Bimaxine

Bimax OP und Metallentfernung+ Nasenkorrektur

Hallo zusammen,

ich möchte euch von meinen Erfahrungen mit meiner Bimax-OP und Metallentfernung erzählen.

Ich hatte eine Bissanomalie der Angle Klasse 3, mein Unterkiefer war also zu weit vorne.

Bei mir hat sich der offene Biss ab 5 Jahren ausgebildet, niemand weiß genau, woher er kam (es gibt niemand mit Ähnlichem in meiner Familie), und es wurde in kieferorthopädischer Behandlung versucht, das Ganze ohne OP mit Zahnspangen hinzubekommen. Hat leider nicht ganz gereicht, und ab da stand fest, dass ich später, wenn ich ausgewachsen bin, operiert werden musste. Insgesamt von 5-19 Jahren hatte ich durchgehend lockere und feste Zahnspangen. Ich wurde übergangsweise, bis ich ausgewachsen und bereit für die OP war, ästhetisch so schön wie möglich gemacht, bis etwa 2 Jahre vor der Bimax. Dann wurde alles wieder zurückgestellt, so dass die Zähne nach der OP gut aufeinanderpassten. Etwa zwei Jahre vor der OP wurden außerdem meine Weisheitszähne entfernt.

Hier sind einmal die Bilder vor dem Anpassen für die OP, 15 Monate davor:

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Und einmal 5 Monate vor der OP:

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Von meiner Kieferorthopädin bekam ich die Empfehlung, einen Infoabend bei unter anderen Dr. med. Dr. med. dent. Kretschmer in Ruit (Ostfildern) über Bimaxoperationen zu besuchen. Dort waren auch Patienten, die die OPs bereits hinter sich hatten und Fragen beantworteten. Wenig später habe ich mich in Ruit vorgestellt. Anfangs kam ich einmal zur Vorstellung, etwa 4 Jahre vor der Bimax, danach erst wieder ein Jahr davor zu Abmessungen, Kontrollen, etc. Ich hätte irgendwie mehr erwartet, nicht im negativen Sinne, aber es wurde tatsächlich nur ein paar mal geröngt, mit Linealen abgemessen, der Splint angepasst und das wars auch schon zur OP Vorbereitung. Draufzahlen mussten wir übrigens 900 Euro.

Wenige Wochen vor der OP musste ich mich im Krankenhaus in Pforzheim vorstellen (nur Privatpatienten wurden in Ruit operiert). Dort wurde Blut abgenommen, mit dem Anästhesist der Anamnesebogen ausgefüllt und nochmal über die OP, die Risiken und das Vorgehen nach dem Eingriff aufgeklärt.

BIMAX

Einen Tag vor der OP wurde ich dann stationär aufgenommen. Nachdem ich nochmals einige Fragebögen ausgefüllt hatte, mein Zimmer bekommen und ausgepackt hatte, bin ich zusammen mit meinen Eltern noch ein letztes Mal gut Abendessen gegangen :D

Ab 23 Uhr durfte ich nur noch Wasser und Tee trinken, ab 7 Uhr morgens durfte ich nichts mehr zu mir nehmen, ausser einer LMAA-Tablette. Ich habe mich dann noch geduscht, das Flügelhemd und die ATS angezogen, Zähne geputzt und dann in meinem Bett drauf gewartet, dass ich abgeholt werde. Das war schon ein sehr komisches Gefühl, ich war leicht nervös, aber ich konnte garnicht richtig realisieren, was mir bevorstand. Als ich abgeholt wurde, fühlte sich alles noch komischer an. Wenn man als gesunder Mensch in einem Bett durch die Gegend gefahren wird und irgendwie keine Kontrolle mehr hat, sondern alles einfach nur geschehen lässt… ich wurde dann auf eine andere Liege umgelegt und musste nochmal mindestens eine halbe Stunde vor dem OP Raum warten und hab gefroren wie blöd. Anschließend ging alles ganz schnell. Mir wurde eine Viggo gelegt, ich wurde aufgefordert, bis 10 zu zählen, an was Schönes zu denken und dann war ich auch schon weg.

Mir wurde ein Tubus zur Beatmung, eine Magensonde und ein Blasenkatheter gelegt.

Ein Ausschnitt aus dem OP Bericht:

„Die Operationsplanung sieht vor, den Oberkiefer inzisal um 4mm nach anteroirund 2mm nach cranial zu verlagern. Die im Molarenbereich schrägstehende Kauebene wird geradegestellt. Der Oberkiefer wird 3-geteilt. Die Okklusion zum Unterkiefer normalisiert und der Oberkiefer transversal gedehnt.“

Soweit ich weiß ist alles gut gelaufen, außer dass ich wohl zwischendrin ein bisschen stark geblutet habe. Es mussten aber zum Glück grade noch so keine Bluttransfusionen erfolgen. Es wurde dann alles mit Metallplatten und Schrauben fixiert und außerdem der Splint eingesetzt.

Nach etwa 5 Stunden wurde ich entsediert und der Tubus entfernt. In der Zeit erinnere ich mich nur an ein Bild von meiner Ärztin, die mir zulächelt. Danach bin ich sofort wieder weg gewesen. Später weiß ich auch nicht mehr ganz genau, was alles passiert ist. Ich bin etwa 3 Stunden später auf der Intensivstation wach geworden, und überall hats gepiepst und geblinkt. Außerdem hatte ich eine Kühlmaske auf. Irgendwann kamen meine Eltern zu Besuch, aber ich hab von ihnen nicht viel mitbekommen. Ich konnte einigermaßen sprechen, hatte keine Schmerzen, aber war einfach komplett abgeschossen. Ich weiß nicht genau warum, aber ich habe regelmäßig bei meiner Pflegerin nach Schmerzmittel verlangt (obwohl ich keine Schmerzen hatte), mindestens im Stundentakt, und hab es auch immer bekommen, was mich mit der Zeit noch duseliger gemacht hat. Außerdem hatte ich das Problem, dass überall Spucke hing, und ich sie einfach nicht gescheit runterschlucken konnte, also hab ich die regelmäßig absaugen lassen und mit Tüchern weggetupft. Ich hatte durch die ganzen Mittelchen ziemliche Halluzinationen, hab Vögel und bunte Farben im Raum gesehen. Später kam dann neben mich ein Autounfall, was mich ziemlich aufgewühlt hat, weil ich einfach alles davon mitbekommen habe… Dadurch, dass ich während der OP und davor schon so viel geschlafen hatte, lag ich lange Zeit wach da und war sehr unruhig. Auf der einen Seite war mir langweilig, auf der anderen Seite gings mir schlecht, wobei ich nicht mal genau sagen kann, warum genau es mir schlecht ging. Es war einfach sehr komisch und anstrengend.

1. Tag Post-OP 

Am nächsten Morgen wurden mir Magensonde und Katheter entfernt, allerdings habe ich davon nichts gespürt. Anschließend wurde ich auf meine Station zurückverlegt und hab einen Heulkrampf bekommen. Die Schwester meinte energisch, dass ich sofort aufhören sollte, weil sonst alles viel mehr anschwellen würde. Tatsächlich tut lachen und weinen und sonst jede Bewegung im Gesicht ziemlich weh… Besonders schlimm ist das Gähnen, gegen das man einfach nichts tun kann und bei dem der Mund jedesmal extrem weit gedehnt wird, dabei hatte ich teilweise echt Angst, dass was reissen könnte oder so. Zum Glück ist aber nichts passiert. Sonst ist an diesem Tag auch nicht mehr viel geschehen, außer dass ich durchgehend mit der Maske gekühlt habe, was wirklich angenehm war. Meine Lippen waren übrigens sehr zerstört, die habe ich regelmäßig mit einer Bepanthensalbe eingecremt. Ich habe weder gegessen noch getrunken, bin auch nicht aufgestanden. Ich hab aber immerhin diesmal den Besuch meiner Eltern registriert. Jeden Abend gab es außerdem eine Anti-Thrombose-Spritze.

Bild vom 1. Tag auf Station:

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2.Tag Post-OP

Am 2. Tag nach der OP bin ich erstmals aufgestanden um aufs Klo zu gehen, und hab außerdem versucht Wasser zu trinken, was überhaupt nicht geklappt hat. Das Wasser aus dem Schnabelbecher war viel zu flüssig, und bis ich geschafft hatte es runterzuschlucken, war es schon längst wieder aus meinem Mund gelaufen, da ich ihn wegen der Schwellung nichtmehr ganz schließen konnte. Auf der anderen Seite bekam ich ihn aber auch nicht weit genug auf, um einen Löffel gescheit reinstecken zu können. Das machte das Ganze ziemlich schwierig. Breis gingen ein bisschen besser, weil sie nicht so flüssig waren, aber mehr als 5 Löffel habe ich an diesem Tag auch nicht geschafft. Nach wie vor hatte ich auch das Problem mit der Spucke, die dauernd aus meinem Mund lief, weil ich nicht schlucken konnte. Daher, und weil sich das Gesicht schon sehr unangenehm angefühlt hat, lag ich immer nur auf dem Rücken, was mit der Zeit echt Probleme gemacht hat. Schmerzen im Gesicht hatte ich wenig bis garkeine (hatte aber auch ne Menge Schmerzmittel), umso mehr dafür aber im Rücken. An diesem Tag durfte ich zum ersten Mal im Rollstuhl zur Lymphdrainage, was allerdings garnicht gut geklappt hat, weil ich noch viel zu empfindlich war und es einfach nur unangenehm war. Wir haben das dann abgebrochen. Es hat aber immerhin gut getan, endlich mal aus dem Zimmer zu kommen, andere Leute zu sehen usw. Insgesamt sah ich von der Schwellung her noch ganz gut aus, aber bekanntlich ist der 4. Tag postoperativ ja der Schlimmste.

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3.Tag Post-OP

Am nächsten Tag war ich endlich wieder halbwegs klar im Kopf, Halluzinationen etc. waren endlich weg, auch wenn ich wirklich noch sehr schwach war. Die Tabletten, die ich nehmen musste, konnte ich leider nicht richtig schlucken, und musste sie deshalb mörsern und in Wasser aufgelöst schlucken… beim Schmerzmittel ging das noch, aber die Antibiotika waren so widerlich bitter, dass ich mich dabei jedesmal beinahe übergeben hab. Außerdem habe ich Arnika-Globuli genommen, die gegen die Schwellung helfen sollten. Langsam hat das mit dem „Essen“ auch besser geklappt, ich hab bestimmt zwei Schüsselchen Brei geschafft, wenn auch die Hälfte davon nebenrausgelaufen ist. Durch die leichte Schwellung haben sich in meinen Backen soetwas wie „Taschen“ zwischen den hinteren unteren Backenzähnen und der Mundseitenwand gebildet. Das Essen ist immer darein gerutscht und stecken geblieben, und ich musste es mit der Zunge rausholen, um es Schlucken zu können, was aber nicht so gut geklappt hat, weil das wegen der offenen Wunden unglaublich weh getan hat. Dadurch, dass ich nun wieder mehr Nahrung zu mir aufgenommen habe, ergab sich außerdem ein neues Problem, nämlich die Zahnpflege. Das waren alles Sachen, über die ich mir vor der OP garkeine Gedanken gemacht hatte… Mit der Zahnbürste durfte ich eigentlich garnichts machen, nur mit Octanisept spülen, was aber nicht wirklich sauber macht, weil im Splint und der Zahnspange super viel Essen hing… Hat sich also auch danach nicht so super angefühlt, aber ich hab mich dann damit abgefunden, dass es die ersten Tage halt nicht besser geht. Lymphdrainage hat diesmal besser geklappt und hat richtig gut getan. Außerdem bin ich erstmals mit Rollstuhl runter ins Kaffee gefahren und ein paar Schritte auf den Gängen gelaufen. Das Laufen ist super wichtig, damit sich die Muskeln nicht zu sehr abbauen, Kreislauf und Lymphfluss angeregt wird und die Schwellung schneller abklingt.

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4.Tag Post-OP

An diesem Tag war die Schwellung eindeutig am Schlimmsten und es lief vom Auge bis zum Schlüsselbein hin blau/gelb an. Da das Essen noch immer nicht richtig funktioniert hat, hab ich angefangen, Fresubin zu trinken, eine Art kalorienhaltiger Shake. Außerdem habe ichs dank meiner Mutter geschafft inklusive Haare zu duschen. Das hat sehr gut getan. Man muss aber sagen, dass die Schwestern sich in der Hinsicht nicht wirklich gut gekümmert haben… ich musste alles allein machen, ob essen, aufs Klo gehen oder duschen, obwohl ich mit vielem Probleme hatte und anfangs nichtmal aufstehen konnte. Das Schlafen wurde langsam auch echt anstrengend, weil ich den ganzen Tag nur liegen konnte und keinen Ausgleich hatte… irgendwann will man einfach mal raus.

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5.Tag Post-OP

Mein letzter Tag im Krankenhaus. Inzwischen war ich einigermaßen stabil auf den Beinen, konnte meine Tasche selbst packen. Nur das Bücken zum Schuhe anziehen zB ist sehr unangenehm, weil man sofort merkt, wie das Blut in den Kopf schießt. Ich bin einfach nur erleichtert, dass es endlich nach Hause geht und freue mich besonders auf anderes Essen. Als ich zuhause angekommen war, war ich aber wieder komplett fertig und musste erstmal 2 Stunden schlafen. In den nächsten Tagen musste ich mich erst wieder an einen halbwegs normalen Schlaf-Wach-Rhythmus gewöhnen, weil das im Krankenhaus komplett chaotisch war.

2 Wochen Post-OP

Auch zuhause bin ich noch jeden zweiten Tag zu meiner Physiotherapeutin für Lymphdrainage gegangen und die kam auf die Idee mein Gesicht zu tapen, damit die Lymphe zusätzlich besser ablaufen kann und ich schneller abschwelle. So musste ich dann eine Woche lang rumlaufen, was auch ein komisches Gefühl war. Obs wirklich was gebracht hat weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das Essen klappt inzwischen ganz gut, ich kann natürlich noch nicht kauen, aber alle weicheren Sachen, auch weiches Gemüse usw, klappt ganz gut. Zähneputzen dagegen ist ein ziemlicher Act. Ich bin mit Kinderzahnbürste, Munddusche, Interdentalbürste, Zahnstochern, Octaniseptspülung und allem drum und dran noch immer nicht ganz zufrieden gewesen… man bekommt aus Splint und Zahnspange das Zeug einfach nicht gescheit raus, vorallem wenn der Mund noch nicht ganz auf geht. Hatte ziemlich Angst, dass ich Löcher bekommen könnte… Ist aber alles gut gegangen am Ende. Die ersten 2-3 Wochen habe ich 3x tgl. Ibuprofen 600 mg genommen, danach einfach nach Bedarf. Bis ich ganz schmerzmittelfrei war, hat es aber bestimmt 2 Monate gedauert.

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7 Wochen Post-OP

Einige Wochen später wurde mein Splint entfernt und auch die Schwellung war deutlich zurückgegangen. Es war nicht besonders schlimm oder so, aber hat unangenehm gerochen und ausgesehen, was ich auch schon befürchtet hatte, weil einfach keine vernünftige Mundhygiene möglich war. Und auch wenn ich noch recht stark angeschwollen bin, sieht man jetzt beim Lachen deutllich, wie schön die Zähne aufeinander liegen. Sehr ungewohnt, so ganz anders auszusehen. Langsam lässt die Betäubung nach und ich bekomme wieder ein stärkeres Gefühl für mein Gesicht, auch wenn ich immer morgens nach dem Aufstehen noch ziemlich dick bin.  

Nach der Splintentfernung

Schmerzen sind nun super im Griff, ich muss nur noch alle paar Tage eine Tablette nehmen. Allerdings habe ich nun tatsächlich Wahrnehmungsstörungen am Nerv, der oberhalb der Kante des Kieferknochens entlangläuft, das kribbelt immer wenn man draufdrückt. Normal merke ich davon aber nicht viel wenn ich nicht draufdrücke, vondemher ist es nicht dramatisch. Mit dem Essen gings nach der Splintentfernung ganz schnell aufwärts. Einen Monat später konnte ich schon wieder alles essen und das mit dem Abbeissen hat tatsächlich tausendmal besser geklappt als jemals zuvor. Zu diesem Zeitpunkt habe ich zusätzlich zur Physiotherapie außerdem auch mit Logopädie begonnen. Besonders das Schlucken musste ich neu lernen, ich musste besonders oft aufstoßen nach dem Essen, weil ich viel Luft verschluckt habe, und habe ich es immernoch nicht ganz im Griff, das Essen auf der Zunge zu behalten und es nicht in den Backen zu „verlieren“. Ich weiß auch nicht mehr genau, wie oft ich mir in der ersten Zeit durch die Betäubung versehentlich auf Zunge und Wange gebissen habe…

Leider hat sich im Lauf der Zeit herausgestellt, dass mein Nasenseptum, also die Wand zwischen den beiden Nasenlöchern, beim Hochsetzen des Oberkiefers gestaucht und in die rechte Seite eingeknickt ist. Das muss bei der Metallentfernung korrigiert werden, weil ich damit auch Probleme beim Atmen habe.

Metall auf Röntgenbild:

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Nasenseptumverschiebung auf Röntgenbild:

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METALLENTFERNUNG + NASENSEPTUMKORREKTUR

Am 25.06.2015 war es dann so weit: Die Metallentfernung stand vor der Tür. Zwei Wochen vorher waren wir noch einmal zur Vorstellung beim Anästhesist und Blut abnehmen im Krankenhaus.

Ich war weniger aufgeregt als vor der Bimax, und hab vermutlich auch so auf die Schwester gewirkt, jedenfalls gabs diesmal keine LMAA-Tablette. Nur wieder das Flügelhemdchen und die ATS. Auch wieder einmal vor dem OP gefroren, und dann vom Anästhesist sediert worden. Soweit ich weiß, hat die OP knappe zwei Stunden gedauert. Ich bin im Aufwachraum neben einem randalierenden Opi wach geworden, mit dem die Schwester ordentlich zu kämpfen hatte. Ich wollte zwar eigentlich wach bleiben, aber bin dann wieder eingepennt und einige Stunden später auf Station wach geworden, wo meine Eltern schon da waren. Da ich diesmal keinen Katheter gelegt bekommen hatte, war das erste was ich wollte, aufs Klo zu gehen. Das hat auch ganz gut geklappt, ich war zwar langsam und wackelig, aber es war kein Vergleich zur Bimax. Ein bisschen high war ich trotzdem. Schmerzen hatte ich wenig, aber ich war auch noch gut dabei mit Medikamenten. Meine Lippen waren wieder sehr trocken und mitgenommen, deswegen habe ich die gleich wieder eingeschmiert. In den Nasenlöchern hatte ich Plastikschienen, Tamponaden und darunter einen Verband, was auch nach OP noch einige Zeit geblutet hat. Natürlich hatte ich auch wieder eine Kühlmaske auf, aber dadurch, dass ich am Hals einen Leberfleck entfernt bekommen hatte und die Maske mit dem Rand genau auf der Wunde lag, tat das ziemlich weh und ich habs recht bald abgenommen und durch Kühlkissen ausgetauscht. Gegessen habe ich am selben Tag noch nichts, aber wenige Schlucke Wasser konnte ich trinken. Auf meinem Tisch stand eine kleine Dose mit dem Metall, das mir entfernt wurde.

Erster Tag nach der Metallentfernung + Nasenkorrektur:

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2.-5. Tag:

In den nächsten Tagen gabs das Problem, dass ich eine Allergie (vermutlich Heuschnupfen gegen Blumen) entwickelt hatte, und deshalb dauernd niesen musste. Das war extrem unangenehm mit der gestopften Nase und den Wunden im Mund. Außerdem wurde ich dadurch extrem angeschwollen, die Nasennebenhöhlen waren einfach total voll und zu. Ich hab dann mit Cetirizin angefangen, und nach ein Tagen wars dann wieder viel besser. Trotzallem war ich wieder ziemlich dick angeschwollen, dafür, dass es eigentlich die kleinere OP war… Da ich durch die Bimax auch schon wusste, wie das mit dem Essen und Trinken nach so einer OP am Besten klappt, ging das schon ab dem 2.-3. Tag ganz gut mit Breis etc., das war diesmal kein Problem. Laufen ging auch ganz schnell gut. Lymphdrainage habe ich im Krankenhaus leider nicht bekommen, was eigentlich sehr verwunderlich ist, wenn man sich mein Gesicht mal anschaut…

Leider kamen dann Schmerzen hinzu. Allerdings nicht am Kiefer, sondern an der Nase. Es tat nicht so sehr weh, dass ich dachte ich würde es nicht aushalten können… aber dafür, dass es dauerhaft war, war es schon ordentlich stark. Besonders bei Bewegungen, bei denen etwas Blut ins Gesicht schießt, und Berührungen gingen echt garnicht. Ich hab versucht, das mit Schmerzmittel auszugleichen, aber meist hat es nicht ganz gereicht.

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Am letzten Tag, kurz vor meiner Entlassung wurden mir die Tamponaden aus der Nase gezogen. Das war sehr unangenehm, weil man das Gefühl hat, als entstünde innen in der Nase ein Vakuum beim Rausziehen… Wirklich wehgetan hat es aber nicht, und es ging sehr schnell. Danach sah ich erstmal aus wie ein Schweinchen, weil meine Nasenlöcher unnatürlich riesig waren. Das hab ich dann einfach schnell wieder zugeklebt und nach wenigen Tagen waren sie dann fast wieder normal.

4 Wochen nach der OP wurden die Plastikschienen aus meiner Nase gezogen. Soweit ich weiß, waren sie zur Stabilisation in die Nase eingenäht. Das Rausziehen war ein bisschen blöd… Irgendwie hat die Ärztin es nicht ganz aufs erste Mal geschafft, und so war es ein ziemliches Rumgereisse... Hat auch direkt wieder ein bisschen geblutet. Aber danach war es dann ein für alle mal weg und hinterher doch eine ziemliche Erleichterung. Ich hab danach noch 1-2 Wochen (wenig) Schmerzmittel genommen, danach gings dann ohne.

Ich hatte nach wie vor Fäden in der Nase, die sich selbst auflösen sollten. Das hat aber echt ewig gedauert, und ich dachte schon, ich muss doch nochmal kommen um sie ziehen zu lassen. Ich schätze etwa ein dreiviertel Jahr später waren sie wirklich endgültig weg.

Ein Jahr nach der Metallentfernung (Jetzt)

Schmerzen hab ich leider nach wie vor im Nasenbereich, wenn ich beim Zähneputzen zu weit nach oben komme, und der Nerv an den Wangen hat sich noch nicht erholt. Meiner Meinung nach habe ich auch immer noch relativ dicke Backen, die mir vor der OP nicht so aufgefallen sind. Es kann gut sein, dass es sich dabei um überschüssige Haut oder Lymphflüssigkeit handelt. Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, was ich von meiner Oberlippe, dem Bereich darüber und meinem Kinn halten soll… An manchen Tagen komm ich ganz gut mit allem klar, an anderen denke ich viel drüber nach. Ich habe Probleme damit, mich an mein Aussehen zu gewöhnen, weil es sich oft ändert, dadurch, dass die Schwellung immer wieder zu- und abnimmt, je nachdem, wie lange ich geschlafen habe, was ich gegessen habe, usw. Außerdem sind meine Nasennebenhöhlen ab und an noch voll mit irgendeiner Flüßigkeit. Wenn man draufdrückt und massiert, dann fühlt man richtig, wie es abläuft und hört manchmal sogar so ein "Schmatzen", wenn sichs löst.

Insgesamt bin ich aber froh, dass ichs gemacht habe und zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn es eben noch die paar Problemchen gibt.

Ergebnis ein Jahr nach der Metallentfernung:

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Und noch der direkte Vergleich zwischen davor und danach:

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Ich hoffe, ich konnte euch durch den Erfahrungsbericht ein bisschen helfen. Besorgt euch auf jeden Fall eine Kinderzahnbürste, Creme für die Lippen und eine Tonne Papiertaschentücher. Lasst Euch unbedingt Rezepte für Lymphdrainiage und evtl. Logopädie verschreiben. Außerdem solltet ihr versuchen, dran zu bleiben, wenn ihr mit etwas nicht weiterwisst. Oft hat man das Gefühl, dass man den Ärzten mit Fragen auf die Nerven geht, aber ihr habt jedes Recht dazu, es geht schließlich um euch und ihr müsst mit den Folgen leben, wenn etwas schief geht. Viel Kraft und Geduld und nur so viel wie nötig über alles nachdenken! Alles Gute! :)

 

 

 

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Die Veränderung ist echt krass. Die Op hat sich bei dir echt gelohnt!

Wobei ich sagen muss das deine Schwellung schon heftig war aber ist wohl normal bei dem ganzen Metall das du eingebaut hattest. ;)

 

 

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Hi! Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und vor allem das du das auch auf Fotos festgehalten hast. So sieht man ja mal ungefähr was auf einen zukommen kann. 

Zu deinem Profil: Wahnsinn..Ein mega Ergebnis! Du siehst wirklich total toll aus!

Weiterhin gute Besserung und ich hoffe du gewöhnst dich doch noch gut daran.

Lg 

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