Amely

OP oder feste Zahnspange - Progenie

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Amely und ich bin jetzt 22.

Ich habe eine Progenie mit orthognathen Oberkiefer. Sie ist nicht so sehr stark ausgeprägt, aber ich beiße mit den Frontzähnen direkt aufeinander und das stört mich langsam sehr beim Kauen, weil meine Seitenzähne an einigen Stellen keinen Okklusionskontakt mehr haben und es sehr anstrengend ist, die Frontzähne ständig so belastet zu haben. Seit einiger Zeit haben auch die Eckzähne wegen des falschen Bissen angefangen sich zu drehen und die Frontzähne sich zu verschieben, was ziemlich hässlich aussieht.

Ich war nun bei einigen Zahnärzten und Kieferorthopäden. Ihre Meinungen waren eher zweigeteilt,da ich wohl ein Grenzfall bin. Einige sagten mir, dass mein Biss allein mit einer festsitzenden Zahnspange und der   Extraktion einesmittleren unteren Schneidezahnes reguliert werden kann. Andere rieten mir zu einer Unterkieferrückverlagerungs-OP. Ihr Argument war aber eher die zusätzliche Ästhetikverbesserung meines Profils. 

Ich bin mir nun unsicher welchen Weg ich gehen soll. Ich tendiere stark zur Variante ohne Op, weil ich mein Äußeres sehr mag und nur für eine Ästhetische Verbesserung meines Profils nicht diese ganzen Risiken einer Op auf mich nehmen möchte.

Darum wolle ich mal euch fragen: was denkt ihr darüber? Gibt es jemanden von euch der eine Progenie ohne Op erfolgreich behandeln konnte und jetzt mit dem Ergebnis zufrieden ist? Ich habe halt ein bisschen Sorge dass das doch nicht sogut klappt und ich später Kiefergelenksprobleme oder ähnliches bekomme. Und findet ihr mein Profil  so stark ausgeprägt dass ihr dafür eine Op machen würdet?

Viel liebe Grüße, Amely :)

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Hi Amely!

Erstmal herzlich Willkommen in diesem Forum. Und vorab schon viel Erfolg für dein Studium.

Meine Meinung: Ich würde die OP schon allein deshalb machen, damit mir kein Zahn gezogen werden müsste. Denn auch nach der Extraktion des 1ers wirst du nicht von heute auf morgen eugnath verzahnt sein. Du bleibst erstmal eine Angle Kl. III, und wenn du Glück hast, werden sich die Zähne damit irgendwie arrangieren, Es ist aber mehr als fraglich, ob du mit dieser Kompromissbehandlung jemals eine Maximalokklusion erreichst. Wie langzeitstabil das ist, kann dir keiner sagen.

Hinzu kommt, dass durch den freiwerdenden Platz im Unterkiefer deine Unterlippe noch weiter einfällt. Ich will jetzt hier nicht den Vergleich zu alleinstehenden, autark lebenden Zauberinnen höheren Alters mit essbaren Hauswänden bemühen, aber du weißt, was ich meine: Das Kinn stäche dann noch stärker heraus.

 

Auch erkenne ich in deiner Schilderung schon einen gewissen inneren Widerspruch: Einerseits räumst du ja ein, dass du ziemlich schwerwiegende kieferorthopädische Probleme hast. So schwerwiegend, dass KFOs sich nicht sicher sind, ob sie dich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln optimal versorgen können, und so schwerwiegend, dass sie dir *mindestens* einen Zahn ziehen müssen. Was auch schon einen irreversiblen Eingriff darstellt.
Im nächsten Moment blendest du alle diese Tatsachen dann komplett aus und fragst dich, ob du dich "nur" wegen der Optik operieren lassen sollst… Du gehst sogar noch weiter in die Verteidigungshaltung, indem du betonst, wie sehr du dein Äußeres ja magst. Und das will ich dir auch gar nicht absprechen. Du bist eine attraktive junge Frau. Mit einem charakteristischen Habsburger Kinn…

 

Nun bin ich ja ein Freund davon, eine Situation immer erst von verschiedenen Seiten zu betrachten. Ein Perspektivwechsel ist aber nicht zu verwechseln mit der abwechselnden Ausblendung relevanter Fakten.Trotz allem kann dir auf deine Frage, wie du sie gestellt hast, jetzt eigentlich niemand hier guten Gewissens zu einer OP raten. Das wäre ja etwa so, als ob wir zu den Chinesen gehen würden um denen zu sagen: "Macht mal Demokratie bei euch. Das ist besser so!"

 

Die Frage, die ich dir stellen würde, wenn du eine Kommilitonin von mir wärest, ist: "Bist du sicher, dass du ein Leben lang mit einer Dysgnathie und nur drei Schneidezähnen eine zahnärztliche Praxis führen willst?" Wenn ich (Horse) mich einem Zahnarzt anvertraue, dann ist für mich doch entscheidend, dass der nicht nur sein Handwerkszeug beherrscht, sondern auch einen scharfen Blick für die Ästhetik hat. Im Zahnbereich fängt die Ästhetik irgendwo bei der Zahnfarbe an, setzt sich dann aber in der regelgerechten Verzahnung fort. Als Patient sieht man beim ersten Gespräch, ob beim Zahnarzt die Interkuspidation stimmt. Ob ihm Zähne fehlen, ob ausgeprägte Bukkale Korridore vorhanden sind, ob er Maximalokklusion hat oder nicht. Und auch wenn ich als Patient dazu nichts sage, nehme ich das doch - zumindest unterbewusst - wahr. Wenn dann das nächste mal eine Zahnbehandlung nicht optimal verlaufen ist, nutze ich vielleicht die Gelegenheit und wechsele zu einem "perfektionistischeren" Arzt. Den werde ich - unterbewusst - auch wieder nach dem Zustand seines eigenen Gebisses beurteilen.

 

Ich weiß, diese Darstellung ist tendenziös. Sieh sie deswegen bitte auch nur als eine persönliche Einzelmeinung. Aber ich stehe dazu, denn ich war auch so ein Grenzfall. Und ich habe mich vor 15 Jahren gegen eine Behandlung entschieden, weil mein Umfeld sagte: "Die Optik ist doch egal. Wenn du keine allzu großen Beschwerden hast, dann lass es doch!" Und jetzt stelle ich eben fest: Die Fehlstellung hat über die Jahre zu einer deutlich ungleichmäßigen Abnutzung meiner Zähne geführt. Hinzu kommt, dass mir meine Optik vielleicht egal sein, aber meinen Mitmenschen ist sie es nicht. Meine Stimmung wird von anderen  oft falsch eingeschätzt, einfach weil ich anders aussehe, als ich mich fühle.

Nun gut, ich lege also mal noch ein weiteres Argument pro-OP drauf: Ein weiterer Vorteil für dich könnte sein, dass du während der ganzen Behandlung inkl. der Vorbereitung (die locker 1-2 Jahre dauern kann) sehr viel über angrenzende Fachgebiete lernen wirst. Evtl. genug, dass es dich motiviert später mal in Richtung Kieferorthopädie zu gehen. Soweit ich weit, verdient man als Kieferorthopäde besser als manch ein Zahnarzt. Kieferchirurgen verdienen dann nochmal, wenn sie alles richtig machen, sogar nochmal 1-2 Größenordnungen mehr.

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Huhu,

 

also ich teile dir auch meine Entscheidung mit, denn ich war auch so ein Grenzfall. Man hätte wohl auch meine Fehlstellung nur dental kompensieren können, aber ob das nun auf Dauer gehalten hätte, konnte mir keiner genau sagen. Meine Frontzähne stehen auch direkt aufeinander und ich habe mittlerweile sehr kurze Zähne, weil kein ZA in der Kindheit und Jugend das Problem erkannt geschweige denn behandelt hat. Da der KFC bei der Voruntersuchung bestätigt hat, dass das Problem skelettal bedingt ist, habe ich mich entschieden, wenn schon Scheiße, dann Scheiße mit Schwung => ich werde Ende September operiert, und hoffe darauf, dass das Ergebnis dann langfristig hält und zufriedenstellend ist (auch bzgl. der Optik). Die Genehmigung war bei mir überhaupt kein Problem; da war nicht einmal ein Gutachter bestellt.

LG Lana

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Juhu!

Schön das du hier bist! 

Also ich muss sagen das dein Profil meinem sehr ähnelt! Ich habe allerdings eine Fehlstellung KIG M4. Zu kleiner OK, dieser steht zu weit hinten und der UK zu weit vorne. Kreuzbiss beidseitig. Auch das Kinn ist recht ausgeprägt. 

ich glaube wenn man selbst betroffen ist und sich gut informiert hat, fällt einem das bei anderen sehr gut auf und leider auch andauernd :( 

Wie Horse schon schrieb macht es wenig Sinn einen gesunden Zahn zu ziehen, denn damit gehst du gegen die Natur und wer weiß ob du den Zahn noch mal brauchst. Rein von den Fotos aus, würde ich die OP vorziehen und auch mal fragen ob dein OK richtig positioniert ist.

Ist allerdings nur meine Meinung, aber nach der hast du ja indirekt gefragt :D 

Lg 

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vor 7 Stunden schrieb dumerili1978:

ich werde Ende September operiert, und hoffe darauf, dass das Ergebnis dann langfristig hält und zufriedenstellend ist (auch bzgl. der Optik). Die Genehmigung war bei mir überhaupt kein Problem; da war nicht einmal ein Gutachter bestellt.

Sag mal Lana,

war deine OP nicht ursprünglich für den 09.05. angesetzt, und dann - unter Protest von dir - auf den 30.05. verschoben worden?

Was ist da passiert, dass es sich jetzt noch bis September hinzieht?

LG
Horse

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Huhu Horse,

ja, der 30.05. passte leider bei mir überhaupt nicht. Ich bin allein und bereite meine Patienten auf die Schulabschlüsse vor (Haupt- und dieses Jahr auch Realschulabschluss) und beim 30.05. wäre ich zu den mündlichen Terminen nicht da gewesen. Im Juli wollte ich nicht, weil zu heiß und kurz vor meinem Jahresurlaub, den ich auch genießen will, dann habe ich noch die Einschulung meines Filius zu meistern und schwupps ist es Ende September. Naja, da ist es hoffentlich nicht mehr so heiß; immer positiv denken :-)

 

LG Lana

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Oh ja! Das kenne ich!

Aus einer Verschiebung um 3 Wochen kann schnell mal eine Verschiebung um 5 Monate werden.

Hier meine Story:

Mein erster OP-Termin war ja bereits für Oktober 2014 geplant. Aufgrund eines Auslandsaufenthalts habe ich den von mir aus auf Februar 2015 geschoben. Weil die KFO aber nach meiner Rückkehr irgendwie auf den Trichter kamen, dass die Frontzähne sich nicht so schön einrotiert hatten, wie von ihnen erhofft, haben sie dann entschieden, dass sie nochmal einen Bogen "zurück" gehen müssten. Daher musste mein OP-Termin dann auf "frühestens" Juni verschoben werden. Ich persönlich fand diese Maßnahme unnötig, denn die Frontzähne hätten sich m.E. auch nach der OP noch super einstellen lassen, aber was willste machen?

Ohne den Support deiner Kieferorthopäden, so viel wusste ich inzwischen, gehst du als Patient nirgendwo hin.

Also fand im Juni ein erstes Vorgespräch bei meinem Favoriten-KFC Dr. Triaca statt. Der reservierte mir auch prompt ein OP-Termin, allerdings erst für August 2015. Dann sagten meine KFOs, dass eine OP im Sommer wegen der Hitze nicht so angenehm wäre, außerdem wollte ich vorab die Kostenübernahme für eine OP im Ausland klären. Also verschob ich den Termin von August nochmal in den Oktober. Im Oktober hatte die Krankenkasse dann aber noch eine Rückfrage wegen der hohen Kosten, sie wollten da noch ein Gutachten anfertigen lassen. Der Termin musste also wieder verschoben werden. Als dann im November die grundsätzliche Zustimmung zur Kostenübernahme da war, erreichte ich das Praxisteam in der Schweiz nicht, die hatten wohl gerade Betriebsferien. Erst Januar 2016 erreichte ich dort wieder jemanden, aber die Sprechstundenhilfe sagte mir, der Doktor wäre weitere 3 Wochen in Urlaub und erst Ende Januar wieder da. Da die Vorgespräche schon gelaufen waren, versuchte ich also gleich für Ende Januar einen neuen OP-Termin zu bekommen. Die wollten aber lieber erstmal ein weiteres Vorgespräch machen - und hatten dafür einen Termin im März (!) für mich. Im März wurde mir dann ein OP-Termin für Ende April in Aussicht gestellt. 3 Tage vor dem OP-Termin kam es dann aber überraschend zur Absage seitens KFC. Was glaubt ihr, warum? Weil meine Krankenkasse nicht garantieren wollte, dass sie die Kosten komplett übernehmen würden. Daraufhin fand der Operateur, dass er gerne 100% Vorkasse hätte. 10 Tage vor der OP hatte ich den Kostenvoranschlag erhalten, und so kurzfristig war ich nicht in der Lage den Betrag Im mittleren fünfstelligen Bereich auf einmal aus dem Ärmel zu schütteln. Also wurde der April-Termin kurzerhand abgesagt und man bot mir einen neuen an. Im Juni.

Da ist mir dann endgültig der Geduldsfaden gerissen und ich habe den KFC gewechselt. Mein neuer Operateur war Dr. Zarrinbal, der mir dankenswerterweise nur wenige Tage später einen Termin fürs Vorgespräch anbieten konnte und mir dann einen OP-Termin für Ende Mai blockte. Von den Kosten her zu normalen, deutschen Gebühren, und natürlich, wie für Privatpatienten üblich, auf Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel.

Wie ihr wisst, hat er diese Termine auch alle zuverlässig eingehalten und die Operation mit einem super-Ergebnis durchgeführt.

Einmal mit Profis arbeiten, sage ich nur!

Also jetzt habe ich's ENDLICH hinter mir. Mit ca. 1 1/2 Jahren Verzögerung. Und alles wegen eines schwer nachvollziehbaren Effekts im Frontzahnbereich und eines Kieferchirurgen mit Starallüren.

 

Oder aber ich war für den einen (KFO) zu gut versichert, wohingegen ich für den anderen (KFC) noch viel besser hätte versichert sein müssen.

Ist mir jetzt aber auch egal; geschafft ist geschafft!

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