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Annele

Bimax am 22.8.07 am Uniklinikum Göttingen

OP-Bericht Bimax am 22.8.2007 am Uniklinikum Göttingen

Tag vor der OP

Am 21.8. sollte ich früh 9.00 Uhr auf der Station sein. Am Abend vorher war ich nochmal mit einer Freundin Essen, stand dann extra früh auf, damit ich noch Haare waschen und gemütlich frühstücken kann.

Als ich dann auf Station ankam, war kein Bett frei und man schickte mich erst einmal zur Aufnahme und zur KFO, meinen Splint anpassen. Dieser sollte erst am Nachmittag fertig sein. Das fing ja gut an. „Hauptsache du bist um 9 Uhr da!“ dachte ich mir. Eine Woche vorher wurde übrigens meine „Modell-OP“ gemacht, also so mit diesen Gipsabdrücken. Das musste ich selbst bezahlen (ca. 170 €)

Dann saß ich eine Weile auf dem Gang herum, bis die Schwestern ein Mädchen, was entlassen werden sollte, fragten, ob sie ihr Bett noch bräuchte und als sie verneinte, konnte ich mit ins Zimmer. Es war noch eine Dritte mit im Zimmer (also meine eigentliche Zimmernachbarin) und wir quatschten noch ein bisschen und aßen Mittag zusammen. Ich fand das Ganze sehr entspannend.

Nachmittags (wir waren nur noch zu zweit im Zimmer) führte ich dann diese ganzen Aufklärungsgespräche, ging noch mal zur KFO und besagte Freundin kam auch noch mal vorbei. Abends war ich irgendwie völlig entspannt (die Nacht davor allerdings hatte ich kaum geschlafen) und schlief friedlich ein.

OP-Tag (Mittwoch, 22.8.07)

Am nächsten Morgen sollte ich kurz nach 7 zur OP abgeholt werden. Die Nachtschwester kam aber schon um 6 herein, um mir diese Beruhigungstablette zu geben. Also duschte ich mich nochmal und harrte dann aus bis es soweit war (da war ich dann doch etwas aufgeregt).

Der OP Bereich war dann, da wohl alle OPs um die Zeit beginnen ziemlich voll mit Menschen, ich wurde umgebettet und dann zur Anästhesistin gebracht, die mir noch erzählte, dass ich das auch werden sollte (ich studiere Medizin) und mich dann in den Schlaf brachte...

Dann dämmerte ich in einem ziemlich lauten großen Raum vor mich hin und dachte noch so „Gut, dass du gerade erst operiert wirst, das hier nur träumst und dann in einem schöneren kleinen Raum aufwachen wirst.“ Die Frau neben mir schrie wie am Spieß (davon bin ich eigentlich wach geworden), das Baby gegenüber auch und ich bemerkte irgendwann, dass Blut aus meiner Nase kam und machte auf mich aufmerksam. Die Schwester gab mir was zum Abwischen, was aber nicht reichte, saugte aus, dann hörte ich ständig, dass ich hypoventilieren würde (habe ja auch keine Luft durch den Mund bekommen) und ein Arzt kam, schnitt mir die Gummis auf, damit ich meinen Mund öffnen könnte. Naja so lag ich da noch 6 Stunden und wollte nur zu meiner Mama...

Die kam dann auch zu mir, nachdem ich wieder auf Station war (eigentlich hatte ich nach den ganzen Berichten hier erwartet, dass ich auf die Intensiv kommen würde, aber naja...) und heulte erstmal ein bißchen, gab mir Wasser zu trinken, brachte mich aufs Klo usw. Außerdem hat sie nochmal nach dem Arzt gefragt, der operiert hat. Der kam dann auch noch und erzählte, dass die OP ziemlich unproblematisch verlaufen sei, außer, dass ein Stück meines oberen rechten Frontzahns abgebrochen wäre und keiner wüsste, wie das geschehen ist. Aber, dass man das relativ einfach wieder herstellen könne. Das so etwas wiedermal nur mir passieren konnte, war ja irgendwie klar.

Die Nacht war ich zum Glück allein im zimmer, da ich immer wieder wach wurde, durch Nasenbluten, Atemprobleme...

1.Tag danach

Am nächsten Tag kam früh die Visite und kündigte an, dass ich nun die Gummis rein bekommen würde. Ich ging erstmal zum Waschbecken, um mich zu Waschen und da kippte ich auch schon wieder um. Schleppte mich noch ins Klo um den Notruf zu drücken und wurde erstmal an ne Kochsalzlösung gehangen. Gummis sollten dann doch nicht mehr rein ;) Dann wurde ich umgelegt in ein anderes Zimmer mit ner älteren Frau im Rollstuhl, die nach nem Unfall halb gelähmt war und deswg. Auch nicht viel sagte. Die Nacht war die Schlimmste meines Lebens: selbst mit Ohropax habe ich ihr Schnarchen gehört und sie hat alle Stunde die Nachtschwester für die Bettpfanne geholt. Ich glaube, ich habe so 2 Stunden „geschlafen.“ Ich war noch ziemlich schwach und fühlte mich ziemlich elend. Konzentrieren konnte ich mich auf nichts.

Zum Kühlen bekam ich 3 Mal am Tag (und nicht öfter!) Eis in so einem Latexhandschuh. Meine erste Zimmernachbarin hatte mir deswegen ihren kleinen Kühlschrank bis Freitag (da wurden ihr die Fäden gezogen) da gelassen und meine Mama hatte mir Kühlpakete gekauft. Aber so richtig genutzt habe ich das irgendwie auch nicht.

2. bis 7. Tag danach

Das Wochenende war ich dann aber zur Entschädigung ganz allein und bin auch schon wieder langsam mit Stütze spazieren gegangen, was wirklich gut tat (ich konnte schon nicht mehr liegen). Bis Samstag durfte ich auch nur Brühe aus einem Schnabelbecher trinken und die war wirklich widerlich. So eine Instant-Maggi-Brühe, bei der man dachte, die wollen einen versalzen und das Restwasser auch noch ausm Gewebe ziehen. Ab Sonntag durfte ich dann auch Suppe essen, was aber nicht viel nahrhafter, weil wohl auch instant, war. Außerdem gab es zum Frühstück Milchsuppe, was für Lactoseintolerante wie mich nicht gerade das Angenehmste ist (die Schwester hat mir dann aber immer Nudelsuppe gegeben). Dann habe ich noch solche Energydrinks bekommen.

Am Freitag war ich auch noch (im Rollstuhl) bei meiner KFO, die mir endlich meine Gummis einhing. Ich dachte, ich müsste die bis Montag drin lassen, aber am Samstag sagte mir der Arzt, ich könne schon mal Zähne putzen. Das machte ich dann auch gleich und brauchte eine gefühlte Stunde dafür. Vor allem, die Gummis wieder einzuhängen war echt nervig, aber irgendwann bekam ich auch das hin.

Zum Kühlen gab es jetzt (auch 3x täglich.;)) Eis in Nierenschalen, auf die man ein bisschen Wasser drauf machen musste und dann konnte man mit einem Waschlappen kühlen. War am Anfang eine ziemliche Schweinerei, weil mein Kissen und so weiter auch nass wurden.

Am Montag habe ich dann gefragt, wann ich endlich raus könne und der Mittwoch wurde als Datum gehandelt. Bis dahin war ich noch mit einem Mädchen zusammen im Zimmer, der die Platten nach der Bimax raus genommen wurden. Das war echt noch ganz lustig. Mir ging's auch von Tag besser und am Mittwoch wurde ich dann abgeholt.

Jetzt ist die Schwellung schon wesentlich zurückgegangen, aber bleibt jetzt irgendwie an einer Stelle stehen. Schmerzen habe ich nur manchmal im Unterkiefer. Da zieht es irgendwie so und ich rede mir ein, dass das ein gutes Zeichen ist ;)

Meine Nerven sind alle noch in Ordnung bis auf oben rechts, aber da Kribbelt es schon. Völlig taub sind nur meine Zähen im OK und das Zahnfleisch und der Gaumen. Aber das ist ja auch irgendwie logisch, da die Nerven durchgeschnitten werden müssen.

Mit dem Ergebnis kann ich noch nicht so viel anfangen. Mein Hauptproblem war nämlich, dass ich meinen Mund nicht zu bekommen habe und deswegen sollte der OK „gekürzt“ werden, so dass die Oberlippe mehr Richtung Unterlippe kommt. Aber irgendwie ist sie immer noch an der gleichen Stelle wie vorher, finde ich. Ich hoffe, dass das wirklich an der Schwellung liegt und sich noch geben wird. Genau, wie mein etwas schiefes Gesicht zur Zeit...naja ich warte mal noch 2 Wochen.

Ich hoffe, mein Bericht ist nicht zu lang (man weiß irgendwie nicht, was man auslassen kann und was nicht) und v.a. hoffe, ich, dass ich Jassi nicht beunruhigt habe ;)

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...und v.a. hoffe, ich, dass ich Jassi nicht beunruhigt habe

Hallo Anne !

Naja, ein bisschen vielleicht schon ;) , vor allem das mit der Kühlprozedur hört sich ja nicht so toll an, aber wird schon werden, ein zurück gibts jetzt eh nicht mehr !

Nochmal alle Gute und schnelles Abschwellen , was machen Deine Hämatome ? Siehsts schon besser aus ?

LG

Jasna

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Danke! Ich bin auch froh, dass ich es hinter mir habe und nun nur noch geduldig Kühlen muss...:-D

@Jassi: Ich habe immer noch 2 blaue Augen, gehe jetzt aber trotzdem mal in die Bibliothek. Der Rest ist nur noch grün und gelb.

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