JoAlex79

Wie lange kann ein Splint verwendet werden?

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum, und sehr froh, dass ich es über Google entdeckt habe.

Denn ich habe auch schon eine etwas längere Leidensgeschichte hinter mir, und hoffe sehr, dass insbesondere diejenigen von euch, die eine UK-Rückverlagerung hinter sich haben, mir helfen können. Denn zur Zeit weiß ich nicht mehr, ob ich mich überhaupt noch operieren lassen soll.

Aber der Reihe nach:

Schon seit meiner Kindheit war ich mit meinem Aussehen und insbesondere mit meinem Lächeln alles andere als glücklich war. Ich litt zeitweilig deswegen unter psychischen Problemen. Daher habe ich vor dreieinhalb Jahren eine Schönheitsklinik aufgesucht. Dort riet man mir dazu, wegen meines zu weit vorn stehenden Unterkiefers zu einem Kieferchirurgen zu gehen.

So kam ich an Dr. Gropp in Bremen. Er diagnostizierte neben der besagten UK-Vorlage (Klasse 3) eine Asymmetrie, d.h. mein Kinn befindet sich nicht mittig im Gesicht, was dann eben zu einem disharmonischen Lächeln führt. Zudem machte er mir die möglichen Folgeprobleme deutlich, die ohne Behandlung auf mich zukämen. (Zahnverlust, Nacken- und Rückenbeschwerden etc)

Es folgte eine längere Behandlung bei dem Kieferorthopäden Dr. Thedens, die sich zunächst durch einen Auslandsaufenthalt um ein halbes Jahr verzögerte. Nachdem meine vier Weisheitszähne gezogen wurden, bekam ich im April 2006 eine feste Spange. Dr. Thedens lies mir die Wahl zwischen einer reinen "zahnkosmetischen" Behandlung und einer Behandlung mit anschließender OP. Letzteres versprach nicht nur ein besseres funktionales, sondern auch ein besseres ästhetisches Ergebnis - und darum ging es mir ja.

Also entschied ich mich für letzteres - auch wenn ich nach der Ablehnung des Antrages durch die KK beides komplett selbst bezahlen sollte. (jeweils rund 4000 Euro).

Leider kam es dann zu ein paar Komplikationen: Der Kieferorthopäde Dr. Thedens rechnete damit, dass die untere Zahnreihe im Verlauf der Behandlung sich so weit aufrichten würde, dass es zu einem Unterbiss kommen würde. Dies trat jedoch nur begrenzt ein. Daher war sich Dr. Gropp bei der OP-Planung im Oktober 2007 nicht ganz sicher, ob er den UK nach hinten oder den OK nach vorn holen sollte. Eine Bimax-OP kam aus finanziellen Gründen nicht in Frage.

Um auch meinen ästhetischen Ansprüchen zu genügen, wollte er eine UK-Rückverlagerung um 3 mm mit einer Kinnreduktion verbinden. Bei der OP am 10.Dezember 2007 zeigte ich dann jedoch eine allergische Reaktion gegen ein Narkose-Mittel, die OP musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.

Nach stationärem Allergietest, bei dem ein Mittel als "Bösewicht" entlarvt werden konnt, war erst ein zweiter, dann ein dritter OP-Termin am 14.3., also übermorgen, geplant. (ich raffe jetzt etwas). Weil ich aus versch. Gründen, in erster Linie jedoch wg. der geplanten Verwendung des über drei Monate alten Splintes unsicher geworden war, holte ich mir letzte Woche (besser spät als nie;) noch eine zweite Meinung bei Herrn Dr. Rustemeier im Klinikum Bremen-Mitte ein. Was er sagte, haute mich schlichtweg vom Hocker. Heute sprach ich dann mit Dr. Gropp darüber, so dass ich jetzt mal, um es kurz zu halten, die Ansichten dieser beiden Herren gegenüber stellen werde:

Dr. Rustemeier sagte mir folgendes: Er würde niemals einen Splint verwenden, der länger als zwei Wochen vor der OP genommen worden ist. Herr Gropp sagte dazu: Ich hätte das nur getan, weil ich Herrn Thedens so gut kenne.

Dr. Rustemeier sagte: Die funktionalen Probleme können sich auch mit einer weiteren orthopädischen Behandlung lösen. Zudem kann es sein, dass aufgrund ihrer großen Zunge nach einer OP der UK wieder nach vorn kommt. Das Risiko der OP würde ich an ihrer Stelle daher nicht eingehen. Ich würde sie alternativ nur am Kinn operieren.

Herr Gropp sagte dazu: Herr Rustemeier hat einen anderen Background, und er ist keine Kieferorthopäde. Daher hätte er mit Thedens vorher sprechen müssen.

Und nun stehe ich da. Die OP übermorgen habe ich natürlich abgesagt, und gleich spreche ich auch mit meiner Kieferorthopäden Dr. Thedens; der hat aber zufällig mit Dr. Gropp gerade eine gemeinsame Praxis eröffnet. (Rustemeier sprach von "Pech und Schwefel") Ich weiß daher nicht, inweiweit er da neutral ist.

Daher meine Fragen an euch:

- Wäre es u.U. wirklich okay, einen Splint 3 Monate nach dessen Anfertigung noch zu verwenden? Oder hat Dr. Gropp hier fahrlässig gehandelt?

- Kann eine Kinnreduktion wirklich eine gute Alternative zu einem UK-Setback um 3 mm sein?

- Gibt es eine Stelle, an die man sich wenden kann, um hier eine "neutrale" Auskunft zu bekommen?

- Welche Kieferchirurgen aus dem Raum Berlin könntet ihr mir in meinem Fall empfehlen? Denn ab dem 1.4. wohne ich in Berlin (wahrscheinlich wäre es mit den 2 Wochen bis zum Umzug und dem neuen Job es verdammt eng geworden...).

So, danke an alle von Euch, die sich die Mühe gemacht haben, meinen umfänglichen Ausführungen zu folgen. Aber ich fühle mich gerade echt ein bißchen verzweifelt und allein gelassen.

Daher hoffe ich sehr, dass ich hier Gleichgesinnte oder, um mal es pathetisch zu sagen, Leidensgenossen kennen lernen kann.

Viele Grüße,

JoAlex

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Wäre es u.U. wirklich okay, einen Splint 3 Monate nach dessen Anfertigung noch zu verwenden? Oder hat Dr. Gropp hier fahrlässig gehandelt?

Passt der Splint noch (auf die Zahnbögen)?

Bei mir wurde die OP auch kurzfristig verschoben, um 4 Monate. Der Splint wurde kurz vor dem 2. OP-Termin probeweise eingesetzt (bzw. an OK und UK getrennt angedrückt). Nachdem er noch passte wurde er für die OP verwendet.

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Passt der Splint noch (auf die Zahnbögen)?

Bei mir wurde die OP auch kurzfristig verschoben, um 4 Monate. Der Splint wurde kurz vor dem 2. OP-Termin probeweise eingesetzt (bzw. an OK und UK getrennt angedrückt). Nachdem er noch passte wurde er für die OP verwendet.

Hallo Tobias, ich hab mir grad deinen OP-Bericht und die Fotos angeschaut. Das Ergebnis ist echt toll geworden!

Die Geschichte mit dem Splint hat mich so verunsichert, weil ich schon bei der Anprobe vor dem 2. OP-Termin Mitte Februar das Gefühl hatte, dass der Splint oben nicht mehr hundertprozentig passt. Diesen OP-Termin habe ich dann verbaselt, ich war zu der Zeit so im Stress, dass ich das Gespräch mit dem Narkose-Arzt zwei Tage vorher versäumt habe.

Und nun war eben mein Gefühl: Der KFO hatte mit mir bei zwei missglückten OP-Terminen schon so viel Stress, das will er jetzt einfach hinter sich bringen.

Hinzu kam dann eben die sehr eindeutigen Aussagen des 2. KFO.

Hattest du denn vorab eine zweite Meinung eingeholt wg. dem Splint?

Und hattest du bei der Anprobe das Gefühl, dass es hundertprozentig passt?

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Hattest du denn vorab eine zweite Meinung eingeholt wg. dem Splint?

Nein.

Und hattest du bei der Anprobe das Gefühl, dass es hundertprozentig passt?

Ja, obwohl sich in der Zeit dazwischen eine kleine Lücke zwischen zwei Zähnen gebildet hatte, die dann mit einer Gummikette geschlossen wurden. Es waren allerdings alle, KFO, KFC und ich, erstaunt darüber.

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Hallo Sascha,

hmm, gestatte mir mal ein paar offene Worte an dich, denn ich glaube, wir beide haben eine recht ähnliche Geschichte, nur dass du andere Schlüsse daraus gezogen hast. Denn deinen Beiträgen nach zu urteilen scheinst du eine sehr ambivalente Einstellung hinsichtlich einer ästhetisch motivierten Kieferoperation zu haben.

Einerseits beschreibst du, wie unzufrieden du mit deinem Profil gewesen bist, dass du dich nie hast fotografieren lassen wollen etc.

Und andererseits, so auch in deiner Reaktion auf meine Leidensgeschichte (und eine solche ist sie für mich wirklich, das kannst du mir glauben), ziehst du implizit in Zweifel, dass es legitim ist, "nur" wegen der Schönheit eine OP machen zu lassen.

Das kommt mir insofern bekannt vor, als dass auch ich, insbesondere von Seiten meiner Familie, zunächst auf großes Unverständnis gestoßen bin, als ich von der OP erzählt habe. "Das hast du doch gar nicht nötig", "du hast doch so viele andere toll Eigenschaften, dass du nicht unbedingt perfekt aussehen musst." waren die Standard-Argumente. Von einem guten Freund wurde ich zudem damit konfrontiert, er als Katholik finde es nahezu verwerflich, dass ich auf diese Weise in Gottes Schöpfung eingreife.

Es war nicht leicht, unter dem Druck dieses Unverständnisses bei meiner Entscheidung zu bleiben. Und letztlich sollte ich es vielleicht sogar als Kompliment betrachten, wenn mich enge Vertraute auch "jetzt schon" nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich attraktiv finden.

ABER: Ein Teil meines sozialen Umfeldes hat mir früher auch ganz klar zu verstehen geben, dass ich eben kein attraktiver Mensch bin. Ich will dir jetzt nicht die Details meiner Lebensgeschichte ausbreiten, aber ich kann mir vorstellen, dass auch du ähnliche Erfahrungen gemacht hast.

Nun lautet die Frage also: Sollte jemand, der aufgrund von prägenden, schlechten Erfahrungen Komplexe aufgrund seines Aussehens entwickelt hat, eine Operation durchführen lassen? Oder sollte er sich nicht lieber auf die Couch legen und eine Therapie durchführen?

Meine Antwort auf diese Frage lautet: Er sollte sich zumindest psychotherapeutischen Rat suchen. Doch das schließt dann keineswegs aus, dass er sich trotzdem für eine OP entscheidet.

So habe ich es getan. Und das würde ich auch jedem anderen raten, der sich in meiner Situation befindet. Denn es ist meines Erachtens kontraproduktiv, den inneren Leidensdruck eines anderen Menschen zu bagatellisieren, nur weil man für seinen eigenen Leidensdruck kein Verständnis im eigenen Umfeld bekommen hat.

Grüße,

JoAlex

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Hallo alle zusammen ich bin in Behandlunf

g bei Herrn Gropp und muss sagen, dass er wirklich kompetent ist und das Herr Rustemeier einen anderen Background hat stimmt, denn Gropp hat auch in den USA praktiziert und verwendet meiner Meinung nach eine schonende Methode bei der Op habe nur gutes gehoert und gesehen. Haetten die "operierten" keine Schwellung wuerde man nicht erkennen, dass sie frisch operiert worden sind. Also echt respekt vor dem Mann ;) ich bin bald selber dran ;) LG

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Hi!

Also ich lasse bei mir die BIMAX auch NUR machen, wegen des Aussehens....habe deswegen auch ein sehr schlechtes Bauchgefühl! Klar der KFO und der KFC machen es warscheinlich mehr wegen der Zähne und der Gesundheit! Wenn du dich wirklich so schlecht mit deinem Aussehen fühlst, dann beeinflusst es auch dein Leben und deine Gesundheit und du solltest dann auch nicht vor der Operation zurückschrecken.

Warum übernimmt die KK eigentlich keine BIMAX bei dir?

Ich denke am besten aufgehoben wärst du in einer Uni-Klinik oder so, nicht bei so einem Schönheitschirurgen der den Eingriff vielleicht auch noch nicht so oft durchgeführt hat.

Ich weiß für mich, dass mir ein Psychologe nie über mein Problem hinweghelfen könnte, denn ich weiß wo es herkommt und ich sehe es auf Fotos, im Spiegel und an den Reaktionen von vielen Menschen die mich leider zu oft aufgrund meines Gesichtes vorverurteilt haben! (und meine Fehlstellung dürfte nicht so schwer sein, was ich bis jetzt so gehört habe)

Lass dir das wirklich genau durch den Kopf gehen! Bedenke warum du vor so vielen Jahren diesen Schritt begonnen hast. Denke auch daran, dass die Angst vor der Operation dich auch sehr beeinflusst.

Ich habe jetzt in diesem Forum schon so oft gelesen, dass so viele kurz vor der Op einen Rückzieher machen.....da hab ich Angst, dass es mir vielleicht in einem Jahr auch so geht! :(

Lg Corina

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Ich weiß für mich, dass mir ein Psychologe nie über mein Problem hinweghelfen könnte, denn ich weiß wo es herkommt und ich sehe es auf Fotos, im Spiegel und an den Reaktionen von vielen Menschen die mich leider zu oft aufgrund meines Gesichtes vorverurteilt haben! (und meine Fehlstellung dürfte nicht so schwer sein, was ich bis jetzt so gehört habe)

Wenn du eigentlich mal mit einem Psychologen reden willst, aber denkst der würde es dir nur ausreden, mach trotzdem mal. Ich glaube, du wirst überrascht sein.

Meiner hat es am Ende mehr befürwortet als ich selbst, und das auch fachlich begründet. Das Gesicht ist nunmal kein x-beliebiges Körperteil sondern hat großen Einfluss darauf, wie wir uns als Mensch entwickeln.

Der Thread ist 4 Jahre alt und Tobias wohl schon lange weg.

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Hey Ihr, also ich denke ein Großteil der eine sehr schlimme Fehlstellung hat wird es aus optischen Gründen machen aber es gibt auch einen kleinen Teil zu dem ich gehöre die es aus gesundheitlichen Gründen machen. Also ich würde mich mehr aber oder weniger auch schon zu den zählen die es aus optischen Gründen macht, weil umso mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto mehr denkt man darüber nach. Ich glaube bei einer Fehlstellung, kann dir nicht mal mehr der Psychologe helfen. Meine Op ist in genau 50 Tagen und langsam kriege ich auch kalte Füße, aber so eine Op kurz vor dem "Ziel" abzubrechen wäre doch total doof, vor allem wenn man vorher noch diese Zahnspangengeschichte mit einberechnet und die ganzen Schmerzen etc. wird man das auch noch schaffen. :) Also viel Erfolg :)

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