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Dixie72

GNE-OP am 15.11.07 im UNI-Klinikum Münster, Prof. Joos

Am 15.11.07 habe ich meine GNE-Operation hinter mich gebracht. Da ich eine relativ geringe optische Beeinträchtigung durch die Fehstellung hatte, dafür aber eine starke funktionale, ist mir die Entscheidung für die OP nicht leicht gefallen, denn was nicht so schlimm aussieht, kann ja auch nicht so schlimm sein, dachte ich. Die eingeholte Zweitmeinung bestätigte aber die Diagnose und so fiel die Entscheidung für die OP.

Da meine behandelnden Kieferorthopäden einen guten Draht zur Zahnklinik der Uni-Klinik Münster haben und Nachforschungen den guten Ruf des Teams um Prof. Joos bestätigten, entschloss ich mich, den Eingriff dort durchführen zu lassen. Nachdem zunächst wegen meiner parodontalen Situation und beginnendem Knochenschwund überlegt worden war einen transpalatinalen Distraktor zu verwenden, der direkt im Knochen verankert wird, entschieden sich die Ärzte (KFO in Abstimmung mit Chirurg) doch für eine klassische Quadhelix, die an den Zähnen befestigt wird. Allerdings sollte die Drehung komplett im Krankenhaus erfolgen, um die bestehenden Risiken ständig im Auge zu haben. Das bedeutete also einen voraussichtlichen Krankenhausaufenthalt von mindestens acht Tagen. Aber die Variante war mir trotzdem wesentlich sympathischer als die Verankerung im Knochen, die ja trotz vieler Vorteile ein ständiges Entzündungsrisiko hat und es außerdem (wenn wohl auch sehr selten) zu Verwachsungen kommen kann.

Am 14.11. war es soweit und ich fand mich im Krankenhaus zu den Voruntersuchungen ein. Das OP-Gespräch mit dem Stationsarzt war sehr ausführlich, sämtliche Vorgänge und Risiken (von Magensonde über möglichen Zahnverlust bis dauerhafte Nervenschädigung) wurden detailliert nochmals erörtert. Der Rest des Tages ging sehr laangsam voran und die Nervosität vor der bevorstehenden OP stieg. Dank eines Schlafmittels habe ich aber dennoch gut geschlafen und stand für den nächsten Tag auch gleich als zweite auf dem OP-Plan. Eine LMAA-Pille gab es am Morgen allerdings nicht, da ich mich bereit erklärt hatte an einer Untersuchung der Anästhesie teilzunehmen, die Reaktionen nach dem Aufwachen aus der Narkose testet und dabei keine weiteren Beruhigungsmittel erlaubt waren. Was tut man nicht alles für die Forschung :razz:

Die OP wurde von Prof. Joos prsönlich durchgeführt. Sie ist gut verlaufen und am frühen Nachmittag des 15. war ich schon wieder putzmunter. Bis auf einen weiteren Schmerztropf brauchte ich keine Schmerzmittel. Die Schwellung wurde zwar in den nächsten Tagen trotz ständiger Kühlung kontinuierlich stärker, aber reden konnte ich ganz gut, nur lachen ging nicht und das Essen (Brühe und Wackelpudding) hatte ich schnell über. Ab dem vierten Tag Post-OP ging die Schwellung dann wieder stärker zurück.

Die Beeinträchtigung der Gesichtsnerven hielt sich auch in Grenzen, konnte relativ schnell wieder große Teile von Wangen und den Nasenflügeln spüren. War aber schon froh, dass mir im Vorfeld gesagt wurde, dass es zu solchen Empfindungsbeeinträchtigungen kommen kann, die sich dann relativ schnell wieder geben (was bei mir auch der Fall war). Sonst hätte ich wahrscheinlich etwas Panik gekriegt von wegen Nervenschädigung, aber so war ich recht gelassen.

Am dritten Tag Post-Op wurde dann mit der Drehung begonnen. Begonnen wurde mit drei Drehungen am Tag, dann kontinuierlich gesteigert auf sechs Drehungen am Tag. Wie mir von den Kieferchirurgen vorhergesagt wurde, begann mit den Drehungen der unangenehme Teil der Veranstaltung. Je stärker die Dehnung wurde, desto stärker wurde auch der Schmerz. Gottseidank gibt es ja Schmerzmittel!!! Am 10. Tag Post-OP war die Tortur dann geschafft, die Zahnlücke betrug (und beträgt noch) stolze 10 mm, ganz schön gewöhnungsbedürftig. Aber Chrirurgie und Kieferorthopäden waren übereinstimmend gut zufrieden. Da will ich ja auch nicht meckern.

In den Tagen nach der Entlassung konnte ich dann auch kontinuierlich die Schmerzmitteldosis herunterschrauben. Bin dann noch zum Fädenziehen gegangen, kann ich trotz selbstauflösender Fäden nur jedem empfehlen, denn bei mir hat inzwischen schon die Auflösung der wenigen nicht entfernbaren Fäden zu Entzündungen geführt und ich möchte mir lieber nicht vorstellen, wie es ausgesehen hätte, wenn ich alle Fäden dringelassen hätte.

Insgesamt ist die OP sehr gut gelaufen, auch die gesamte ärztliche Betreuung in der Klinik war super. An Komfort darf man allerdings keine Ansprüche stellen, da die Bettentürme der Uniklinik Münster aus den 60ern oder 70ern stammen und zumindest meine Abteilung nicht saniert wurde. Die entsprechende Zimmergestaltung kann mich sich vorstellen, die Nasszellen (wörtlich nehmen!) sind schlicht eine Zumutung. Das kann man nur wegen der guten Chirurgen in Kauf nehmen.

Bei mir geht es Mitte Januar mit den Brackets weiter, dann wird sich die Lücke (die geht bei mir leider nicht von selbst zu) auch endlich verringern.

GNE: 15.11.07

Entlassung aus Krankenhaus: 23.11.07

Kieferchirurg:Prof. Dr.med. Dr.med.dent. Dr.h.c. Ulrich Joos

Kieferorthopäden: Dr. Arends und Dr. Dörr-Neudeck

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Hallo dixie,

Glückwunsch zur überstandenen OP!

Wieso konntest du nach der OP denn nicht "lachen"? Also wenn man es sprichwörtlich nimmt, kann ich es ja noch verstehen, aber konntest du wirklich nicht richtig lachen? Gab es dann Schmerzen?

Und wie geht es dir heute?

Wie ist es mit deinen Gesichtsnerven bzw. dem Gefühl in den jeweiligen Bereichen?

Liebe Grüße und alles Gute weiterhin, Anna

P.S. Wielange muss die GNE-App. voraussichtlich bei dir eingesetzt bleiben?

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Hallo Anna,

ich konnte nach der OP tatsächlich nicht lachen. Das war aber nur ein oder zwei Tage so. Ich denke, dass das an den frischen Nähten und der Schwellung lag. Danach ging es wieder.

Mittlerweile ist die Empfindungsfähigkeit nahezu vollständig wieder hergestellt. Es gibt nur noch eine kleine Stelle über der Oberlippe, die manchmal etwas taub kribbelt und manchmal ein leichtes Fremdheitsgefühl im Bereich der Nasenscheidewand.

Die GNE-Apparatur muss voraussichtlich noch zwei bis drei Monate drin bleiben. Im Januar werden auf die apparaturfreien Zähne die ersten Brackets gesetzt, um schonmal anzufangen die Lücke etwas zu schließen. Wenn die Apparatur dann raus kommt, werden auch die Brackets entfernt und ich bekomme dann eine Lingualspaange (Brackets von innen). Das geht nur jetzt noch nicht, da die Lingualspange nicht gleichzeitig mit der GNE-Apparatur geht oder zumindest nicht so gut.

Insgesamt ist der Verlauf wie geplant und ich bin nachwievor gut zufrieden. Jetzt wird es nur langsam Zeit, dass die Zahnlücke endlich kleiner wird.

Liebe Grüße

Anke

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