M.K.

Ein kleiner Bericht über eine gelungene OP

Hallo zusammen!

Auch ich hatte im letzten Jahr eine Operation am Unterkiefer und will Euch heute gerne von meinen Erfahrungen über die OP berichten.

Aber erst mal etwas zu meiner Person...

Mein Name ist Michael und ich bin ein 20 jähriger Programmierer aus Coburg. In den letzten 5 Jahren haben mich mein frontaler offener Biss und meine "etwas" schief gewachsenen Schneidezähne so stark gestört, dass ich mich im Sommer 2005 dazu entschied, dem ganzen ein Ende zu setzen und mir den Kiefer richten zu lassen.

Ganz am Anfang der Behandlung wurde mein zu schmaler Oberkiefer mit einer sog. Quadhelix (...am besten mal auf Google ein Bild davon suchen) auf eine normale Breite gedehnt. Das ganze dauerte etwa ein halbes Jahr und war überhaupt nicht schmerzhaft, da der Prozess relativ langsam voranging. Jedoch fiel mir das normale Essen und das Reden ziemlich schwer, da diese Apparatur relativ viel Platz in der Mundhöhle beansprucht.

Im Januar 2006 bekam ich dann zusätzlich sowohl am Ober- als auch am Unterkiefer eine feste Zahnspange eingesetzt, die mir das Leben nicht gerade sehr erleichtert hat (sowohl optisch, als auch von der Pflege her :roll: ).

Letztendlich war es dann im August 2006 soweit, dass meine Zähne gerade waren und mein Oberkiefer die richtige Breite hatte.

...Jedoch war da noch die Sache mit dem offenen Biss, den man mit der Zahnspange nicht schließen konnte. Deshalb überwies mich meine Kieferorthopädin an Prof. Dr. Dr. Dr. Lindorf in Nürnberg, dessen Aufgabe es jetzt war auch noch das letzte Problem operativ zu lösen.

Prof. Lindorf entschied sich - unter anderem auch aus ästhetischen Gründen - dazu, mich nicht am Ober-, sondern am Unterkiefer zu operieren. Bei der Operation sollte nun der Unterkiefer durchtrennt, etwas nach hinten versetzt und vorne nach oben gedreht werden.

...Wie man sich sicher vorstellen kann hat mir diese Vorstellung nicht gerade gefallen, zumal es auch noch meine erste OP sein würde. Auch die Vorstellung, dass bei einem versehentlichen Durchtrennen eines Nerven mein halbes Gesicht ohne Gefühl wäre, flößte mir nicht wirklich Mut ein. Hinzu kam dann noch die Befürchtung, dass ich nach der Operation höllische Schmerzen haben würde (allein schon deshalb, da ich wusste, das meine Zunge nach der OP vorübergehend an einem Faden befestigt wird, damit ich nicht ersticke). Und auch der Gedanke, mich mehrere Wochen nur von Brei ernähren zu können bekam mir sprichwörtlich nicht gut.

Am 15.Oktober 2006 kam ich im Klinikum Hallerwiese in Nürnberg an und wurde gleich am nächsten Morgen - nachdem ich mir fast die ganze Nacht über Sorgen gemacht habe - operiert. Die OP verlief glücklicherweise ohne Komplikationen. Als ich aufwachte merkte ich sofort, das meine Backen um das doppelte angeschwollen waren und ich meinen Mund aufgrund des eingesetzten Splints und der für mich bis dahin unbekannten Gummizüge nicht richtig öffnen konnte. Ansonsten spürte ich im Gesicht überhaupt nichts. Den restlichen Tag verbrachte ich komplett ohne etwas zu essen in meinem Bett und kühlte rund um die Uhr meine Backen. Am Abend konnte ich dann meinen Mund schon wieder etwas besser bewegen und eine Schwester zog mir den Faden aus der Zunge.

Am nächsten Morgen (17.10.2006) bekam ich früh eine fahrbare Halterung für meinen Tropf, und grünes Licht, um aufzustehen. Mein erster Weg führte sofort ins Badezimmer, wo ich mich zum ersten Mal nach der OP selbst im Spiegel sah und - abgesehen von der Tatsachen, das ich Hamsterbacken hatte - vom Resultat der OP begeistert war. Zum ersten seit ich denken kann hatte ich absolut gerade Zähne. :-)

Interessant zu erwähnen ist auch, das weniger mein Gesicht, sondern viel mehr fast mein gesamter Oberkörper grün und blau war. Meine erste Mahlzeit mit gebrochenem Kiefer (Pudding) erwies sich, wie auch alle späteren Mahlzeiten als etwas problematisch, da ich den Splint nicht herausnehmen durfte. Das Ergebnis war, das etwa 50% des Essens neben meinem Mund landete :-D Im Laufe des Tages kam dann auch langsam wieder das Gefühl in meine Backen zurück.

In den darauf folgenden Tagen lief im Prinzip alles nach folgendem Schema ab:

kühlen, essen, kühlen, Trombosespritze, kühlen, Visite, kühlen, usw.

Am 21. Oktober wurde ich dann endlich aus dem Krankenhaus entlassen. Mein Gesicht blieb zwar noch über eine Woche lang angeschwollen, aber ich hatte keine Schmerzen und meistens volles Gefühl in den Backen. Nur ab und zu setzte der Nerv kurz aus. Das Essen und Sprechen gelang mir aufgrund des Splints zwar nicht immer so, wie ich es gewohnt war, aber mit der Zeit gewöhnte ich daran.

8 Wochen nach der OP wurde ich dann auch noch vom Splint befreit, sodass ich wieder völlig normal sprechen und mit wenigen Ausnahmen auch wieder ganz normal essen konnte.

Bis heute hat sich daran auch nichts weiter geändert:

-> ich kann wieder normal essen

-> ich kann wieder normal sprechen

-> ich hab keine Schmerzen

-> ich und alle meine Bekannten und Verwandten sind vom Ergebnis her begeistert.

Zum Abschluss meines kleinen Berichts bleibt zu sagen, das man sich nicht von Horrorgeschichten über misslungene Operationen einschüchtern lassen sollte. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Risiken einer Operation im Gesicht ist zwar wichtig, jedoch sollte man auch die positiven Folgen mit in die Entscheidung über eine mögliche Operation einbeziehen.

Ich selbst bin mit meinem Ergebnis höchst zufrieden und muss sagen: "Das Schlimmste an der ganzen Behandlung waren die übertriebenen Sorgen vor der OP."

Ich hoffe, ich konnte den Unentschlossenen unter Euch eine kleine Entscheidungshilfe geben und wünsche allen, die es schon hinter sich gebracht haben gute Besserung!!!

Macht's Gut! Ciao!

Michael

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Hallo Michael,

hey, es werden ja hier immer mehr Lindorf-Patienten. Danke für deinen ermutigenden Bericht !!! Hoffentlich wird meiner mal so ähnlich!! Ich bin nämlich auch bei ihm in Behandlung. Ich hab jetzt seit gut nem halben Jahr meine feste Zahnspange und werde voraussichtlich in gut einem Jahr vom Prof. Lindorf operiert. Da machen solche Berichte wie deiner richtig Mut!!!

Ich hoffe, bei dir bleibt alles so gut!!

Danke nochmal für den Bericht.

LG, Johanna

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Hey Michael...

... Erst mal ein großes Lob für deinen Bericht! Fand ich wirklich super interessant. Ich wurde letztes Jahr im April am UK operiert, auch Rückverlagerung. Allerdings habe ich nicht ganz verstanden, was du mit dem "Faden durch die Zunge" meintest. Ich weiß zwar, dass man ziemlich viele Haken und Apparaturen im Mund hat, geht ja auch nicht anders, aber von nem Faden durch die Zunge hab ich noch nie was gehört. Tat das nicht tierisch weh?!

Würde mich freuen, wenn du mir das mal ein bischen genauer beschreiben könntest.

Liebe Grüße: Lena

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Hi zusammen!

@Johanna

Danke für Dein Lob! Ich wünsch Dir jetzt schon alles Gute für deine OP! Das wird schon!

@Lena

Auch Dir danke ich recht herzlich für Dein Lob!

Um zu Deiner Frage zu kommen...

Bei mir wurde gegen Ende der OP (also noch in Narkose) ein kleiner ganz dünner Faden durch die Zunge gezogen (etwa 1cm von der Zungenspitze entfernt) und dann vorne an der Zahnspange befestigt. Der restliche Faden hat mir dann so 7cm aus dem Mund gehangen. Beim Ziehen hat die Schwester den Faden zuerst kurz vor der Zunge abgeschnitten, sodass das Durchziehen ziemlich schnell erledigt war. Ansonsten war es zu ertragen...es hat eigentlich nur kurz gepiekst.

Viele Grüße!

Michael

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Aber aus welchem Grund hast du diesen Faden gekriegt??

"damit ich nicht ersticke" hat Michael geschrieben. Das dürfte aber nicht üblich sein (das mit dem Faden, und das mit dem Ersticken wohl auch nicht ;)), zumindest kann ich mich nicht Erinnerin hier und sonst irgendwo davon gelesen zu haben.

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da wir in letzter Zeit sehr viel gelesen haben über die verschiedenen Probleme bei diesen OP`s, haben wir heute eine ganz frische Info für Euch.

Ich hatte diesen Faden auch in der Zunge, jetzt vor kurzem [ OP bei Prof. Lindorf in Nürnberg ] und den habe ich grad eben gefragt, warum er diesen Faden verwendet. Grad eben heißt, dass ich heute zum Kontrolltermin bei Ihm gewesen bin.

Ganz einfach: es wäre eine zusätzliche Sicherheit, dass wenn etwas passieren sollte [ erbrechen etc. ] jeder in der Lage ist, die Zunge aus der Gefahrenzone zu ziehen - simpel, aber genial!

Kerstin [ UK-Vorverlagerung um 8mm ]

"damit ich nicht ersticke" hat Michael geschrieben. Das dürfte aber nicht üblich sein (das mit dem Faden, und das mit dem Ersticken wohl auch nicht ;)), zumindest kann ich mich nicht Erinnerin hier und sonst irgendwo davon gelesen zu haben.

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Erstmal...Hallo zusammen!

Was soll ich da noch sagen, außer: Genau das ist der Sinn!

Scheinbar verwendet Prof. Lindorf diese Methode schon seit längerer Zeit, da ein Kollege von mir vor knapp 2 Jahren am Unterkiefer operiert wurde und damals auch schon einen Faden durch die Zunge bekam. (Und mir damit Angst machen wollte 8) )

MFG

Michael

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Das ist ja interessant.

Prof. Paulus (bei dem ich operiert werde) arbeitet glaub ich mit Prof. Linddorf zusammen, da muss ich ihn glatt mal fragen ob er das auch macht ;-)

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Hallo Michael !!

Ich konnte leider noch nicht früher antworten, aber trotzdem danke für deine Erklärung. Bin jetzt auf jden Fall schlauer als vorher!!

Naja, Sicherheit ist eben wichtig und solange es nur kurz gepiekst hat, ist es ja nicht so schlimm, obwohl es sich umso schlimmer anhört... =)

Lena

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Gefragt hab ich ihn nicht, aber sie sind so etwa im gleichen Alter und ich hab mal gehört, dass sie wohl meist einer Meinung sind oder so.

Weiß leider nicht mehr aus welcher Quelle ;-)

Wieso, ist das wichtig für dich?

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