Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Gast

Dr. Klammert OKVV 12.09.2016

Vorweg sollte ich erwähnen, dass ich kurz vor der Op den Chirurgen gewechselt habe, da mein ursprünglicher Chirurg Dr. Fleiner erst im November Zeir gehabt hätte und mir das zu spät war. Weiterhin war ursprünglich eine Bimax geplant, jedoch rief mich dann eine Woche vor der Op Dr. Klammert an, der nun die Op durchgeführt hat, und mir berichtet, dass er nur den OK operieren möchte, da das ausreiche. Am Ende stand auf dem Plan 2mm OK vor, 3mm nach oben (Richtung Nase) und 1mm nach rechts.  Ich hab meine Op am 12.9 im Klinikum Augsburg hinter mich gebracht und würde euch gerne an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

Op Vorbereitungs-Tag

Ich war am Freitag im Kinikum zur Vorbereitung. Blut abgenommen bekommen, das Narkosegespräch geführt und dann meine Akte zur Station gebracht, an dem ich am Montag in der Früh mich melden sollte. Alles in allem war ich so ca. zwei Stunden unterwegs.

Op-Tag

Am Montag um 6 Uhr in der Früh fuhr ich mit meinem Freund ins Krankenhaus. Meldete mich auf der Station 7.8 an.  Nach der Op sollte ich auf die Station 9.5 kommen. Ich kam also erst mal auf der Station 7.8 auf ein Zimmer und durfte das hübsche Op Kleid anziehen und alle meine Sachen in einer Box verstauen, die fest verschlossen wurde und später auf mein Zimmer kommen sollte. Ich wurde gefragt wann ich das letzte Mal etwas getrunken und gegessen hatte und sollte mir den Mund mehrmals mit Chlorhexamed forte ausspülen und darauf dann die Beruhigungstablette zu mir nehmen bzw. sie unter meine Oberlippe legen.  Darauf bekam ich noch zwei Bändchen ums Handgelenk. Da stellte sich heraus, dass auf dem einen noch drauf stand, dass ich an beiden Kiefern operiert werden soll. Ich sagte der netten Schwester, dass sich das seit einer Woche geändert hatte und Dr. Klammert nur den OK operieren wollte. Sie sagte mir, ich sollte das unten bei der Op Vorbereitung nochmal erwähnen. Ich legte mich ins Bett, verabschiedete mich von meinem Freund und wurde runter zur Op Vorbereitung geschoben. Ich hatte zu dem Zeitpunkt echt bammel und war mega nervös. Sobald ich unten war kam direkt eine andere Schwester und rief laut „Bei der MKG Patienten steht was falsches auf dem Bändchen“ Somit wurde mein Bett erst mal zur Seite geschoben, weil Dr. Klammert erst kommen musste, um das zu bestätigen. Ich versuchte angestrengt wach zu bleiben, da ich mitbekommen wollte, was Dr. Klammert sagt. Ich hatte doch Angst, dass am Ende doch beide Kiefer operiert werden sollten. Beim Warten merkte ich irgendwann, dass ich aus Klo musste und fragte, ob ich nochmal aufstehen könnte. Das ging zum Glück ohne Probleme. Ich lag dann wieder in meinem Bett und sah die anderen Patienten, die alle langsam vorbereitet wurden und weiter geschoben wurden, während ich weiter warten musste. Das Positive dabei, ich lernte meine Anästhesistin und ihre „Gehilfin“ kennen. Nach dem Dr. Klammert gegen 8 Uhr kam und mir auch nochmal etwas Mut zusprach ging es dann ganz schnell. Es sollte doch nur eine OKVV durchgeführt werden, das Krankenhaus hatte anscheinend noch veraltete Informationen gehabt.  Ich wurde nochmal gefragt, wann ich das letzte Mal was gegessen und getrunken hatte und bekam dann noch eine hübsche Haube und wurde dann auch endlich weiter geschoben. Nun kam die Anästhesistin und fragte mich, ob ich mir schon einen Trum ausgesucht hatte. Sie legte mir dabei eine Maske aufs Gesicht, während die „Gehilfin“ einen Zugang an meiner Hand legte und das Narkosemittel spritzte. Mir wurde sofort schwumrig und schlecht. Nach sicher nicht mal einer Minute war ich dann weg.  Im Aufwachraum war ich mega genervt davon, dass ich so müde war und ich versuchte anscheinend ein paar Mal aufzustehen um die Müdigkeit abzuschütteln, aber sobald eine Schwester kam und mich wieder aufs Bett gedrückt hat, bin ich wieder eingeschlafen.  Irgendwann wurde ich auf mein Zimmer gebracht. Mir war unbeschreiblich heiß, so dass ich das Kühlpad eher dazu nutze gegen die Hitze zu kämpfen, anstatt damit mein Gesicht zu kühlen :D Ich legte mir das Kühlpad auf allen möglichen Körperteile (Beine, Bauch, Arme usw. xD) Ich weiß auch noch, dass ich mir dachte „Hoffentlich kommt mein Freund nicht“ Ich war einfach so müde und träge, dass ich mich nicht mit ihm beschäftigen wollte. Er kam aber letztendlich doch irgendwann und ich war da auch recht wach erstaunlicherweise. Ich fragte nach Wasser und bekam gleich ein ganzes Mittagessen. Ich war natürlich komplett verdrahtet und konnte den Kiefer nicht öffnen. Ich versuchte mit einem Strohhalm etwas zu trinken und sabberte mich prompt ein. Ich stellte in dem Moment auch fest, dass meine komplette rechte Gesichtshälfte taub war. Also wirklich von der Oberlippe bis nach oben zum unteren Augenlid war alles Taub. Mich belastete das in dem Moment so sehr, also das sabbern und nicht trinken können sowie das Taube gefühlt, dass ich anfing zu weinen. Mein Freund war total überfordert und versuchte mich zu trösten. Nach kurzer Zeit übermannte mich dann wieder die Müdigkeit und ich schlief wieder ein. Mein Freund fuhr wieder heim und versprach später nochmal nach mir zu sehen. Irgendwann am frühen Abend wachte ich wieder auf und hatte mords hunger. Mein Freund kam wieder und ich versuchte die kalten Suppen vom Mittag, die noch da waren, zu essen. Es gab jedes Mal eine Spargelcreme-,  Brokkolicremesuppe und eine Brühe. Die Cremesuppen waren leider jedes Mal zu dick, aus diesem Grund schüttete ich jedes Mal die Brühe zu den Cremesuppen, um sie zu verdünnen. Das essen klappte recht gut, auch wenn ich wirklich langsam vor ran kam. Meine Nase blutete auch permanent. Mein Bettzeug musste zwei Mal neu bezogen werden, weil ich es voll war mit Blutspritzern. Ein Zwei Mal beugte ich mich anscheinend zu weit vor, so dass plötzlich ein ganzer Schwall Blut aus meiner Nase kam. Ich musste mich auch zwei Mal umziehen.  Eine Freundin besuchte mich noch am Abend. Kurz vorm schlafen gehen bekam ich noch eine Infusion.  In der Nacht schlief ich kaum, da ich komplett mit aufrechtem Oberkörper schlafen musste. Sobald ich zu weit runter ging mit dem Oberkörper, merkte ich, wie das Blut mir hinten den Rachen runter floss und das war echt unangenehm. Und mit aufrechtem Oberkörper floss mir das Blut aus der Nase. Somit war an Ruhe kaum zu denken.

1. Tag Post-OP

Ich war schon um 6 in der Früh wach, weil ich kaum schlafen konnte. Irgendwann kam die Krankenschwester  legte eine Infusion und und nahm mich danach mit zum Ärztezimmer. Der Arzt schaute ich die Wunde an und stellte fest, dass meine Nase schief war. Er meinte aber, dass bei der ME das korrigiert wird. Ich ging wieder auf mein Zimmer und bekam das Frühstuck, dass aus einem Tee und einem hochkalorischem Drink bestand. Ich schaute fern, kühlte mein Gesicht und langweilte mich. Gegen Mittag kam mich wieder mein Freund besuchen und holte mir Schokoladenpudding mit, den wir mit Wasser so verdünnten, dass ich ihn trinken konnte. Vom Frühstuck wurde ich nicht wirklich satt. Irgendwann kam mich dann wieder eine Freundin besuchen und wir beschlossen raus zu gehen, damit ich bisschen raus kam und meine Zimmergenossin nicht allzu störte. Ich merkte aber schnell, dass mich das doch ziemlich ermüdete. Ich sorgte übrigens für viel Gelächter, wenn ich versuchte zu reden. Es war sehr warm die Tage und die Sonne schien auch richtig, was dafür sorgte, dass wir schnell wieder rein gingen. Wir besuchten das Bistro, da ich wieder Hunger hatte :D Danach ging meine Freundin wieder heim und mein Freund und ich auf mein Zimmer. Wir schauten zusammen fern und irgendwann kam das Abendessen. Danach ging mein Freund heim und ich bekam wieder kurz vorm schlafen gehen meine Infusion. Meine Nase blutete zwar etwas weniger stark als am Tag zuvor, aber sie blutete immer noch. In der Nacht schlief ich etwas mehr als am Tag zuvor, aber nicht besser.

2. Tag Post-Op

 Alles wie gehabt. Ich bekam wieder eine Infusion, die aber leider nicht richtig floss. Mein Handrücken schwoll an und die Schwester zog die Nadel aus meiner Hand. Ich besuchte den Arzt und er schaute sich alles an. Er sagte mir, dass ich voraussichtlich am nächsten Tag heim könne und es deswegen keinen Sinn mache nochmal einen Zugang zu legen und ich ab jetzt meine Medikamente mörsern soll und dann in Wasser einrühren sollte. Ich ging wieder auf mein Zimmer und nahm mein mageres Frühstuck zu mir. Nachdem die Nadel aus meiner Hand war, fragte ich, ob ich duschen könne und durfte endlich duschen. Jedoch wurde mir gesagt, dass ich nur lauwarmes Wasser nehmen sollte und darauf achten sollte dabei den Kopf nicht zu sehr in den Nacken zu legen oder zu sehr vorzubeugen. Das duschen tat echt gut. Ich war auch erstaunlicherweise immer noch kaum dick im Gesicht, auch meine Nase blutete schon viel weniger. Gegen Mittag kam wieder mein Freund und wir gingen wieder etwas raus. Danach suchten wir uns einen ruhigen Ort im Krankenhaus und schauten zwei Filme auf dem Laptop. Nach dem Abendessen führ mein Freund wieder heim und ich legte mich ins Bett. Irgendwann kam die Schwester mit einem Mörser und den Tabletten. Ich muss sagen, dass war so widerlich, dass ich mich fast übergeben musste.  Gegen Abend kam dann Dr. Klammert auf mein Zimmer und erkundigte sich wie es mir ging, ich zeigte ihm meine Nase, da mich das sehr störte. Ein Nasenloch war so in die Breite gezogen, während das andere normal war. Das sah und sieht immer noch bescheuert aus. Er meinte nur, dass ich noch etwas Abwarten soll, bis die Schwellung usw. weg ist. Danach schaute ich noch etwas TV und versuchte dann zu schlafen.  

3. Tag Post-Op

Nachdem Aufwachen machte ich mich sofort daran meine Sachen zu packen und mich ordentlich herzurichten. Also Haare machen und was Richtiges anziehen. Ausgerechnet heute, wo ich endlich heim durfte, ließ der Arzt auf sich warten. Ich musste nochmal die ekligen Tabletten mörsern und zu mir nehmen. Gegen Mittag durfte ich dann endlich zum Arzt. Er gab das OK und ich durfte heim. Ich rief meinem Freund an, dass er mich abholen könne. Ich bekam nochmal Nasentropfen, Mundspülung und Schmerzmittel mit. Mein Freund kam und ich nahm meine Sachen verabschiedete mich und führ glücklich heim. Zuhause ist es doch schöner. 

1. Woche Post-OP

Die Fäden und die Verdrahtung wurden entfernt. Der Spint blieb drin, er war fest mit Draht am OK befestigt. Ich bekam vier Gummis eingehakt. Ich fragte, was ich nun essen könne und bekam als Antwort „Sie können sogar schon ganz weiche Pizza kauen“ ich freute mich darauf so sehr und konnte gar nicht schnell genug Heim. Auch wenn ich jetzt nur eine Woche Suppendiät hinter mir hatte, vermisste ich es schon richtig essen zu können. Ich machte mir einen Erdnuss-Bananen-Porridge und wurde bitter enttäuscht. Ich bekam den Mund kaum genug auf, um überhaupt den Löffel in den Mund zu bekommen. Dann schaffte ich es auch kaum den Porridge zu schlucken. Ich war frustriert und brauchte fast drei Stunden für eine kleine Schüssel. Mein Gesicht war immer noch taub, jedoch hatte das Nasenbluten so gut wie aufgehört. Ich hatte jedoch in der ersten Woche nach der OP extremen Druck im Gesicht. Ich hatte das Gefühl, dass ich eine Nebenhöhlenentzündung hatte. Jeden Tag Kopfschmerzen und alles war im Gesicht und Kopfbereich angespannt.

2. Wochen Post-OP

Der Splint wurde entfernt. Dr. Klammert fiel dann auch auf, dass mein UK nach links zog und somit die Mittelinie wieder nicht passte. Er befestigte darauf die Gummis so, dass sie den UK nach rechts zogen und meinte, er würde mal abwarten was mein KFO dazu sagt. Also das Nasenbluten hat jetzt komplett aufgehört, genauso wie der Druck auf den Nasennebenhöhlen und die Kopfschmerzen. Angeschwollen im Gesicht bin ich auch überhaupt nicht mehr. Essen tue ich weiterhin nur Brei, wobei ich schon versucht habe ganz weiches Toastbrot mit Marmelade zu essen. Ich habe es dabei ganz klein geschnitten und die kleinen Stücke vorsichtig gekaut. Es lief ganz gut, wobei ich da noch etwas Angst habe. Die Gummis sind sehr schmerzhaft, weil sie jetzt auf einzelne Zähne verstärkt Druck ausüben. Ich hab dadurch echt Zahnschmerzen. Ich bekomme den Mund jetzt etwas besser und weiter auf, jedoch noch nicht ganz ohne Schmerzen. Rechts am Kiefergeleng hab ich dann oft einen ziehenden Schmerz, wenn ich versuche den Mund aufzumachen. Ich habe auch mittlerweile am Gaumen, bisschen weiter hinten, eine kleine Beule/Hubbel, der manchmal etwas weh tut und sich seltsam anfühlt. Da weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Wenn ich die Gummis fürs Essen rausnehme fällt mir auf, dass ich ganz anders zusammen beiße. Ich hab dann das Gefühl, dass meine Zähne noch weniger aufeinander passen als vor der Op. Mein Freund meint ich soll mal Abwarten, weil ja noch was passiert und das ja nicht das endgültige Resultat ist. Aber ich hab dennoch Angst, dass die OP alles verschlimmert hat. Wenn ich ganz normal zusammen beiße, habe ich das Gefühl dass rechts die Backenzähne frontal aufeinander liegen und vorne die Schneidezähne sowie die Backenzähne links sich gar nicht berühren. Ich hab dann auch eine Lücke zwischen meinem OK und meinem UK, so als wäre mein OK zu weit vorne. Wenn ich jedoch meinen UK leicht vor schiebe passen die Zähne viel besser aufeinander und die Lücke verschwindet. Ich habe dann jedoch das Gefühl eines vorstehenden Kinns. Wenn ihr versteht, wie ich das meine. Ich hatte vor der OP schon oft ein Kieferknacken (Ich habe das erst, seit der KFO Behandlung) ich hatte gehofft, dass es nach der OP weg gehen würde, aber das Knacken ist leider immer noch da. Alles in allem bin ich zur Zeit ziemlich unzufrieden, mit meiner schiefen und zu breiten Nase und meinen Zähnen, die immer noch nicht aufeinander passen. Den nächsten Termin beim KFC habe ich wieder in zwei Wochen, davor habe ich noch meinen ersten Termin beim KFO nach der OP. Ich bin schon gespannt, was er sagt. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Moin Anni,

dass das Ganze ewig dauert, muss dir doch klar gewesen sein. Ich finde er interessant zu lesen, wie unterschiedlich das gehandhabt wird nach der OP. Ich war mehr als einen Tag auf der Überwachungsstation mit Vollverkabelung und durfte überhaupt nicht aufstehen. Essen und trinken gab es auch erst am Tag nach der OP am Mittag. Und auch deine frühe Entlassung, Chapeau!

Und ich gebe deinem Freund Recht, warte ab, und wegen der Mundöffnung, frage doch nach KG. Mein KFC stellt mir das aus, aber frühestens 2 Wochen Post-OP und auch erst einmal nur Lympdrainage.

Wünsche dir weiterhin gute Besserung.

 

LG Lana

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Halo liebe Lana,

Mir war schon bewusst, dass die Heilung Zeit in Anspruch nehmen wird, aber nachdem entschieden würde, dass nur ein Kiefer operiert wird, dachte ich schon, dass es etwas schneller gehen würde. Ich bin zudem auch noch ein sehr ungeduldiger Mensch :D Ja ich war auch etwas überrascht, als ich direkt nachdem aufwachen ein ganzes Mittagessen hingestellt bekommen hab, da ich ja auch nur nach Wasser gefragt hatte.  Im Endeffekt war ich vier Tage im Krankenhaus, ich finde das eigentlich vollkommen ausreichend, da ich ja nur am OK operiert wurde und auch alles ohne Komplikationen ablief. 

Ich werde meinen Chirurgen beim nächsten Termin mal darauf ansprechen. 

Vielen Dank, ich hoffe auch, dass alles schnell abheilt.

liebe Grüße 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0