Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Daumenlutscher

Die Hölle

Hallöchen,

am 16.06. hatte ich meine GNE + Extraktion von 3 Weisheitszähnen, davon 2, die ziemlich tief im Unterkiefer quer lagen und anschließend genäht wurden - hier kommt mein Erfahrungsbericht ;-)

Ich kam morgens ins Bad Homburger KH und sollte auch gleich als Zweites drankommen, also ging alles recht fix. Aufgeregt war ich eigentlich nicht, das wurde ich erst als der Anästhesist die Vene nicht traf und im Arm herumstocherte (dabei hab’ ich so schöne Venen). Als ich aus der Narkose aufwachte, bekam ich gleich ein Schmerzmittel und hatte eigentlich kaum Schmerzen, den Rest des Tages war ich ziemlich schlapp und müde. Auch am nächsten Tag waren die Schmerzen dank der Schmerzmittel (ich bekam 2 mal täglich Novalgin-Tropfen und für die Nacht Voltaren, wirkte jeweils schon nach ca. 20 Minuten) ziemlich erträglich, die Suppen, die es morgens, mittags und abends gab, schmeckten (zu dem Zeitpunkt NOCH) recht gut und das KH-Personal war sehr nett. Bemängeln kann ich nur, das man null aufgeklärt wurde über die Wahl der Schmerzmittel -> besonders in Bezug auf das umstrittene Novalgin. In der nächsten Nacht träumte ich das erste Mal von der Frühstücks-Mittags-und-Abendessen-Suppe…

Samstag morgen durfte ich dann nach Hause gehen, bekam auch noch einige IbuHexal und Voltaren mit nach Hause und verbrachte das Wochenende damit, meine Schwellungen zu kühlen. Schmerzmittel nahm ich zuerst wie gehabt 2 mal täglich (hielt immer so 4-6 Std. an) und für die Nacht eine Voltaren, ab Dienstag fühlte ich mich richtig fit und es ging mir so gut, dass ich auf eine IbuHexal morgens reduzierte und aufgrund von kaum Schmerzen für die Nacht gar nichts mehr einnahm.

Mittwoch stellte ich fest, dass die Fäden der Weisheitszähne (oder dort, wo diese mal waren) ziemlich eklig schmeckten. Naja, musste wohl an dem selbstauflösendem Material liegen, dachte ich. Mittwoch nachmittag dann wieder Schmerzen…also wieder Schmerzmittel eingeworfen. Donnerstag war ich dann in der Praxis in Bad Homburg zum Fäden ziehen, dabei kam lt. Doc etwas Eiter aus einer der Wunden, schien aber nicht weiter beunruhigend zu sein, denn ich bekam kein Antibiotika und auch die Tatsache, das ich nach einer Woche immer noch (oder schon wieder) ziemliche Schmerzen im Unterkiefer hatte, schien nicht weiter ungewöhnlich zu sein. Im Laufe des Donnerstag wurde der eklige Geschmack im Mund (etwa vergleichbar mit einem Schnitzel, das 10 Tage in der Sonne lag) immer schlimmer – nanu, die Fäden waren doch gar nicht mehr da ?! Bei Selbstuntersuchung vor’m Spiegel sah ich dann, das aus den Wunden eine Art Wundwasser (Eiter?) lief, welches den üblen Geschmack verursachte. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, die Nacht war kaum erträglich – Freitag Anruf in der Praxis, handelt sich wohl um eine Entzündung, also doch Antibiotika. Dies besorgte ich mir dann nachmittags beim Zahnarzt, der die Wunden auch noch mal spülte. Dann begann das, was meiner persönlichen Vorstellung von der Hölle entspricht…

Freitag nacht schrie ich vor Schmerzen das ganze Haus zusammen (zerschmetterte nebenbei noch ein Kühlkissen) und brachte es – wenn überhaupt – insgesamt auf ca. 2 Std. Schlaf. Schmerzmittel alle 3 Std, half aber nich wirklich. Also Samstag morgen Anruf auf dem Nothandy und Besuch in der Praxis: Wunden gespült, Streifen eingelegt und Antibiotika gewechselt. Schmerzmittel kann ich bei Bedarf ruhig erhöhen lt. Doc. Die Wunden selbst tun eigentlich gar nicht weh, sondern der ganze linke Unterkiefer, vom Ohr ab bis zum Kinn. Samstag Mittag wieder so unerträgliche Schmerzen, dass wir in die Uniklinik zur zahnärztlichen Notfallambulanz fahren (zum ersten Mal in meinem Leben wünsch ich mir eine stationäre Behandlung !) – 3 Ärzte zucken nur mit den Schultern und sagen mir, man könne nix machen außer Schmerzmittel und hoffen, das das Antibiotika wirkt….Auf dem Nachhauseweg besorg ich mir in der Notapotheke das umstrittene (mittlerweile mir vollkommen egal - her mit dem Zeug!!!) Novalgin, zum Glück hatte ich vom Hausdoc für den Notfall (der war jetzt!!) ein Rezept dafür. Das nahm ich auch gleich zuhause, wirkte aber nur eine Stunde - wieder musste ein Kühlkissen dran glauben (die platzen aber auch sofort, wenn man sie gegen die Wand wirft….) Also noch mal Anruf beim Doc, was tun ? Offensichtlich hat sich der Nerv entzündet, da dieser sehr nah am Weisheitszahn lag. Stationäre Aufnahme bringt nich viel, da die dort ja auch nur Schmerztherapie machen können, und das könne ich auch zuhaus, also Dosis der Schmerzmittel verdoppeln plus Novalgin. Ok, wirkte auch prima – hach, was ist das schön, wenn der Schmerz nachlässt, endlich….die Welt ist schööön, ich sehe rosa Elefanten ;-) Hielt aber auch nur 4 Std. an, also bin ich mittlerweile bei der 3fach erhöhten Dosis der Packungsempfehlung, aber mir bleibt nichts anderes übrig. Ich glaube, das sind die schlimmsten Schmerzen, die ich je in meinem Leben hatte, direkt gefolgt von den 48 Std. nach dem Lasern meiner Augen. Ich denke zunächst, was bin ich doch für ein Weichei geworden, bis ich ein bisschen im I-net lese und auf den Trigeminusnerv (eine Abzweigung davon geht durch den UK) stoße. Ich lese, dass eine Trigeminus-Neuralgie zu den schlimmsten Schmerzen überhaupt zählt und es bei den betroffenen Patienten sehr häufig zur Selbsttötung kommt. Kann ich nachvollziehen.

So verbringe ich also ziemlich zugedröhnt das Wochenende. Gestern wieder in die Praxis, Lokalanästhesie, alles wird taub – nur der Schmerz geht nicht weg, also evtl. doch das Kiefergelenk ? Habe ziemliche Arthrose, vielleicht ist durch die OP ein Stein ins Rollen gekommen ? Oder durch das tägliche Aufdrehen der GNE? Ich fühle am UK aussen und innen eine kleine Beule…könnte verhärtete Muskulatur sein, oder vergrößerte Lymphknoten ? Was auch immer es ist, die Schmerzen sind nach wie vor da, Antibiotika leer und mein Magen rebelliert von den dauernden Schmerzmitteln. Psychisch bin ich auch ziemlich am Ende. Wenn ich mal einen Feind habe, dem ich wirklich Böses wünsche, dann empfehle ich ihm eine Kiefer-Behandlung ;-)

Heute Nachmittag gehe ich zum MRT, ich hoffe dass man dort sehen kann, woher diese unklaren höllischen Schmerzen kommen…

Bis demnächst,

DL

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

hmmm das klingt ja alles sehr erschreckend. ich hatte 2002 ne Weisheitszahn OP, wo mir alle 4 Zähne gezogen werden sind, wovon 3 tief verankert waren. Ich hatte keine Schmerzen, keine Schwellung oder Sonstiges. Ich konnte am 2. Tag noch Hause und habe nach einer Woche wieder richtig zugelangt mit dem Essen :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Daumenlutscher!

Oh je, dass tut mir echt leid! Meine Mutter hatte mal eine Trigeminus-Neuralgie. Allerdings nach einem Herpes. Das war wirklich sehr heftig! Ich dachte sie geht gleich mit dem Kopf durch die Wand!

Ich wünsche Dir auf jeden Fall ganz viel gute Besserung und drücke die Daumen, dass Du bald weißt was da los ist.

Berichte mal was das MRT ergeben hat.

Wenn Du magst frage ich meine Ma nochmal ob sie damals was gefunden hat was ihr half. Vorrausgesetzt Du hast wirklich was am Trigeminus Nerv.

Sonnige Grüße und halt die Ohren steif

Cat

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Daumenlutscher!

Oh je,das hört sich ja übel an!Hoffentlich ist es seit heute morgen etwas besser.

Du hast Dir die Augen lasern lassen?Toll,das ist meine nächste Op.

Ciao toni

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hey, das kling wirklich mies. Also meine 8ter rauskamen, liefs super.

Ich kann aber, wenn ich ehrlich bin, nicht verstehen, warum dir dein Arzt kein Antibiotika von Anfang an verschrieben hat.

Es ist im Grunde ja eine relativ große Wunde! Ist mir unbegreiflich!Baldige Genesung wünsche ich!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

normalerweise verschreibt man keine antibiotika, weil sie nomalerweise nicht nötig sind. nur im falle einer bakteriellen entzündung wendet man sie an. (zur info: man behandelt i.d.r. nicht prophylaktisch mit antibiotika, da sonst die wirksamkeit gefährdet wird).

aber gute besserung daumenlutscher!!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@korbinian:

da möcht ich aber jetzt schon widersprechen. antibiotika werden in jedem chirurgischen fach sehr oft prophylaktisch gegeben, als sogenannte "abschirmung". je nach operationsart als "single shot" in einmaliger form schon während der OP, oder auch über mehrere tage.

LG

S

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Daumenlutscher,

wie gehts Dir denn mittlerweile? Ohne Dich zu kennen, mache ich mich richtig Sorgen um Dich.

Lass uns doch mal wissen, ob es Dir besser geht, oder ob Du wenigstens ein Schmerzmittel gefunden hast, das wirkt?!

Ich bin mir sicher, alle hier drücken Dir die Daumen.

Viele Grüße,

sub

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

vielen Dank für eure Antworten ! Leider hat das MRT auch nichts ergeben, es war keine Entzündung (mehr?) zu sehen und auch die Kiefergelenke sind wohl soweit "ok". Also immer noch kein Plan, woher die Schmerzen kommen... Allerdings ist es etwas besser geworden, ich brauche nicht mehr so viele Schmerzmittel :)

Links unten am UK ist immer noch diese harte Beule, das könnte laut Doc verhärtete Muskulatur oder ein Bluterguß sein, der auf den Nerv drückt. Aber da könne man eh nichts machen...

Ich selbst vermute ja, das das Aufdrehen der GNE eine große Rolle spielt. Von wegen nicht schmerzhaft - ich habe noch Stunden danach einen wahnsinnigen Druck im ganzen Kopfbereich und bekomme auch fast immer Kopfschmerzen, ich kann mir vorstellen, dass das dann auch auf die Kiefergelenke geht und dort Schmerzen verursacht. Vorgestern hat es nachts aus heiterem Himmel im Oberkiefer laut geknackst und ein Stich hat sich bis zum Ohr gezogen. Außerdem geht die Schraube sowas von schwer zu drehen, das kostet wirklich richtig Kraft, ich hab echt Angst, dass mir der Schlüssel dabei abbricht ! Ist das alles normal ?

Liebe Grüße,

DL

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Daumenlutscher!

Schön, dass es Dir etwas besser geht!

Ob das alles normal ist kann ich Dir nicht sagen, aber bei mir waren die Schrauben im OK und UK auch so schwer zu drehen. Da braucht man richtig Kraft für. Ich denke das ist normal. Bei mir ging der Druck nach dem Aufdrehen aber recht schnell wieder weg.

Drücke Dir die Daumen, dass es jetzt jeden Tag besser wird und die Beule ganz schnell verschwindet.

Sonnige Grüße

Cat

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0