hausmouse

UK-Vorverlagerung in Wien - Hera am 16.10.2007

Im Voraus: Der Bericht ist sehr ausführlich, ich habe versucht, alles aufzuschreiben woran ich mich erinnern kann, da mir bei euren Berichten oft die Details am meisten geholfen haben.

OP-Tag

Am Dienstag, den 16. Oktober 2007 sollte ich um 8:00 in der Zahnklinik sein – zum E-Card stecken. Die 5 Minuten später, die ich dran war, haben niemanden gestört. Von dort aus schickte man mich ins Nebengebäude in die Aufnahme, von der Aufnahme in den vierten Stock. Dort bezog ich das Zimmer. Zwei Betten, Duschbad mit getrennter Toilette. Ich wurde sofort wieder in die Zahnklinik zurückgeschickt – zum Fotos machen.

Wieder retour in meinem Zimmer kamen sofort die Stationsschwester und die Anästhesistin. Es war 8:45. Während ich mir das OP-Hemderl anzog, erfolgte das Aufnahmegespräch, die Anästhesistin stellte mir Fragen und ließ mich die Einwilligung zur Narkose unterschreiben. Ich sagte ihr, mir würde an sich sehr leicht übel und sie meinte, vielleicht bekomme ich noch etwas dagegen – „mal schaun“.

Dann bekam ich eine pinke Kapsel („dann brauchen wir nicht so viel Narkosemittel und Sie sind etwas ruhiger und nicht so nervös“). Nervööös? Das ist wohl kein Ausdruck. Ich schluckte die Kapsel und bat meinen Freund herein. Es war 9:10. Um 9:15 kam ein Pfleger und meinte, wenn er schon da ist, kann er mich auch gleich zum OP bringen. Panik. Was, hallo, ich will mich wenigstens noch verabschieden.

Mein Freund durfte bis zum Aufwachraum mitkommen, dort kam eine mehr als kurze Verabschiedung, der Pfleger hatte wohl selbst noch ein Date.

Um 9:20 war ich im Aufwachraum. Die Schwester, die mir den Blutdruck maß, regte sich tierisch über den Pfleger auf, das kann man ja nicht machen. Recht hat sie. Ich war unglaublich nervös und sie gab mir ein Tuch, um den Schweiß von den Händen zu wischen. Dann erklärte sie mir, der OP sei für 2 Stunden reserviert.

Um 9:45 kam ein Arzt, machte nette Scherze und wollte einen Venenzugang an meinem Handrücken legen. Das piekste und machte mich noch nervöser. Als er dann sagte, mist das klappt so nicht und es in der linken Ellbeuge versuchte, wurde ich an meine Weisheitszahn-Ziehung zurückerinnert. Da ging ja einiges schief. Als er den Zugang gelegt hatte, wurde ich aber ruhiger. Ich war immer noch nervös, aber ich merkte, dass mein Herz langsamer schlug.

Vor der OP

Um 10:10 wurde ich abgeholt und in den nächsten Raum gebracht. Dort musste ich das OP-Hemdchen ausziehen und auf ein schmales Bettchen krabbeln. Es war ganz schön kalt. Dann wurde ich ein paar Räume weiter geführt. Im OP selbst war alles blau und Plastik, darauf hatte ich extra geschaut  Es war noch mal um einiges kälter. Ein Arzt sagte mir, ich würde eine Wärmedecke bekommen und stöpselte mich an eine Maschine an. Dann wurde mir was in den Zugang gespritzt und Schwärze.

Nach der OP

Ich wache auf und bemerke

a) ich kann durch die Nase atmen. Viel besser als vorher.

B) Ich krieg meine Augen nicht auf. Das Licht brennt wie Hölle.

c) Ich hab nix im Mund. Gar nix. Aber aufgehn tut er auch nicht.

Eine Schwester fragt, ob ich Schmerzen habe. Ich sage „ein bisschen“, sie scheint es zu jemandem zu wiederholen und die Schmerzen lassen nach. Da ich meine Augen nicht aufbekomme und immer wieder einnicke habe ich für diese Zeit kein Gefühl. Irgendwann fragt mich Dr. Sch wie ich mich fühle, ich sage müde und frage, wie es gelaufen ist. Er sagt: „Es ist alles wie geplant verlaufen“ und ich schlafe wohl wieder ein. Eine Schwester sagt irgendwann, dass ein junger Herr schon seit einer Stunde auf mich wartet. Mein Freund war wie verabredet um 12 Uhr wieder da. Ich wache im Zimmer wieder auf, mein Freund sitzt neben mir und erklärt mir, meine Lippe sähe aus, als hätten sich 3 Schwergewichtler drangehängt. Ich – entsetzt – verlange ein Beweisfoto, kann es mir aber nicht ansehen, da ich die Augen nicht öffnen kann vor Schmerzen vom Licht.

Ich glaube mich zu erinnern, dass ich einen Liter Kochsalzlösung bekommen habe, außerdem Antibiotika und natürlich Schmerzmittel. Und einen Eisbeutel. Der wurde über die ganze Woche leider viel zu selten gewechselt, obwohl ich bei jeder Gelegenheit um einen neuen gebeten habe.

Ich kann mich auch noch erinnern, dass abends mein Vater kam und meinte, Angelina Jolie wäre ein warmes Lüftchen gegen meine Lippe. Ich war begeistert. So klang das doch gleich viel netter.

Fazit des Tages: Wohl dank Mega-Lippe konnte ich den Mund nicht richtig zumachen. Schmerzen hatte ich keine, Reden ging ohne Probleme. Kein Splint im Mund, keine Gummis.

1. Tag Post-OP

Ich wache auf. Auf die Frage der Schwester, ob ich Schmerzen hätte antworte ich mit ja. Bekomme Schmerzmittel. Augen brennen wie Hölle, lassen sich aber öffnen. Schwester stellt mir Chlorhexamed hin, sieht mich an und meint, ich sollte mir das Gesicht waschen. Ich kann nicht aufstehen, also helfen mir zwei Schwestern aus meinem OP-Hemd (wo kommt das auf einmal her?) in ein Nachthemd und geleiten mich zur Toilette und von dort ins Bad. Mit einem Einmalwaschlappen ausgerüstet starre ich in den Spiegel. Auweh. Meine Nase und mein Mund sind blutverkrustet (wieso kann ich trotzdem so gut atmen??) und von der Nase sind Blutrinnsale Richtung Ohr angekrustet.

Ich werde langsam klarer und wasche mich so gut es geht – tut ziemlich weh, das anzufassen.

Lege mich wieder ins Bett, auf dem Tischchen daneben stehen eine Kanne mit Kamillentee und eine Flasche Bio-Apfelsaft.

Trinke etwas und penne wieder weg. Mittags wache ich auf als das Essen kommt: Suppe, Spinat und Kartoffelpürree, außerdem Apfelmus. Außerdem kommt Dr. Sch und erkundigt sich, wie es mir geht. Ich erzähle, wie toll und super alles ist und er wiederholt, wie gut die OP gelaufen ist und meint, heute soll ich mich erholen und morgen soll ich dann rüberkommen in die Zahnklinik.

Also mühe ich mich mit dem Essen ab. Suppe – mit Strohhalm – Strohhalm nur mit Schmerzmittel. Spinat macht übels Flecken auf weißer Wäsche und das Pürree ist viel zu fest. Bin verzweifelt. Aber eh keinen Hunger. Apfelmus wird dann geschlungen ohne Rücksicht auf Patzerei. Geht aber mehr daneben als in den Mund.

Abendessen gibt es dann in Form von Karottenpürree, Kartoffelpürree und Apfelmus. Geht auch einiges daneben. Frust. Aber keine Schmerzen, bin mit Mitteln gut versorgt.

Mund geht, so mein Eindruck, nicht richtig auf – Unterkiefer ist ziemlich weit links. Ziemlich weit links. Nämlich einen ganzen Zahn weit. Und ich krieg ihn auch nicht weiter nach rechts. Panik.

Möchte schlafen. Am Rücken, Blick in die Luft. Aua aua im rechten Kiefergelenk. Mit Eisbeutel gehts dann.

Fazit: Kriege zum ersten Mal so richtig mit, dass ich einen daumengroßen „Punkt“ unter der Lippe habe, der ziemlich total taub ist. Links und rechts davon Ameisen. Der taube Punkt pocht manchmal.

Spüle nach jedem Essen mit Chlorhexamed. Brennt gar nicht, wie ich erwartet hatte. Ist aber ne ordentliche Patzerei.

Zähneputzen haut eigentlich eh hin. Mit Kinderzahnbürste. Mund geht zwar nicht so richtig auf, aber die lässt sich durch die Lücke quetschen. Weiß nur nicht, wie weit ich dann nach hinten bürsten kann. Bin sehr vorsichtig.

2. Tag Post-OP

Wache auf. Schmerzen. Und Halsschmerzen! Aua. Hilfe. Schwester! Schwester erklärt mir, ich werde in der Zahnklinik erwartet und gleich holt mich wer ab. Heute schon Mund ausgespült? Daran ist nicht zu denken. Mir ist schwindelig. Zahnklinik? Jetzt? Na toll. Nicht mal ein Blick in den Spiegel.

Der Pfleger ist so nett, mich ein wenig zu stützen. Der Weg ist weiter als ich dachte. Wir sind sicher zehn Minuten unterwegs. Unterwegs stößt Dr. Sch zu uns und bringt mich direkt in die Ambulanz. Im Wartezimmer davor stapeln sich die Menschen. Ein tolles Gefühl, wie Elite  Dr. Sch sieht sich meinen Mund an und ich frage, warum ich keinen Splint drin habe. Er meint, es hätte ich alles so gut einstellen lassen, das war gar nicht nötig. Es sei eine „OP wie aus dem Bilderbuch“ gewesen, so wörtlich.

Dann musste ich zum Röntgen. Mir war sehr schwindlig, das lange Stehen und die Positionen waren schmerzhaft und anstrengend. Zum Glück mussten die Aufnahmen nicht wiederholt werden, obwohl ich nicht stillhalten konnte. Dann durfte ich etwa 30-45min auf einen Pfleger warten, als keiner kam, brachte mich eine Schwester zurück ins Bett. Da kamen dann auch gleich die Schmerzmittel-Infusion und das Antibiotikum. Frühstück hatte ich verpasst, aber wenigstens keine Schmerzen mehr. Das war die Hölle. Dann konnte ich aber auch endlich duschen. Warm. Und mit Riesen Abstand zu meinem Gesicht. Wärme. Bäh. Bloß nicht.

Die Schwester mit dem Schmerzmittel hatte versprochen, mir die Diätassistentin zu schicken, die auch eine Stunde vor dem Mittagessen kam und mich fragte, was ich denn so essen könnte. Ich meinte, ich wäre sehr dankbar für alles, was nicht so fest ist wie dieses Kartoffelpürree und dass ich halt nicht abnehmen möchte. Sie war begeistert, wie leicht ich mich zufrieden stellen lasse und versprach, mir allerlei zum Testen zu schicken.

Und zu Mittag kam dann tatsächlich das Gelage:

Zeller(Sellerie-)Suppe, sehr flüssiges Kartoffelpürree, Schokoladensauce, Eis, zwei Fruchtzwerge, Fruchtjoghurt (leider mit Stücken). Habe kaum etwas geschafft, es war einfach viel zu viel. Als dann noch zwei Astronautendrinks nachgereicht wurden, habe ich die mal weggepackt. Zur Sicherheit. Und gut wars, wie sich noch rausstellen sollte.

Wieder brav nach dem Essen Zähneputzen. Der Anblick im Spiegel war mir schon vom Duschen bekannt. Dick. Dick. Dick. Aber trotzdem: Weniger dick als befürchtet. Aber dicker, als gehofft. Und ich biss noch immer so weit links auf.

Abends kam essensmäßig das gleiche Spiel: Nach Schmerzmittel und Magenschutz wurde eine klare Suppe mit Strohhalm aufgetischt, außerdem Grießkoch mit Puderzucker, Apfelmus, Fruchtzwerge und noch ein Packerl Astronautennahrung mit Erdbeeraroma, das ich – unwissend – in Windeseile austrank und den Rest des Abends mit Übelkeit zu kämpfen hatte. Auf der Packung stand „Langsam trinken!“. Tja.

Um 22 Uhr sollte es wieder Antibiotika geben. Als ich angehängt wurde, tat es aber übelst weh und die Dame zog das Ding komplett raus und meinte, morgen müsste das neu gestochen werden. Na toll.

Fazit: Schmerzen morgens und viel Schlaf. Halsschmerzen verschwinden mit dem ersten Schmerzmittel komplett. Aber zur Sicherheit heut mal mit Schal.

3. Tag Post-OP

Um 6 Uhr stürmte ein Arzt rein, piekste mich in den rechten Arm, nachdem der es noch einmal links versucht hatte und ich hatte einen neuen Zugang. Und schlief wieder ein.

Ich bin mal wieder mit Schmerzen aufgewacht. Die Schwester kam kurz darauf rein und ich sagte ihr, ich hätte ziemliche Schmerzen. Sie sagte, gleich nach dem Antibiotikum krieg ich welches, das geht eh so schnell. Da war es 8 Uhr. Um halb neun habe ich geklingelt, weil noch immer Drei Viertel der Flasche voll waren und das Ding nicht tropfte. Es kam aber niemand. Ich konnte mich kaum noch rühren vor Schmerzen und begann zu weinen, was noch mehr weh tat. Um viertel zehn kam eine andere Schwester, die erklärte, ich müsse jetzt sofort in die Zahnklinik, ich werde schon erwartet. Meine Zimmernachbarin regte sich furchtbar auf, warum ich denn so leiden muss und die Schwester sah das Problem, reinigte den Zugang mit Kochsalzlösung und nach zehn Minuten war die Infusion fertig. Um halb zehn bekam ich endlich das Schmerzmittel und beruhigte mich. Die Schmerzen wären sonst kaum auszuhalten gewesen. Trotz dem Schmerzmittel gingen aber die Schmerzen im rechten Kiefergelenk, mit denen ich bereits aufgewacht war, kaum weg.

Ein Pfleger sollte gleich kommen, um mich in die Zahnklinik zu bringen, also mal wieder keine Zeit für ein Frühstück. Ich nahm ein Packerl Astronautennahrung zu mir und putzte mir schnell die Zähne. Nach einer halben Stunde war noch immer kein Pfleger da und meine Zimmernachbarin bot mir an, mir einen Tee vom Frühstücksbuffet zu holen, was ich dankbar annahm. Als sie ihn brachte, kam ein Zivildiener und brachte mich in die Zahnklinik. War ja klar.

Dieses Mal musste ich einige Minuten warten. Im Wartezimmer mit etwa fünfzehn anderen Menschen, die mich anstarrten. Zwei Frauen starrten wirklich und ich blickte erst weg, als es mir zu bunt wurde, sah ich dann zurück. Na von wegen, dass die wegschauen, ne, die haben mich weiter angestarrt. Dann hab ich total bös geschaut und dann haben sie weggeschaut. Waren leider zu weit weg, sonst hätte ich ihnen übelst den Marsch geblasen. So eine Frechheit, ehrlich. Hat mich total fertig gemacht.

Dann kam ich endlich dran und Dr. Sch zeigte mir die Röntgenbilder vom Vortag. Ich habe rechts und links jeweils drei Schrauben drin, außerdem – was ich vorher gar nicht wusste – wurde mein Kinn um ein oder zwei Millimeter nach vor versetzt. Mein Unterkiefer wurde insgesamt sechs Millimeter vorverschoben, meinte Dr. Sch, er schien es aber nicht mehr ganz genau zu wissen, da er sagte „ungefähr“.

Ich wollte ihn noch so viel fragen, aber bevor ich konnte, hatte er sich schon verabschiedet und ich stand wieder im Warteraum. Diesmal musste ich nicht lange warten, bis ich wieder zurück gebracht wurde. Zum Glück.

Mittags dann endlich etwas zu essen! Aber nicht mehr so viel wie am Vortag, auch zum Glück, das war einfach viel zu viel: Sehr gute Suppe, Spinat, KArtoffelpürree, Pfirsichmus, Apfelmus und zwei Fruchtzwerge. Alles hab ich auch diesmal nicht geschafft.

Zum Abendessen ein Schmerzmittel, danach Suppe, Apfelmus, Vanillesauce und Astronautennahrung. Und zum ersten Mal alles aufgegessen.

Fazit: Auch an diesem Tag noch sehr müde und viel geschlafen. Nach jedem Essen Zähneputzen und Spülen ist schon ein Ritual. Ach ja und ich habe von Anfang an Arnica und Symphytum eingenommen. Eisbeutel wurden, wie bereits gesagt, immer nur selten gewechselt. Vielleicht viermal am Tag, manchmal auch seltener, was einfach zu wenig ist, die Dinger kühlen nur eine Stunde. An dem Abend ist es dann richtig schlimm mit den Kiefergeleksschmerzen geworden, rechts. Hatte am Vormittag Dr. Sch darauf angesprochen, der meinte das sei wegen der neuen Position des Kiefers. Die Schmerzen im Gelenk begannen, sobald ich mich hinlegte und den Kopf in eine andere Position brachte, als ihn komplett nach links zu drehen. Ziemlich unruhige Nacht!

Ergänzung: Die Oberschwester hat sich dann noch in aller Form für die Verzögerung beim Schmerzmittel entschuldigt, habe danach oft ohne Extra Bitten gleich vor dem Essen Voltaren bekommen.

4. Tag Post-OP - Samstag

Da habe ich es endlich richtig gemacht. Aufgestanden, vom Frühstücksbuffet Tee, Saft und Joghurt geholt, dann um Schmerzmittel gebeten und danach, während der Antibiotikainfusion in Ruhe gefrühstückt. Das erste Frühstück im Krankenhaus.

Die Schwellung hatte ich in den Tagen davor mehr oder minder ignoriert, sie war zwar schon recht hässlich, beeinträchtigte mich aber nicht. Viel mehr störte mich, dass mein Unterkiefer so dermaßen weit links war und mein Gelenk so schrecklich schmerzte.

Vormittags kam Dr Sch vorbei und ich sprach ihn auf den verschobenen Unterkiefer an, er schüttelte aber nur den Kopf und meinte, bei der OP war alles perfekt, also sei es jetzt auch perfekt. Ich wollte ihm zeigen, was ich meinte, aber er sah nicht einmal hin.

Donnerstags hatte mein Gesicht übrigens angefangen, sich um den Mund herum gelb zu färben. Am Samstag war es dann schon leicht grünlich.

Mittags gab es zwei verschiedene Suppen, flüssiges Kartoffelpürree, Apfelmus, Pudding, ein Eis und Astronautennahrung. Abends dann Grießkoch mit Puderzucker, klare Suppe mit Nudeln und Apfelmus.

Dr. Sch meinte, dieser Tag sei mein letzter mit Infusion und ich freute mich schon wahnsinnig auf 22 Uhr, wo ich immer die letzte bekam. Die Infusionen waren für mich immer etwas unangenehm, da der Zugang sehr oft verstopft war und die Infusion dann schmerzte.

Das war auch der erste Abend, wo ich nicht sofort einschlief, sondern mit meiner Zimmernachbarin noch ein wenig fernsah. Der Freitag war der erste Tag gewesen, wo ich mehr als eine Seite lesen konnte ohne sofort einzupennen. Am Samstag gingen dann schon drei Seiten.

5. Tag Post-OP

Das Wochenende tut so gut, keine nervigen Zahnklinik-Besuche. Der Weg ist ja immer so weit. Den Sonntag habe ich zum ersten Mal nicht zum größten Teil mit Schlafen verbracht. Duschen ging zum Glück jeden Tag sehr gut, auch mit Haarewaschen gab es keine Probleme, solang ich kein heißes Wasser auf die Wangen bekam.

Der Vormittag kam mir schon richtig lang vor, nachdem ich um halb acht aus dem Bett war und keine Lust auf Lesen hatte. Hatte dann aber doch nicht wirklich was zu tun. Also lesen. Mittags dann was total Leckeres: Kartoffelpürree und Erbsenpürree und das ganze mit Bratensaft. Mjam! Danach Apfelmus, eine herrliche Himbeercreme mit Schlagobers und ein Pluto-Eis. Das war so herzig, ich musste es gleich fotografieren  Abends dann Kartoffelpürree mit Dillsauce, Astronautennahrung und Fruchtzwerge. Morgen darf ich heim! Der Tag verging sehr langsam, so wenig hatte ich die ganze Woche nicht mehr geschlafen.

Fazit: Den ganzen Tag ohne Schmerzmittel ausgekommen, die Nacht war sehr unruhig, wegen dem Gelenk.

6. Tag Post-OP – Tag der Entlassung – Montag

Vormittags – naaaach dem Frühstück – zu Dr. Sch in die Zahnklinik, wo das Entlassungsgespräch geführt wurde: vier Wochen kein Sport, in einer Woche die ersten Nähte ziehen, am nächsten Tag gleich zur KFO. Bekam ein Schmerzmittel verschrieben und Dr. Sch meinte auch, er sähe was ich am Samstag gemeint habe mit dem verschobenen Unterkiefer und das sei kein Problem und löse sich gewiss von selbst.

Im Zimmer begann ich zu packen als die Diätassistentin reinkam und ganz entsetzt war, dass ich schon gehe. Sie hätte ich für den Tag ja so etwas Gutes für mich ausgedacht: An dem Tag gab es als Wahlmenü einen Beeren-Topfenstrudel mit Vanillesauce. Für mich würde sie ihn pürieren und als Nockerl servieren. Da konnte ich nicht nein sagen und blieb noch zum Essen, das Bett war ohnehin bis zum Nachmittag reserviert.

Seit der Entlassung (Stand: Mittwoch)

Schlafe nachts sehr schlecht vor Schmerzen in den Gelenken. Gestern bei der KFO habe ich eine Packung mit Gummis bekommen. Sie sagte, ich soll sie mir einhängen wie es mir passt, entweder nur einen oder zwei – einen auf jeder Seite – die Spannung soll ich je nach Schmerzen variieren. Mit den Gummis geht das mit dem Beißen besser, damit beiße ich nicht mehr so weit links. Wenn ich viel rede verspannt sich alles und ich kann gar nicht mehr aufeinanderbeißen, hatte ich zum Beispiel beim Telefonieren, musste ja alles erzählen.

Essen ist kein Problem, Brei und Suppe halt, habe aber immer leckere Einfälle. Naja bin ja erst zwei Tage daheim. Hunger habe ich seit der OP bis jetzt noch nie so wirklich gehabt. Heute wurden die ersten Nähte gezogen, was höllisch weh tat. Dr. Sch meinte, das sei weil die Nähte teilweise durch Nerven durchgehen. Toll. Machte es nicht besser. Der Rest wird nächste Woche gezogen. Da bekomme ich dann auch eine „Schiene“ meinte die KFO – denke mal sie meint den Splint.

Sage ehrlich, darauf freue ich mich, weil ich echt nicht weiß, wie ich aufeinander beißen soll und wenn ich rumprobier, verspannt sich alles und nix geht mehr. Momentan ist wieder so ein Augenblick – nix geht mehr, mein Kiefer hängt irgendwo ganz links herum und die Gelenke tun weh.

Finde übrigens, dass die Schwellung ganz gut zurückgegangen ist. Mit Arnica und Symphytum habe ich eigentlich aufgehört, hatte nicht ansatzweise das Gefühl, dass das Zeug was hilft. Eisbeutel sind das A und O.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, außer halt, dass der UK so weit links ist, ich merke aber selbst, dass ich eben aufgrund der Schmerzen nach links ausweiche. Der Aufwand hat sich gelohnt, auch die Tage, an denen es mir wirklich schlecht ging und ich bereue meine Entscheidung nicht eine Sekunde. In der Hera wurde wirklich hervorragende Arbeit geleistet und alle waren sehr nett.

Bilder im Bilder-Ordner :-)

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Hallo

Da scheint jemand auf Apfelmus zu stehen, wenn man bedenkt, dass du das Zeugs jeden Tag gegessen hast.

Ein sehr langer Text, da hast du nichts ausgelassen.

Kommt den der Arzt nicht zur Visite in die Klinik, weil du jeden Tag in die Zahnklinik gebracht wurdest - hatte das noch jemand so (an die Allgemeinheit).

Wünsch dir noch eine gute Genesung.

LG Sven

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Hallo Hausmaus,

danke für den ausführlichen Bericht!!! Klingt stellenweise total anstrengend!! Vor allem dass der Zugang immer verstopft und die Eisbeutel so selten gekühlt werden ist ja echt doof!!! Aber Glückwunsch, dass du alles so gut überstanden hast und supi, dass du zufrieden bist!

Dann wünsche ich dir jetzt, dass der UK in die richtige Position wandert und weiterhin schnelles Abschwellen.

Liebe Grüße,

Johanna

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naja der arzt kam halt am ersten tag nach der op und halt am samstag, ansonsten musste ich immer rübergehen.war vor allem wegen der gaffenden leute nervig, die alle in voller montur im wartezimmer saßen und ich dann im bademantel :-P

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hallo hausmouse!

glückwunsch, ich finde die bilder zeigen ein tolles ergebnis, sehr verändert. meine op ist ja auch noch nicht so lange her, ich hätte mir gewünscht, ich hätte auch schlafen können, nicht beneiden tu ich dich um den "zugang", aber das ist ja jetzt alles vorbei. gutes heilen!

d.

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hi hausmouse,

gratuliere nochmal zur überstandenen op. wünsche dir noch alles gute weiterhin und frohes abschwellen :-D

lg janet

p.s. zum thema "zugang" kann ich auch noch was beitragen. bei mir schien der zugang auch verstopft und ein eigentlich netter pfleger hat recht rabiat an der nadel rumgedrückt und gedreht - hat ziemlich wehgetan - dann gings zwar wieder, bei der nächsten infusion ging dann allerdings wieder nichts. daraufhin hat die schwester dann - vorsichtig - auch ein bißchen an der nadel rumgewurschtelt, auf einmal machte es irgendwie "pft" und die infusion ging wie nix durch. ich zur schwester "des hat pft gemacht ...", sie daraufhin "oh hoffentlich ist des nicht *habs vergessen was sie gesagt hat*", ich "wieso?", weil dann die infusion in der hand und nicht in der vene landet" war doch ziemlich shocking, sie meinte aber, das ist nicht schlimm. na hatte ja glück und es ist nicht passiert ... hui, sorry für des lange ps

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"pft" find ich richtig bös, mir machen ja jetzt alle geräusche angst, die irgendwie nicht so klingen, als gehörten sie ganz sicher daher.... :-P

hab übrigens doch keinen spint bekommen....er passte nämlich nicht mehr. statt dessen hab ich jetzt vier gummis.

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sooo gestern wurden die letzten nähte entfernt. schmerzlos sogar ;)

dr. sch. hat noch einmal ausdrücklich gesagt, dass er nur selten ein derart gutes ergebnis und eine derart rasche erholung und heilung gesehen hat. stolz schwillt da in der brust *g* ich freu mich total!

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