Ennasus

Oberkiefer-OP in Freiburg!

Hallo alle zusammen!

Bisher habe ich hier im Forum eher wenig von mir hören lassen - aber ich habe massenhaft OP-Berichte gelesen, und auch sonst konnten mir die Beiträge viele Fragen beantworten. Deshalb möchte ich jetzt auch mal was beitragen!:grin:

Mein Bericht ist ziemlich lang geworden, aber den einen oder anderen interessiert es vielleicht!

Bei mir wurde eine Oberkiefer-Vorverlagerung durchgeführt (ca. 2 mm), also ein eher "kleiner" Eingriff! Das Ganze fand in der Uniklinik Freiburg statt (Chirurg Dr. Schwarz).

1.Tag - Mo, 4. Juni 2007

Morgens um sieben melde ich mich auf Station an, wo mir erst mal mitgeteilt wird, dass ich auch erst um neun hätte kommen können... Na ja, richtig gut habe ich eh nicht geschlafen. Es folgen über den Tag verteilt verschiedene Untersuchungen und Vorgespräche (Anamnese, Blutabnahme, Labor, Fotos, Anästhesist, Aufklärungsgespräch mit dem Kieferchirurg,...). Gegen 15 Uhr bin ich fertig und gehe noch ein bisschen im Park der Uniklinik spazieren – wobei ich mir noch zwei (!) Zecken einfange! Die werden dann aber am Abend noch fachmännisch entfernt... Ach ja, ein leckeres Abendessen mit meinen Eltern in einem netten Restaurant gönne ich mir auch noch!

Irgendwie bin ich kaum aufgeregt, und da ich so früh aufgestanden bin, bin ich abends hundemüde, gehe früh ins Bett und schlafe auch richtig gut!

2.Tag – Di, 5. Juni

Ich bin gleich als erste um halb 8 dran und werde gegen halb 7 geweckt. Ich bekomme das OP-Outfit (Thrombosestrümpfe, Hemdchen, Netzhose und Haube), die LMAA-Tablette und noch viel Vaseline für die Lippen... Ich schlaf dann auch gleich wieder ein, bekomme aber dann doch mit, wie ich abgeholt und in den OP gebracht werde. Dort wartet schon ein irgendwie ziemlich aufgedrehtes, aber nettes Team auf mich. Ich bekomme einen Zugang in die Hand, dann wird alles ziemlich verschwommen...

Als ich wieder aufwache, bin ich im Aufwachraum. Erstmal freue ich mich, dass ich offensichtlich schon wieder von Magensonde und Beatmungstubus befreit wurde (im Vorgespräch hieß es, ich könnte das evtl. noch mitbekommen) und ziemlich gut durch die Nase atmen kann. Schmerzen habe ich keine, mir ist auch überhaupt nicht übel. Die Schwester legt mir Kühlakkus in den Nacken und erzählt, dass ich bei der Entfernung des Beatmungsschlauchs ziemlich starkes Nasenbluten hatte, und dass das inzwischen aber wieder nachgelassen hat. Ich bin noch ziemlich verkabelt (Blutdruckmessgerät, Sauerstoffsättigung, Infusion), der Mund ist mit Gummis zugehängt, Sprechen geht so einigermaßen. Ich habe das Gefühl, innerlich wach zu sein (bekomme auch die Unterhaltungen im Raum mit), aber nur sehr langsam reagieren zu können. So dämmere ich vor mich hin, und gegen 14 Uhr werde ich wieder auf Station gebracht. Dort lerne ich auch meine zukünftige Zimmernachbarin kennen, die inzwischen angekommen ist und am nächsten Tag operiert wird. Leider bin ich in meinem Zustand nicht gerade gesprächig!

Den Rest des Tages verbringe ich hauptsächlich mit Schlafen. Auch vom Besuch meiner Eltern bekomme ich nicht viel mit. Am Abend soll ich versuchen, aufzustehen – was aber noch nicht geht, da mein Blutdruck zu niedrig ist. Ich werde dann im Rollstuhl zur Toilette gefahren... Endlich bekomme ich auch etwas zu trinken, mit dem Schnabelbecher geht das schon ganz gut!

In der Nacht schlafe ich einigermaßen gut. Das aufgestellte Kopfteil ist allerdings etwas unbequem, die Kanüle in der Hand piekst, und irgendwann habe ich auch noch Nasenbluten – das hört aber von selbst wieder auf.

3.Tag – Mi, 6. Juni

Heute geht´s steil bergauf! Morgens bekomme ich Suppe und Kaffee (über eine Spritze in den Mund), später werden dann schon die meisten der Gummis entfernt, so dass ich den Mund etwas öffnen kann und auch schon passierte Kost essen darf. Auch das Sprechen geht so viel besser.

Am Nachmittag kann ich dann auch endlich ohne Begleitung aufstehen. Ansonsten findet heute Röntgen und Lymphdrainage statt. Den restlichen Tag verbringe ich hauptsächlich mit Schlafen!

4.Tag – Do, 7. Juni

Da heute Feiertag ist, passiert relativ wenig. Ich werde endlich die ziemlich unangenehme Verweilkanüle an der Hand los, die Thrombosestrümpfe muss ich leider immer noch tragen. Ich verbringe den Tag v.a. mit Schlafen und Besuch (endlich auch mal Spazieren im Park, prompt fängt es natürlich an zu regnen).

5.Tag – Fr, 8. Juni

Heute erfahre ich, dass ich morgen nach Hause gehen kann. Ich bekomme noch einige Gummis in die Hand gedrückt, die ich ab sofort selbst wechseln soll. Endlich darf ich auch wieder Zähne putzen. Und Duschen kann ich heute auch!

6.Tag – Sa, 9. Juni

Endspurt! Eigentlich ist heute nur noch kurze Oberarzt-Visite, dann geht´s endlich wieder nach Hause... Am meisten freu ich mich, mich nicht mehr nur von Pudding etc. ernähren zu müssen und auch mal wieder Obst (Erdbeershake!) und Gemüse (halt gekocht, mit Pürierstab geht ja so einiges) zu mir nehmen zu können!

Fazit:

Ich hatte mich auf mindestens zwei, drei Tage „leiden“ eingestellt, deshalb kam mir dann doch alles relativ unproblematisch vor: keine starken Schmerzen, keine Übelkeit, gutes Atmen durch die Nase, relativ guter Schlaf... Allerdings weiß ich nicht, wie es mir ohne Schmerztabletten und ohne Nasenspray ergangen wäre!

Jetzt – eine Woche nach der OP – sind meine Wangen schon deutlich abgeschwollen. Teile von Nase, Oberlippe, Zahnfleisch und Wangen sind nach wie vor taub. Die Schmerztabletten und das Nasenspray nehme ich immer noch, brauche aber von beidem schon deutlich weniger. Und mein Kreislauf hat sich inzwischen auch wieder einigermaßen beruhigt! Hab halt einfach einen niedrigen Blutdruck...

So, das muss jetzt erst mal reichen... Viele Grüße an alle Leidensgenossen!

Susanne

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Hallo Susanne,

Glückwunsch zur überstandenen OP. Dein OP Bericht hört sich aber wirklich total unproblematisch an. Das freut mich für dich. Wie geht es dir jetzt, eine Woche später ? Hoffe noch genau so gut.

Viele Grüße

Daniela

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Hallo Susanne

Schön das alles so gut geklappt hat! Ich wurde vor 2 Wochen auch am Oberkiefer operiert und jetzt ist schon wieder alles beim alten ausser die Mundöffnung. Die Schwellung ist auch schon fast ganz weg.

Ich wünsch dir auch das alles so gut geht wie bei mir!

Jetzt gehts an mein Mittagessen...Bratwürste :mrgreen:

Liebe Grüsse

Tobias

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Hallo Susanne!

Vielen Dank für deinen OP-Bericht! Bei mir steht auch eine OK-Vorverlagerung im Dezember an. Die meisten hier im Forum hatten oder haben ja eine Bimax, deswegen finde ich es besonders interessant, was du da erzählst. Vor allem der relativ schnelle Heilungsprozess gibt Grund zur Hoffnung! :grin:

Würde mich freuen, wenn du uns auf dem laufenden haltest! (Gilt übrigens auch für dich, Tobias!)

Lg, Sandra

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Hallo Susanne!!

Glückwunsch zur gut überstandenen OP! Erleichterung ist sicher groß, oder? =)

Willkommrn im Club, ich hatte auch eine OK-Vorverlagerung. Allerdings 3 mm. :-P

Und zwar letzten Freitag. Lief einiges ähnlich ab bei mir. Werde auch noch einen Bericht schreiben.

Darf ich fragen, ob sich deine Nase verändert hat? Meine wirkt ganz anders, aber das liegt vielleicht noch an der Schwellung? :neutral:

Dir weiterhin viel Erfolg beim Restschwellung abklingen lassen und Brei futtern!:mrgreen:

PS: Wurden deine Fäden schon gezogen?

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(Gilt übrigens auch für dich, Tobias!)

Hehe...So hab noch eine Ergänzung geschrieben. Aber du kannst mich natürlich auch per PM fragen wenn du was wissen willst. Du hast es ja noch vor dir :roll:

Liebe Grüsse

Tobias

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Vielen Dank für die Glückwünsche!

Seit vorgestern bin ich nun die Fäden und die Schiene los. Das Fädenziehen war kein Problem, aber die Schiene... Hatte jemand von Euch auch eine "Schuchardt-Schiene"? Die Entfernung war auf jeden Fall der unangenehmste Teil der ganzen OP-Aktion... Na ja, hab´s jetzt ja hinter mir, und ich trage tagsüber jetzt nur noch einen Gummi seitlich (an Brackets).

Die Schwellung ist ziemlich zurückgegangen und Leute, die mich nicht kennen, würden wahrscheinlich nichts bemerken. Ich habe aber schon noch leichte Hamsterbacken.

Nasenspray und Schmerztabletten brauche ich inzwischen nicht mehr, da bin ich sehr froh. Und beim Essen bin ich jetzt von Püriertem auf matschig Gekochtes umgestiegen! Bratwurst ist auch ne gute Idee...:grin:

@ V-Chan: ich hatte den Eindruck, dass meine Nase irgendwie breiter war - das hat sich inzwischen aber wieder gelegt (vermutlich durch die Schwellung). Außerdem scheint mir die Nasenspitze schon ein bißchen mehr nach oben zu gehen als vorher, aber da bin ich mir nicht sicher...

@ Sandra: Ich habe auch das Forum nach Berichten von "Nur-OK-OPs" durchforstet, anscheinend wird das eher seltener gemacht! Für Dich ist vielleicht auch ganz interessant, dass ich - falls jetzt nichts mehr dazwischen kommt - insgesamt vier Wochen krank geschrieben bin (inkl. Krankenhaus).

Viele Grüße!

Susanne

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Ha, jetzt hab ich endlich den richtigen Thread gefunden! Lauter OK-Geschädigte hier...

Susanne, vier Wochen klingt trotzdem noch ziemlich lange, aber was sein muss, muss wohl sein :(

Tobias, ich komme sicher auf dein Angebot zurück! kanns eh kaum mehr erwarten - die Spange nervt fürchterlich.

Liebe Grüße,

Sandra

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Hallo Ennasus!

Gut zu hören dass wieder jemand die OP überstanden hat! Wünsch dir gute Besserung ... vor allem nach Entfernen der Schiene wirds schnell aufwärts gehen!

Ich hab das Teil gerade mal gegoogelt - hatte vorher noch nie davon gehört - wahnsinn was das für ein Teil ist. Hattest du tatsächlich fast 2 Wochen UK und OK miteinander verdrahtet?

lg

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Oje, das Entfernen der Schiene ist unangenehm? Tut es richtig weh?

Weiterhin gute Besserung und viel Spaß beim Bratwurst mampfen! :grin:

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hi ennasus,

gratuliere zur überstandenen op. ich habe meine schiene (wurde am 14.06. operiert) am 19.06. rausbekommen und fand es zwar nicht schön aber auch nicht schmerzhaft. oder meinst du mit schiene nicht den splint, dann red ich von was anderem. bei mir war der splint irgendwie mit draht am ok befestigt :confused:

lg und alles gute weiterhin

janet

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Wah, Janet! Ich glaube das ist bei mir auch so! Als die eine Schwester vorne den Splint saubermachte, da tat es am Gaumen weh!! Oh nein, jetzt hab ich Angst davor, wenn das Ding rauskommt! :-( Wobei...lieber Schmerzen als Dauerhunger und Mundsperre... ;)

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hi valentina,

also bei mir hat es echt nich wehgetan, war halt komisch, dass da schon jemand in meinem mund rumurschelt und irgendwelche drähte kappt. also immer positiv denken!!!!! das können wir doch jetzt :mrgreen:

lg janet

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Hey Du,

auch von mir herzlichen Glückwunsch zur überstandenen OP :)

Schön, dass alles soweit gut gelaufen ist :)

Wünsch Dir weiterhin gute Besserung! :)

LG

Becky

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Hallo!

Also, ich versuch jetzt mal ein Bild reinzustellen, damit das mit dieser Schuchardt-Schiene geklärt wird... Die Metallschienen waren nicht miteinander verbunden (nur durch Gummis), also keine zwei Wochen Verdrahtung! Die einzelnen Bögen wurden mit Drähten an den Zähnen befestigt, und zwar ziemlich tief im Zahnfleisch. Das war beim Rausziehen dann halt schon schmerzhaft (ich wollte aber auch keine Betäubungsspritze...).

Aber ich möchte da auch keine Panik verbreiten - ich denke eh, dass dieses Ding bei Dysgnathie-OPs eher selten verwendet wird und Ihr da ganz andere Geräte im Mund hattet /habt!

So, jetzt gibt´s lecker Gnocchis!

Viele Grüße von Susanne

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