Bereich der Oberlippe nicht mehr viel "Luft" nach vorne. Nicht, dass am Ende die Oberlippe spannt oder die Schneidezähne von der Muskulatur nach hinten geschoben werden. Das wäre nicht im Sinne des Erfinders. Das wird ein fähiger Kieferchirurg aber für deinen Fall bestimmt fachkundig beurteilen können.

LG
Horse

*: Wenn ein Kieferorthopäde das liest und die Situation anders einschätzt, möge er mich bitte korrigieren.

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Der KFO war überzeugt davon, dass er das Problem auch ohne OP in den Griff bekommt. Habe nun zugesagt und die Spangen werden noch Ende des Monats eingesetzt. Die muss ich dann zirka 1 Jahr tragen. Ich habe zwar noch meine Zweifel, aber für eine Absage wird es nun wohl auch zu spät sein. 

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Du entscheidest doch, was du mit dir anstellst. Sag ab, wenn du dich dagegen entscheidest. Lass es nicht soweit kommen. 

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Also ich kann an deinen Fotos nichts erkennen, was eine OP korrigieren müsste - rein optisch. Medizinisch kann ich das nicht beurteilen. Aber wenn die Zahnstellung wirklich nur mit Spange und Co korrigiert werden kann, dann würde ich das an deiner Stelle vorziehen. Wenn du unsicher bist, dann hol dir eine zweite Meinung. Die kann man z.B. auch bei der Zahnärztekammer kostenlos und unabhängig (Berater darf einen zwei Jahre danach nicht behandeln) einholen.

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