Rusalka

Suche einfach ein offenes Ohr und ihre Meinung

Hallo an alle!

Ich bin neu hier und bin echt froh, dass ich hier das Forum gefunden habe. Ich möchte mal einfach über das reden, was mir schon seit einiger Zeit auf dem Herzen liegt und mir ziemliche Ängste macht. Ich hoffe, jemand meldet sich auf meine Geschichte, da ich sonst niemanden habe, mit dem ich darüber reden könnte.

Ich komme nicht aus Deutschland, bin seit ca. 8 Jahren hier. Schon als ich in der Grunshule war, hat unser Schularzt mich zu einem Kieferorthopäden überwiesen, da mein UK viel zu groß war. Wir haben mit der Behandlung angefangen, die Erfolge waren sogar schnell zu sehen. Nachdem die Behandlung am UK fast fertig war, wollte der Kieferorthopäde mit dem OK anfangen. Dagegen hat meine Mutter gemeint, es ist schon alles in Ordnung und die weitere Behandlung ist nicht mehr notwendig. Sie hat mich nicht mehr zur Behandlung gebracht und ich als Kind, konnte die Situation nicht richtig einschätzen und es ist dabei geblieben. Bis jetzt kann ich diese Sache meiner Mutter nicht verzeihen. Vielleicht hätte ich damals die Möglichkeit gehabt, nicht dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin.

Allgemein muß man dazu sagen, die zahnärztliche Medizin damals war eine Horrorgeschichte. Man wurde ohne Betäubung behandelt und mit billigen Materialien, da die Medizin damals noch kostenlos war. Jeder Zahnarztbesuch war eine Herausforderung, und da war es wieder so, dass meine Mutter darauf überhaupt keinen Wert legte, wie es bei den Kindern mit den Zähnen aussieht, wegen Prophylaxe und so ging gar keine Rede, man ging zum Arzt, wenn man den Schmerz nicht mehr aushalten konnte.

Kurz gefasst, schon mit 18 hatte ich enorme Probleme mit der Zahngesundheit und die Kieferfehlstellung ist mir richtig bewusst geworden, habe mich so hässlich gefühlt. Dann wollte ich das selber in die Hand nehmen und bin zum Kieferortophäden, habe aber die Aussage bekommen, es ist zu spät, mit 18 macht man so was nicht mehr.

Von da an leide ich psychisch und das hat mein ganzes Leben geprägt, bin total schüchtern, habe Angst, meinen Mund aufzumachen, mich fotografieren zu lassen empfine ich als Folter und auf allen Fotos sieht man nur ein Gesicht, verkrampft und mit geschlossenem Mund. Alle Leute, die ungezwungen lachen, alle Zähne zeigend, beneide ich. Was für andere selbstverständlich ist, ist für mich nur ein Traum. Mein hervorstehender UK macht mein Gesichtsausdruck unfreundlich, obwohl ich gar nicht so bin.

Als ich nach Deutschland kam, hat mein Zahnarzt gesagt, die Füllungen, die ich im Mund habe, bestehen aus Materialien, die in Deutschland längst verboten sind und man muß sie auswechseln, sonst droht die Gefahr, dass die Zähne davon kaputt gehen. Das wurde auch getan, aber mit der Zeit ist die Zerstörung weiter gegangen und ein Paar Zähne im UK konnte man nicht mehr retten.

Dann bin ich zum anderen Arzt wegen Inplantaten, und dieser Arzt hat mich dann auf meine Kieferfehlstellung aufmerksam gemacht. Das wusste ich ja schon selber, er hat mir aber gesagt, es sei möglich, das zu operieren, und das war neu für mich. Plötzlich war meine Welt auf dem Kopf, ich hatte die Möglichkeit, mich von meinen Komplexen zu befreihen! Das, von dem ich nicht mehr mal geträumt habe, konnte plötzlich wahr werden!

Es wurden Fotos gemacht, Kostenvoranschläge,Abdrücke. Ich war fest entschlossen, die OP machen zu lassen. Das Einzige, was mir Angst machte, war die Zahnspange, da ich im Verkauf arbeitete und viel mit den Leuten zu tun hatte. Alles in einem würde es ca. 1 Jahr dauern, wurde es mir gesagt, mit der OP und der Zahspange. Die Inplantaten wollten die Ärzte gleich bei der OP einsetzen, so zu sagen, alles in einem Termin. Nach den Untersuchungen wurde festgestellt, dass mein OK zu klein ist,das muß man auch operieren, und dass man auch im OK zwei Zähne ziehen müsste, um ein besseres Ergebnis zu bekommen.

Dann ist doch alles anders geworden wie geplant, ich habe schon die Gummiringe eingesetzt bekommen für die Zahnspange, als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin( bin 31, verheiratet). Mein Kieferorthopäde hat mir dann geraten, mit der Zahnspange abzuwarten, da ich nicht operiert werden kann, wenn ich schwanger bin, wegen Narkose usw. Ich müsste dann die Spange unnötig länger tragen. Ich soll mich dann so im 6. Schwangerschaftsmonat melden. Aber dann war ich zu sehr mit der Schwangerschaft beschäftigt, und als das Baby da war, hatte ich auch andere Sorgen.

Jetzt ist mein Baby schon größer, und ich habe noch zwei Jahre Elternzeit. Eigentlich, das wäre ein perfekter Zeitpunkt für die Behandlung, da ich mich nicht im Beruf mit der Zahnspange auseinander setzten müsste.

Aber in all der Zeit habe ich so oft daran gedacht, dass ich immer mehr Ängste bekommen habe. Einerseits möchte ich das sehr und ein Traum von mir wäre wahr geworden.Andererseits habe ich nur Angst. Besonders viele Sorgen machen mir die Zähne, die entfernt werden müssten, da ich sowieso so ein Problem mit den Zähnen habe, und ob das wirklich notwendig ist. Dann habe ich Angst, dass es anders wird, als ich mir vorgestellt habe oder dass ich beim Sprechen Schwierigkeiten habe, oder Schmerzen am Kiefer.

An dieser Stelle möchte ich auch fragen, die jenige, die schon so eine OP hinter sich haben, würden sie das noch einmal machen? Ist es alles so geworden, wie ihr es euch vorgestellt habt? Wie war es mit dem Selbstbewustsein, wird es wirklich stärker, oder bilde ich mir das nur ein?

Also, wenn ich jetzt anfangen würde und alles gut laufen würde, wäre ich zum Ende des Jahres mit allem fertig. Der Arzt hat gemeint, das ist unbedingt notwendig, da es mit der Zeit noch schlimmer wird und ich Probleme mit Kauen bekomme.

Was könnt ihr mir dazu sagen. Bin für jede Anregung dankbar, da ich darüber mit keinem reden kann. Mit Freunden aus Schamgefühl und mein Mann findet in Ordnung so, wie ich ausehe.

Und danke an alle, die alles gelesen haben! Es hat mir einfach gut getan, mal darüber zu schreiben.

Alles Liebe und Gute

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Ih kann dich gut verstehen was die angst angeht .Ich hab jetzt am 7.2. meinen op-termin.Freuen tue ich mich nicht gerade aber ich habe in der letzten zeit wieder solche schmerzen in den kiefergelencken das ich manchmal gar nicht aufstehen möchte.Ich hoffe das das nach der op besser wird.Das ist mit auch ein grund das ich das alles mache.Mir wurde gesagt wenn ich diese op nicht mache kann es sein das ich irgendwann nur noch schmerzen habe und alle meine zähne kaputt gehen.Bei mir wird während der op auch ein zahn entfernt und es werden beide kiefer operriert.

gruss eva

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Hallo Rusalka,

An dieser Stelle möchte ich auch fragen, die jenige, die schon so eine OP hinter sich haben, würden sie das noch einmal machen? Ist es alles so geworden, wie ihr es euch vorgestellt habt?

Also, ich finde (für mich), daß die Entscheidung für die OP richtig war, und daß ich sie in derselben Situation wieder so treffen würde (abgesehen davon, daß ich dann nicht so lange damit warten würde). Es ist wirklich viel besser als vorher.

Wie war es mit dem Selbstbewustsein, wird es wirklich stärker, oder bilde ich mir das nur ein?

Finde ich (für mich) schwierig zu beantworten, da ich mit dem Selbstbewußtsein nie wirklich Probleme hatte. Ich habe es allerdings immer vor allem aus meinen Erfolgen gezogen (und die hatten nichts mit den Zähnen zu tun). Ich denke aber schon, daß es sicherlich einen (mehr oder weniger großen, individuell verschiedenen) positiven Effekt haben wird.

Also, wenn ich jetzt anfangen würde und alles gut laufen würde, wäre ich zum Ende des Jahres mit allem fertig. Der Arzt hat gemeint, das ist unbedingt notwendig, da es mit der Zeit noch schlimmer wird und ich Probleme mit Kauen bekomme.

Was könnt ihr mir dazu sagen. Bin für jede Anregung dankbar, da ich darüber mit keinem reden kann. Mit Freunden aus Schamgefühl und mein Mann findet in Ordnung so, wie ich ausehe.

Das habe ich auch schon festgestellt, daß Kieferprobleme für Leute, die so etwas nicht kennen, schwierig zu verstehen ist. In meiner Umgebung konnte es sich anfangs auch kaum jemand vorstellen, daß man so etwas mit sich machen läßt.

Stöber' einfach mal ein bißchen im Forum - bei den Zahnspangengeschichten und den OP-Berichten. Da kannst Du schon eine ganze Menge erfahren.

Nachdem, was Du so schreibst, scheint für Dich ja im Prinzip schon festzustehen: "Ich möchte das Problem gelöst haben!" Und in diesem Fall ist Auf-die-lange-Bank-schieben vermutlich eine schlechte Lösung.

Viele Grüße

Kristian

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Hallo Ashanti, danke für Deine mail. Ich denke auch, dass eigentlich jeder in so einer Situation Ängste haben wird. Es ist so schwierig sich vorzustellen, was danach kommt und wie man dann aussieht. Auf jeden Fall bist Du schon fast am Ziel. Ich wünsche dir viel Erfolg bei Deiner OP und Linderung bei den Schmerzen.

Viele Grüße

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Hallo tbutau,

du hast Recht, ich möchte das Problem gelöst haben und wenn das nicht gemacht wird, werde ich jedes Mal, wenn ich mich im Spiegel anschaue, daran denken und bereuen, dass ich es nicht gemacht habe. Das sind nur diese panische Angstzustände, enttäuscht zu sein, die mir das Leben schwer machen. Obwohl, kann es noch schlimmer werden wie jetzt?

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Guten Abend Rusalka,

ich habe deinen Beitrag soeben gelesen und kann verstehen, dass es dir gut tat einmal alles von der Seele zu schreiben!

Ich habe meine OP bereits hinter mir und kann nur sagen, dass es sich ausschließlich positiv ausgewirkt hat! Mir ging es vorher genauso wie dir; Fotos waren für mich eine Qual und alle Menschen, die grinsen und lachen konnten, habe ich sehr beneidet! Ich hab mich auch nie getraut den Mund auf zu machen und war deshalb oft einsam.

Jetzt nach der OP bin ich zwar immer noch schüchtern, aber mein Leben hat sich trotzdem stark verändert! Ich traue mich zu lächeln und zu lachen und reden ist ganz normal und nicht mehr mit Angst und Scham verbunden. Es tut dem Selbstbewusstsein auf jeden Fall sehr gut, wenn man lachen kann! :-D

Deine Angst vor eventuellen Schmerzen kann ich verstehen, aber selbst wenn du nach der OP welche haben solltest, die gehen ja vorbei und je mehr deine Schwellung zurückgeht, desto mehr siehst du wie sehr so eine Kiefer-OP dein Gesicht zum positiven verändert!

Ich wünsche dir alles Gute! Kannst gerne noch weitere Fragen stellen, wir sind für dich da! :)

Liebe Grüße,

Valentina

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Hallo Rusalka,

ich habe deinen Beitrag auch gelesen!

Ich glaube, in deinem Fall ist es sehr wichtig, dass deine Familie hinter dir steht! Du kannst glücklich darüber sein, dass du einen Mann und ein Baby hast und ich finde, wenn man sich das verinnerlicht, macht das noch stärker für die OP, dass man weiß: Da ist jemand für mich da!

Ich wünsch dir alles Gute weiterhin!

LG anna

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Hallo Rusalka,

Hallo tbutau,

du hast Recht, ich möchte das Problem gelöst haben und wenn das nicht gemacht wird, werde ich jedes Mal, wenn ich mich im Spiegel anschaue, daran denken und bereuen, dass ich es nicht gemacht habe. Das sind nur diese panische Angstzustände, enttäuscht zu sein, die mir das Leben schwer machen. Obwohl, kann es noch schlimmer werden wie jetzt?

Was für mich an der Angelegenheit tatsächlich auch am stressigsten war, war tatsächlich der Zeitpunkt, an dem ich überlegen und mich für "ja" oder "nein" entscheiden mußte. "Mach ich das?" "Möchte ich mir tatsächlich noch ein Jahre 'ne Zahnspange antun?" An derartige Überlegungen habe ich eine Menge Zeit verschwendet und mir sicherlich auch viele überflüssige Sorgen gemacht - das sie tatsächlich überflüssig waren, habe ich während der Behandlung festgestellt. Als die Würfel gefallen waren, war der Streß auf einmal wie weggeblasen, weil für mich wieder klar war, wie es weitergehen würde.

Wenn Du meinst, gut über alles informiert zu sein, wäre meine Empfehlung: Triff eine Entscheidung - und falls es FÜR die Behandlung ist: Zieh es durch!

Viele Grüße

Kristian

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hey ..

ich hatte dir ja schon eine private nachricht geschickt schade das du dich nicht zurück gemeldet hast.. auf jeden fall ist es sehr wichtig das deine familie hinter dir steht. und wenn du unglücklich so wie du jetzt aus siehst denn mach was dagegen.. wenn du nichts machst denn wirst du es auf jeden fall eines tages bereuen und mach es bevor es irgendwann nicht mehr geht..

ich wünsche dir viel glück...

liebe grüße sarah

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Hallo an alle,

es ist echt toll, was ich hier gelesen habe. Jedes Wort hat mir gut getan.

Ich danke an euch alle und an eure Unterstützung. Es tut so gut, einfach darüber zu reden. Es wäre so schön, wenn ich so mit meiner Familie darüber reden könnte.

Ich bin natürlich sehr glücklich, das ich einen wunderbaren Mann habe und mein Baby ist das süsseste Baby auf der Welt. Aber ich hätte mir so viel mehr Verständnis und Unterstützung von meinem Mann gewünscht. Ohne ihn bin so verunsichert, und er findet die ganze Aktion unnötig und will nicht verstehen, für was ist das alles, wo ich doch mein Leben lang so ausgesehen habe. Er hat die Probleme nie gehabt und kann das einfach nicht verstehen, da hast Du tbutau völlig recht. Einerseits finde ich das ganz lieb von ihm, wenn er zeigen will, dass er mich so liebt, wie ich bin. Aber andererseits möchte ich, dass er einfach zuhört und versucht zu verstehen, warum ich das machen will, was bewegt mich dazu. Das er einfach mal richtig zuhört. Ich brauche seine Unterstützung.

Meine Entscheidung steht aber schon fest, egal wie meine nähere Umgebung darauf reagiert. Ich lasse es machen, ich brauche das. Und ich möchte nicht mehr die Zeit mit den Überlegungen verschwenden. Mein Leben lang habe ich darunter gelitten, und jetzt soll ich es aufgeben? Das möchte ich nicht.

Ich danke an Euch alle und hoffe, wir bleiben im Kontakt!

P.S. Übrigens, kleine FelixXx, habe dir eine private Nachricht geschickt. Es tut mir leid, bin nicht früher dazu gekommen.

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ich hatte gänsehaut, als ich deinen beitrag gelesen habe...aber ich habe zum teil dasselbe erlebt (das mit zahnärzten und den bedingungen in den arztpraxen). Deshalb kann ich dich nur zu gut verstehen.

Ich bin im moment mittendrin....im Frühling (wenn's klappt) folgt auch eine OP. Mich halten auch viele für verrückt, aber es kann keiner von ihnen nachvollziehen wie man sich in unserer haut fühlt.

Ich hoffe nur für dich dass du glücklicher wirst.

Das hoffe ich für mich auch...und ich würde alles dafür geben aus purem Glück laut lachen zu können....ohne darauf zu achten, wie man gerade womöglich aussehene mag und was die anderen denken.

Das wünsche ich jedem hier!!!!!!

Also, bis dann! Und DU schaffst ES!

An4ik

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