anja

Bimax-OP am 06.02. in Bonn

Hallo,

ich bin durch Zufall ein paar Tage vor meiner OP auf diese Seiten hier gestoßen und war fasziniert wieviele Leidensgenossen es gibt. Ich hatte vorher keine Ahnung und lese mich jetzt fast jeden Abend völlig fasziniert hier durch. Es tut gut zu sehen man ist nicht alleine. Deswegen auch jetzt meine Geschichte: Ich trage nun schon seit 3 Jahren eine feste Klammer und bin vor 4 Wochen operiert worden. Und zwar wurde der OK 1mm nach vorne und höher gesetzt und der UK 8 mm nach vorne und etwas nach links.

Nun aber zu meiner OP: Montags bin ich in die Uni-Klinik Bonn gefahren. Ich saß die ganze Zeit auf meinem Zimmer und wartete auf die verschiedenen Ärzte. Als dann irgendwann mein Freund und mein kleines Töchterchen nach Hause fuhren, war ich doch mehr als aufgeregt und habe sehnsüchtig auf den Abend gewartet um endlich eine Beruhigungstablette zu bekommen. Damit konnte ich dann allerdings auch wirklich sehr gut schlafen.

Morgens habe ich mich dann auch direkt in mein OP-Hemdchen geschmissen. Kurz darauf kam auch schon das berühmte Pillchen und ich wurde in den Flur gefahren. Das war es dann leider auch schon, denn nach einer kurzen Diskussion zwischen den Schwestern kam ich wieder zurück auf mein Zimmer. Ich muß zugeben das mir das schon ziemlich egal war, ich habe einfach ein bißchen geschlafen. Als ich aufwachte war es schon 11 Uhr und ich lag immer noch in meinem Zimmer. Ich bin direkt ins Schwesternzimmer gegangen um dort zu erfahren das es nicht klar war ob ich noch drankomme wegen eines Notfalles. Zurück auf meinem Zimmer habe ich erstmal zu Hause angerufen um die Neuigkeiten mitzuteilen. Aber schon während des Gesprächs wurde ich dann doch geholt. Aus dem OP weiß ich nicht viel. Ich habe noch ein bißchen Small-Talk gemacht mit der Anästhesistin, bis sie mich plötzlich angrinste und sagte: "es wirkt schon, oder?" Dann erinnere ich mich erst wieder daran das ich angesprochen wurde und nur dachte: Jawohl, ich hab`s tatsächlich endlich geschafft!!!! Den ganzen Tag habe ich mehr oder weniger verschlafen. Mein Freund war zwar da, aber reden konnte ich sowieso nicht viel, wg. verdrahtetem Mund. Schmerzen habe ich tatsächlich überhaupt nicht gespürt, aber die Magensonde und der zugebundene Mund waren schon störend. Außerdem hatte ich Kreislaufprobleme, vermutlich von der Narkose. Aber hauptsächlich war ich wirklich nur glücklich es endlich hinter mir zu haben.

Mittwoch und Donnerstag waren ziemlich gleich. Überhaupt keine Schmerzen, aber der Kreislauf mußte noch in Schwung kommen. Ich bin dann ein bißchen über den Flur gelaufen, was aber auch nicht spaßig war, wegen den Blutflaschen links und rechts hinter den Ohren. Mein Aussehen war natürlich nicht so prima, und während die Ärzte begeistert waren, konnte ich mir noch gar nichts unter diesem geschwollenen Ball auf meinem Hals vorstellen. Aber die Narkose hat mich scheinbar in eine sehr gelassene Stimmung versetzt. Ganz abgesehen davon das mir das Aussehen noch relativ egal war, konnte ich mich eh für sehr wenig interessieren. Am liebsten habe ich den ganzen Tag vor die Wand gestarrt. Klar habe ich mich total über Besuch gefreut, war aber auch froh wenn ich wieder alleine war. Das hat mich schon sehr angestrengt. Ich konnte auch immer deutlich spüren wie mich das Sprechen anstrengte. Wenn es anfangs noch ganz gut klappte, wurde es doch schnell immer undeutlicher.

Freitag kam dann wieder ein bißchen mehr Leben in mich. Bestimmt weil ich endlich die blöden Flaschen losgeworden bin. Ich bin mal rausgegangen, wollte ein bißchen spazieren, habe aber nach 5 Min. wieder aufgegeben. Mittlerweile war ich auch von der Magensonde sehr genervt und habe mit dem Arzt um den Abnahmetermin gehandelt. Ich wollte Samstag, er Sonntag. Geeinigt haben wir uns dann auf Samstag abend.

Samstag fing dann furchtbar an: Ständig mußte ich würgen, weil mich die Magensonde plötzlich furchtbar störte. Das Würgen verursachte mir schreckliche Angst, weil meine Kiefer ja zusammengebunden waren. Ich bin schnell zu den Schwestern gelaufen und die erkannten mein Problem sofort und "rissen" mir die Sonde raus. Sofort war alles wieder gut! Und das Beste war das ich vorher schon Angst hatte vor diesem Moment und dann kam alles viel schneller und schmerzloser als erwartet. Und so entwickelte sich dieser Samstag dann zu meinem besten Tag. Ich konnte zuhause anrufen und sagen das ich endlich meine Tochter sehen kann! Ich wollte nicht das sie mich mit irgendwelchen Schläuchen im Gesicht sieht. Ich dachte eine Mama mit geschwollenem Gesicht, die nicht reden kann ist Schock genug. Na ja, nachdem wir uns endlich gesehen hatte und sie mich auch erkannte und sich freute war bei mir scheinbar auch ein Knoten geplatzt. Auf einmal war die Welt viel besser. Jetzt wollte ich nur noch "gesund" werden. Aber trotz diesem Wunsch blieb mein Gesicht geschwollen und ich konnte immer noch nichts erkennen...

Sonntag habe ich dann zum letzten Mal Schmerzmittel genommen. Damit hätte ich vorher niemals gerechnet, aber ich habe wirklich niemals Schmerzen gespürt. Statt dessen fing schon das Kribbeln an, was auch eine nette Erfahrung war... Vor allem freute ich mich weil das ja nur bedeuten konnte das da schon Gefühl zurückkam!

Den Montag kann ich auslassen, weil es eh nichts Dolles gab. Aber Dienstag war endlich Entlassungstag. Und nicht nur das, sondern endlich wurden die Kiefer auch aufgemacht!! Ein tolles Gefühl endlich die Zähne so gut es geht putzen zu können! An`s Reden mußte ich mich erst gewöhnen, ich habe glatt vergessen den Mund aufzumachen... Bei der Abschlußuntersuchung war der Arzt dann sehr überrascht von mir, weil 1.die Schwellung nicht mehr so doll war, 2. gar keine Verfärbung mehr da war und 3. ich schon sehr viel Gefühl hatte. Seiner Meinung nach hätte man im Normalfall nach 3 - 4 Monaten erst wieder so viel Gefühl. Das freute mich natürlich sehr, allerdings nicht mehr beim Fädenziehen, aber das ist eine andere Geschichte.

Zuhause hatte ich dann einen totalen Tiefpunkt. Ich fand mich häßlich, wollte nicht unter Menschen und alles war doof. Mittwoch war es ganz schlimm. Zu allem Überfluß hatte ich am nächsten Tag Geburtstag und wollte eigentlich niemanden sehen. Ich hätte den ganzen Tag heulen können.

Und dann kam mein Geburtstag. Ich wachte morgens auf und ging erstmal zum Spiegel (ist schon lustig morgens immer mal zu schauen wie man denn heute aussieht...) und ich war begeistert: Zum erstenmal konnte ich mein zukünftiges Aussehen erkennen und war einfach nur glücklich! Das ich einen tollen Tag mit meinen Freunden hatte muß ich wohl nicht erzählen... Und das obwohl ich nicht mitessen konnte und mich an den Alkohol auch nicht rangetraut habe.

3 Tage später konnte ich dann sogar schon ein bißchen Karneval feiern. Natürlich nicht so wie sonst, aber zumindest Züge schauen ging.

Und seitdem geht es eigentlich ständig bergauf. Zwar trage ich den Splint noch und das noch für ca. 2 Wochen, aber ich freue mich jeden Tag das ich diesen Schritt getan habe! Körperlich war es viel einfacher als gedacht, aber psychisch hat es mich schon sehr mitgenommen. Da kommt einfach viel auf einen zu: Die Angst vor der OP an sich, die Angst evtl. mit dem neuen Aussehen nicht klarzukommen, das lange Warten bis man sich endlich erkennen kann, und und und. Trotzdem bleibt`s dabei: ich würde es morgen wieder tun!!!

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Hallo Anja !

Herzlich willkommen im Forum und Danke für Deinen Erfahrungsbericht !

Das ist wieder ein Erfahrungsbericht, der einem Mut macht die ganze Sache durchzustehen!

Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute

viele Grüße

Jasna

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Hi Anja,

danke für deinen bericht!

Bist eine sehr tapfere-das mit der sonde und der verdrahtung hat dich sicher ziemlich mitgenommen. Warum heute noch immer einige ärzte verdrahten...:confused:

Wie auch immer,

gratuliere Dir, dass du alles so gut überstanden hast und wünsche dir ein tolles ergebnis und viel freude :D:D

LG pepino

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Hallo,

ja, ich war auf dem Venusberg und wurde von Dr. Steffens und Dr. Martini operiert. Bin hin- und hergerissen bei meiner Entscheidung ob es mir da gefallen hat oder nicht. Die Station selbst fand ich nicht wirklich prima, alleine schon die 2 "nicht neuen" Toiletten für alle Patienten. Oder die Tatsache das auch nur eine Dusche vorhanden war....

Die Ärzte waren wirklich klasse! Nicht nur weil ich wirklich zufrieden bin weil alles so super gelaufen ist, sondern vor allen Dingen weil sie menschlich und mitfühlend waren und mich sogar häufig zum Lachen gebracht haben.

Die Schwestern waren alle sehr nett aber halt völlig überlastet. Da war ich eigentlich schon froh das es mir nicht wirklich schlecht ging.... Aber ich wollte auch nicht deren Job machen müssen!

Wie war es denn bei dir?

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Hallo Anja!

mein Bericht steht etwas weiter unten unter "OP-Bericht von vor elf Jahren in Bonn/Venusberg =) "

Und ich habe genau dieselbe Erfahrung mit den Krankenschwestern gemacht: total überlastet. =(

Aber sonst bin ich sehr sehr zufrieden.

Als ich operiert wurde, war es auch Sommer und draußen blühte alles und die Sonne schien. Das tut sicher auch viel zur guten Stimmung dazu!

Hast Du schon Fotos reingestellt?

Viele Grüße!

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hallo anja...

habe gerade deinen bericht gelesen ...

und erkenn mich da in jeder zeile wieder mir ging es nach meiner op genauso...mit all den höhen und tiefen....aber ich würde es auch sofort wieder machen...

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