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**Rebekka

Unterkiefer-Vorverlagerung und Schwenkung - Uniklinik Jena

Da ich blöderweise erst im Nachhinein die Regeln gelesen habe, bitte ich darum, den Bericht vorerst zu löschen! Ich selbst kann das anscheinend nicht vornehmen. Ich werde dann denn vollständigen Bericht in Bälde mit Fotos und allen Informationen hochladen! 

 

Ich habe vor genau 6 Wochen endlich meine Kiefer-Operation hinter mich gebracht und hoffe mein kurzer Erfahrungsbericht hilft dem ein oder anderen. Die gute Nachricht vorab: Es war weitaus weniger schlimm, als ich mir das vorgestellt habe!

Symptome:

- Knacksen meines rechten Kiefergelenks seit ich 13 bin ( jetzt 26)

- chronische Kopfschmerzen und Gelenkschmerzen

- offener Biss

 

Mit 18 Jahren wurde mir zu einer Kieferoperation geraten, doch da ich regelmäßig an Kopfschmerzen litt und mich vorab über Alternativen informieren wollte, habe ich bis 23 mit dieser Entscheidung gewartet.

Um meine Kopfschmerzen (und Gelenksschmerzen) in den Griff zu bekommen, habe ich folgendes ausprobiert:

- Achtsamkeitskurs (MBSR) 

- Aqualizer (Schiene zur Entspannung)

- Biofeedback

- Physiotherapie, Osteopathie

- Migräne-Tabletten/Ibuprofen

- Sport

Insgesamt hat mir alles, bis auf das Biofeedback, sehr geholfen meine Kopfschmerzen in den Griff zu bekommen und vorallem etwas gelassener zu werden. Es zeichnete sich dennoch ab, dass eine Operation empfehlenswert ist, um die Kapseln des Kiefergelenkes zu schützen.

 

Vorbereitung für die OP:

- 2- Jahre Zahnspange

- Logopädie

 

Zur OP:

Tag 1: Nachdem ich den Splint in der Innenstadt abgeholt hatte, musste ich Tag vor der OP ins Klinikum und die nötigen Formulare ausfüllen. Nehmt euch jemanden mit, denn die meiste Zeit wartet ihr an diesem Tag. Sobald ihr die Aufnahme hinter euch gebracht habt, dürft ihr das Gelände nicht mehr verlassen! Ich habe aus Stolz keine Schlaftabletten genommen, kann euch aber nur empfehlen, das zu tun! Denn insgesamt war ich nicht übermäßig aufgeregt und dennoch konnte ich ab 3 Uhr nachts nicht mehr schlafen. Da ist es aber zu spät für die Tablette gewesen..

Tag 2:

Ich wurde geweckt, habe die LMAA-Tablette genommen und von da an war mir alles eigentlich relativ egal. Nach der Operation war ich sofort wieder orientiert und wurde wieder auf mein Zimmer geschoben. Ab da gabs dann jeden Tag Schmerzmittel, die wirklich super sind. Mein Kreislauf machte zwar noch nicht so mit, aber ich habe sowieso erst einmal viel geschlafen. 

Tag 3-6:

In den folgenden Tagen schwoll alles an und die ersten zwei Tage/Nächte floß einiges an Blut nach, so dass ich mir ein Handtuch untergelegt habe. Zu Essen gabs Suppe, Suppe und in Milch aufgelösten Joghurt. Damit meine Zähne in den Splint rutschen, wurde ich quasi zugeschnürt mit den Gummis. Da das ganze sich sehr langsam bewegte, brauchte ich in erster Linie viel Geduld.

Tag 8: Entlassung

 

Da bereits viele OP-Berichte online sind, nur die Kurzfassung und ein paar Tipps/Hinweise:

- Das Ärzte und Schwesternteam kümmert sich um alles Medizinische - Alltagspraktische Tipps braucht man aber nicht zu erwarten!

- Dank der Schmerzmittel und der Anästhesiemittel, hatte ich nur wenige Schmerzen. Man braucht vorallem viel Geduld und Gelassenheit, um zu akzeptieren, dass man den Prozess der Heilung nicht beschleunigen kann. 

- man kann sich über eine Woche nicht die Zähne putzen, das kann sehr unangenehm sein. Ich habe eine Munddusche bekommen, die half ein wenig. Es ist sicher sinnvoll eine Woche vorher eine Zahnreinigung zu machen, aber auch ohne, habe ich keine Zahnentzündungen bekommen.

- Man kann sich die ersten Tagen nicht die Haare waschen, das ist einfach zu anstrengend. Wer sich damit sehr unwohl fühlt, sollte ein Trockenshampoo mitnehmen. 

- der Splint hatte zur Folge, dass ich mehrere Tage im Krankenhaus nicht sprechen konnte. Stift und Papier sind sinnvoll.

- Mit der OP ist der Kiefer noch nicht in der endgültigen, richtigen Lage! Deshalb ist es insbesondere in den ersten 6 Wochen wichtig, dass man regelmäßig zum Kieferorthopäden geht. Eingestellt wird der Kiefer mit den Gummis. Da die Chirurgen in der Klinik mir zu Entlassung die Gummis falsch gespannt haben, musste mein Orthopäde das wieder korrigieren!

- Die Chirurgen neigen dazu, die Gummis sehr rabiat einzuhängen, so dass unnötige Schmerzen entstehen können. Es hat sich als absolut notwendig erwiesen, lieber einmal zuviel als zu wenig zum Kieferorthopäden zu gehen, der mir jedes Mal eine schmerzfreie Lösung anbieten konnte!

- liebstes Suppengericht zuhause: selbstgemachte Kartoffelsuppe und später dann mit gelöffelter Leberwurst

- exotisches Gericht: pürierte Asia-Fertignudeln - funktionierte und schmeckte erstaunlich gut

- absoluter Fehlkauf: Babybrei: schmeckt scheußlich und ist viel zu wenig!

 

Fazit nach 6 Wochen

Alles in allem bin ich bis jetzt mit der Entscheidung sehr zufrieden. Das Team der Uniklinik Jena war professionell und freundlich und wie es scheint, ist das Ergebnis gut. Überraschenderweise habe ich seit dem Eingriff fast keine Kopfschmerzen mehr. Ob das an der vielen Freizeit oder tatsächlich an der neuen Kieferstellung liegt, wird sich zeigen. Große Partien meines Kinnes und der Unterlippe sind noch taub, aber seit der Operation ist schon einiges an Gefühl zurückgekommen.

Manko waren die etwas unnötig grobe und bei der Entlassung falsche Hängung der Gummis bei den Nachkontrollen. Außerdem wurden die zusätzlich angebrachten Drahthaken nicht zurückgebogen, so dass ich in der Lippe eine Wunde hatte, mit der ich unbehandelt entlassen wurde. Auch dies wurde zum Glück von meinem Kieferorthopäden behoben. 

Geplante Entnahme der Titanplatten: Anfang 2017

 

 

 

 

 

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