Hey liebe Mitforisten,

ich lese schon seit einigen Monaten mit und würde jetzt gerne meine eigene Story mit euch teilen. Vielleicht könnt ihr mir helfen. Und vielleicht hilft mein Text ja seinerseits.

Ich leide seit einigen Jahren an allen möglichen Beschwerden, von denen ich mittlerweile weiß, dass sie alle(!) in einer Fehlstellung meiner Kiefer (bzw. des Unterkiefers ) begründet sind.

Es fing im Frühjahr 2009 an, da war ich 23. Ich bekam Schmerzen an der rechten Schläfe, genauer:  dort, wo der Bügel einer Brille lang läuft, wenn man eine trägt. Ich trug zu dem Zeitpunkt schon über 15 Jahre lang eine Brille, vollkommen ohne Probleme. Auf einmal aber drückte der Bügel derart auf den Knochen, dass ich unerträgliche Trigeminusschmerzen bekam, so dass ich so häufig wie nur irgend möglich Kontaktlinsen trug (die ich zu dem Zeitpunkt allerdings auch kaum noch vertrug). Ich war in diesem Jahr gefühlt eine Millionen Mal beim Optiker, um das Brillengestell richten zu lassen, habe sogar für einen Haufen Kohle ein neues Brillengestell gekauft und zwar in Frankreich, wo ich ein Auslandsemester gemacht habe.

Beim Umzug aus meinem Studentenstädtchen erlitt ich obendrein noch einen erstklassigen Hörsturz auf dem rechten Ohr, der gottseidank nach zwei Tagen wieder von selber „ausgeheilt“ war.

Die folgenden drei Monate in Frankreich (auch noch im schönen Montpellier) waren mit die schlimmste Zeit in meinem Leben. Mein ganzer Alltag, mein ganzes Denken drehte sich nur um meine Gesichtsschmerzen, die sich einfach nicht in den Griff kriegen ließen. Ich war extrem viel alleine. Ich wurde depressiv und entschloss mich, den Aufenthalt, der eigentlich ein ganzes Jahr dauern sollte, nach drei Monaten wieder abzubrechen. Zurück in Deutschland ging es mir zwar besser, aber mir war trotzdem klar, dass es weder mit Brille noch mit Kontaktlinsen weiter gehen könne. Ich habe mir also kurzerhand die Augen lasern lassen. Kann ich jedem nur empfehlen, der schwer kurzsichtig ist. Es ist ein tolles Gefühl!

Etwa zur selben Zeit entwickelte sich auf meinem rechten Ohr ein Tinnitus zusammen mit einer Hyperakusis. Dann starb mein Vater an Krebs. Darauf ging bei mir nichts mehr. Ich kam das erste Mal in eine psychosomatische Klinik, das war 2010. Dort blieb ich für etwa zwei Monate, wurde auf ein Antidepressivum eingestellt, das mir dabei half, mit meinem neuen Ohrgeräusch umzugehen.

Die nächste große Krise kam 2013. Im Frühjahr bekam ich extreme Gesichtssschmerzen in der rechten Gesichtshälfte und der Tinnitus auf dem rechten Ohr wurde noch einmal schlimmer. Die Schmerzen kann man gar nicht beschreiben. So als ob die eine Seite taub wäre. Die rechte Nebenhöhle komplett verschlossen. Alles verhärtet. Dazu muss sich sagen, diese Symptome entwickelten sich vor dem Hintergrund einer privaten Krise, d.h. einer Beziehungskrise. Zu dem hatte ich kurz zuvor mein AD abgesetzt. Das Gesamtpaket hat mich dann wieder in die Klinik gebracht. Diesmal für satte vier Monate. Am Ende bin ich aber doch wieder rausgekommen. Trotzdem: ohne die Klinik, ohne ein stärkeres AD – und vor allem: ohne die JIG-Schiene, die mir während des Aufenthaltes von einem Kieferorthopäden angefertigt wurde, wäre ich heute nicht mehr.

Im Herbst 2013 wurde ich entlassen. Die JIG-Schiene, eine Nightguard-Schiene, die vorne auf den Schneidezähnen verdickt ist und dadurch verhindert, dass die Backenzähne Kontakt haben und knirschen können, hat für einige Zeit für Entlastung gesorgt.

Im Mai 2014 erlitt ich durchs Joggen einen Ermüdungsbruch im linken Oberschenkelhals. Im Alter von 27 Jahren! An den Folgen dieses Bruchs habe ich ein ganzes Jahr lang laboriert. Allein bis der Bruch einmal diagnostiziert war. Da glaubt ja kein Arzt dran, dass ein junger Mensch eine solche Fraktur erleidet. Dazu muss ich sagen, dass ich wirklich nicht viel gelaufen bin. Zwei Mal die Woche, für eine halbe Stunde bei etwa 8 km/h Geschwindigkeit. In Folge des Bruchs war ich natürlich den gesamten Sommer über gehandicapped, musste vier Wochen auf Krüken gehen etc. Im Herbst ging es mir noch einmal schlechter, ich war ständig krank, hatte einige komische Entzündungen, die nicht verheilen wollten. Schlußendlich wurde im November eine chronische Leukämie diagnostiziert. Ist nicht so schlimm wie es klingt, passt aber ganz gut ins Gesamtbild wie ich finde.

In dieser Zeit entwickelten sich neue Beschwerden, die mir ein Rätsel aufgaben. Ich bekam richtig starke Ischias-Schmerzen links von der Lendenwirbelsäule, die bis runter in den Fuß zogen. Ähnliche Schmerzen entwickelten sich in der linken Schultern, die ebenfalls bis in die Fingerspitzen gingen. Auch diese Schmerzen sind etwas, was ich noch nie in meinem Leben empfunden habe. Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich mit zwei Fingern in den Ellebogen greift, also in den „weichen“ Teil neben der Spitze? So in etwa fühlte sich das an, und zwar permanent.

Zu diesem Zeitpunkt war ich wirklich kurz davor, wieder in die Klinik zu gehen. Ich habe mich noch mal berappelt. Im Frühjahr/Sommer habe ich viel Physiotherapie gemacht inklusive schön brav jeden morgen Gymnastik. Das hat anfangs auch geholfen. Allerdings hat es die Symptome nur etwas gelindert, nichts wurde wirklich besser, geschweige denn verschwand dauerhaft.

Im September 2015 habe ich schließlich an der Uni Frankfurt eine Aufbissschienentherapie begonnen. Die Behandlung dauert bis heute an, mittlerweile geht es ganz schön ins Geld und ich bin erneut an dem Punkt angekommen, wo ich verzweifle. Die Behandlung ist, das muss ich zugeben, die bislang beste, die ich gemacht habe. Besonders, weil jetzt klar ist, dass alle Beschwerden, die Ischias-Schmerzen, die Gesichtsschmerzen und mein Tinnitus von einer Kieferfehlstellung kommen!

Das Problem ist, dass auch die Schienentherapie an ihre Grenze gekommen ist. Es ist zwar alles besser geworden, aber die Belastung ist immer noch zu groß, als dass ich „normal“ leben könnte.

Neben dem AD (Trevilor) nehme ich mittlerweile auch noch Lithium. Allein diese Medikamente halten mich über Wasser. Richtig leben, und vor allem arbeiten, kann ich so nicht. Durch das Venlafaxin schwitze ich wie verrückt, durchs Lithium bin ich permanent müde. Dazu noch die Schmerzen. Ich fühle mich manchmal schon wie ein Frührentner.

Die beiden Ärzte am Carolinum (so heißt die KFO – Klinik der Uniklinik) wollen, so mein Eindruck, die Probleme unbedingt auf kieferorthopädische Weise, d.h. mit der Schiene und anschließend mit einer Zahnspange, lösen. Es klappt aber nicht und ich bin mir sicher, dass es auch in den nächsten neun Monaten nicht klappen wird! Ich schaffe es leider nicht, mir mit meiner Meinung Gehör zu verschaffen…. Ich neige in Arztzimmern immer dazu, in so eine Art Schreckstarre zu verfallen.

Anders gesagt: ich bin mir mittlerweile sicher, dass ich um eine Kiefer-OP nicht herum kommen werden. Ich schätze das Problem ist, dass ich kein „klassischer“ Dysgnathie-Fall, ich habe weder eine Prognathie noch eine Progenie. Ich würde sagen, am ehesten habe ich ein Art Laterognathie in Verbindung mit einer Gesichtsskoliose. Ich habe auch Bilder hochgeladen.

Eben heute bin ich noch einmal bei einem anderen Kieferorthopäden gewesen, quasi zweite Meinung einholen. Aber ganz ehrlich, ganz „normale“, d.h. niedergelassene Kieferorthopäden scheinen von allem, was über die übliche Teenager-Spangenbehandlung hinausgeht wenig bis gar keinen Peil zu haben. Der hat mich doch allen Ernstes an einen Naturheilkundler verwiesen! Habe ich einfach nur Pech mit meinen KFOs oder könnt ihr meine Erfahrungen bestätigen?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich meine Situation wirklich gut rübergebracht habe. Ich bin jetzt 29, habe noch nicht mal ein Studium abgeschlossen, geschweige denn eine Berufsausbildung und so wie es mir momentan geht, werde ich auch in den nächsten Jahren nicht viel auf die Reihe kriegen, weil ich einfach nicht belastbar bin.

Ich muss die Kiefergeschichte gelöst bekommen. Ich kann übrigens bis heute keine Brille tragen, auch keine Sonnenbrille.

LG. Jakob

 

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Hi du!

Oh je, da hast du ja schon einiges hinter dir... 

Es gibt KFOs, die auf Erwachsene spezialisiert sind. So einen solltest du suchen. Oder direkt zu einem KFC in deiner Nähe gehen und mal beraten lassen. 

Wo hast du die Bilder?

Ich hatte auch immer starke Kopfschmerzen, zur Schläfe und zum Ohr hin. Auch Brillenträger, kann also nachvollziehen wie die Brille dann stören kann. Aber so schlimm wie bei dir war es nicht als ich mich  Behandlung begeben habe.

Ich habe nun GNE, Bimax und Spange hinter mir und bin schmerzfrei. Auch meine Rückenschmerzen, vor allem im unteren Rücken und die Blockaden meins Beckens sind seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Wichtig ist eine ordentliche Diagnose. Also gib nicht auf auf der Suche nach einem KFO, der Ahnung hat! Sicher findet sich hier jemand aus deiner Gegend, der eine Empfehlung geben kann. Wo wohnst  denn?

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Hey Nambi,

danke dir für deine Antwort. Das mit den Blockaden ist bei mir ähnlich. Es ist dann die Rede vom ISG-Gelenk. Nur alles, was Ostheopathen da bislang gemacht haben, hatte nur sehr kurzfristige Wirkung. 

Ich wohne in Mainz und habe da schon alle einige KFOs durch, aber es ist überall das gleiche Elend! Ich habe am 30.06. einen Termin in der Dysgnathie Sprechstunde der Uniklinik und für den kommenden Dienstag habe ich auch noch einen Termin in der Seegartenklinik in Heidelberg ausgemacht. Du siehst, mein Radius wird größer und größer. Aber das ist ja bei vielen so, wenn ich an die ganzen Beiträge denke, die ich schon gelesen habe...

Ich werde in Kürze ein Foto im Bilder - Thread hochladen und dann hier darauf verlinken. Es wird erstmal nur ein Foto sein, auf dem, wie ich finde, deutlich zu sehen ist, was für ein schiefes Gesicht ich habe. Was das Ästhetische angeht: da habe ich schon lange kein Problem mehr mit. Ehrlich. Ich käme nie auf die Idee, eine Kiefer-OP wegen einem bisschen mehr "Schönheit" zu machen.

Nur schätze ich, dass zwischen der Gesichtsskoliose (sprich: schiefen Kiefern) und meinen Beschwerden eben ein ursächlicher Zusammenhang besteht. Ich bin mir sogar sicher, weil ich ja auch schon wirklich alles ausprobiert habe (manuelle Therapie, Ostheopathie, Rolfing, diverse Schienen, Physiotherapie etc.).

Ein Foto von meinem Biss werde ich noch nachreichen, ich weiß allerdings nicht, ob das so hilfreich ist, denn meine Zähne wurden in meiner Jugend mit der üblichen Lose Spange/Feste Spange Therapie behandelt und sehen entsprechend tadellos aus. Allein: was bringen gerade Zähne, wenn die Kiefer nicht im richtigen Verhältnis zum Schädel stehen?  

Nur soviel: durch die Aufbissschiene habe ich mittlerweile einen seitlich offenen Biss - in dieser Position steht der Unterkiefer schonmal besser als vorher. Wahrscheinlich ließe sich die "neue" Position allerdings nicht auf das Gebiss übertragen...

Das mit der richtigen Diagnose scheint leider nicht so einfach zu sein. Der KFO gestern bewegte meinen Unterkiefer hin und her, fragte ob ich Schmerzen hätte. Ich verneinte, weil bei die Schmerzen, die ich habe, nicht mit diesen Griffen reproduzierbar sind (das war übrigens vor einem Jahr auch schon so, und da waren die Schmerzen  phasenweise so schlimm, das ich nur mit Schmerzmitteln zurecht gekommen bin.) Also, sagte der Arzt, wenn sie da keine Schmerzen haben, dann ist mit dem Kiefergelenk ja alles okay. 

Dann habe ich den Fehler gemacht, von meinen Depressionen zu erzählen. Da war für ihn wohl klar, dass ich ein Psycho bin, meine Beschwerden psychosomatischer Natur sind. Dabei ist es genau umgekehrt: die Depressionen habe ich bekommen, WEGEN der Schmerzen. Mittlerweile bin ich echt entsetzt ob dieser ganzen Inkompetenz. Die einzigen Ärzte, die mich noch fassungsloser gemacht haben, waren normale Orthopäde. Die sind wirklich der Gipfel. (Da kenn ich übrigens viele, die dieser Meinung sind...)

@Nambi: wo hast du denn deine Behandlung durchführen lassen?

LG,

Jakob.

 

 

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Ich bin in der Nähe von Göppingen beim KFO und in Stuttgart beim KFC. 

Was haben denn die Physios und Osteopathen dazu gesagt? Die können sowas meinst besser beurteilen als KFOs, die solche Fälle nicht kennen.

Ich weiß zu gut wie das ist, wenn Ärzte  nicht weiter wissen und dann die Psyche als Ursache gefunden wird... 

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vor 6 Minuten schrieb Nambi82:

Ich weiß zu gut wie das ist, wenn Ärzte  nicht weiter wissen und dann die Psyche als Ursache gefunden wird... 

... das kenn ich auch ... :( 

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Was für ein Blödsinn! Also mir tat der Kiefer auch nie weh beim Hin- und Herschieben. Der war einfach nur irre verspannt und ging dann eben nicht weiter zu bewegen. Ich hoffe, du findest bald einen guten Behandler.

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Hey, danke für eure Nachrichten. 

@ glyzinie: ich werde mir die Tagebücher anschauen, vielleicht hast du ja Erfahrungen gemacht, die auch mir weiterhelfen ...

@ Nambi: die Physiotherapeuten bzw. der Osteopath sehen das ganze als ein funktionelles Problem, das sich, so ihre Meinung, durch Training etc. in den Griff kriegen lassen sollte. Das habe ich ihnen am Anfang auch geglaubt, ich hatte keinen Grund, das gleich infrage zu stellen. Das es ein anatomisches Problem sein könnte, darauf ist bislang noch keiner gekommen. Nur: alle Behandlungen haben bislang immer nur zu einer kurzen Verbesserung geführt. Ob die Massage der Masseter-Muskeln, das Entblocken des ISG-Gelenks, oder auch das Rolfing.

Das ist ein gutes Beispiel: Rolfing ist eine Bindegewebsmassage. Ist gerade unter dem Begriff "Faszien" in aller Munde...Also, eine einstündige Rolfingbehandlung, die bei der bislang einzigen Rolferin in Mainz 100 € kostet (natürlich privat), hat dazu geführt, das ich einen, allerhöchstens zwei Tage schmerzfrei war. Zugegeben, das ist immerhin etwas. Nur keine Dauerlösung. Woher soll ich das Geld dafür nehmen? 

Dem Physiotherapeuten ist immerhin gleich zu Beginn aufgefallen, dass mein Kopf permanent schief, das heißt nach rechts geneigt steht. (Das war vor Beginn der Schienenbehandlung, durch die Schiene ist die Haltung etwas besser geworden) Nur auf die Idee, dass das strukturelle Gründe und keine funktionellen haben könnte, ist auch er nicht gekommen. Jeder sieht, was er von Berufs wegen sehen will und sehen kann, schätze ich...

War der Weg bis zu richtigen Diagnose bei euch auch so lang und kompliziert...? 

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Hallo Jakob,

das hört sich alles ziemlich schlimm an.

 

Du scheinst ein typischer Fall zu sein, in dem die Zähne mit einer Spange im Kindesalter gerichtet wurden, die Kiefer aber weiterhin problematisch stehen.

 

Wie war denn die Diagnose in Deiner Kindheit bei Deinem ersten KFO? Hattest Du Engstände? Überbiß/ negativer Überbiß? Tiefbiß / offener Biß?

 

Zum Thema "Verweis an Naturkundler": vielleicht wollte dieser Arzt Dich einfach loswerden?

 

Ansonsten: meines Wissens nach nimmt das Team in der Seegartenklinik die ganzen Sekundärsymptome (Tinnitus, Depressionen, Schmerzen etc.) als zentralen Ansatz. Da könntest Du in den richtigen Händen sein.

 

 

 

 

 

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@Shaun68  also wenn ich mich recht erinnere, dann hatte ich als Kind einen Überbiss. Das war die damalige Diagnose. Irgendwelche gesundheitlichen Probleme gab es aber als die Behandlung begann (da war ich 10) noch nicht. Meiner Mutter, die das ganze initiierte, ging es wohl vor allem um die Ästhetik. Wir beide haben das identische Gebiss, nur dass ihres nie "gemacht" worden ist und sie wollte wohl, dass ihr Sohn schönere Zähne bekommt als sie.

Was die Sache mit dem Naturheilkundler betrifft: er gab mir das Kärtchen eines Arztes, den er wohl auch persönlich kennt, und der laut seiner Aussage beide Seiten kennt und miteinander verbindet, Schuldmedizin und Naturheilkunde. Was auch immer das bedeutet. Ich werde auf jeden Fall nicht hingehen.

 

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@Nambi82 habe im Bilderthread soeben einige Fotos hochgeladen. Ich würde mich freuen, wenn du dir sie mal anschaust und mir sagst, ob du das, was ich in meinem Text geschrieben habe, auf den Bildern wiederfindest...

LG, J.

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Siehe dort.... aber auf dem ersten Bild sieht man auch an der Stirn, dass du die Augenbraue etwas hochziehst. wenn du das nicht machst, dann rutscht die weiter in die Mitte und man sieht auch besser wo die Mittellinie hin gehört.

Aber ehrlich: Nur ein Arzt kann die helfen. Laien-Gutachten helfen dir nicht. Am Ende machst du dir Hoffnung und der Arzt sagt was ganz anderes.

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vor einer Stunde schrieb JakobSvoboda:

@Shaun68  also wenn ich mich recht erinnere, dann hatte ich als Kind einen Überbiss. Das war die damalige Diagnose. Irgendwelche gesundheitlichen Probleme gab es aber als die Behandlung begann (da war ich 10) noch nicht. Meiner Mutter, die das ganze initiierte, ging es wohl vor allem um die Ästhetik. Wir beide haben das identische Gebiss, nur dass ihres nie "gemacht" worden ist und sie wollte wohl, dass ihr Sohn schönere Zähne bekommt als sie.

Was die Sache mit dem Naturheilkundler betrifft: er gab mir das Kärtchen eines Arztes, den er wohl auch persönlich kennt, und der laut seiner Aussage beide Seiten kennt und miteinander verbindet, Schuldmedizin und Naturheilkunde. Was auch immer das bedeutet. Ich werde auf jeden Fall nicht hingehen.

 

Laß' mich raten: Deine unteren Schneidezähne wurden nach vorne gebogen (Overjet gesenkt), die oberen Schneidezähne leicht nach hinten (Overjet gesenkt), zudem alle Zähne etwas nach außen gebogen (Engstand getarnt)?

Was mir geholfen hat:

1. DVT oder CT vom Kopf machen lassen (dazu brauchst Du einen Arzt, der so ein Gerät hat und die Aufnahme machen kann).

2. Aus den DICOM-Daten des CTs dann ein Cephalogramm erstellen (das kannst Du selber machen mit einem der üblichen DICOM-Viewer für den Dentalbereich.

3. Dann auf CephX.com das Cephalogramm analysieren lassen (kannst Du wiederum selbst machen).

Dann kannst Du schauen, wie die Zähne stehen und wie die Kiefer stehen, was gemacht wurde und warum Zähne und Kiefer jetzt so stehen wie sie sind.

Wichtig noch: das ganze ist quasi ein 3D-Puzzle höherer Komplexität.

 

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@Shaun68 Puh, da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Die Praxis, in der die Behandlung gemacht wurde, exisitiert auch leider nicht mehr, ich wüsste nicht, wie ich mich jetzt darüber informieren sollte. Außerdem, würde mir das in der jetzigen Situation weiterhelfen ...?

Danke dir aber für den Tipp mit dem DVT. Darüber habe ich hier schon einiges gelesen. Wenn ich mich nicht irre, dann streiten sich die Geister aber darüber, inwiefern das DVT für eine gute Diagnose wirklich wichtig ist. Den "Traditionalisten" zufolge wäre eine richtige Diagnose ja auch mit einer klassischen 2D-Aufnahme möglich. In meinem nächsten Post schreibe ich dazu aber noch etwas.

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Gestern bin ich bei Dr. Frey in der Seegartenklinik in Heidelberg gewesen. Mein erster Eindruck von der Klinik ist sehr sehr positiv (nein, ich bin gestern nachmittag noch nicht operiert worden ;)  Es handelt sich ja um eine Privatklinik, entsprechend fancy ist dort alles. Die Klinik ist in einer wunderschönen alten Villa untergebracht. Das Wartezimmer ist ... also ich will nicht weiter ins Detail gehen, was ich sagen will ist, dass mich solch eine Aufmachung meistens eher skeptisch macht. Privatkliniken behandeln ihre Patienten nicht selten wie Eurobündel auf zwei Beinen. Man wird hofiert und umworben, bis man gezahlt hat, danach ist man in etwa so interessant wie die Tagesschau vor 25 Jahren (obwohl die ja wirklich interessant ist!)

Das Gespräch mit Dr. Frey hat meine Skepsis aber etwas aufgeweicht. Er hat sich fast anderthalb Stunden Zeit genommen, es wurden nochmal Röntgenaufnahmen gemacht, die anschließend sehr ausführlich besprochen wurden. Ich konnte eben so ausführlich darlegen, welche Beschwerden ich habe, welche Behandlungen ich schon hinter mir habe, welche Zweifel ich habe etc. Ich habe mich das erste Mal seit langem auch wohl dabei gefühlt, nachzufragen, nachzuhaken. Bei manchen Göttern in weiß löst man damit ja nicht selten ungeduldiges Stirnrunzeln aus. Dr. Frey ist ein sehr sanfter, ruhiger Mensch, ohne dass er dabei irgendwie lethargisch oder desinteressiert wirken würde. 

Kurzum, beim Betrachten meiner Röntgen-Bilder versicherte er mir, dass ich nicht paranoid wäre, dass es also für meine andauernden Beschwerden eine anatomische (keine funktionelle!) Erklärung gebe.  Auf der Panoramaaufnahme sieht man, dass der eine Kondylus (der rechte) deutlich länger gewachsen ist, als der andere, fast 10mm. Das ist wohl der Grund für meine permanenten Gesichtschmerzen, die sich auch mit der Aufbissschiene nicht in den Griff kriegen lassen. Für meine Nacken- und Rückenschmerzen macht er meine Schildkrötenhaltung verantwortlich, die durch eine Rücklage beider Kiefer bedingt sei. Durch diese wären sowohl die Atemwege behindert, als auch die Schluckbewegung. Durch den Vorschub des Schädels versuche der Körper sich Freiheit zu verschaffen.

Zur Lösung des Problems schlug er eine BIMAX-OP vor, bei der er beide Kiefer um etwa 5mm nach vorne versetzen würde. Für mich stellt sich hier allerdings die Frage, inwieweit sich bei der OP die kondyläre Asymmetrie mitbeheben lässt. Wenn einfach nur beide Kiefer, also dass Gebiss, so wie es ist, in einem Block nach vorne gesetzt wird, dann löst das doch nicht das Problem, dass ein Kieferramus zu tief in den Schädel "reindrückt", oder nicht?

An diese Stelle war er mir zu ungenau. Bzw. ich habe dann nicht genug nachgehakt, als es um die Frage ging, wie er das Gelenk mittels BIMAX entlasten will, also technisch. Vielleicht bekommt man solche Infos aber auch nicht beim Erstgespräch. Möglicherweise könnt ihr mir da weiterhelfen...

Die Frage, ob oder wie ich mich operieren lassen möchte, bleibt also noch etwas offen. Nächste Etappe auf der Odyssee: Dysgnathie-Sprechstunde an der Uniklinik Mainz. 

LG, Jakob.

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@JakobSvoboda: hat Dein ehemaliger KFO schlau gemacht: alles verjährt, alle Beweise schon weg. M.E. sollte es schon hilfreich sein, wie Deine Zähne mal ursprünglich standen und wie sie dann bewegt wurden (Anamnese).

Hätte nicht Dein erster KFO das Thema Deine anatomische Asymetrie erkennen sollen?

 

Zum Thema DVT: viele KFOs analysieren ja nur die Zahnstellung (Gipsmodell, Panorama-Röntgen) und bewegen dann nur die Frontzähne und schaffen Platz. Im Vorher-Nachher-Vergleich  sieht das im Gipsmodell oder im Panorama-Bild oft gut aus.

Wenn man aber ein Cephalogramm nimmt sieht man, daß eben nur die Zähne bewegt wurden und nicht die Kiefer.

Und im DVT werden Dinge wie Asymetrien nochmal deutlicher.

Darum sind m.E. nach viele auch vom Bauchgefühl nach einigen Jahren unzufrieden mit ihrer KFO-Behandlung und starten eine zweite oder dritte Behandlung (mit natürlich unbefriedigendem Ergebnis solange die Kiefer bleiben wo sie sind).

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Das ist eine schwierige Frage. Bis zu einem gewissen Grad kann der Körper Asymmetrien auch muskulär ausgleichen. Ich kenne Leute, die haben verschieden gewachsene Beine und tragen keine Einlagen, es gibt auch Menschen mit Skoliose, die sich rein durch Muskeln gerade halten. Und so ein bisschen habe ich den Eindruck, dass das Limit bei dir erreicht ist und das womöglich nicht ausreicht.

Da ich keine OP hatte, weiß ich nicht, inwieweit bei einer Bimax ''schräg'' operiert werden könnte. Vielleicht hat Dr. Frey da auch Recht und es reicht, die allgemeine Zwangslage aufzuheben. Und der längere Arm wäre dann gar kein Problem mehr. Ich fürchte, dass man das vorher nicht sagen kann.

Eine vernünftige Zungenlage bringt auf jeden Fall schon mal viel für das Wohlfühlen. Und wenn dir nur durch eine OP machbar ist, solltest du es tun, denn an der Zunge hängt der ganze Körper.

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So, nach mehreren Anrufen hat die Seegartenklinik mir eben die Röntgenaufnahmen zugeschickt. Ich bekam die Mail just in dem Moment, wo ich die MKG-Abteilung der Uni-Mainz verließ. Eine Stunde früher wäre besser gewesen, dann hätte ich sie mit in die Dysgnathie-Sprechstunde nehmen können. Obwohl ich glaube, dass die Aufnahmen an dem kommunikativen Desaster, das ich in der Sprechstunde erlebt habe, auch nichts geändert hätten. Aber dazu an anderer Stelle mehr...

Also, es handelt sich im wesentlichen um die zwei Aufnahmen des Gelenks selbst. Die dritte Aufnahme vom Schädel im Profil ist lediglich interessant im Hinblick auf Dr. Freys Einschätzung, das meine "Schildkrötenhaltung" ihre Ursache in einer durch Rücklage der Kiefer bedingten Verengung der Atemwege hat. 

Interessant finde ich an der Aufnahme des rechten Kiefergelenks, dass man deutlich sieht, wie verengt der Gelenkspalt immer noch ist - und das OBWOHL ich auf den Aufnahmen meine Aufbissschiene trage!

Mich würde vor allem interessieren, ob für euch auch erkennbar ist, dass der eine Kieferast auch (deutlich) länger als der andere ist.

Jakob II.jpg

Jakob I.jpg

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