tatie

UK-Vorverlagerung in München

Mein OP-Bericht

Operation am 30.11.2007 in München, Paracelsus-Klinik

Kleine Vorgeschichte:

Als Kind hatte ich einen Zahnspange, mal eine feste, mal eine lose und nach 2-3 Jahren Behandlung (weiß nicht mehr wie lange) waren meine Zähne gerade und die Kiefer standen ordentlich aufeinander. Aus unerklärlichen Gründen hielt das jedoch nicht an und mit ca. 18 Jahren waren meine Zähne zum Teil wieder schief. Besonders mein einer Schneidezahn ist total nach hinten gekippt. Durch diese Schieflage ist dann auch mein Unterkiefer nach hinten gewandert, weil er sich diesem Zahn angepasst hat.

Ich fand meine Zähne schrecklich, die Lage des Unterkiefers hat mich jedoch nicht so sehr gestört. So entschloss ich mich dann 2005 endlich zu einer Zahnkorrektur. Mein Kieferorthopäde sagte gleich zu Beginn, dass mein Unterkiefer operiert und nach vorne geschoben werden müsste. Ich war zuerst dagegen und habe gedacht, vielleicht ist es nach der Zahnkorrektur auch nicht so schlimm. Dem war dann nicht so, je gerader meine Zähne wurden, je mehr sah man den „Überbiss“. So entschloss ich mich dann doch zur OP.

29.11.07 - Donnerstag

Nach dem Besuch beim Kieferorthopäden zum Einsetzen der Bögen ging ich direkt in die Klinik. Meine Mutter begleitete mich und wir vertrieben uns zusammen die Zeit. Ich war sehr froh über die seelische Unterstützung. Mit mir im Zimmer war eine andere Frau, die bei meiner Ankunft gerade im OP war – sie hatte die gleiche OP wie ich. Sie kam am Nachmittag zurück und ihr ging es nicht so gut.

30.11.07 - Freitag

OP-Tag! Ich war nervös. Am Vorabend sagte der Prof., dass meine OP auf ca. 11.00 Uhr festgesetzt wurde. Kurz vor elf kamen dann auch die Schwestern, ich wartete schon ungeduldig. Nach der Narkose war ich sofort weg. Ich weiß nicht, wo oder wann ich das erste Mal aufgewacht bin, ich weiß nur noch, dass mein erster Gedanke war: „Ich habe es geschafft!“. Ich hatte Glück und es ging mir einigermaßen. Ich schlief natürlich noch viel, mir war aber nicht schlecht. Abends kam mein Mann und wir unterhielten uns ein bisschen. Die Nacht war unruhig, weil ich ständig geweckt wurde, wegen verschiedener Sachen, Cool-Packs wechseln usw.

01.12.07 - Samstag

Der Tag verging mit Infusionen wechseln, Cool-Packs wechseln. Mit wurden zum Glück schon heute die Schläuche gezogen. Nicht, dass sie schmerzhaft gewesen wären, aber sie störten mich trotzdem. Bei der Narkose hatte man mir die Nadel zu dicht ans Handgelenk gesetzt, so dass ich die Hand immer in einer bestimmten Stellung halten musste, damit die Infusionen durchliefen. Irgendwann funktionierte es dann auch nicht mehr und man wollte eine neue Nadel setzen. Ich streikte – ich hatte nur noch 1 Infusion mit Antibiotikum zu erwarten und wollte keine neue Kanüle. Nach Absprache mit dem Prof. war das dann auch in Ordnung und ich bekam anstelle der Infusion Tabletten. Die Nacht war wieder relativ unruhig.

02.12.07 – Sonntag

Meine Schwellung war nicht so schlimm und ohne Schläuche und Infusionen war ich wesentlich „mobiler“. Meine Nachbarin und ich freundeten uns an und drehten fortan immer unsere Runden auf den Fluren, um das Abschwellen zu unterstützen. Zum Schluss kannte ich wohl jede Fliese auf dem Fußboden! Am Nachmittag durfte endlich meine Tochter zu Besuch kommen. Sie ist 4 Jahre alt und ich wollte ihr den Anblick mit den Schläuchen ersparen. Ich freute mich sehr darüber und ihr war ganz wichtig zu sehen, dass es mir ganz gut ging und ich vor allem auch aufstehen konnte. Mit ihr drehte ich dann auch noch eine Runde. Nachts schlief ich endlich durch. Das einzige Mal im Krankenhaus.

03.12.2007 – Montag

Diese Tage passierte kaum noch etwas. Wir bekamen unser Pappessen, mittlerweile von flüssig auf breiig erweitert, nahmen brav das Antibiotikum und gingen spazieren. Wir wagten uns auch mal in den „Park“, aber das Wetter war so schlecht, dass wir das nur einmal machten. Es fing an langweilig zu werden. Schmerzen hatte ich nur abends, mit den Medikamenten ging das einigermaßen. Die Nächte fand ich am anstrengendsten, da ich nicht durchschlafen konnte und ab und zu auch ein neues Schmerzmittel brauchte – irgendwie reichte es nie bis zum morgen. Die ungewohnte hohe Schlaflage tat ihr übriges dazu. Der Prof. meinte, dass ich möglicherweise zusammen mit meiner Nachbarin entlassen werden könnte, also einen Tag früher als erwartet. Die Hoffnung trieb mich an, mich noch mehr zu bewegen, um fit zu sein.

04.12.2007 – Dienstag

Bis abends war ich nicht sicher, ob ich wirklich am nächsten Tag entlassen werden könnte. Es wurde immer langweiliger, trotz Bücher, Fernsehen und Besuch zog sich der Tag endlos hin. Endlich bekam ich Bescheid, dass ich morgen gehen konnte – welch Freude, ich wollte einfach nur noch nach Hause!

Fazit:

Es war längst nicht so schlimm wie ich erwartet hatte!

Zur Klinik:

Das Personal auf Station 1 ist super – nett, lustig und sehr hilfsbereit. Ich fühlte mich gut aufgehoben. Die Klinik ist sehr klein, was Vor- und Nachteile hat. Man hatte leider nicht besonders viel Abwechslung dort, keinen Kiosk und die Cafeteria befand sich zwar in einem hübschen Glasatrium, hatte jedoch auch nur 2 Automaten mit Kaffee und Süßigkeiten. Das Essen fand ich persönlich gruselig, aber das ist wohl ein Kostenfaktor. Besonders die herzhaften Suppen zum Frühstück konnten mir fast den Tag verderben.

Wieder zu Hause:

Hatte ich erst einmal mit sehr unangenehmen Begleiterscheinungen zu kämpfen: ich hatte mindestens 6 Aphthen unter der Zunge durch die Einnahme von Antibiotikum. Das war sehr schmerzhaft und erst heute ist es etwas besser geworden. Das Einsetzen der Gummis war auch schwierig (siehe Forum meine Frage), aber auch das Problem wird lösbar sein. Ansonsten geht es mir ganz gut. Sicher bin ich bald wieder fit, wenn auch das Essen noch länger schwierig sein wird.

Aber: Ich habe es geschafft und bin sehr glücklich!:-D

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hi tatie...

glückwunsch zur gelungen op=) war ja jetzt doch nicht so schlimm, gell:mrgreen:

deine tochter hat sich ja nun doch nicht vor dir fürchten müssen, da hast dir ja umsonst sorgen gemacht... hat sie sich nicht gewundert, warum du so dick im gesicht warst? meine kl. cousine hat sich bei mir damals brennend dafür interessiert =)

lg, christl

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Hallo Janet, hallo Christl,

danke für die guten Wünsche. Bin gerade obenauf, denn auch mein KFO hat gemeint, es sähe alles super gut aus. Mit den Gummis klappt auch alles inzwischen, war am Anfang schrecklich mühsam.

Christl, ich hatte meine Tochter vorbereitet und ihr gesagt, dass ich ganz dicke grün und blaue Pustebacken haben werde - wir haben uns dann immer einen Spaß daraus gemacht, das vereinfacht das Ganze. Ich war jedoch wenig geschwollen und grün und blau auch nicht. Sie war jedoch froh, dass ich nicht ans Bett gebunden war, sondern auch aufstehen konnte.

Tatie

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Liebe Tatie,

danke für deinen hilfreichen und informativen Bericht! Bei mir steht nächstes Jahr auch eine UK-Vorverlagerung in München an, und ich suche einen guten Operateur bzw. Klinik. Kannst Du mir sagen, wer dich operiert hat?

Außerdem würde mich interessieren, wie lange du gebraucht hast, um wieder "gesellschafts- und arbeitsfähig" zu werden. Bin nämlich selbständig, und überlege, ob ich den Eingriff auf die Saure-Gurken-Zeit in den Sommerferien legen soll. Ich muss viel reden beruflich, was glaubst du, wie lange man braucht, bis das wieder problemlos geht? Ich rechne so mit drei Wochen.

Bin auch für Hinweise anderer Leidensgenossen dankbar.

Liebe Grüße und vielen Dank schon mal!

Michaela

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Liebe Michaela,

klar gebe ich gerne Auskunft. Ich wurde in der Paracelsus Klinik am Arabellapark von Prof. Paulus operiert. Er soll angeblich einer der besten auf diesem Gebiet sein, mein KFO hat sehr von ihm geschwärmt. Ich war insgesamt auch sehr begeistert von ihm, auch wenn er anfangs nicht so viel redet. Er scheint sein Handwerk zu verstehen und das ist das Wichtigste.

Man sagte mir zu Beginn: 1 Woche Krankenhaus, 1 Woche zu Hause und dann könnte ich wieder arbeiten. mmmhmm, also ehrlich, nach 2 Wochen wäre ich nicht in der Lage gewesen, wieder zu arbeiten. Ich habe dann eine Krankschreibung über insgesamt 20 Tage bekommen, inkl. 6 Tage Klinik. Da haben die zwar ein bisschen komisch geschaut, aber egal. Danach wäre ich auch wieder richtig fit gewesen, hatte aber das Glück dass ich durch Weihnachten / Urlaub nun erst wieder am 4.1. arbeiten muss. Ich glaube, realistisch sind schon 3 Wochen, wobei es natürlich bei jedem anders ausfällt. Man bekommt nach der OP Gummis eingesetzt, die das Sprechen manchmal erschweren. Bei längeren Reden würde ich sie auch rausnehmen. Im Büro schaue ich dann im Januar mal wie es geht, denn ich muss auch viel telefonieren.

Bis dann

tatie

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